Mit der Elektrifizierung der Antriebe von Fahrzeugen scheint ein Großteil der Umweltbelastungen auf einen Schlag wie weggezaubert. Aber treiben wir da nicht den Teufel namens CO2 mit dem Beelzebub namens Elektrosmog aus? Vorneweg geht Tesla, setzt doch der innovative Fahrzeugbauer seit seiner Gründung 2003 auf Elektroautos sowie Stromspeicher- und Photovoltaikanlagen. Dank gründlicher Lobbyarbeit ist auch die Politik von der Notwendigkeit elektrifizierter Antriebsstränge überzeugt. Entsprechende Presseberichte und die darauf abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit sowie Steuererleichterungen und Kaufprämien finden wiederum Anklang bei den Verbrauchern und schließen den Kreis  –  schieben sozusagen den Stecker in die Buchse der Produktion von elektrifizierten Fahrzeugen.

Neue Dimension der Umweltverschmutzung

Dass sich diese Buchse aber langfristig für die Fahrzeuginsassen in eine Büchse und, zwar die der Pandora verwandeln könnte, befürchten schon jetzt die Zweifler an der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). Kopfschmerzen, Herzrasen, Schlafstörungen oder Übelkeit können bei sogenannten elektrosensiblen Menschen  die Folge sein, wenn Sie Elektrosmog bzw. elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind. Allerdings konnte bisher weder in nationalen noch mittels internationaler Studien ein direkter Bezug zu den beschriebenen Symptomen hergestellt werden. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) dagegen spricht von einer neuen Dimension der Umweltverschmutzung und verweist auf Studien, die Zusammenhänge von Erkrankungen bei allen Lebewesen mit dem Einfluss künstlich erzeugter elektromagnetischer Felder aufzeigen.

Elektrosmog – Elektromagnetische Felder sind überall

Wie wir bereits vor einem Jahr berichteten, gilt elektromagnetische Strahlung nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch langfristig als unbedenklich, solange sie nur in einem alltäglichen Ausmaß auftritt. Künstliche und natürliche Lichtquellen wie Blitze oder Sonnenlicht sind zum Beispiel von elektromagnetischer Natur und daher in unserer Umwelt allgegenwärtig. Zwar sind nach einem Bericht des Fachverbands für Strahlenfunk e.V. Funktionsstörungen von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren auf Grund einer möglichen Empfindlichkeit gegenüber niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern nicht ausgeschlossen. In Bezug auf bösartige Erkrankungen einschließlich Krebs konnte jedoch bislang, zum Beispiel bei Nutzung von Mobilfunk, keine nennenswerte Zunahme nachgewiesen werden. Wirft man aber einen Blick auf aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit der Elektrifizierung im Fahrzeuginnenraum, beschleicht einen dann doch schnell ein mulmiges Gefühl. Als Beispiel sind Kindersitze zu nennen, die sich zum einen mit dem Fahrzeug oder auch anderen mobilen Geräten vernetzen lassen, und zum anderen mit unterschiedlichsten Sensoren ausgestattet sind, um z.B. die Vitalität der Kleinsten zu überwachen oder auch die sichere Installation des Kindersitzes sicherzustellen. Eine sinnvolle Entwicklung, die aber gleichzeitig auch für einen massiven Anstieg der elektromagnetischen Strahlung im Fahrzeug sorgt, und das in unmittelbarer Nähe zu den Köpfen unserer Kinder.

Die Hersteller müssen sich etwas einfallen lassen

Regelrechtes Kopfzerbrechen bereitet den Skeptikern der Umstand, dass sich ein geschlossenes Fahrzeug wie ein Faradayscher Käfig verhält. Sehr erfreulich und wünschenswert ist dabei, dass eine durch Blitzeinschlag aufgebaute Hochspannung außerhalb des Fahrgastraums von den Insassen abgehalten und abgebaut wird. Im Fahrzeug aufgebaute elektromagnetische Felder dagegen können aber ebenso wenig nach draußen entweichen. Deshalb sollen zum Beispiel Hauptstromkabel künftig nach außen verlegt werden. Weitere Überlegungen der Hersteller führen zu gekapselten Antrieben oder auch Filtern, die hohe Voltzahlen kompensieren helfen.

Elektrosmog durch Vernetzung 

Doch auch Verbraucher können sich aktiv vor hoher Strahlenbelastung, dem Elektrosmog, schützen. Fürs Telefonieren oder auch die in Aussicht gestellte Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Internet of Things (IoT) gilt zunächst einmal die alte Binsenweisheit: Weniger ist mehr. Da sich gerufene Geister jedoch so schnell nicht mehr vertreiben lassen, ist eine der besten Schutzvorkehrungen vor hoher Strahlenbelastung derzeit die Nutzung einer Außenantenne. Telefonieren sollte man am besten über die Freisprechanlage. Aber auch ein kabelgebundenes Headset verringert die Belastung, da sich die Funkverbindung des Endgerätes dann nicht direkt am Kopf des Nutzers befindet. Telefonieren im Tunnel führt nicht selten zum Verbindungsabbruch. Das Handy arbeitet hier mit Höchstleistung und läuft oft spürbar heiß. Mit dem Aus-Schalter lässt sich jedoch höchst effektiv die Strahlenbelastung verringern.

Professioneller Schutz – High Tech Startups zeigen wie es geht 

Da Ausschalten aber eben auch nicht immer eine Option darstellt, machen sich Start-up-Firmen wie z.B. Vhola Gedanken über EMF (Electromagnetic Fields) -Schutzprodukte und entwickeln entsprechende Technologien. So bietet VHOLA zum Beispiel über die Optimierung des Energiemanagements eine In-Vehicle-Lösung an, die EMR (Electromagnetic Radiation)-Pegel in der Fahrgastkabine steuert. Dabei werden lokale Aspekte wie Kabinenbelegung, Fahrgastpräferenzen oder auch Fahrbedingungen berücksichtigt. Diese eingebettete Lösung läuft über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs. Sie richtet sich an Automobilhersteller (OEMs) und deren Tier1s, die Antriebsstrangsysteme entwickeln. Der VHOLA Aftermarket Strahlungsdetektor dient zur Erkennung der elektromagnetischen Strahlung in der Kabine. Zielgruppen finden sich auf dem B2B-Sektor, zum Beispiel bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das F&E-Assistenz-Tool hilft wiederum bei der Reduzierung der Design-Zykluszeit und bietet eine hohe Qualitätssicherung in der Designphase. Um frühzeitig Fehler im Energiemanagement zu erkennen und das Design zukünftiger Fahrzeuge zu verbessern, bietet VHOLA eine Big Data-Lösung an. 

Wir von magility beobachten die Entwicklungen genau. Spätestens mit der Einführung von 5G werden sich Fahrzeug- und Komponentenhersteller mit EMF befassen müssen. Über unser High-Tech Startup-Netzwerk können wir die Lösungsansätze zu dieser komplexen und auch nicht ganz unemotional besetzten Thematik live  verfolgen. Haben Sie tiefer greifende Fragen zu EMF oder sind an den High-Tech Startups aus unserem Netzwerk interessiert? Kontaktieren Sie uns einfach gleich hier. Wir helfen mit unseren Fachexperten gerne weiter.