Die globale Verbreitung des Virus COVID19 hat Politiker weltweit dazu veranlasst, physische Kontakte der Bürger untereinander einzuschränken. Das Ziel ist dabei klar: Es gilt, durch die Unterbrechung von Übertragungswegen die Zunahme der Infektionsrate so zu verlangsamen, dass die Gesundheitssysteme nicht überfordert werden und dadurch Menschenleben gerettet werden können. Allerdings haben diese Maßnahmen gewaltige und in ihrer Gesamtheit noch kaum überschaubare Auswirkungen auf die Wirtschaft. Mit den erfolgten ersten Lockerungsmaßnahmen verbreitet sich allenthalben die Hoffnung auf das  Ende der staatlich verordneten Schutzmaßnahmen, damit alles wieder funktionieren kann wie gewohnt. Doch wird dies überhaupt möglich sein? Oder führt diese Krise zu grundsätzlichen und dauerhaften Veränderungen des Wirtschaftslebens? 

Ein großer Schub für die Digitalisierung

Eine erste naheliegende Folge der aktuellen Situation ist eine deutliche Zunahme der digitalisierten Kommunikation. Bereits vor dem Ausbruch von COVID19 habe Unternehmen die Möglichkeiten zur Online-Videotelefonie durch Anbieter wie Google, Skype, Zoom und weiteren genutzt. Doch jetzt, durch die situativ erzwungene Zunahme der Einführung von Homeoffice und Homeschooling, erhöht sich die Relevanz dieser Dienste außerordentlich und entsprechend auch deren Akzeptanz. Das gilt ebenso für umfassende Online-Kollaborationstools wie Slack, Trello oder Office 365. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Über das Homeoffice wurde in den letzten Jahren viel und kontrovers diskutiert. Die Befürchtung nachlassender Produktivität der Mitarbeiter und die Sorge, durch den Wegfall der persönlichen Kommunikation Kontrollmöglichkeiten zu verlieren, führte bei vielen Arbeitgebern zu deutlicher Reserviertheit gegenüber dem Homeoffice als neuer Arbeitsform. COVID19 lockt die Zögernden aus der Reserve: Vor die scheinbare Wahl gestellt, durch das Verharren in analogen Prozessen die aufoktroyierte Betriebsstilllegung passiv hinzunehmen oder auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen und mit deren Technologien weiterhin aktiv am Wirtschaftsleben teilzunehmen, realisieren immer mehr Unternehmen: Nur die Hinwendung zum Neuen ermöglicht Erfolge. Die Tatsache, dass auch die Kommunikation nach außen, also zu Kooperationspartnern, Kunden und Zulieferern, besonders in Krisenzeiten effektiv und effizient zu gestalten ist, verweist die Unternehmen auf die digitalen Angebote. Zwar ist deren Realisierung zunächst mit Investitionsaufwand und Kosten verbunden, diese werden in den allermeisten Fällen jedoch schnell kompensiert, zunächst ganz direkt durch die Einsparung aufwendiger und teurer  Dienstreisen. Nicht minder bedeutend ist zudem die potenzielle Einsparung durch die Abnahme der Fluktuation, die aus den Chancen herrührt, die sich für die Individuen aus der flexibleren Gestaltung von Arbeit im Homeoffice ergeben. Die Digitalisierung erfährt durch die Corona-Krise also einen deutlichen Schub. 

Lokale Neugestaltung von Wertschöpfungsketten?

Während Gesprächskontakte grundsätzlich in digitalisierter Form verwirklicht werden können, steht der güterwirtschaftliche Bereich bei Produktion und Logistik vor Herausforderungen, die sich nicht einfach durch den Einsatz digitaler Technologien lösen lassen. Die Internationalisierung der Wertschöpfungsketten, die in den letzten Jahrzehnten in vielen Branchen etabliert wurde, wirft umfassendere Fragestellungen auf, zu deren Lösung auch politische Entscheidungen notwendig sind. Betriebswirtschaftlich gesehen lagen die Vor- und Nachteile eines globalen Netzwerks auf der Hand. Allerdings wurden die Nachteile drohender Abhängigkeiten und eventuell aus ihnen resultierender Unterbrechungen der Lieferfähigkeit angesichts kurzfristig realisierbarer wirtschaftlicher Vorteile nur allzu gern übersehen. Arbeitsintensive Prozesse und Teile der Produktion wurden in Länder mit sehr niedrigen Lohnkosten verlagert. Bei Technologien, die selbst nicht beherrscht wurden, setzte man auf günstigen Zukauf, oft in Gestalt der Übernahme ausländischer Startups. Aufgrund der immer stärkeren Integration von Produzenten und Lieferanten in reibungslos funktionierende supply chains geriet deren Krisenanfälligkeit zunehmend aus dem Blickfeld und die Fähigkeit, ein entsprechendes Risikomanagement schnell aktivieren zu können, wurde vielfach für obsolet erachtet.  

Die gegenwärtige Corona-Krise rückt die Anfälligkeit der internationalen Wertschöpfungsketten schmerzlich zurück ins Bewusstsein aller Teilnehmer des Wirtschaftslebens. Nicht nur Unternehmen, auch die Regierenden der Staatengemeinschaft widmen sich wieder neu der Frage nach dem optimalen Produktionsstandort von Gütern. Allenthalben sind Überlegungen im Gange, welche Güter als überlebenswichtig zu definieren sind, deren Herstellung zwingend im eigenen Land zu erfolgen hat. Die Corona-Krise könnte also im Ergebnis zu einer Deglobalisierung führen, die die Entwicklung der letzten Jahre teilweise umkehrt und die Wertschöpfung im Produktionsprozess ins Inland zurück verlagert. In welchem Maße dies geschieht, ist noch nicht absehbar, denn die von führenden Wirtschaftsexperten prognostizierte tiefe Rezession wird auch auf diesem Gebiet die Aktivitäten dämpfen.  Ein Beispiel zur Verdeutlichung sind die Neuzulassungen von PKWs, die in Westeuropa im März um etwa 53% im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen sind und auf einem historischen Tiefstand verharren.

Langfristige Verbesserung des CO2-Fußabdrucks?

COVID19 prägt derzeit mit seinen negativen Auswirkungen das gesamte Leben der Menschen weltweit. Gerade deshalb muss auch die Frage nach Begleiterscheinungen gestellt werden, die möglicherweise bleibend positive Auswirkungen haben. Zum Beispiel führen der Rückgang energieintensiver Produktion und die enorm reduzierte Anzahl von Flügen bereits heute zu einer mess- und sichtbaren Verbesserung der Luftqualität, vor allem auch an Orten, die bisher für ihre Luftverschmutzung bekannt waren. Zwar betonen viele Experten, dass für den relativ kurzen Zeitraum seit Ausbruch der Corona-Krise noch keine belastbaren Aussagen über eine definitive Veränderung der Luftqualität möglich sind. Zu komplex sind die zugrundeliegenden chemischen und physikalischen Mechanismen. Dennoch scheint es einen eindeutigen Trend zur Reduzierung der Luftbelastung zu geben, infolgedessen sich Unternehmen dazu entscheiden könnten, aus der Not geborene Regelungen, wie zum Beispiel bei der Ermöglichung von Arbeit im Homeoffice, zumindest teilweise beizubehalten. Dadurch kann zu einer deutlichen Verringerung des Pendel- und Flugverkehrs beigetragen werden und damit zu einer imagefördernden Verbesserung des CO2-Fußabdrucks.

Cyber Security jetzt noch mehr im Fokus

Die aktuelle Corona-Krise hat das Potenzial, unser Wirtschaften und Arbeiten nachhaltig zu verändern. Sicher ist schon jetzt, dass die Digitalisierung schneller voranschreiten und auf breiter Front auch in neue Bereiche Eingang finden wird. Die Bedeutung der Datensicherheit erhöht sich dadurch sprunghaft und verlangt nach entsprechenden technischen Sicherungseinrichtungen. Wo insbesondere berufliche Kommunikation und Dokumentation digital stattfinden, werden daher ganzheitliche Cyber Security Konzepte mehr denn je zu einer systemrelevanten Ausstattung. Die Einführung eines präventiven, engmaschigen und zuverlässigen Cyber-Security-Management-Systems (CSMS) schützt die Substanz und Handlungsfähigkeit eines Unternehmens, gerade in Zeiten der Krise. Nutzen Sie für Ihr Unternehmen die Krisenzeit als Chance. Wir begleiten Sie gerne dabei, ein ganzheitliches CSMS in Ihr Unternehmen zu implementieren und Ihre Sicherheit an erste Stelle zu setzen.

Heute spricht unser Geschäftsführer Dr. Michael Müller bei einem Online Vortrag der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) zum Thema „Global vs. lokal? Zur Zukunft internationaler Wertschöpfungsketten“.

Über diesen Link können Sie sich auf der Seite der KAS auch kurzfristig noch anmelden. Um 17:00 Uhr geht es los.