Technologische Singularität. Sind Roboter bald schlauer? Bild: Creative Commons

Technologische Singularität – Zukunft ist jetzt

Häuser in 3D drucken, Autos die von selbst den Stau umfahren und Roboter die den Haushalt führen. Wir stehen erneut vor einem Paradigmenwechsel. Die Technologische Singularität beschreibt den Zeitpunkt, ab dem Maschinen intelligenter sein werden als Menschen. Bis dahin stellt sich aber erst einmal die Frage: Welche Aufgaben können und sollen Roboter überhaupt übernehmen?

Zeitalter der Automatisierung

Mit der industriellen Revolution an der Wende zum 20. Jahrhundert wurden Maschinen eingeführt, die Tätigkeiten übernahmen, die zuvor als Handwerk galten. Viele Neuerungen standen bevor. Der Mensch ist trotzdem nicht aus den Fabriken verschwunden. Er verrichtet nur nicht mehr selbst die Arbeit sondern steuert die Maschinen. Automatisierung in Form von Robotern und Anlagen sind kein neues Phänomen in der Automobilindustrie. Seit Jahren nimmt die Zahl der Roboter in der Fertigung zu. Im Jahr 2015 kamen in der Automobilindustrie in Deutschland auf 10.000 Mitarbeiter 1.147 Roboter. Damit kommt Deutschland nach Japan und Südkorea unter die Top drei.

Künstliche Intelligenz vs. Intelligenz

Bei der Technologischen Singularität geht es aber nicht mehr um Automatisierung sondern darum, dass Maschinen auch lernen können und den Menschen an Intelligenz übertreffen. Doch die Begriffe Intelligenz und Lernen werden im Zusammenhang mit Maschinen sehr gewagt verwendet. Maschinen sind sehr stark darin Lösungen für logische Aufgaben zu finden. Wozu sie (noch) nicht in der Lage sind ist Sinnzusammenhänge herzustellen. Computer haben eine enorme und immer weiter wachsende Rechenkapazität, aber keine Möglichkeit zur Abstraktion und Emotion.

Ein Computer wird nie eine Frage beantworten die mit „warum?“ beginnt, außer sie wurde vorher von einem Menschen eingegeben. Künstliche Intelligenz ist also nicht gleich Intelligenz.

Maschinen

Maschinen verfügen über Algorithmen, die auf eine gewisse Umweltkonfigurationen reagieren. Fällt Regen gehen bei einem Fahrzeug zum Beispiel die Scheibenwischer an. Die Maschine reagiert auf Umweltreize und wird darin immer präziser. Das liegt an komplexer werdenden Algorithmen. Damit können Roboter auch immer komplexere und filigranere Aufgaben in Produktionsabläufen übernehmen. Sie rechnen fehlerfrei, können Werte aus verschiedenen Datenquellen zusammenführen – schlau sind sie aber nicht.

Der Sinn der Arbeit

In der Science-Fiction wird Maschinen schon lange Leben eingehaucht. Technologische Singularität würde aber mehr bedeuten als die Übernahme der Arbeit und Produktion durch Maschinen. Wenn Maschinen die Produktion von Konsumgütern übernehmen bleibt die Frage wohin die Rendite fließt. Würde sie bei den relativ wenigen Besitzern der Maschinen bleiben würde das bedeuten, dass der Rest der Gesellschaft keine Mittel mehr hätte um die produzierten Konsumgüter zu kaufen. Tatsächlich muss auch in Zukunft immer wieder der Nutzen und die Folgen für unsere Gesellschaft vs. dem technologischem Fortschritt gegeneinander abgewogen werden. Zeitgleich müssen Lösungen gefunden werden, dass technologischer Fortschritt gewinnbringend für eine ganze Gesellschaft eingesetzt werden kann. Aus Rendite die durch Maschinen erwirtschaftet wurde und wenig bis kein Humankapital braucht könnten beispielsweise neue Gesellschaftsfinanzierungen wie das bedingungslose Grundeinkommen ermöglicht werden. Technologie und künstliche Intelligenz könnten zu deutlich verbesserten Lebensbedingungen für ganze Gesellschaften führen, sofern diese verantwortungsvoll und mit Weitblick eingesetzt werden.