Digitale Geschäftsmodelle. Bestehende Geschäftsmodelle transformieren oder Start-ups integrieren? Bild: magility

Digitale Geschäftsmodelle – integrieren oder transformieren?

Das Problem bei digitalen Geschäftsmodellen ist vor allem, dass es noch keine Schablonen gibt, die man immer wieder anwenden kann. Während man in der Automobilindustrie über Jahrzehnte verlässliche Vorlagen für Geschäftsmodelle hatte, müssen diese im digitalen Bereich erst entwickelt werden. Ob sie funktionieren, lässt sich erst im Laufe der Zeit feststellen. Das Dilemma momentan: Es muss sofort gehandelt werden um Weichen für die Zukunft zu stellen. Wie erfolgreich und gewinnbringend die neuen digitalen Geschäftsmodelle sind wird sich aber erst in ein paar Jahren zeigen.

Inspiration aus dem Silicon Valley

Im Silicon Valley gibt es sie bereits unzählige Konzepte für erfolgreiche Unternehmen. Digital versteht sich. Doch die Industrie muss mit ganz anderen Anforderungen umgehen. Denn das solide Kerngeschäft lässt sich nicht einfach umkrempeln. Die Risiken sind viel zu hoch und nicht abschätzbar. Die tägliche Herausforderung ist es also, das Kerngeschäft durch digitale Geschäftsmodelle und Services zu erweitern.

Mehr Services für Kunden

Etablierte Konzerne kaufen Start-ups und kleinere Unternehmen auf und erschließen damit neue Märkte. Prominente Beispiele dafür sind Uber, der Echtzeit-Kartendienst Here und viele andere. Gleichzeitig ändern sich die Kundenbedürfnisse. Der moderne Verbraucher ist mobil, vernetzt und anspruchsvoll. Neben den Erwartungen an das Produkt wird auch ein guter, immer verfügbarer Service erwartet. Das Eigentum an einem Produkt wird hingegen zur Nebensache. So verändert sich die Wertschöpfung: Die Produkte eines Unternehmens werden immer mehr durch mobile Services und das Internet ergänzt. Darüber hinaus etablieren sich auch völlig neue Geschäftsmodelle, die vollkommen auf den digitalen Technologien basieren.

Digitale Geschäftsmodelle integrieren oder transformieren?

Nur selten lassen sich neue, innovative Geschäftsmodelle flexibel und einfach auf das traditionelle Geschäft übertragen. Entsprechend hoch ist der Druck, auch bestehende und etablierte Geschäftsmodelle zu hinterfragen, anzupassen und in neue Modelle einzuarbeiten. Um den digitalen Wandel nicht zu verschlafen müssen digitale Technologien in Unternehmen integriert werden um zu vermeiden, abgehängt zu werden. Die Frage die aber bleibt: Sollen Start-ups gekauft und integriert werden oder müssen bestehende Strukturen transformiert werden?

Internet of Things Automotive: Die große Vernetzung

Bis 2022 sollen laut Prognosen 14 Milliarden Dinge im Internet miteinander vernetzt sein. Durch die Auswertung von Daten und Kommunikation untereinander können viele Prozesse in der Produktion, Vermarktung und im Alltag optimiert werden. Doch wie steht es um die technischen Standards des Internet of Things (IoT)?

Effizienz durch Vernetzung

Nach Dateiübertragung, Online-Handel und Social Media ist der nächste Schritt das Internet der Dinge (siehe Grafik). Milliarden von Geräten, Sensoren, Sicherheitskameras, Fahrzeuge und Produktionsmaschinen werden in naher Zukunft miteinander vernetzt sein. Das reicht von der Milch im Kühlschrank, die meldet, sie müsse verbraucht werden, bis zur Smart City. In dieser werden Daten in Echtzeit erhoben und analysiert, damit der Verkehr besser fließt, die Wasserversorgung effizienter wird und Ressourcen sparsamer genutzt werden. Während das Internet für die Informationsbeschaffung aktuell noch vom Menschen abhängt sollen in naher Zukunft auch die Dinge Informationen ins Netz speisen. Die Daten der physischen Welt werden zusammengetragen und damit ermöglicht, die Datenfülle der smarten Gegenstände und Sensoren zu verknüpfen und zu verarbeiten.

Impact des Internet of Things auf Automotive

„Derzeit stehen beim Internet der Dinge Produkte im Vordergrund die dem Konsumenten sehr nahe sind, wie etwa selbstfahrende Autos oder Smartphones. Größeres Potenzial bieten in Zukunft hingegen Business-to-Business-Anwendungen in der Industrie 4.0 sowie der digitalisierten Produktion und Logistik“ lautet die Einschätzung von Dr. Michael Müller, Geschäftsführer der Magility GmbH & Co. KG. „In Zukunft werden neue, datenbasierte Geschäftsmodelle eine immer größere Rolle spielen“. Schon heute nutzen 20 Prozent der Fahrer ihre Smartphones während der Fahrt (vor allem zur Navigation). Insgesamt birgt das IoT enormes Potential.

Internet der Dinge verspricht Wachstum

Laut einer Studie hat das IoT in Fabriken bis 2025 ein errechnetes Potenzial von 3,7 Billionen Dollar. 90 Prozent des gesamten Mehrwerts kämen dabei den Anwendern, also den Unternehmen die IoT nutzen, oder Verbrauchern zugute. Für den Bereich Fahrzeuge und Navigation bedeutet dies, dass durch bessere Überwachung von Verkehrsdaten, Logistikketten und dem Zustand von Verkehrsmitteln wie Autos, Zügen oder Flugzeugen, ein wirtschaftlicher Mehrwert von 1,5 Billionen Dollar geschaffen werden kann.

Handlungsfelder des Internet of Things

Um den wirtschaftlichen Vorteil voll auszuschöpfen gibt es vier Handlungsbereiche an denen aktiv gearbeitet werden muss. Zum einen die Technologie. Die Hardwarekosten für RFID-Chips und für Datenspeicher müssen weiter sinken. Gemeinsame Standards für bessere Verknüpfung müssen geschaffen werden. Zum anderen die Datensicherheit: Anbieter müssen Datenschutzbedenken der Nutzer ernst nehmen. Transparenz muss darüber bestehen, welche Daten erhoben werden und wie diese genutzt werden. Kritische Infrastrukturen wie Wasser- und Energieversorgung, die über das Internet vernetzt werden, müssen wirksam gegen Cyberangriffe geschützt werden. Im Bereich Organisation und Fähigkeiten können durch das IoT Entscheidungen auf Grundlage großer Datenmengen („Big Data“) getroffen werden. Vorhandene Daten sollten stärker genutzt und in datenbasierte Geschäftsmodelle umgesetzt werden. Zuletzt ist noch die Regulierung der Vernetzung zu nennen. Rechtliche Rahmenbedingungen etwa für autonomes Fahren müssen von Politik und Gesellschaft festgelegt werden um der Einführung nicht im Wege zu stehen. Wer einmal selbst die Entscheidung eines selbstfahrenden Fahrzeuges in brenzligen Verkehrssituationen testen will, dem sei dieses Experiment ans Herz gelegt, bei dem es keine einfache Antwort gibt.

Wir von magility arbeiten an der Zukunft! Bei Fragen und Anregungen können Sie sich hier jederzeit an unsere Experten wenden.

Intelligenter Verkehr und Mobilität in Smart Cities. Foto: creative Commons

Smart Cities – Intelligenter Verkehr in vernetzten Städten

Auch in unsere Städte hält die Digitalisierung Einzug. Urbanisierung, demographische Veränderung, Globalisierung und schwindende Ressourcen stellen immer höhere Anforderungen an die Stadt, schaffen aber auch große Chancen um effizient mit Ressourcen umzugehen. Basis ist die Integration von Informations- und Kommunikationssystemen in die verschiedenen technischen Systeme und Infrastrukturen einer Stadt. Dadurch werden die Steuerung von Versorgungs- und Entsorgungsnetzen – insbesondere für Strom, Wasser, Gas, aber auch für Waren flexibler. Das schafft neue, smarte Lösungen für Mobilität, Verwaltung und öffentliche Sicherheit in den Smart Cities. Der Austausch zwischen Bürger, Unternehmen, Institutionen und Verwaltung ist lebhaft und steigern durch effiziente und integrierte Informationsflüsse die Lebens- und Arbeitsqualität aller Beteiligten. Doch wie sehen die Ideen konkret aus?

Steigende Verkehrs- und Bevölkerungsdichte

Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden bis 2050 rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Die steigende Bevölkerungs- und Verkehrsdichte erfordert neue Ansätze in der Stadtplanung. Viele Bereiche, wie etwa die Versorgungssysteme können nicht mehr isoliert betrachtet werden sondern sind Teil eines Netzes und interagieren miteinander. Digitale Technik und Kommunikation ist dabei eine Chance mit großem Nutzwert auf vielen Gebieten.

Verkehr steuern und Umweltbelastung senken

In vielen Städten und Metropolen stößt die Infrastruktur schon heute an ihre Grenzen. Grund dafür ist, dass immer mehr Autos und andere Verkehrsteilnehmer auf die Straßen drängen. Die Verknüpfung von Verkehr und Kommunikation werden daher immer wichtiger. So könnten die vorhandenen Kapazitäten gesteuert und optimiert werden oder alternative Verkehrsmittel- und wege gefunden werden.

Digitale Vernetzung und Automatisierung

Das Thema Smart Cities ist eng verknüpft mit der digitalen Vernetzung von Fahrzeugen, die Daten sammeln und bereitstellen. Aber auch die Vision vom automatisierten Fahren spielt bei der Idee von intelligenten Städten eine Rolle. Die Technologien tragen langfristig zu einer intelligenteren Verkehrsplanung bei. Was die Mobilität in der Smart City auszeichnet ist die Förderung des Nahverkehrs und eine bessere Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer in einer stadtweiten Kommunikationsinfrastruktur.

„Smart Cities sind komplexe Systeme in denen viele Bereiche eine Rolle spielen. Durch digitale Technik, Apps und eine gezielte Auswertung von Daten können wir gerade im Bereich Verkehr und Logistik viele Prozesse verbessern und optimieren“ so unser Experte für die Digitalisierung, Dr. Michael Müller, Geschäftsführer von Magility GmbH & Co. KG.

Weniger Staus, weniger Autos in der Innenstadt

Die direkten Ziele im Verkehr 4.0 in den Smart Cities sind weniger Staus, weniger Autos in der Innenstadt und der Ausbau eines weitgehend emissionsfreien Nahverkehrsnetzes. Im Detail kann Smart City bedeuten, über eine App schnell einen freien Parkplatz zu finden, Staus zu umfahren, Straßenlaternen, die Unfälle melden und vieles mehr. Faktisch geht es darum, die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen indem Verkehr und Umweltbelastungen reduziert werden.

Smart Cities bezeichnen einen Siedlungsraum, in dem systemisch (ökologisch, sozial und ökonomisch) nachhaltige Produkte, Dienstleistungen, Technologien, Prozesse und Infrastrukturen eingesetzt werden, in der Regel unterstützt durch hochintegrierte und vernetzte Informations- und Kommunikationstechnologien.

Uber testet selbstfahrende Autos auf den Straßen. Foto: screenshot Uber

Uber testet selbstfahrende Autos in San Francisco

Im Dezember überraschte der kalifornische Fahrdienst-Vermittler Uber mit einer neuen Ankündigung: selbstfahrende Autos auf den Straßen von San Francisco. Das Unternehmen lässt nun seine autonomen Autos von Passagieren testen. Es werden aber nach wie vor Fahrer mit an Bord sein, die notfalls eingreifen können. Uber arbeitet schon länger an der Vision des selbstfahrenden Autos.

Tests ohne Erlaubnis

Die von Über entwickelten Roboterwagen wurden allerdings ohne Genehmigung auf die Straße gebracht. Der Chef des Roboterwagen-Programms, Anthony Levandowski, rechtfertigte die Entscheidung der Firma, den Test ohne eine spezielle Erlaubnis für den Betrieb selbstfahrender Autos zu starten. „Wir haben das Thema gründlich geprüft und wir glauben, dass wir keine brauchen“, schrieb er. Levandowski argumentierte unter anderem, am Steuer der Autos säßen Menschen, die jederzeit eingreifen könnten. Uber war bereits beim weltweiten Ausbau seiner Fahrdienste immer wieder vorgeworfen worden, sich über bestehende Regeln hinwegzusetzen. Die Verkehrsbehörde forderte, die Tests sofort zu stoppen. Die Behörde verwies darauf dass 20 andere Firmen für dieses Art von Fahrten die Genehmigung eingeholt hätten. Zur Erlaubnis gehört auch die Verpflichtung, über Unfallsituationen und Abschaltungen der Software der selbstfahrenden Autos zu informieren. Die Rechtslage im Zusammenhang mit automatisiertem und autonomen Fahren ist allgemein noch unklar. 

Die Verkehrsbehörde schlug in dem Brief an Uber einen harten Ton an: „Das Unternehmen verstößt gegen das Gesetz, solange es seine selbstfahrenden Autos auf öffentlichen Straßen ohne eine Erlaubnis zum Testen autonomer Fahrzeuge betreibt.“ Die Firma müsse sofort bestätigen, dass sie die Fahrten einstelle.

Tests werden ausgeweitet

Bereits seit Spätsommer diesen Jahres testet Uber Roboterwagen-Fahrten mit Passagieren an Bord in der US-Stadt Pittsburgh, wo die Rechtslage anders aussieht. Die selbstfahrenden Autos können statt üblicher Uber-Wagen bei Bestellungen per App aufkreuzen. Trotz der Forderungen der Behörden kündigte Uber eine Ausweitung der Test an. Die selbstfahrenden Autos sollen demnach noch vermehrt auf den Straßen San Franciscos geprüft werden.

Eigene Technologie

Die Technologie und Prototypen seiner selbstfahrenden Autos entwickelt Uber im Uber Advanced Technology Center (ATC) selbst um im Geschäft der Zukunft unabhängig von Autoherstellern und möglichen Konkurrenten zu sein. Auch Google, diverse etablierte Autokonzerne, aber auch der chinesische Internet-Konzern Baidu entwickeln gerade Technologien für selbstfahrende Autos. Eine Vision für die Zukunft ist, dass sie als Roboter-Taxis in Städten unterwegs sein könnten