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Die Technik lernt aus der Natur - neuronale Netze Bild: CC0

Neuronale Netze – Die Technik lernt aus der Natur

Der Begriff Bionik setzt sich zusammen aus den Begriffen Biologie und Technik. Bionik beschreibt das Lernen und die Nachahmung von natürlichen Vorgängen durch die Technik. Forscher schauen sich bewährte Methoden aus der Natur ab und nutzen diese für innovative Techniken. Nicht nur stoffliches Wissen und dessen Übertragung in die Technik ist Gegenstand der Bionik, auch Funktionsweisen und dahinterliegende Grundprinzipien finden sich in bionischen Anwendungen wieder.

Beispiele aus der Bionik, die wir im Alltag benutzen, gibt es etliche und sie erstrecken sich über Anwendungsbereiche wie Konstruktionstechnik, Oberflächen, Robotik, Fortbewegungsmöglichkeiten, Optimierungsverfahren, Materialien sowie Sensorik und Kommunikation.

Das menschliche Gehirn als Vorbild

Neuronale Netzwerke bestimmen unser menschliches Gehirn. Sie beinhalten eine riesige Anzahl an Nervenzellen (Neuronen), die sich im Verlauf der Gehirnentwicklung immer weiter vermehren und sich untereinander vernetzen. Dadurch entstehen intelligente Verbindungen, sogenannte neuronale Netzwerke. Die Funktionsweise der Vernetzung von Neuronen wird bei künstlichen neuronalen Netzen auf mathematische Rechenmodelle übertragen und die biologischen Netze dabei als informationsverarbeitende Systeme nachgeahmt.

Sowohl für natürliche als auch für künstliche neuronale Netze treffen ähnliche typischen Eigenschaften zu. Beide können komplexe Muster erlernen, ohne die dafür zugrunde liegenden Regeln und Gesetze zu kennen. Sie folgen in ihrer Funktionsweise einer Intelligenz, die keiner verifizierbaren Logik folgt. Der Nachteil ist, dass aus neuronalen Netzen auch im Nachhinein keine Logik identifiziert werden kann, die einen Lernerfolg erklären könnte. Erst nach jahrelangem Training sind neuronale Netzwerke fähig, logische und klare Regeln zu erlernen und anzuwenden. Sie lernen implizit – quasi learning by doing.

Künstliche Neuronale Netze

Künstliche neuronale Netze sind mathematische Strukturen, die den biologischen neuronalen Netzwerken ähneln. Sie bestehen aus sogenannten Modellneuronen und Kopplungsstellen, auch Synapsen genannt. Diese beiden Einheiten stehen miteinander in Wechselwirkung. Die Bestimmung der Synapsenstärke läuft über einen numerischen Wert. Dieser Wert stellt das Verbindungsgewicht dar. Im Bereich von Optimierungsverfahren werden heutzutage bereits künstliche neuronale Netze eingesetzt.

Künstliche Neuronale Netze in der Praxis

Heutzutage werden intelligente neuronale Netze beispielsweise beim Betrieb von Maschinen eingesetzt. Diese Maschinen übertragen Daten im Bedarfsfall selbständig an weitere vorher definierte Stellen. Sie können frühzeitige Verschleiß-Aktivitäten erkennen und helfen so, einem potenziellen Ausfall der Maschine vorzubeugen.

Auch in Fahrzeugen werden künstliche neuronale Netze eingesetzt. Autonomes Fahren kann nur durch künstliche Intelligenz (KI) sicher umgesetzt werden. Das Auto lernt über einen Szenarienkatalog zu manövrieren. Es lernt, was es bei der Fahrt als Hindernis einzuordnen hat und orientiert sich dabei über eingebaute Sensoren. Bilderkennungsverfahren ermöglichen den Transfer vom “Gesichteten” zur Verarbeitung im künstlichen neuronalen Netz des Fahrzeugs. Das gesichtete Hindernis wird abstrahiert und rechnerisch verbildlicht, dadurch kann das Fahrzeug die Gefahr anhand bereits erlernter Szenarien abschätzen und entsprechend manövrieren.

Cybersicherheit von Bionik Anwendungen

Künstliche neuronale Netze funktionieren gut, wenn man sie in Ruhe lässt. Was aber geschieht, wenn Angreifer sie von außen manipulieren oder mit krimineller Absicht lahmlegen?

Sowohl im Bereich des autonomen Fahrens als auch in der Medizintechnik ist Security eine elementare Schlüsselfunktion für die Zukunftschancen der eingesetzten innovativen Technologien. Automobilhersteller und -zulieferer haben die Dringlichkeit bereits erkannt und Cyber-Security Unternehmen an Bord geholt. Es braucht in der breiten Öffentlichkeit wohl aber noch weitere kriminelle Hacker-Angriffe um Automotive Cyber-Security generell als Schlüsselfunktion bei der Anwendung innovativer vernetzter technologischer Lösungen anzuerkennen. Eine Security Lösung sollte immer ganzheitlich für den kompletten Lebenszyklus gedacht und im Idealfall von Anfang an, also schon im Produktentwicklungsprozess, integriert werden. Technische Innovationen gibt es heute nur noch durch intelligente Vernetzung, Informationsfluss und Datentransfer. Sobald ein Produkt im Internet of Things vernetzt ist, ist es auch anfällig für Cyber-Angriffe. Vernetzte Produkte sollten daher immer mit Cyber Security “gedacht” werden.

Interessieren Sie sich für den technischen Fortschritt und die Entwicklung von KI, insbesondere im Bereich von Mobility-Themen, kontaktieren Sie unsere Experten. Wir von Magility beraten Sie gerne zum Thema Cyber Security und zeigen Ihnen, wie Sie Sicherheit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil machen.

 

Laden beim Discounter - Aldi investiert in Schnellladesäulen. Foto: Aldi Süd

Discounter investieren in Schnellladesäulen – Wer gestaltet die Zukunft der Elektromobilität?

Seit langem gibt es die Warnung, die Investition in die Elektromobilität nicht komplett zu verschlafen. Der Appell ist vor allem an die Automobilindustrie, den Energiesektor und die öffentliche Hand gerichtet. Jetzt kommt ein Vorstoß von einer anderen Richtung. Der Deutsche Discounter Aldi Süd investiert nun in Schnellladesäulen und Ladeinfrastruktur. Doch wie ist es einzuschätzen, dass bereits Lebensmittelhändler im Mobilitätsmarkt mitmischen? Liegt gar die Zukunft darin, dass branchenfremde Unternehmen da anpacken, wo andere gerade schlafen? Wir haben das Vorgehen des Discounters zusammengefasst.

Eine Batterieladung vom Discounter

Die Lebensmitteldiscounter Aldi und Lidl zählen zu den reichsten Konzernen Deutschlands. Sie gestalten ganze Regionen und investieren Millionen in regionale Infrastruktur, Hochschulen und Bildungseinrichtungen. Nicht ganz uneigennützig. Die schnell wachsende Logistik braucht eine immer teurere Infrastruktur, die Städte und Gemeinden so schnell nicht bauen können. Auch qualifizierter Nachwuchs muss erst einmal ausgebildet werden. Doch warum nun Ladeinfrastruktur? Welche Motivation steckt dahinter?

Fehlende Ladesäulen Hauptgrund für Zurückhaltung beim Kauf

Die Reichweite von Elektroautos kommt noch immer nicht an das heran, was bereits vor Jahren versprochen wurde. Gleichzeitig ist die Ladeinfrastruktur in Deutschland noch nicht hinreichend ausgebaut, wie wir bereits berichtet haben. Die Deutschen bleiben daher auch weiterhin zurückhaltend beim Kauf von reinen Elektroautos. 2017 wurden nur knapp über 25.000 E-Autos in Deutschland zugelassen.

Aldi Süd eröffnet erste von 28 geplanten Schnellladesäulen

Zusammen mit dem Technologiepartner Innogy eröffnete Aldi Süd Anfang August die erste von 28 geplanten 50-kW-Schnellladesäulen vor einer Filiale. Ziel sei es, Hauptverkehrsrouten abzudecken und so zu ermöglichen auch lange Strecken zu fahren. An den Säulen können alle gängigen Elektrofahrzeuge aufgeladen werden. Während der Öffnungszeiten kann der Dienst umsonst und ohne Registrierung genutzt werden.

Politik lobt das Vorgehen

Zur Eröffnung der Säule kam auch Mathias Samson, Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium. Seine Einschätzung äußerte er zusammenfassend: „Elektromobilität ist alltagstauglich und bietet viele Vorteile. Ich bin überzeugt, dass mehr Fahrer umsteigen würden, wenn es ein dichteres Ladenetz gäbe. Die Initiative von Aldi Süd bringt uns ein Stück weiter auf unserem Weg zu einem klimafreundlichen Verkehrssystem“. Was das Land Hessen im Zusammenhang mit der Infrastruktur plant, darüber ließ er nichts verlauten. Aber dass die Discounter nun ein Thema angehen, das eigentlich in den Ministerien höchste Priorität haben sollte, scheint hingenommen zu werden.

Lidl investiert in Carsharing

Während Aldi Süd Schnellladesäulen installiert und für Kunden zugänglich macht, startet Lidl eine Kooperation mit Mazda. Bis Ende August 2018 will Mazda zusammen mit dem Mobilitätsdienstleister Choice 850 Carsharing-Fahrzeuge auf die Straße bringen. 150 dieser Fahrzeuge sollen ab September auf 50 ausgewählten Lidl-Parkplätzen in Nordrhein-Westfalen stationiert werden.

Discounter haben zunehmend Einfluss

Lidl und Aldi sind die führenden Lebensmittel-Discounter in Deutschland. Die Schwarz Group, zu der Lidl gehört, setzte im Jahr 2017 laut Statista rund 24,3 Milliarden Euro brutto um. Hohe Umsätze und entsprechende Gewinne ermöglichen den Konzernen Investitionen auch über die Branche hinaus.

Wer erhält den Schlüssel zum vernetzten Auto? – Sicherheitsaspekte beim Fahren der Zukunft

von Christiane Schulzki-Haddouti

Kryptografische Lösungen bestimmen, wer den Schlüssel für das vernetzte Auto in der Hand haben wird. Automobil-Hersteller und Staat ringen derzeit darum, wie diese Lösungen aussehen sollen. Die Interessen der Fahrzeughalter spielen dabei jedoch offenbar kaum eine Rolle.

Die europäische Datenschutzreform verlangt im Interesse der Bürger, Autobesitzer und Fahrer „Privacy by Design“. Die aktuelle Diskussion um Sicherheitskonzepte für das „vernetzte Auto“ weist aber in eine andere Richtung. Solche Fahrzeuge erzeugen stündlich zwischen 20 und 24 Gigabyte Daten, sagt Gabriel Seiberth von der Unternehmensberatung Accenture. Die Automobilbranche sei daher auf der Suche nach Geschäftsmodellen, „damit die Daten nicht einfach anfallen und wieder verpuffen“. In zehn Jahren sollen solche Geschäftsmodelle Umsätze in Milliardenhöhe generieren.

Ein aktueller Fall aus Baden-Württemberg zeigt jedoch, dass dies an den Datenschutzsorgen der Kunden scheitern könnte. Ingo Scherzberg und seine Frau hatten im Verkaufsgespräch die Übertragung von Ortsdaten aus ihrem Auto strikt abgelehnt. Erst nach der Auftragsbestätigung wurde Scherzberg bei der Lektüre der Broschüre „Ihr Weg zu Mercedes connect me“ klar, dass das Kommunikationsmodul, über das die Ortsdaten übertragen werden, nicht ausgebaut werden würde.

„Ganz aus“ war es bei ihm, als er in den Unterlagen zur Informationssicherheit von eCall auch noch Hinweise auf mögliche Hackerangriffe entdeckte. Den Versicherungen von Daimler, es würden gegen seinen Willen keine Daten übertragen, konnte er keinen Glauben schenken: „Der Staat hat die Speicherung von Telefondaten durchgesetzt und das Bankgeheimnis ausgehebelt, zweifellos wird er auch die Herausgabe der Ortsdaten fordern.“ Nachdem Scherzberg heftig protestierte, löste Daimler den Kaufvertrag auf.

Zwiespalt

Die Hersteller zeigen sich hin- und hergerissen. Einerseits betont etwa Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, dass das Auto nicht zur „Datenkrake“ werden dürfe, andererseits machen die Hersteller in ihrem Datenschutz-Positionspapier einen weiten Bogen um das Prinzip der Datensparsamkeit. Hierarchische Sicherheitsarchitekturen für den Datenaustausch zwischen Autos (Car-to-Car) sowie zwischen Autos und Infrastruktur (Car-to-X) sorgen überdies nicht unbedingt für Vertrauen.

 

Lesen Sie den ganzen Artikel hier: http://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-21-Wer-erhaelt-den-Schluessel-zum-vernetzten-Auto-2815254.html

Vernetztes und automatisiertes Fahren – Kamingespräch e-mobil BW

Dr. Michael W. Müller, Geschäftsführer der magility GmbH & Co. KG nahm vergangene Woche am Kamingespräch des Württembergischen Automobilclub 1899 e.V. in Stuttgart teil. Der Abend in gemütlicher Atmosphäre stand unter dem Motto „AUTOMATISIERT & VERNETZT – Lassen wir fahren oder lenken wir noch?“.

40 ausgewählte Teilnehmende hauptsächlich aus der Automobilindustrie und angrenzenden Branchen diskutierten lebhaft über die großen Herausforderungen zum vernetzten und automatisierten Fahren insbesondere mit Blick auf die Chancen und Risiken für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg mit den Podiumsgästen Franz Logen (Geschäftsführer der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden Württemberg e-mobil BW), Volker Stauch (Präsident des Württembergischen Automobilclubs 1899 e.V.), Prof. Dr. Neijla Paspour (Leiterin des Instituts für Elektrische Energiewandlung der Universität Stuttgart) sowie Bernd Ostmann (Chefredakteur und Herausgeber von Auto Motor und Sport). Der Standort Baden-Württemberg nimmt eine Vorreiterrolle beim automatisierten und vernetzten Fahren ein – denn wichtige und innovative OEM sind hier ansässig.

Kamingespräch e-mobil BW in Stuttgart

Zudem drängen neue Marktteilnehmer im Zuge der Vernetzung und Autonomisierung von Fahrzeugen ins Feld: Google will u.a. mit ZF und Bosch kooperieren umd eine Flotte selbstfahrender Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Auf der vor Kurzem stattgefundenen CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas – wir berichteten – präsentierte Daimler den ersten autonom fahrenden Prototypen F015.

Doch der Weg hin zum autonomen Fahren wird nicht mit einem großen Schritt erfolgen, darin waren sich die Gesprächsteilnehmenden einig. Fahrerassistenzssysteme die schon heute aus modernen Fahrzeugen kaum wegzudenken sind wie das automatisierte Parken, automatisches Abstandhalten und Fahren auf der Autobahn, insbesondere bei Stau sind der Beginn hin zur hochkomplexen Herausforderung des autonomen Fahrens in der Stadt. Dabei spielen nicht nur technische Schwierigkeiten eine Rolle sondern es gilt auch rechtliche Hürden zu überwinden.

Für die in Baden-Württemberg ansässige Automobilindustrie verändert sich der Markt drastisch – denn zunehmend beginnt der harte Wettbewerb mit der IT-Industrie sowie ein internationales Wettrennen zwischen Europa, Amerika und Asien. Dabei kommt insbesondere die Verbindung zwischen Fahrzeugvernetzung, Elektromobilität und automatisiertem Fahren zu Trage.

Die Teilnehmenden des Kaminabends waren sich einig dass zuviel Euphorie zum Thema auch schädlich sein kann, da sie zu hohe Erwartungen weckt wie dies bereits bei Diskussionen um die Elektromobilität geschehen ist. Daher ist es wichtig das Thema intensiv zu diskutieren aber gleichzeitig Luft zu lassen damit ganz nüchtern an den Dingen gearbeitet werden kann.

Weitere Informationen zum Kamingespräch sowie Bilder des Abends finden Sie hier.

Empfehlenswert ist auch dieses kurze Video: ein Interview mit Fr. Prof. Dr.-Ing. Neijla Parspour der Universität Stuttgart zum Thema Automatisiertes Fahren und die Kernkompetenz des Standortes Deutschland.

Gastbeitrag: wie agil muss das HR der Zukunft sein?

 

Dr. Michael W. Müller, Geschäftsführender Partner der Magility GmbH & Co. KG verfasste einen aktuellen Gastbeitrag im gerade neu erschienenen Buch “HR 2020 – Personalmanagement der Zukunft”. Aufgrund aktueller Forschungsergebnisse zu zukünftigen Herausforderungen des HR verdeutlichen die Autoren Prof. Dr. Benedikt Hackl und Fabiola Gerpott die Notwendigkeit eines radikalen Umdenkens im deutschen Personalwesen, damit sich dieses wieder auf die wesentlichen Parameter guter Personalarbeit konzentrieren kann.

Dr. Michael W. Müller ist seit 2014 geschäftsführender Partner der Magility GmbH & Co.  KG. Er  ist promovierter Ingenieur und hat in München, Hannover und Wien studiert. Dr.  Müller war 10  Jahre lang in der Pkw-Entwicklung von Mercedes-Benz tätig, arbeitete 4  Jahre in der Daimler-  Zentrale im Bereich Executive Management Development und  führte  12 Jahre lang die  Mercedes-  Benz Technology als Geschäftsführer. Seit 1978  beschäftigt er  sich mit den Themen  Führung, Mensch und Organisation. Seine  Schwerpunkte sind hierbei  die Gestaltung neuer,  agiler und internationaler  Geschäftsmodelle, Kompetenz-    Management, Knowledge-Management, innovative  Produkt- und Prozesstechnologien, agile  Entwicklungs- und Produktionsprozesse sowie  Transformationsmanagement. Er unterrichtet an mehreren Hochschulen und ist Mitglied in Gremien verschiedener Verbände.

Dr. Müller befasst sich in diesem Beitrag im Schwerpunkt mit der Frage welche Maßnahmen Produktentwickler für das HR Management ergreifen müssen damit das HRM nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden soll. Zudem beleuchtete er die Aufgaben und Rollen des HR der Zukunft.

Demnach ist HR heute häufig noch nicht Teil der zentralen Unternehmensstrategie. Um jedoch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben zu können muss das HR agil werden, denn motivierte und entsprechend geeignete Mitarbeitende werden zunehmend immer knapper. Der HR-Bereich soll die organisatorischen und prozessualen Rahmenbedingungen für optimales Personalmanagement schaffen. Dabei muss er sich an neue Rahmenbedingungen flexibel anpassen und entsprechend der Marktdynamik zügig und agil reagieren. Hochagile Firmen der Economy 5.0 wie z.B. Google haben heute schon die zunehmende integrative Rolle des HR erkannt. Denn dieser ist Verantwortungsträger für die nachhaltige Gestaltung von Unternehmensveränderungen durch ganzheitliche Kompetenztransformation. Dazu muss das HR Change-Initiativen und Projekte beherrschen, die Organisation und Abläufe optimieren, Führung gestalten und Mitarbeitende befähigen.

Das Aufgabenfeld des HR Managements in 2020 wird im Schwerpunkt folgende Themen beinhalten: Entwicklung und Implementierung von agilen Business Models, Gestaltung und Einführung von auf Menschen fokussierte Führungs- und Steuerungssysteme, Innovationsmanagement für Treibertechnologien, Steuerung von betrieblichen und unternehmensübergreifenden Kompetenz-Portfolios, strategische internationale Personalentwicklung, Management der Organisaitons- und Prozessentwicklung sowie Steuerung des Transformations-Managements. Somit wird der HR Bereich zentraler Teil des Managements und das Personalmanagement eine zentrale Schlüsselaufgabe des gesamten Top-Management Teams.

So verändert sich der HR-Bereich zunehmend zu einer der zentralen Schnittstellen im Unternehmen mit Aufgaben von elementarer Brisanz für das Top-Management.

 

Das Buch ist hier erhältlich.

Wenn Sie Interesse am ganzen Gastbeitrag haben schicken Sie uns eine kurze Email. Wir freuen uns!

 

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Agilität durch Unternehmer-Netzwerke

Am Mittwoch, den 5. November 2014 fanden die Vorstandswahlen der Sektion Nürtingen/Kirchheim/Filder des Wirtschaftsrat Deutschland statt.

Dr. Michael W. Müller, Geschäftsführender Partner der magility GmbH & Co. KG, wurde in seinem schon langjährig innehabenden Amt als  Sektionssprecher der Sektion Nürtingen/Kirchheim/Filder bestätigt.

Die Sektion Nürtingen/Kirchheim/Filder verschreibt sich insbesondere der Informationsbeschaffung aus erster Hand sowie dem Anliegen, unternehmerischen Sachverstand in die Politik weiterzutragen und aktiv zu platzieren. Dazu kommen motivierte Mitglieder zusammen und veranstalten regelmäßig herausragende Veranstaltungen mit breitem Publikumsinteresse.

Im Anschluss an die Wahl besuchten die Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates im Rahmen einer Betriebsbesichtigung und Firmenvorstellung das Vertriebs- und Technikzentrum der Fanuc Deutschland GmbH. In einer anschließenden regen Diskussionsrunde tauschten sich die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer aus über die Innovationskraft der japanischen Robotertechnik sowie Fanuc’s Marktposition und Rahmenbedingungen am Innovationsstandort Deutschland.

Dr. Michael Müller schloss die Runde mit den Worten: „Wir müssen die Attraktivität des Innovationsstandorts der Region konsequent weiter verbessern und so die Zukunft unseres Standortes nachhaltig ausbauen und sichern“.  Unternehmer-Netzwerke bieten dazu eine ideale Plattform für interdisziplinären und agilen Informationsaustausch.

 

 

 

 

Trends zur Zukunft von Agilität und HR bis 2020

 

Von Dr. Michael W. Müller, Partner und Geschäftsführer magility GmbH & Co. KG

 

Die weltweit zunehmende Ressourcenknappheit betrifft nicht nur Rohstoffe, fossile Energien, Boden und Wasser, auch qualifizierte und motivierte Menschen werden zunehmend knapper. Personalmanagement steht heute als Sammelbegriff für Aufgaben, die Kompetenzmanagement, Personalplanung, -entwicklung, -führung und -verwaltung umfassen. Das artikulierte Ziel des Personalmanagements ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens durch optimale Mitarbeiterbeschaffung und -zufriedenheit zu stärken. Personalmanagement hat die wesentliche Aufgabe, Mitarbeitende den Unternehmenszielen und -strategien entsprechend auszuwählen, einzusetzen, zu motivieren und zu fördern. Dies setzt eine langfristige und nachhaltige Personalplanung sowie eine fördernde Werte- und Unternehmenskultur voraus. Personalmanagement ist daher schon heute nicht nur Aufgabe des HR-Bereiches, sondern wird von den Führungskräften aktiv mitdefiniert, ausgestaltet und umgesetzt. HR soll dabei die organisatorischen und prozessualen Rahmenbedingungen für optimales Personalmanagement schaffen. Wie wird sich die Arbeitsverteilung im Rahmen des Personalmanagement in der Zukunft bis 2020 entwickeln und welchen Trends wird der HR-Bereich ausgesetzt sein?

 

Hochagile und internationale Firmen, wie z.B. Google, gestalten schon heute ihre innovativen Geschäftsmodelle zunehmend nach volkswirtschaftlichen Kriterien aus und prägen gleichzeitig technologische Megatrends. Die Schlüsselerfolgsfaktoren der Economy 2020 sind: Globale Wertschöpfungsnetzwerke, Top Infrastrukturen, eindeutige Governance Systeme, exzellent ausgebildete und motivierte Menschen, ein hervorragender Kapitalstock, schneller Zugriff auf Ressourcen und Informationen, agile Forschungs- und Innovationsstrukturen sowie ein funktionierendes Geld- und Finanzsystem.

Die ab 2020 beherrschenden technologischen Kompetenzen werden Digitalisierung, Big Data Management, Artificial Intelligence, Robotics incl. Autonomen Fahren, Nanotechnologie, Biotechnologie incl. Gentechnik und Bioinformatik, Humanmedizin und Pharmazie incl. Medizingerätetechnik, Neurowissenschaften, Energie Management, Umweltschutz Systeme, mobile Internet Netzwerke und Applikationen, Computing und  Digitale Produktion im Sinne von Industrie 4.0.

Auch zukünftig erfolgreiche Firmen müssen sich daher mit ihren jeweiligen Geschäftsmodellen, Produkten und Services an diese Trends anpassen. Die globale Antizipation dieser agilen Geschäftsmodelle und Technologien sowie die Umsetzung in organisatorische und individuelle Kompetenzen wird die zentrale Aufgabe von HR in der Zukunft sein. Unternehmensentwicklung und Kompetenzentwicklung stehen bei HR damit zukünftig mit im Fokus.

HR muss hierzu in unterschiedlichen Aktionsebenen proaktiv und agil handeln um die Erreichung der unternehmerischen Ziele abzusichern. Leadership, Kultur, Strategie, Prozesse, Organisation, Kompetenzen sind die Instrumente – die Mitarbeitenden stehen dabei im Mittelpunkt.

HR ist somit der Verantwortungsträger für die nachhaltige Gestaltung von Unternehmensveränderungen durch ganzheitliche Kompetenztransformation. HR muss Change Initiativen und Projekte beherrschen, Organisationen und Abläufe optimieren, Führung gestalten und Mitarbeitende befähigen.

Deshalb wird das Aufgabenfeld von HR in 2020 im Schwerpunkt folgende Themen umfassen: Entwicklung und Implementierung von agilen Business Models, Gestaltung und Einführung von Kompetenz fokussierten Führungs- und Steuerungssystemen, Steuerung von betrieblichen und unternehmensübergreifenden Kompetenzportfolien, strategische internationale Personalentwicklung, Steuerung der Organisations- und Prozessentwicklung sowie Transformationsmanagement. HR wird damit zentraler Teil des Top Managements.

Die besonderen Stärken von HR in diesem Kontext werden sein: Kombination von Business Model Innovation und Kompetenzentwicklung, agile Transformations- und Change-Begleitung; Kombination von Branchen-Erfahrung als Führungskraft, als Berater und als Coach/Trainer; Sozialkompetenz und interkulturelle Adaptionsfähigkeit.

HR ist aber nicht nur der firmeninterne Enabler für ein einzelnes Unternehmen, HR muss alle Stakeholder in diesen Transformationsprozess integrieren und auch außerhalb des Unternehmens das Netzwerk steuern.

Damit HR diese Rolle zukünftig authentisch wahrnehmen kann muss HR auch selbst seine Führungs- und Management Qualität steigern, die richtigen HR-Talente an Bord bekommen und sich selbst frühzeitig einem nachhaltigen HR Change- und Transformationsprozess aussetzen.