Agilität in der Produktentwicklung – nur für Könner oder eine Chance für ungeahnte Möglichkeiten?

von Hanna Müller, Consultant, magility GmbH & Co. KG

Die klassische Produktentwicklung befindet sich massiv im Wandel. Entwicklungszyklen für neue komplexe Produkte werden zunehmend kürzer. Es gilt, sich auf verändernde Rahmenbedingungen und Kundenwünsche jederzeit agil einzustimmen. Auch und insbesondere während des Produktentstehungsprozesses.

Häufig war die Vorgehensweise folgendermaßen: es gibt einen Projektplan mit einem klaren Enddatum. Darin wird regelmäßig kontrolliert, ob alles nach diesem Plan läuft. Am Ende steht dann ein perfektes Produkt. Doch allzu oft geht diese Planung an den dynamischen Marktanforderungen vorbei, gleichzeitig ist der Time to Market zu lang. Das Ergebnis ist schließlich ein Produkt, das in der Zwischenzeit nicht mehr den erwarteten Kundenanforderungen entspricht und somit vom Markt nicht oder nur in sehr begrenztem Ausmaß angenommen wird. Teils jahrelange Entwicklungsarbeit schießt  so am Ziel vorbei.

Wie kann man dem  aktiv entgegengewirken? Agile Methoden und Herangehensweisen ermöglichen, kurzzyklische und stets überprüfbare Entwicklungsschritte umzusetzen und dabei schon während des Entwicklungsprozesses ständig die Kundenperspektive mit im Blick zu behalten. Somit  rückt der Kundedeutlich näher an die Entwicklungsabteilungen. Eine unausweichliche Maßnahme – insbesondere deshalb, weil die Produktentwicklung sich zunehmend während des gesamten Produktentstehungsprozesses mit den wandelnden Ansprüchen der Kunden auseinandersetzen und entsprechend darauf reagieren muss.

Übersicht agiler Prinzipien Methoden Tools

Ursprünglich entstanden in der Softwarebranche erstmals agile Methoden, um die Entwicklungszeit von neuen Produkten zu verkürzen und effizienter zusammen zu arbeiten. Die Methodik des “Scrum” eröffnet interdisziplinären Teams die Möglichkeit effizient, parallel und mit transparenter Dokumentation aller nötigen Schritte zu arbeiten. Die Methodik dient der zielorientierten Steuerung und Rollenwahrnehmung von Teams sowie der konsequenten Integration der Kundensicht in den Entwicklungsprozess. Benötigtes Wissen wird genau dort eingesetzt wo es gerade gebraucht wird. Durch die für alle Beteiligten transparente Abarbeitung einzelner kurzer “Sprints” wird sichergestellt, dass alle relevanten Schritte hin zum fertigen Produkt rechtzeitig unternommen werden.

Die Anwendung von agilen Methoden und Scrum ist nicht nur auf die Softwarebranche begrenzt. Angetrieben durch Kostendruck und stetig komplexer werdende Unternehmensumfelder erkennen zunehmend mehr Unternehmen die Chance durch agile Methoden (bspw. Stand-Ups, User Stories, Backlogs, Burndown Charts, Continous Integration etc.) klare Wettbewerbsvorteile für sich zu generieren. Durch eine erfolgreiche Integration des Agilitätsprinzips in die Unternehmenskultur (transparent, kurzzyklisch, ergebnisorientiert, kooperativ) steigt zudem das gegenseitige Vertrauen der Abteilungen, da diese nun enger miteinander vernetzt sind. Klassisches separiertes Abteilungsdenken gehört damit der Vergangenheit an. Als weiterer positiver Effekt durch die Anwendung agiler Methoden in der Produktentwicklung kann eine intensivere Identifikation des Einzelnen mit dem jeweiligen Arbeitsbereich identifiziert werden – dadurch wird eine ungeahnte Produktivität des Einzelnen und des Teams möglich, die sich in einem kürzeren Entwicklungsprozess mit für den Markt passenden Produkten widerspiegelt. Die agilen Kommunikationsplattformen (bspw. Release Planning, Sprint Planning, Daily Stand-Ups, Sprint Reviews, Retrospektive etc.) unterstützen dabei den interdisziplinären Austausch auf Augenhöhe.

Wir unterstützen Sie gerne dabei  Ihren Produktentstehungsprozess agil zu gestalten und freuen uns über Ihre Nachricht: info@magility.com