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kritische Infrastrukturen

Cyber Security für kritische Infrastrukturen

Heutzutage gibt es kaum mehr einen Bereich im öffentlichen Leben der nicht mit fortgeschrittenen Technologien ausgestattet ist. Industrielle Kontrollsysteme, kurz ICS (Industrial Control Systems) stecken in allen Infrastrukturen. Für das Funktionieren der Gesellschaft sind ICS überlebensnotwendig. In welchen Dimensionen diese Einfluss auf unser Leben haben, wird deutlich, wenn man sich die Einrichtungen betrachtet, die ohne ICS heute schon nicht mehr sicher funktionieren. Zu nennen sind hier zum Beispiel Krankenhäuser, Kraftwerke, Wasserversorgung, Minenförderbänder und Ölraffinerietürme. Dazu kommen auch Alarme von Gebäudeinformationssystemen. Kritische Infrastrukturen wie diese, sind auf die einwandfreie Funktionstüchtigkeit und auf die Sicherheit der verbauten Systeme angewiesen.  

Schnelle Reaktion auf Auffälligkeiten

ICS werden häufig über ein Überwachungs- und Datenerfassungssystem, kurz SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition), verwaltet. Ein SCADA stellt die grafische Benutzeroberfläche für die Bediener bereit und erlaubt Zugriff auf Kontrollfunktionen. Damit kann der Status eines Systems ohne großen Aufwand überwacht sowie Alarmsignale empfangen werden um Auffälligkeiten umgehend erkennen und beheben zu können.

ICS- und SCADA-Technologien werden immer häufiger eingesetzt. Dabei erfolgt die Kommunikation innerhalb der Systeme heute zunehmend auf Basis von Transmission Control Protocol (TCP)-basierten Internettechniken. Das macht die Technologie und ihre zugehörigen Geräte im Industrial IoT (IIoT) zu einem attraktiven Ziel für Hackerangriffe. Dabei können beispielsweise die Software lahmgelegt, Lösegeld erpresst oder die gesamte kritische Infrastruktur gefährdet werden. Angriffe auf SCADA- und ICS-Systeme können nicht nur die Sicherheit von Mitarbeitern beeinträchtigen, sondern im schlimmsten Fall Ausfälle in der öffentlichen Versorgung auslösen, wenn beispielsweise die Wasser- oder Stromversorgung lahmgelegt wird.

Cyber-Angreifer kommen aus unterschiedlichsten Bereichen

Angreifer von kritischen Infrastrukturen haben den unterschiedlichsten Hinter- und Beweggrund. Häufig stecken sowohl internationale Nachrichtendienste, Nerds als auch kriminelle oder extremistische Organisationen hinter einer solchen Cyber-Attacke. Bei einem Angriff versuchen es die Angreifer meist mit sogenannten Targeted Attacks. Diese Targeted Attacks haben zum Ziel, Daten zu stehlen, die in Infrastrukturen oder den Backends zusammenlaufen. Oft wird ein solcher Angriff über mehrere Phasen ausgeführt und kann deshalb über einen längeren Zeitraum andauern und hochkomplex gestaltet sein. Diese Komplexität ist der ausschlaggebende Grund dafür, dass ein Angriff oft unbemerkt bleibt und die Entwicklung von Abwehrmaßnahmen sich nur schwer gestalten lässt. Dies kann verheerende Folgen nach sich ziehen.

Mehrschichtiger Schutz gegen Cyber Angriffe notwendig

Damit SCADA- und ICS-Systeme reibungslos funktionieren und sicher gegenüber Cyberangriffen sind, brauchen sie einen mehrschichtigen Schutz. Dieser minimiert Risiken signifikant und erschwert es Angreifern erheblich, bis zu sicherheitskritischen Funktionalitäten vorzudringen. Dazu müssen Abwehrmaßnahmen in Kombination, sowohl auf Geräteebene, als auch auf der Ebene des Netzwerks, installiert werden. Unternehmen brauchen also heute mehr denn je eine umfassende Sicherheitsarchitektur mit integrierten mehrschichtigen Security-Lösungen.

Einfallstore für Cyber Angriffe auf kritische Infrastrukturen

Die Sicherheitslücken bei ICS- und SCADA-Systemen haben sich in den letzten Jahren immer mehr in die Erfassungs- und Darstellung verlagert. Die immer weiter verbreitete Nutzung von webbasierten Human-Machine-Interfaces (HMI)-Systemen erleichtert es Cyber-Angreifern, in die Systeme vorzudringen, da sich webbasierte HMIs im Vergleich zu Datenkommunikations- und Umwandlungskomponenten im ICS- und SCADA Systemen leichter penetrieren lassen.

Alle ICS- und SCADA-Systeme sind zwar unterschiedlich aufgebaut, die Komponenten Datenerfassung, Datenumwandlung, Kommunikation und Darstellung sind jedoch in leicht abgewandelten Formen bei jedem dieser Systeme vorhanden. Nach Analysen von Qualys befinden sich aktuell in der Darstellungskomponente über die Hälfte der für Hacker interessanten Sicherheitslücken. Diese Komponente ist für die Überwachung und Steuerung der über diverse Kommunikationskanäle eintreffenden Daten zuständig.

Absicherung gegenüber Cyber Angriffen – was ist zu tun?

Ein aktueller umfassender Angriff auf ein ICS- oder SCADA-System, ist der auf Norsk Hydro, einem international führenden Aluminiumhersteller. Aus den öffentlich verfügbaren Informationen geht hervor, dass den Cyber-Angreifern eine breite Angriffsoberfläche zur Verfügung stand. Die mehrschichtige Absicherung der Systeme ist eine komplexe Aufgabe. Um die Sicherheitsinfrastruktur zu verbessern sind grundlegende Sicherheitspraktiken notwendig. Dazu gehören Zugriffskontrollen, rollenspezifische Zugriffe, Patchen und Entfernung von Debugging-Diensten in Kombination mit der Prüfung ob die Systeme versehentlich vom Internet aus erreichbar sind sowie die Etablierung von Auditing Maßnahmen und Schwachstellenanalysen.

Um ICS- und SCADA-Systeme umfassend zu sichern, ist die Integration von Cyber Security Lösungen unbedingt erforderlich. Um aus erster Hand mehr über die Sicherung von ICS- und SCADA-Systemen zu erfahren, interviewten wir von magility Herrn Ilan Barda, Gründer und CEO von Radiflow. Radiflow ist eines der führenden Unternehmen für industrielle Cyber Security Lösungen aus Tel Aviv, Israel. Radiflow bietet mehrschichtige Schutzsysteme und Cyber Security Komplettlösungen für Industrieunternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen an. Ilan Barda (IB) blickt auf jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen Sicherheit und Telekommunikation zurück. Zuletzt war Barda CEO von Seabridge, einer Siemens-Tochter, die weltweit für das Carrier-Switches-Portfolio von Siemens/Nokia-Siemens verantwortlich ist.

Portrait Ilan Barda, Gründer & CEO Radiflow © Radiflow

Herr Barda, was ist aktuell die größte Herausforderung für die Cyberwelt?

Ilan Barda (IB): Der Trend von Cyber-Attacken im Bereich industrielle Automatisierung weitet sich immer mehr von Angriffen auf kritische Infrastrukturen von Staaten hin zu Angriffen, die auf Betriebsunterbrechungen in Produktionsstätten abzielen, wie im jüngsten Fall von Norsk Hydro, aus. Dies sollte produzierende Unternehmen in höchste Alarmbereitschaft versetzen, mögliche Schwachstellen in ihren Produktionsabläufen zu identifizieren.

 

Wie kann ein Betreiber von ICS / SCADA-Systemen potenzielle Schwachstellen erkennen?

IB: Wir empfehlen mit einer Sicherheitsbewertung des Produktionsnetzwerks zu beginnen. Bei diesem Vorgang werden alle Netzwerkkomponenten und ihre Konnektivität abgebildet und die möglichen Angriffsvektoren analysiert. Im Anschluss sollten die Vektoren mit den Produktionsprozessen abgeglichen werden, um die Risiken zu bewerten und die erforderlichen Maßnahmen nach Prioritäten zu planen.

 

Welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen der Cyber Security für Unternehmen (IT-Sicherheit) und der Cyber Security für industrielle Netzwerke (OT-Sicherheit)? Gibt es Unterschiede?

IB: Durch die Industrie 4.0 werden stetig mehr digitale und vernetzte Systeme in Produktionsnetzwerke integriert, so dass diese den Unternehmensnetzwerken (IT) immer ähnlicher werden. Der Schlüsselfaktor für den Erfolg von Unternehmen ist eine kontinuierliche Fertigung rund um die Uhr. Deshalb werden viele dieser digitalen Produktionssysteme nicht wie die PCs des Unternehmens durch regelmäßige Sicherheitsupdates auf dem aktuellsten Stand gehalten. Der Fokus auf Verfügbarkeit und Produktivität führt darüber hinaus auch dazu, dass unsichere Methoden zur Anwendung kommen, wie z. B. die Nutzung gleicher Kennwörter oder veraltete Systeme beibehalten werden, die nicht über ausreichenden Zugangsschutz und nötige Kontrollmechanismen verfügen.

Wie können ICS- und SCADA-Systeme cybersicher gestaltet werden? Wie können bestehende Systeme nachgerüstet werden?

IB: Die Einführung der Cyber Security in neue ICS- und SCADA-Systeme sollte mithilfe von SDLC (Secure Development Life Cycle) erfolgen, um sicherzustellen, dass das Design alle Sicherheitsaspekte integriert. Dies ist bei bestehenden Netzinfrastrukturen, die sehr umfangreich sein können, nicht zielführend. In diesen Netzwerken sollte die Einführung von Cyber Security Personen, Prozesse und Produkte einbeziehen. Auf Produktebene geht es dabei hauptsächlich um die Einführung von Überwachungssystemen zur Erkennung von Anomalien und Präventionssysteme, die regelkonformen Systemzugang sicherstellen.

Was müssen Investoren bei der Bewertung von Cyber-Investitionen Ihrer Meinung nach berücksichtigen?

IB: ICS- und SCADA-Betreiber sind keine Sicherheitsexperten. Daher ist es wichtig, ihnen benutzerfreundliche Lösungen anzubieten – entweder in Form von Security-Tools, die in die industriellen Systeme integriert sind oder durch die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister, der Security as a Service anbietet und bei Auffälligkeiten im System einen Alarm an den Betreiber absetzt.

Wenn Unternehmen sowie die öffentliche Hand auf die Unversehrtheit und Sicherheit von Mitarbeitern und der Bevölkerung Wert legen, muss Cyber Security zur höchsten Priorität werden. Wir von magility arbeiten mit Radiflow und anderen Experten für ganzheitliche Cyber Security Lösungen zusammen und unterstützen Sie gerne bei der Implementierung von end-to-end Cyber Security Lösungen in Ihrem Unternehmen. Kontaktieren Sie uns gerne!

neuronale Netze

Neuronale Netze – Die Technik lernt aus der Natur

Der Begriff Bionik setzt sich zusammen aus den Begriffen Biologie und Technik. Bionik beschreibt das Lernen und die Nachahmung von natürlichen Vorgängen durch die Technik. Forscher schauen sich bewährte Methoden aus der Natur ab und nutzen diese für innovative Techniken. Nicht nur stoffliches Wissen und dessen Übertragung in die Technik ist Gegenstand der Bionik, auch Funktionsweisen und dahinterliegende Grundprinzipien finden sich in bionischen Anwendungen wieder.

Beispiele aus der Bionik, die wir im Alltag benutzen, gibt es etliche und sie erstrecken sich über Anwendungsbereiche wie Konstruktionstechnik, Oberflächen, Robotik, Fortbewegungsmöglichkeiten, Optimierungsverfahren, Materialien sowie Sensorik und Kommunikation.

Das menschliche Gehirn als Vorbild

Neuronale Netzwerke bestimmen unser menschliches Gehirn. Sie beinhalten eine riesige Anzahl an Nervenzellen (Neuronen), die sich im Verlauf der Gehirnentwicklung immer weiter vermehren und sich untereinander vernetzen. Dadurch entstehen intelligente Verbindungen, sogenannte neuronale Netzwerke. Die Funktionsweise der Vernetzung von Neuronen wird bei künstlichen neuronalen Netzen auf mathematische Rechenmodelle übertragen und die biologischen Netze dabei als informationsverarbeitende Systeme nachgeahmt.

Sowohl für natürliche als auch für künstliche neuronale Netze treffen ähnliche typischen Eigenschaften zu. Beide können komplexe Muster erlernen, ohne die dafür zugrunde liegenden Regeln und Gesetze zu kennen. Sie folgen in ihrer Funktionsweise einer Intelligenz, die keiner verifizierbaren Logik folgt. Der Nachteil ist, dass aus neuronalen Netzen auch im Nachhinein keine Logik identifiziert werden kann, die einen Lernerfolg erklären könnte. Erst nach jahrelangem Training sind neuronale Netzwerke fähig, logische und klare Regeln zu erlernen und anzuwenden. Sie lernen implizit – quasi learning by doing.

Künstliche Neuronale Netze

Künstliche neuronale Netze sind mathematische Strukturen, die den biologischen neuronalen Netzwerken ähneln. Sie bestehen aus sogenannten Modellneuronen und Kopplungsstellen, auch Synapsen genannt. Diese beiden Einheiten stehen miteinander in Wechselwirkung. Die Bestimmung der Synapsenstärke läuft über einen numerischen Wert. Dieser Wert stellt das Verbindungsgewicht dar. Im Bereich von Optimierungsverfahren werden heutzutage bereits künstliche neuronale Netze eingesetzt.

Künstliche Neuronale Netze in der Praxis

Heutzutage werden intelligente neuronale Netze beispielsweise beim Betrieb von Maschinen eingesetzt. Diese Maschinen übertragen Daten im Bedarfsfall selbständig an weitere vorher definierte Stellen. Sie können frühzeitige Verschleiß-Aktivitäten erkennen und helfen so, einem potenziellen Ausfall der Maschine vorzubeugen.

Auch in Fahrzeugen werden künstliche neuronale Netze eingesetzt. Autonomes Fahren kann nur durch künstliche Intelligenz (KI) sicher umgesetzt werden. Das Auto lernt über einen Szenarienkatalog zu manövrieren. Es lernt, was es bei der Fahrt als Hindernis einzuordnen hat und orientiert sich dabei über eingebaute Sensoren. Bilderkennungsverfahren ermöglichen den Transfer vom “Gesichteten” zur Verarbeitung im künstlichen neuronalen Netz des Fahrzeugs. Das gesichtete Hindernis wird abstrahiert und rechnerisch verbildlicht, dadurch kann das Fahrzeug die Gefahr anhand bereits erlernter Szenarien abschätzen und entsprechend manövrieren.

Cybersicherheit von Bionik Anwendungen

Künstliche neuronale Netze funktionieren gut, wenn man sie in Ruhe lässt. Was aber geschieht, wenn Angreifer sie von außen manipulieren oder mit krimineller Absicht lahmlegen?

Sowohl im Bereich des autonomen Fahrens als auch in der Medizintechnik ist Security eine elementare Schlüsselfunktion für die Zukunftschancen der eingesetzten innovativen Technologien. Automobilhersteller und -zulieferer haben die Dringlichkeit bereits erkannt und Cyber-Security Unternehmen an Bord geholt. Es braucht in der breiten Öffentlichkeit wohl aber noch weitere kriminelle Hacker-Angriffe um Automotive Cyber-Security generell als Schlüsselfunktion bei der Anwendung innovativer vernetzter technologischer Lösungen anzuerkennen. Eine Security Lösung sollte immer ganzheitlich für den kompletten Lebenszyklus gedacht und im Idealfall von Anfang an, also schon im Produktentwicklungsprozess, integriert werden. Technische Innovationen gibt es heute nur noch durch intelligente Vernetzung, Informationsfluss und Datentransfer. Sobald ein Produkt im Internet of Things vernetzt ist, ist es auch anfällig für Cyber-Angriffe. Vernetzte Produkte sollten daher immer mit Cyber Security “gedacht” werden.

Interessieren Sie sich für den technischen Fortschritt und die Entwicklung von KI, insbesondere im Bereich von Mobility-Themen, kontaktieren Sie unsere Experten. Wir von Magility beraten Sie gerne zum Thema Cyber Security und zeigen Ihnen, wie Sie Sicherheit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil machen.

 

Die Agritechnica zeigt, dass auch die Landwirtschaft auf Digitalisierung setzt. Foto: magility

Agritechnica – Digitalisierung treibt Landwirtschaft an

Die Agritechnica steht in diesem Jahr unter dem Motto „Green Future – Smart Technology“ und setzt damit ganz klar Maßstäbe in der Technologie für die Landwirtschaft. Das Stichwort dabei ist nachhaltige Produktivitätssteigerung. Maßgeblich für diese Produktivitätssteigerung ist Konnektivität. Doch wie genau sieht die Vernetzung in der Landwirtschaft aus? Welche Benefits bringt sie und was erwartet uns zukünftig in dieser Branche?

Optimierung der landwirtschaftlichen Bearbeitungsprozesse

Die Landwirtschaft ist eine arbeitsintensive Branche, in der seit jeher Manpower gefragt ist. Umso interessanter ist das Versprechen der Vernetzung und Produktivitätssteigerung durch Konnektivität. Sozusagen die Smart Farm oder Farm 4.0. Über Apps werden dabei die Maschinen, Landmaschinen, Melkmaschinen oder Futterroboter überwacht und kontrolliert. Die Abläufe können bequem mobil gesteuert werden. Daraus ergeben sich Einsparung von Zeit, Arbeitskraft und Energie sowie schlussendlich auch die Minimierung der Kosten. So sieht die Zukunft in der Landwirtschaft zielführend aus.

Digitalisierung als Turbo

„Die Digitalisierung und Vernetzung der Landtechnik bringt einen großen Investitionsanreiz mit sich“ schätzt unser Experte Dr. Michael Müller, Geschäftsführer der magility GmbH, die Branche ein. „Durch digitale Lösungen werden Prozesse effizienter und ökologische Ziele können leichter erreicht werden,“ so Müller. Die Kaufbereitschaft der Landwirte beruhe in erster Linie auf einem Effizienzversprechen der Industrie und ist damit technikgetrieben. Im Ergebnis trägt das digitale Vernetzungsangebot dazu bei, die betriebliche Profitabilität im besten Falle signifikant zu steigern.

Plattform zur Vernetzung in der Landwirtschaft

365FarmNet bei der Agritechnica

365FarmNet bei der Agritechnica

Landwirtschaftliche Prozesse sind sehr komplex. Eine große Anzahl an Prozessen müssen gesteuert und Nachweise erbracht werden. Dafür gibt es heute schon Agrarmanagementsoftware zur Unterstützung der Produktion und für das Tracking der Prozesse. Ein Beispiel ist 365FarmNet. Solche Lösungen helfen, die smarte Farm zu verwalten und den Überblick zu behalten. Durch gezielte Kontrolle und Tracking können zudem Optimierungspotenziale ermittelt werden. Lösungen wie diese bilden im Schwerpunkt interne Prozesse ab. Für die Überwachung der vernetzten Landmaschinen braucht es komplexere Anwendungen.

Keine Konnektivität ohne Cyber Security

Die Herausforderung, vor der die Konnektivität nach wie vor steht, ist die Sicherheit. Cyber Security ist auch in der Landwirtschaft von hoher Wichtigkeit. Die digitale Vernetzung von Prozessen bringt immer die Gefahr von Angriffen und externer Manipulation mit sich. Auch die Datensicherheit muss gewährt sein. Dementsprechend sind auch in der Landwirtschaft Cyber Security Lösungen gefragt.

Agritechnica 2019

Die Agritechnica ist die internationale Messe für Landtechnik. Sie hat eine führende Rolle als weltweiter Branchentreffpunkt. Die Messe finden alle zwei Jahre in Hannover statt. Sie bietet eine Plattform für mehr als 2.800 Aussteller und 450.000 Besuchern. Die kommende Messe ist die Agritechnica 2019.

Haben Sie Fragen rund um die Konnektivität in der Landwirtschaft und wollen Sie wissen, welche Sicherheitsvorkehrungen in der vernetzten Welt wichtig sind? Unsere Experten beraten Sie gerne.

 

Intelligenter Verkehr und Mobilität in Smart Cities. Foto: creative Commons

Smart Cities – Intelligenter Verkehr in vernetzten Städten

Auch in unsere Städte hält die Digitalisierung Einzug. Urbanisierung, demographische Veränderung, Globalisierung und schwindende Ressourcen stellen immer höhere Anforderungen an die Stadt, schaffen aber auch große Chancen um effizient mit Ressourcen umzugehen. Basis ist die Integration von Informations- und Kommunikationssystemen in die verschiedenen technischen Systeme und Infrastrukturen einer Stadt. Dadurch werden die Steuerung von Versorgungs- und Entsorgungsnetzen – insbesondere für Strom, Wasser, Gas, aber auch für Waren flexibler. Das schafft neue, smarte Lösungen für Mobilität, Verwaltung und öffentliche Sicherheit in den Smart Cities. Der Austausch zwischen Bürger, Unternehmen, Institutionen und Verwaltung ist lebhaft und steigern durch effiziente und integrierte Informationsflüsse die Lebens- und Arbeitsqualität aller Beteiligten. Doch wie sehen die Ideen konkret aus?

Steigende Verkehrs- und Bevölkerungsdichte

Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden bis 2050 rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Die steigende Bevölkerungs- und Verkehrsdichte erfordert neue Ansätze in der Stadtplanung. Viele Bereiche, wie etwa die Versorgungssysteme können nicht mehr isoliert betrachtet werden sondern sind Teil eines Netzes und interagieren miteinander. Digitale Technik und Kommunikation ist dabei eine Chance mit großem Nutzwert auf vielen Gebieten.

Verkehr steuern und Umweltbelastung senken

In vielen Städten und Metropolen stößt die Infrastruktur schon heute an ihre Grenzen. Grund dafür ist, dass immer mehr Autos und andere Verkehrsteilnehmer auf die Straßen drängen. Die Verknüpfung von Verkehr und Kommunikation werden daher immer wichtiger. So könnten die vorhandenen Kapazitäten gesteuert und optimiert werden oder alternative Verkehrsmittel- und wege gefunden werden.

Digitale Vernetzung und Automatisierung

Das Thema Smart Cities ist eng verknüpft mit der digitalen Vernetzung von Fahrzeugen, die Daten sammeln und bereitstellen. Aber auch die Vision vom automatisierten Fahren spielt bei der Idee von intelligenten Städten eine Rolle. Die Technologien tragen langfristig zu einer intelligenteren Verkehrsplanung bei. Was die Mobilität in der Smart City auszeichnet ist die Förderung des Nahverkehrs und eine bessere Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer in einer stadtweiten Kommunikationsinfrastruktur.

„Smart Cities sind komplexe Systeme in denen viele Bereiche eine Rolle spielen. Durch digitale Technik, Apps und eine gezielte Auswertung von Daten können wir gerade im Bereich Verkehr und Logistik viele Prozesse verbessern und optimieren“ so unser Experte für die Digitalisierung, Dr. Michael Müller, Geschäftsführer von Magility GmbH & Co. KG.

Weniger Staus, weniger Autos in der Innenstadt

Die direkten Ziele im Verkehr 4.0 in den Smart Cities sind weniger Staus, weniger Autos in der Innenstadt und der Ausbau eines weitgehend emissionsfreien Nahverkehrsnetzes. Im Detail kann Smart City bedeuten, über eine App schnell einen freien Parkplatz zu finden, Staus zu umfahren, Straßenlaternen, die Unfälle melden und vieles mehr. Faktisch geht es darum, die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen indem Verkehr und Umweltbelastungen reduziert werden.

Smart Cities bezeichnen einen Siedlungsraum, in dem systemisch (ökologisch, sozial und ökonomisch) nachhaltige Produkte, Dienstleistungen, Technologien, Prozesse und Infrastrukturen eingesetzt werden, in der Regel unterstützt durch hochintegrierte und vernetzte Informations- und Kommunikationstechnologien.

Vernetzung

Digitale Vernetzung – HERE arbeitet an intelligenten Echtzeit-Karten

Intelligente Echtzeit-Karten, ortsbezogene Dienste, hochautomatisiertes Fahren: Die Zukunft der Mobilität liegt in einer digitalisierten Welt. Um für die Zukunft gerüstet zu sein investierten die drei großen deutschen Autobauer Daimler, BMW und Audi in den Kartendienst Here.
In Zukunft sollen vernetzte Fahrzeuge sich gegenseitig vor Staus, Unfällen, Glatteis und anderen Hindernissen warnen. Dazu sollen über die Cloud-Plattform Daten über die Verkehrslage untereinander ausgetauscht werden. Das hat das Unternehmen Here auf dem Autosalon in Paris bekanntgegeben.

Vernetzung in Echtzeit

Here wurde im vergangenen Jahr für rund 2,8 Milliarden Euro von Nokia abgekauft um eine gemeinsame Plattform zu entwickeln, die präzise ortsbezogene Daten liefert. Dies geschah auch in Hinblick auf zukünftig selbstfahrende Autos. „Erstklassiges Kartenmaterial und ein wegweisendes Verständnis für ortsbezogene Dienste sind die Grundlagen, auf denen HERE seinen Erfolgs- und Wachstumskurs künftig ausbauen wird – und das als offenes, unabhängiges und wertschaffendes Unternehmen. Davon werden die vielen hundert HERE Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen profitieren“, so die Stellungnahme von Daimler nach dem Kauf.

Die Zukunft intelligenter Karten: Echtzeitdaten und Vernetzung. Copyright: HERE

Die Zukunft intelligenter Karten: Echtzeitdaten und Vernetzung. Copyright: HERE

„Mit Here investieren die Autobauer in ein intelligentes, präzises Kartensystem, das Daten, die Autos schon heute generieren können in kürzester Zeit in Informationen für Autofahrer verwandelt“ kommentiert Dr. Michael Müller, Geschäftsführer von Magility GmbH & Co. KG. „Das ist bereits heute interessant um Verkehrsteilnehmer rechtzeitig vor Staus, Unfällen und Glatteis zu warnen, wird aber vor allem in Zukunft, beim Stichwort ‚autonomes  Fahren‘ hochrelevant sein“.

Der Service soll im kommenden Jahr mit Daten von Mercedes-Benz, BMW und Audi starten. Über Sensosren werden die Daten erfasst und anschließend anonymisiert ausgewertet. Im ersten Schritt werden nur einige hunderttausend Fahrzeuge vernetzt. Da aber immer mehr smarte Modelle auf den Markt kommen rechnen die Hersteller damit, schnell die Millionenmarke zu knacken.

Informationen kommen von Sensoren

Für die Vernetzung und um Informationen zu generieren werden die Daten unter anderem von Regen- und Beschleunigungssensoren genutzt. Neben der Warnung vor Stau sollen die Fahrer auch Empfehlungen zu Parkmöglichkeiten erhalten, die aber vor allem auf bereits bestehenden Daten basieren. Zukünftig kann dieses Angebot jedoch durch intelligente Park-Systeme erweitert werden.