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Startup-Ökosystem

Startup-Ökosystem in Deutschland – Was ist zu tun?

Die Bedeutung von Startups für die deutsche Volkswirtschaft nimmt zu. Die innovationsfreudigen jungen Unternehmen werden im internationalen Wettbewerb zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Auch die Politik hat das erkannt und plant mit einer Reihe von Maßnahmen die Voraussetzungen für Gründer zu verbessern und die Umsetzbarkeit von deren Ideen zu vereinfachen. Denn die richtigen Rahmenbedingungen tragen maßgeblich zu einem prosperierenden Startup-Ökosystem bei.

 

Wie wird eine Gründung zum Startup?

Startups sind junge Unternehmen, die mit dem Ziel ein schnelles und hohes Unternehmenswachstum zu realisieren, eine innovative Geschäftsidee verfolgen. Meist haben die Gründer eine neue Technologie oder ein neues Geschäftsmodell entwickelt, das es entweder noch nicht gibt oder das sich noch nicht erfolgreich am Markt durchgesetzt hat. Dadurch unterscheiden sich Startups von imitierenden Gründungen wie z.B. Friseursalons oder KFz-Werkstätten, die bestehende Konzepte nachahmen und auf traditionelle Art einen bestehenden Markt bedienen. Ein Startup könnte daher definiert werden als eine Unternehmensgründung, die nicht länger als drei Jahre zurückliegt, dabei den Anspruch hat einen Markt mit einem innovativen Konzept zu erschließen oder sogar einen neuen Markt zu schaffen. Laut Startupdetector werden in Deutschland im Schnitt 40 Startups pro Woche gegründet, das entspricht einem Anteil von 1,6%, bezogen auf alle inländischen Unternehmensgründungen.

 

Wo fühlen sich Startups wohl?

Viele bekannte Gründer, wie beispielsweise auch Mark Zuckerberg von Facebook oder Larry Page von Google, waren noch Studenten oder gerade erst Universitätsabgänger, als sie ihr erstes Unternehmen gründeten. Ein gut funktionierendes Universitätssystem mit engen Verbindungen zu Technologieunternehmen kann daher als eine wichtige Grundlage für ein Startup-Ökosystem angesehen werden. Gründerzentren an Universitäten, auch Inkubatoren genannt, sind ein weiterer wichtiger Faktor. Denn dort werden Gründer-Teams gerade in der kritischen Anfangsphase mit der benötigten Infrastruktur unterstützt. Dazu gehören Räumlichkeiten für Büros, Start-Finanzierungen oder fachliche Mentorenprogramme, in denen erfahrene Unternehmer bei der Ausarbeitung der Strategie unterstützen. Den US-Vorbildern, wie der Stanford University im Silicon Valley folgend, gehören solche Einrichtungen auch in Deutschland inzwischen meist zum Standard. 

 

Auch Industrie und Staat fördern Startups

Neben den Universitäten ist die Industrie ein weiterer wichtiger Förderer von Startups. Viele große Unternehmen organisieren sogenannte Accelerator-Programme, in denen junge Unternehmen in einem mehrmonatigen Programm gezielt gefördert werden um marktreife Produkte zu entwickeln. Bekannte Acceleratoren in Deutschland sind die Startup-Autobahn, unterstützt von Daimler, HP, ZF, DXC und weiteren, oder APX, unterstützt von Porsche und Axel Springer. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert den German Accelerator, der deutschen Startups dabei hilft, in den USA Fuß zu fassen und vom dortigen Technologievorsprung beim Thema Online Business zu profitieren. 

 

Venture Capital als Voraussetzung?

Fast alle Geschäftsideen benötigen Kapital für ihre Umsetzung. Die Gründer müssen ihren Lebensunterhalt sichern, ihre Mitarbeiter bezahlen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Prototypen bestreiten. Je nachdem auf welche Branche sich ein Startup fokussiert, können sich die erforderlichen Beträge schnell auf mehrere Millionen Euro summieren. In Startups investiertes Geld wird Risikokapital oder englisch Venture Capital (VC) genannt. Riskant sind Investitionen in Startups vor allem darum, weil sich im Schnitt lediglich 1 bis 2 von 10 Startups nach der Gründungsphase am Markt etablieren und ihre Renditeversprechen erfüllen können. Der Kapitalbedarf eines Startups steigt in der Wachstumsphase meist rasant an, wenn z.B. für Marketingmaßnahmen zur Erhöhung des Marktanteils oder zum Aufbau eines professionellen Geschäftsbetrieb Investitionen notwendig sind. Um auf die erforderlichen finanziellen Ressourcen zugreifen zu können, ist es für Gründer daher von hoher Bedeutung, sich in einem investitionsfreudigen Netzwerk zu bewegen.

 

Deutschland im internationalen Vergleich

Um die aktuellen Bedingungen für Startups zu bewerten, lohnt sich ein internationaler Vergleich. Im Global Talent Competitive Index 2019, erhoben von INSEAD, TATA und Adecco, landet Deutschland auf dem 14. Platz. Die ersten Ränge belegen die Schweiz, Singapur und die USA. In der Gruppe der europäischen Länder steht Deutschland auf Platz 10. Ein Hinweis darauf, dass noch Potenzial nach oben besteht. Die Online-Plattform für Freelancer, Peopleperhour, hat ein Ranking nach Städten erstellt. Laut dieser Studie sind die besten Städte für Startups Wien, Tokyo und Madrid. Als erste deutsche Stadt landet Berlin auf Platz 15. Die Aussagefähigkeit solcher Erhebungen ist natürlich durch die zugrundeliegenden Methoden begrenzt und kann nicht für jedes Startup verallgemeinert werden. Doch sie können Tendenzen aufzeigen und die Regierungen der Länder zum Handeln motivieren.

 

Was sollte sich für Startups in Deutschland ändern?

Eine Studie von EY und der Deutschen Börse hat einige Kritikpunkte herausgearbeitet und Verbesserungsvorschläge formuliert. Im Vergleich der Rechtssysteme der Startup Hotspots Kalifornien, Vereinigtes Königreich (UK) und Israel deuten sich Bereiche an, in denen Deutschland noch aufholen sollte. Die Forscher der Studie untersuchten die vier Standorte nach wirtschaftlichen, steuerlichen und regulatorischen Kriterien. Deutschland habe in einzelnen Bereichen inzwischen im Ausbau seines Startup-Ökosystems signifikante Fortschritte erzielt. Der Vergleich mit Kalifornien mache aber deutlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich dennoch weiterhin viel Steigerungspotenzial hat. Besonders im steuerlichen und regulatorischen Bereich zeigen sich hierzulande bürokratische Hemmnisse, die sich als Standortnachteil im Wettbewerb um die besten Startup-Ökosysteme erweisen. Die Schlüsse aus der Studie können wie folgt zusammengefasst werden: In Kalifornien werden weitaus mehr Investitionen in Form von Venture Capital getätigt als in den Vergleichsregionen. Allerdings sind dort die Visa-Bestimmungen strikt und die Preise für Büroräume relativ hoch. Deutschland sollte daher für Investoren Anreize schaffen um Investitionen in Startups steuerlich attraktiver zu machen. In UK vorbildlich sind der geringe regulatorische Aufwand bei Unternehmensgründungen und die intensiven finanziellen Förderungsprogramme von staatlicher Seite. Eine Komplexitätsreduzierung der Verwaltungsprozesse für Unternehmer kann die Attraktivität des Standorts Deutschland erhöhen. Israel ist Benchmark in der digitalen Infrastruktur und beim Zusammenspiel von staatlichen Behörden, Universitäten und Wirtschaft. Eine intensivere Verflechtung dieser Akteure kann Startups sowie deren Innovationen zum Erfolg verhelfen und damit die gesamte deutsche Wirtschaftsleistung steigern. 

 

Startup-Ökosystem als Kulturfrage

Ein erfolgreiches Startup-Ökosystem ist neben den genannten strukturellen Bedingungen auch stark von einer bestimmten Kultur abhängig. Dazu gehört eine optimistische Denkweise, die sich erlaubt, auch ausgefallene Wege zu gehen. Nicht umsonst wird von einem Gründergeist gesprochen, der manchen Orten mehr zugesprochen wird als anderen. Teil davon kann laut der Studie auch die Etablierung einer ‘Kultur des Scheiterns’ nach US-Vorbild sein. Nur wer wagt, der gewinnt, aber niemand sollte für einen Versuch bestraft werden. In den USA gilt die Akzeptanz von Fehlversuchen als mitverantwortlich für den Erfolg vieler Gründer. Eine Kulturfrage könnte auch der geringe Anteil von Gründerinnen in Deutschland sein, der aktuell nur 15% beträgt. Hierin liegt ein weiteres wichtiges Potenzial, das Deutschland nutzen könnte, um aktiv das eigene Startup-Ökosystem zu stärken und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Ökonomie zu erhöhen. 

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Mobilitätsorientierte Geschäftsmodelle von Startups in Afrika

Der digitale Wandel bietet immense Chancen zur Verbesserung der Mobilität in Afrika. Der südliche Nachbarkontinent von Europa hat nach Schätzungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung mit etwa 2,5% pro Jahr noch bis über das Jahr 2100 hinaus das weltweit höchste Bevölkerungswachstum. Auch Afrikas Städte sind die im weltweiten Vergleich am schnellsten wachsenden. Daraus entstehen neue Mobilitätsanforderungen sowie neue Aufgaben für die Verkehrsplanung und das Verkehrsmanagement. Diese Entwicklung schafft großes Potenzial für Startups und neue Geschäftsmodellen wie Mobility as a Service (MaaS).

Bekannte Player treffen auf afrikanische Startups

Die etablierten Mobilitätsdienstleister MyTaxi und Uber sind bereits in einigen afrikanischen Ländern vertreten. Es entwickeln sich aber auch rasant einheimische Startups mit innovativen Ideen. Die Mobilitätsplattform Generation.e aus Südafrika hat sich zum Ziel gesetzt, eine vernetzte und nachhaltige Gesellschaft zu fördern. Anfang Oktober organisierte Generation.e die Messe Smarter Mobility Africa (SMA) mit rund 100 Ausstellern in Pretoria. Der größte Sponsor des Events war BMW. Der deutsche Autohersteller will von den vielen Ideen einer gut ausgebildeten jungen Generation vor Ort profitieren und sich an den vielen Chancen in Afrika beteiligen. Auf der SMA präsentierten sich südafrikanische Startups wie der E-Scooter-Hersteller Ewizz, der E-Ladestationen-Betreiber GridCars oder der Fahrradtaxi-Pioneer Mellowcabs. Ebenfalls vertreten waren zahlreiche NGOs (Non-Governmental Organizations) mit dem Anspruch, Umweltbelange zu vertreten sowie Beratungen, aber auch große etablierte Unternehmen wie Shell, Deloitte, Jaguar Land Rover oder Toyota. Auch der Zuliefer Bosch organisierte in Kooperation mit der Founders Factory einen afrikanischen Mobility Start-up Demo Day, der kürzlich in der ersten Novemberwoche 2019 stattfand.

Das digitale Afrika – konzentriert in der Silicon Savannah

An der afrikanischen Ostküste entsteht in der kenianischen Hauptstadt Nairobi gerade die Silicon Savannah. In Anlehnung an das kalifornische Silicon Valley sind dort die innovativsten Mobility Startups konzentriert. Der Accelerator Transformative Urban Mobility (TUMI) hat zur Zeit acht Startups unter Vertrag, welche sich zum Ziel gesetzt haben, das kenianische Verkehrswesen in das digitale Zeitalter zu transferieren. Im Juni diesen Jahres veranstaltete TUMI den Urban Mobility Summit in Nairobi, Hauptsponsor war dabei Uber. Das teilnehmende Startup An Nisa Taxi bietet einen Fahrservice von Frauen für Frauen an. Das junge Unternehmen will dem Sicherheitsbedürfnis weiblicher Fahrgäste entgegen kommen und gleichzeitig die Berufschancen für Frauen in einer männlich dominierten Branche verbessern. My Ride Africa bietet eine Bewertungsplattform für öffentliche Verkehrsmittel an. In Kenia wird der Nahverkehr hauptsächlich von privat betriebenen Minibussen abgedeckt, sogenannten Matatus. Fahrgäste können mit der “My Ride Africa App” einzelne Minibusse bewerten. So erhalten die Kunden ein Kriterium für die Auswahl der zuverlässigsten Fahrzeuge. Die Plattform will dadurch einen Beitrag zur Verbesserung der mangelhaften Verkehrssicherheit leisten und die Transportqualität mittelfristig erhöhen. Eine ebenso große Rolle wie die Minibusse spielen in Kenia die Motorradtaxen. Das Startup RideSafe bietet einen Health Service auf Blockchain Basis für diese Fortbewegungsmittel an. Motorradchauffeure können sich von RideSafe Fertigkeiten in Erster Hilfe zertifizieren lassen. Bei einem Unfall zeigt die RideSafe App die am nächsten gelegene medizinische Versorgungsstelle an. Mit einem Klick können die Verletzten dort angekündigt werden, so dass umgehend Vorbereitungen für deren Einlieferung und medizinische Versorgung getroffen werden können.

Auch Logistics ist Teil von Mobility

Neben der Personenbeförderung gewinnen auch innovative Lösungen für den Transport von Waren an Relevanz. In der kongolesischen 12-Millionen-Einwohner-Metropole Kinshasa expandiert zur Zeit das Food Delivery Startup CongoEats. In der App des 2017 gegründeten Unternehmens können Restaurants ihre Gerichte anhand von Bildmaterial präsentieren. Kunden können über die App Lieferungen anfordern, Tische reservieren und ihr Essen online bezahlen. Über das zweite Projekt der jungen Firma, eCongo können, ähnlich wie bei Amazon, Produkte von mehreren Händlern bestellt werden. Wieviel Potenzial noch in weiteren Entwicklungen steckt, zeigen die Zahlen: bei beiden Projekten sind die monatlichen Bestellungen noch dreistellig. Das ebenfalls 2017 gegründete nigerianische Logistik Startup Kobo360 dagegen hat jüngst 30 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt und ist auch für DHL tätig. Über eine App werden LKW-Fahrer und Unternehmen vernetzt und so Angebot und Nachfrage effizient zusammen gebracht. Der Konkurrent Lori Systems geht ähnlich vor. Beide haben die Ambition, die Warenlieferkette in Afrika digital und disruptiv zu revolutionieren.

Sicherheit, Vernetzung und Mobilität gehören in Afrika zusammen

Weil sich die Bedingungen in Afrika stark von denen in beispielsweise Europa unterscheiden, gibt es dort auch viele Geschäftsmöglichkeiten, die mit relativ geringer Komplexität auskommen. So bietet das Startup CladLight Sicherheitswesten für Motorradfahrer an, die über LEDs gut sichtbar anzeigen wenn gebremst oder geblinkt wird. Eigentlich auch eine gute Idee für westliche Märkte. Neue Mobilitätsansätze verbessern auch die medizinische Versorgung. Das US-Startup Zipline hat einen Drohnenlieferdienst für Medizinbedarfe entwickelt. In Ruanda und Ghana werden so bereits täglich auf Abruf Arzneien schnell und sicher geliefert, auch in entlegene Gebiete. Die Drohne wirft ihre Ladung per Fallschirm ab. Langwierige und umständliche Fahrten über schlecht ausgebaute Straßen entfallen und Hindernisse wie Berge und Flüsse können so einfach überflogen werden. Ein weiteres Startup namens BRCK bringt das W-Lan in Verkehrsbusse, Restaurants, Schulen und Dörfer, damit so viele Menschen wie möglich kostengünstig Zugang zu den modernen IT-Standards bekommen. Allgemein lässt sich feststellen: Mobilität ist in Afrika für den Aufbau von Märkten, den Zugang zu Jobs und Ausbildung sowie für die Verbesserung der medizinischen Versorgung ein Schlüsselfaktor. Die Möglichkeiten für neue Geschäftstätigkeiten in Afrika sind zur Zeit so divers wie der Kontinent an sich. Wer tagesaktuell den Entwicklungen der afrikanischen Startup-Szene folgen möchte, kann dies zum Beispiel auf disrupt-africa.com oder https://techcrunch.com/tag/africa/ tun.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Mobilität und Digitalisierung in Afrika gesammelt? Melden Sie sich gerne bei Ihren magility-Beratern für einen Austausch.

IREN

Das IREN East African Tech Centre verhilft Startups zum Erfolg

Das Startup-Ökosystem in Afrika entwickelt sich Stück für Stück zu einem Innovationstreiber in einem riesigen Wachstumsmarkt. Neben Hotspots in Südafrika, Nigeria und Ägypten, finden besonders in Ostafrika mit dem Fokus Kenia interessante Entwicklungen statt. 2018 wurden in Kenia 348 Millionen US-$ in Startups investiert, das ist afrikanischer Spitzenwert und entspricht einer Erhöhung von 136% im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen IREN mit Sitz in Nairobi fungiert dort als Think Tank zur Förderung der lokalen Startup-Kultur. Es betreibt eigene Accelerator Programme zur Unterstützung der Geschäftsentwicklung ausgewählter Startups. Ein weiteres Geschäftsmodell von IREN ist die Entwicklung von eigenen Apps für Smartphones. IREN ist neuerdings auch Kooperationspartner von magility.

Differenzierte Ansätze und großes Potenzial 

IREN fokussiert sich auf Verbesserungspotentiale in den afrikanischen Wertschöpfungsketten und schafft mit innovativen Ansätzen funktionierende Prozesse. Daraus ergeben sich viele unterschiedliche Geschäftsmodelle, die den Investitionsstandort Afrika stärken sowie durch die Schaffung von Jobs und die damit einhergehenden Chancen zur Selbstständigkeit das tägliche Leben der lokalen Bevölkerung erleichtern. Hierzu ist IREN neben seiner Funktion als Think Tank auch als Startup-Inkubator und Unternehmensberatung tätig. Um die eigenen unternehmerischen Ziele und eine nachhaltig positive Entwicklung der Gesellschaft (Social Impact) zu erreichen, hat IREN in den letzten Jahren durch aktive Kooperationen ein großes Netzwerk aufgebaut. Neben 23 meist afrikanischen Universitäten zählen dazu KPMG East Africa, USAID (United States Agency for International Development), die Friedrich Naumann Stiftung und die Toyota Academy.  

Mobile Lösungen für Wachstumsmärkte

Nach Angaben von IREN haben 90% aller Kenianer ein Mobil- oder Smartphone und etwa 75% ein mobiles Bankkonto. Der mit 32,6% größte Anteil an Investitionen in afrikanische Startups fließt in junge FinTech Unternehmen. 30% des gesamten Investitionsvolumens von 348 Millionen US-$ entfallen auf Startups im Bereich Unternehmenssoftware, und 17% wird in innovative Lösungen im Off-Grid Bereich investiert. IREN setzt auf mobile digitale Lösungen und hat dafür die App Growthpad entwickelt. Growthpad fungiert als Plattform zur Vermittlung von Dienstleistungen und Handelsgütern. Auf einem digitalen Marktplatz werden Angebot und Nachfrage in sechs ostafrikanischen Ländern übersichtlich kanalisiert. Dadurch wird eine Infrastruktur für geschäftliche Transaktionen aufgebaut, die gerade in den ländlichen Gegenden Afrikas oft noch nicht vorhanden ist. Für Konsumenten erhöht sich dadurch signifikant das Angebot an Waren und Dienstleistungen. Für die Anbieter vergrößert sich die Reichweite zu potentiellen Kunden, die bisher noch nicht an Marktstrukturen angeschlossen waren. IREN verdient dabei an einer kleinen vom Nutzer der Plattform zu zahlenden Transaktionsgebühr. Auf diese Weise entstehen durch Skaleneffekte gewinnbringende Umsätze, und zusätzlich wird das tägliche Leben von tausenden Nutzern materiell verbessert.

Das IREN East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre

Die Growthpad App verhilft IREN zur Ausweitung des eigenen Geschäftsmodells und hat für junge Gründer eine Vorbildfunktion. IREN engagiert sich intensiv für den Ausbau einer Gründerkultur und schafft aktuell die hierfür notwendige Infrastruktur, um die Entwicklung von dutzenden Startups zu fördern. Dafür errichtet IREN aktuell das East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre (ETIC) im kenianischen Kisumu. Auf acht Hektar Fläche entsteht für 30 Millionen Euro ein komplett neuer Komplex, der Startups zur Verfügung stehen wird. Im ETIC betreuen erfahrene Experten Gründer. Sie sollen Zugang zu räumlicher Infrastruktur wie Co-Working-Spaces mit schnellem Internet und auch zu technischer Infrastruktur für den Bau von Prototypen bekommen. Ziel ist es, dass die Gründer Innovationen entwickeln und Geschäftsmodelle testen können. Außerdem  sollen sie von den Experten bei der Suche nach Investoren sowie dem Markteintritt begleitet werden. Auf dem campusartigen Gelände sollen neben Inkubator- und Accelerator-Programmen auch Workshops für Schüler und Studenten stattfinden. Durch eine enge Verzahnung mit staatlichen Strukturen und internationalen Förderern wird so eine noch höhere Reichweite und Akzeptanz dieser Gründerkultur als in der Vergangenheit angestrebt.

Vielfältigkeit und Partnerprogramme zur richtigen Zeit

Nach 17 Jahren Vorbereitungszeit haben sich dieses Jahr 54 von 55 afrikanischen Ländern zur größten Freihandelszone der Welt zusammengeschlossen: der AfCFTA. 1,2 Milliarden Menschen profitieren zukünftig von einem gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den intrakontinentalen Handel. Experten erwarten dadurch einen Anstieg des innerafrikanischen Handelsvolumens um 60% bis 2022. Von diesem Wachstum möchte auch IREN mit seinem ETIC profitieren. Internationale Programme für Startups sowie von IREN veranstaltete Messen für Gründer und Technologieanbieter sollen die Attraktivität des Business-Standorts Kenia erhöhen. Kooperationen mit anderen Tech Hubs, internationalen Organisationen und Wirtschaftsministerien verschiedener Staaten tragen dazu bei, ein Innovation Centre mit großem Output zu realisieren. Erfolgreiche digitale Produkte stärken das afrikanische Startup-Ökosystem, schaffen nachhaltige Jobs für den hochqualifizierten Nachwuchs, der aus den Universitäten strömt, und sollen das Leben von vielen Millionen Menschen verbessern.

Haben Sie sich bereits Gedanken zu digitalen Geschäftsmodellen in Afrika gemacht oder sind interessiert an einer Kooperation mit dem East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre? Melden Sie sich gerne bei magility, um weitere Informationen zu erhalten.