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Biometrische Wearables – Fluch oder Segen?

Quantified Self – oder die totale Vermessung?

Im Jahr 2012 machte erstmals die “Quantified Self” Bewegung in Deutschland die Runde. Darunter versteht man die gesundheitliche Optimierung des eigenen Körpers durch Datenerhebung. Doch nicht nur der eigene Körper wird vermessen – letztlich geht es darum, alle Erlebnisse des alltäglichen Lebens digital aufzuzeichnen. Sogenannte vernetzte Wearables machen dies möglich. Wearables, das sind kleine Sensoren, die Bewegung, Blutdruck, Herzschlag, Körpertemperatur, Schwitzverhalten aber auch Umgebungsgeräusche aufzeichnen und digital speichern. Das eigene Leben wird für die Ewigkeit in digitale Tafeln gemeißelt. Genannt wird dieses digitale Protokollieren der verschiedensten Aspekte des Lebens auch “Lifelogging”. Ist Lifelogging attraktiv und welchen Mehrwert bringt es uns?

Zunächst stellen wir fest, dass die meisten Anhänger der digitalen Selbstvermessung Technikbegeisterte mit Hang zur Datenliebe sind. Durch die eigene Vermessung scheint irrationales und paradoxes Verhalten der Vergangenheit anzugehören, der Mensch wird Objekt der radikalen Selbstoptimierung und scheinbar endlich berechenbar. Das klingt erst einmal verlockend, doch sind vernetzte Wearables tatsächlich langfristig attraktiv?

Smarte technologische Lösungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nachhaltige Verbesserungen bringen und den Menschen durch Übung oder Aktivität sowie durch echte Interaktion herausfordern, entweder im Zusammenspiel Mensch zu Mensch oder Mensch zu Maschine. Jede Technologie bringt große Veränderungen mit sich. Bei vernetzten Wearables ist genau zu prüfen ob tatsächlich eine intelligente Verbesserung des Lebens erreicht wird.

Diskriminierung durch Daten

Jede Technologie verändert eine Gesellschaft. Die Sammlung von Gesundheitsdaten hat auch Folgen für die “Nicht-Nutzer” der Technologie. Durch die Verarbeitung von Daten durch Wearables eröffnet sich eine neue Dimension der Diskriminierung. An der Hochschule Furtwangen forscht Dr. Stefan Selke zu diesen Themen. Er kritisiert, dass “Daten aus Menschen (diskriminierbare) umrisslose `numerische Objekte`” machen. Solange man Lifelogging als persönliches Hobby betreibt, scheint es unproblematisch. Doch das ändert sich sobald alle Schlecht-Vermessenen und Unangepassten im realen Leben aussortiert werden. Als Beispiel seien hier Raucher oder Übergewichtige zu benennen, die im Gesundheitssystem benachteiligt werden.

Fahrzeugversicherungen setzen schon länger Sensorsysteme ein, die Daten zu Fahrverhalten erfassen. Zielführend ist dabei, konformes Autofahren zu vermessen, in der Folge zu optimieren und letztlich mit geringeren Versicherungsbeiträgen zu prämieren.

Vergessen kann man vergessen

Durch die digitale Aufzeichnung des gesamten Lebens wird eine Art Tagebuch der Nutzer erstellt. Endet das in der totalen Überwachung oder geht es nur um reine Selbstoptimierung? Selke betrachtet es nüchtern, Die Hauptmotive des Lifeloggings seien Kontrollwille, Verbesserung, Kosteneinsparung und Sicherheitserwägungen. Das schon seit dem Jahr 2001 bestehende Forschungsprojekt MyLifeBits von Microsoft versucht eine Software zu entwickeln, durch die erhobenen Lebensdaten strukturiert und so für den Einzelnen verfügbar gemacht werden. MyLifeBits hat sich das Ziel gesetzt, sowohl bewusste als auch unbewusste Daten zu sammeln, die man im Laufe seines Lebens generiert. Dies reicht von Sinneswahrnehmungen wie Sehen und Hören über die CO2-Konzentration in der Atemluft bis zu Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera. Jegliche Sensorik wird dabei mit einbezogen.

Einsatz von Wearables in der Automobilindustrie

Der Einsatz von biometrischen Wearables beim Autofahren wird sich innerhalb des nächsten Jahrzehnts voraussichtlich vervielfachen. Schon heute nutzt bereits ein Drittel der “neuen Autofahrenden” Technologien zur Erfassung von Körperdaten wie beispielsweise Fingerabdruckerkennung, Iris-, Sprach- und Gestenerkennung, Herzschlag-, Gehirnwellen- und Augenlidüberwachung sowie Stress- oder Pulserkennung – um nur einige zu nennen. Cloud-basierte Systeme, die zum automobilen Ökosystem hinzustoßen, ermöglichen die Verknüpfung von Körperdaten und Fahrerlebnis. Dadurch verbessert sich insbesondere die Sicherheit, aber auch das Fahrerlebnis wird so individuell wie noch nie. Gleichzeitig entstehen daraus neue Geschäftsmodelle wie beispielsweise “device as a service” oder “health as a service”.

Das nun zu Valeo gehörende Unternehmen Gesticon unterstreicht den zunehmenden Einsatz von Wearables in das automobile Erlebnis. Gesticon entwickelt Software zur 3D Erkennung von Gesten und übersetzt diese in Computerbefehle.

Wem gehören die Daten

Brauchen wir heutzutage in Anbetracht einer derartigen Datenfülle noch Privatsphäre im Umgang mit Daten? Oder bringt uns die blinde Verfügbarmachung eigener Daten womöglich drastische Vorteile durch smarte Technologien?

Wohl kaum – Datenschutz ist elementares Thema bei der Durchsetzung von wirklich smarten Technologien. Smart sind sie allerdings nur dann, wenn sie für die Menschen echten Mehrwert generieren und sichergestellt ist, dass Nutzer durch “Life-Data” nicht angreifbar werden. Jedoch sind Wearables, die mit dem Internet verbunden sind, angreifbar – Hacker könnten Datenprofile manipulieren und so das digitale Spiegelbild verzerren. Wenn dies dann praktische Implikationen im Alltag des echten Menschen auslöst und dieser echte Mensch dadurch rational diskriminiert wird entsteht daraus ein reales Problem.

Sicherheit, insbesondere die unserer Daten, ist daher das entscheidende Merkmal für den Erfolg von Technologien bei Wearables, im Internet of Things und in der “Connected World”.

magility entwickelt die passenden digitalen Geschäftsmodelle dazu. Es bleibt also wie immer spannend!

Digitales Flottenmanagement und vernetzte LKWs bringen die Logistik voran. Bild: magility

Flottenmanagement – die Revolution in der Nutzfahrzeugbranche

Rio hat den Anspruch, in Zeiten von vernetzten LKWs, das Flottenmanagement zu revolutionieren. Die offene, herstellerunabhängige und cloudbasierte Plattform will das weltweite Transport- und Logistikökosystem einen großen Schritt voranbringen und den Güterverkehr insgesamt intelligenter, transparenter und ökologischer machen.

Vernetzung in allen Bereichen

Zunehmend müssen gängige Geschäftsmodelle hinterfragt und die Frage aufgeworfen werden, ob ein gegenwärtiges Geschäftsmodell auch noch in zehn Jahren den Unternehmenserfolg sichern kann. Wie können Branchen ihre Infrastruktur digitalisieren und in digitale Geschäftsmodelle überführen? In der Transportbranche ist diesbezüglich in den letzten Jahren einiges in Bewegung geraten. Dass erhobene Daten in Zukunft wertvoller Rohstoff sein werden, ist mehr und mehr ins Bewusstsein gerückt. Ein Unternehmen, das diesen Wandel voranbringen möchte, ist Rio, eine Digitalmarke von Volkswagen Truck und Bus. 

Die Vision: Mehr Transparenz und Effizienz

Die Vision von Rio: Über einen digitalen Marktplatz wird das komplette Ökosystem von Transport und Logistik gebündelt. Vom Versender über Spedition und Transportunternehmen, Verlader, Disponent und Fahrer bis hin zum Empfänger. Der vernetzte LKW erhebt Daten, die auf der Plattform zusammengeführt werden.

Plattformen und Marktplätze

Digitale Plattformen haben sich in kürzester Zeit durchgesetzt, man denke an Amazon, Ebay oder Uber. Sie bringen Angebot und Kunden zusammen. Ihre Macht ziehen sie vor allem durch eine kritische Masse an Nutzern, durch die es unattraktiv wird, einen kleineren Anbieter zu nutzen. Um die kritische Masse zu erreichen, darf es wenig Hürden geben sich zu registrieren, etwa weil nur bestimmte Systeme unterstützt werden.

Rio macht den Anfang

Rio macht nun als unabhängige Plattform den Anfang in der Transport- und Logistikbranche. Ziel ist es herstellerunabhängig weltweit viele Nutzer zu gewinnen und durch immer neue Services an sich zu binden. Aktuell bietet Rio Kartenmaterial, eine Übersicht der Fahrzeugdaten, Einsatzanalysen sowie Zugang zum digitalen Marktplatz über den weitere branchenspezifische Services angeboten werden. Zusätzlich existiert ein Kommunikationsangebot welches dem Fahrer den Austausch mit der Zentrale ermöglicht. Die einzelnen Dienste sind keine neue Erfindung, neu dabei ist, dass sie über eine unabhängige cloud-basierte Plattform laufen und die Daten entsprechend gebündelt werden.

Der Vorteil von Flottenmanagement

In der Transportbranche werden bereits seit Jahrzehnten Daten gesammelt. Durch Telematik sowie strenge Auflagen wurden bereits verschiedenste Informationen erhoben und gespeichert. In den letzten Jahren ging es vor allem darum zu erkennen, wie diese Daten konsolidiert und monetarisiert werden können. Über die oben beschriebene Plattform wird das in Zukunft möglich sein. Es entsteht ein großer Datenpool, aus dem heraus Services und Dienstleistungen entstehen, welche die komplexe Logistik vereinfachen werden. Nicht nur der Industrie, den Fahrern und den Spediteuren, auch der Umwelt wird damit gedient, wenn beispielsweise LKW-Emissionen durch die Einsparung von überflüssigen Kilometern vermieden werden können. Am Ende soll mehr Effizienz, Sicherheit und Komfort und natürlich auch Wirtschaftlichkeit stehen.  

Auch andere Anbieter in der Branche tüfteln in der Sache

Fleetboard von Daimler hat einen ähnlichen Ansatz fürs digitale Flottenmanagement, allerdings nicht herstellerunabhängig. Die Branchengröße Schmitz-Cargobull, hat kürzlich den Venture Builder Kubikx gegründet. Dieser fördert Innovation in der Logistik und hilft neuen Ideen zum Durchbruch.

Die digitalen Herausforderungen ändern sich. Profundes Wissen muss in Strukturen und Prozesse eingebunden werden. Wir bei Magility sind Experten für digitale Strategien und Geschäftsmodelle. Sprechen sie uns gerne darauf an!

 

 

Die Agritechnica zeigt, dass auch die Landwirtschaft auf Digitalisierung setzt. Foto: magility

Agritechnica – Digitalisierung treibt Landwirtschaft an

Die Agritechnica steht in diesem Jahr unter dem Motto „Green Future – Smart Technology“ und setzt damit ganz klar Maßstäbe in der Technologie für die Landwirtschaft. Das Stichwort dabei ist nachhaltige Produktivitätssteigerung. Maßgeblich für diese Produktivitätssteigerung ist Konnektivität. Doch wie genau sieht die Vernetzung in der Landwirtschaft aus? Welche Benefits bringt sie und was erwartet uns zukünftig in dieser Branche?

Optimierung der landwirtschaftlichen Bearbeitungsprozesse

Die Landwirtschaft ist eine arbeitsintensive Branche, in der seit jeher Manpower gefragt ist. Umso interessanter ist das Versprechen der Vernetzung und Produktivitätssteigerung durch Konnektivität. Sozusagen die Smart Farm oder Farm 4.0. Über Apps werden dabei die Maschinen, Landmaschinen, Melkmaschinen oder Futterroboter überwacht und kontrolliert. Die Abläufe können bequem mobil gesteuert werden. Daraus ergeben sich Einsparung von Zeit, Arbeitskraft und Energie sowie schlussendlich auch die Minimierung der Kosten. So sieht die Zukunft in der Landwirtschaft zielführend aus.

Digitalisierung als Turbo

„Die Digitalisierung und Vernetzung der Landtechnik bringt einen großen Investitionsanreiz mit sich“ schätzt unser Experte Dr. Michael Müller, Geschäftsführer der magility GmbH, die Branche ein. „Durch digitale Lösungen werden Prozesse effizienter und ökologische Ziele können leichter erreicht werden,“ so Müller. Die Kaufbereitschaft der Landwirte beruhe in erster Linie auf einem Effizienzversprechen der Industrie und ist damit technikgetrieben. Im Ergebnis trägt das digitale Vernetzungsangebot dazu bei, die betriebliche Profitabilität im besten Falle signifikant zu steigern.

Plattform zur Vernetzung in der Landwirtschaft

365FarmNet bei der Agritechnica

365FarmNet bei der Agritechnica

Landwirtschaftliche Prozesse sind sehr komplex. Eine große Anzahl an Prozessen müssen gesteuert und Nachweise erbracht werden. Dafür gibt es heute schon Agrarmanagementsoftware zur Unterstützung der Produktion und für das Tracking der Prozesse. Ein Beispiel ist 365FarmNet. Solche Lösungen helfen, die smarte Farm zu verwalten und den Überblick zu behalten. Durch gezielte Kontrolle und Tracking können zudem Optimierungspotenziale ermittelt werden. Lösungen wie diese bilden im Schwerpunkt interne Prozesse ab. Für die Überwachung der vernetzten Landmaschinen braucht es komplexere Anwendungen.

Keine Konnektivität ohne Cyber Security

Die Herausforderung, vor der die Konnektivität nach wie vor steht, ist die Sicherheit. Cyber Security ist auch in der Landwirtschaft von hoher Wichtigkeit. Die digitale Vernetzung von Prozessen bringt immer die Gefahr von Angriffen und externer Manipulation mit sich. Auch die Datensicherheit muss gewährt sein. Dementsprechend sind auch in der Landwirtschaft Cyber Security Lösungen gefragt.

Agritechnica 2019

Die Agritechnica ist die internationale Messe für Landtechnik. Sie hat eine führende Rolle als weltweiter Branchentreffpunkt. Die Messe finden alle zwei Jahre in Hannover statt. Sie bietet eine Plattform für mehr als 2.800 Aussteller und 450.000 Besuchern. Die kommende Messe ist die Agritechnica 2019.

Haben Sie Fragen rund um die Konnektivität in der Landwirtschaft und wollen Sie wissen, welche Sicherheitsvorkehrungen in der vernetzten Welt wichtig sind? Unsere Experten beraten Sie gerne.

 

Mit 3D-Karten das autonome Fahren voranbringen. Bild: Screenshot

Mit 3D-Karten das autonome Fahren voranbringen

Können 3D-Karten der besseren Orientierung von selbstfahrenden Autos dienen? Die Vision vom autonomen Fahren wird immer konkreter. Die Kapazität bei der Datenverarbeitung steigt stetig und ermöglicht immer komplexere Algorithmen und Auswertungen. Dennoch gibt es noch immer Herausforderungen die nicht gelöst sind. Zum Beispiel, wie das autonome Fahrzeug seine Umgebung so detailliert wie möglich wahrnehmen kann. Aktuell kursiert ein Video im Netz, in dem ein Künstler ein Fahrzeug mit Hilfe eines aufgemalten Kreises einsperrt.

Großes Potenzial in 3D-Karten

Um solche Fehler anzugehen, können Echtzeit 3D-Karten die Lösung sein. Kartendaten dienen als Informationsquelle über die Sensoren und Kameras am Auto hinaus. Das Auto kann so wesentlich mehr „sehen“. Das Einbeziehen von Daten aus 3D Karten steuert das Fahrzeug schneller und  sicherer ans Ziel. 3D-Karten sind die Grundlage von Mobilität, denn durch die Vermessung der Welt ist eine einfachere, digitale Navigation erst möglich. Hier werden nun alle für eine reibungslose Fahrt notwendige Daten, wie Staumeldungen, Gefahren und Wettermeldungen, zusammengeführt.

3D Daten verbessern das autonome Fahren

Das Potenzial liegt vor allem in der Erhöhung der Sicherheit. Hier können Autos etwa auf Gefahrenstellen reagieren, die die Karte aufgrund von statistisch erhöhter Wahrscheinlichkeit markiert. Viele solcher Szenarien sind möglich. Aber auch in der Erweiterung von Annehmlichkeiten (es können zusätzliche Services auf Basis der Informationen geschaffen werden) bieten Daten viele Möglichkeiten. Denkbar ist vor allem ein Assistent, der sich Gewohnheiten merkt und optimale Routen berechnet. Dieser kann beispielsweise bereits mit dem Kalender verknüpft sein und fährt direkt nach der Arbeit zum Sportkurs.

Nutzen in beide Richtungen

Der Nutzen geht nicht nur in eine Richtung. 3D-Karten liefern wichtige Daten für das autonome Fahren aber natürlich werden auch Informationen zurückgespielt. Die Informationen, die Fahrzeuge permanent erfassen führen auch zu einem permanenten Update des Kartenmaterials. Am Ende handelt es sich um ein intelligentes Netzwerk, dass aus möglichst vielen Quellen Daten speist, auswertet und verschiedenen Services ermöglicht auf die Daten zuzugreifen.

Mehr Effizienz

Die smarte Verknüpfung von autonomem Fahrzeug und 3D-Karte wird auch die Effizienz steigern. Durch die Karten, die in Echtzeit aktualisiert werden, weiß das vollständig autonome Auto wann die Straßen leer sind und kann diese Zeiten nutzen um etwa für Transporte oder Botenfahrten zur Verfügung zu stehen. Mit den technischen Möglichkeiten und der immer weiteren Vernetzung wird die Mobilität smarter und wachsen auch die Ideen. Magility freut sich darauf.

Lesen Sie auch unsere aktuellen Neuigkeiten: Magility wird Partner von DEKRA. Alles was Sie dazu wissen müssen finden Sie hier