Vernetzte Lkw – Cybersecurity für die Logistik der Zukunft

Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Einerseits sind vernetzte LKW ganz vorne dabei, wenn es um die Nutzung von IT, neuen Technologien und dem Internet der Dinge geht, andererseits sind die Fahrzeuge unzureichend gegen Cyberattacken und Angriffe von Außen geschützt.

Vernetzte Lkw für wirtschaftliches Wachstum

Internationaler Transport von Gütern ist Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Immer mehr Güter zu transportieren verlangt aber auch nach innovativen Lösungen, wenn es nicht zum Verkehrskollaps auf den Straßen kommen soll. Ein zentraler Ansatz dafür ist es, vernetzte Lkw vollständig in das Internet der Dinge einzubinden. Smart Trucks haben das Potenzial, den Transport von Waren in den kommenden Jahren umfassend zu verändern. Schon heute erzeugt ein moderner Lkw auf Basis seiner rund 400 Sensoren wertvolle Informationen, in seiner Software stecken 130 Millionen Zeilen Code. Allerdings stellt die Vernetzung nicht nur eine wertvolle Informationsquelle dar sondern mehr und mehr auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Mehr Effizienz in der Zukunft

Bei Daimler heißen die Systeme FleetBoard und Detroit Connect. Über diese Systeme sind bereits um die 400.000 LKW vernetzt. Daimler Trucks forciert die konsequente Vernetzung der Fahrzeuge mit allen am Logistik- und Transportprozess beteiligten Akteuren. Der vollständig vernetzte Lkw leitet damit einen Wandel des Transports ein, der den Straßengüterverkehr noch leistungsfähiger und effizienter macht.

Cyber Security

Doch nicht zu unterschätzen sind Cyberattacken auf die Systeme. Denn Hacker versuchen durch gezielte Angriffe Daten zu stehlen oder Abläufe zu manipulieren und könnten sie sogar unter ihre Kontrolle bringen. Und vergleicht man vernetzte Lkw mit kleinen Rechenzentren, muss festgestellt werden, dass bei den Lkws bislang, abgesehen von wenigen Ausnahmen, keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. So gibt es bisher keine standardisierten Verfahrensweisen für schnelle, automatisierte Software-Updates oder Patches in den Fahrzeugen, um beispielsweise immer wiederkehrende Lücken in der Sicherheit zu schließen, ebenso wenig wie Vorkehrungen, die direkt im Fahrzeug möglichen Missbrauch erkennen können und unterbinden.

„Die Software ist die eine Seite der Medaille. Doch damit ein Unternehmen Cybersicherheit ganzheitlich in seine Unternehmensprozesse integrieren kann und damit sicherstellen kann, dass von der Idee eines Fahrzeugs über den gesamten Produktlebenszyklus bis hin zum Aftermarket alle sicherheitskritischen Komponenten vor Cyber Angriffen geschützt sind braucht es ein Cyber Security Management System, das wir entwickelt haben.“  so Dr. Michael Müller, Geschäftsführer von Magility GmbH & Co. KG.

Entwicklung und Forschung von IT-Schutz zum Nachrüsten

In einem modernen vernetzten LKW können mehr als 100 ECUs (Electronic Control Units) unterschiedlicher Hersteller verbaut sein, einzelne Computer, die vielfältige Aufgaben erfüllen. Auf diesen sind Millionen Zeilen Software-Code hinterlegt. Um dieses enge Netz nicht durchlässig zu machen für Eindringlinge müssen schadhafte Nachrichten in Echtzeit erkannt und verhindert und behoben werden um eine Verbreitung im internen Netz zu verhindern.

Über den Onboard Diagnostics-Port konnten Fahrzeuge in konstruierten Szenerien bereits gehackt werden. Um Angriffe zu erkennen gibt es bereits mehrere Lösungen für Cybersecurity. Eine Methode sind CAN-Anomalie-Erkennungssysteme, die im Bordkommunikationsnetzwerk nach Auffälligkeiten suchen, wodurch potenzielle Angriffe erkannt werden können. Dennoch bergen Software-Updates Over-the-air (SOTA)zukünftig ein großes Gefahrenpotential. Die Software wird immer interessanter um kritische Softwarefehler zu beheben und Aktualisierungen zu ermöglichen. Das Problem ist, dass die Software aber auch eine Schwachstelle ist über die Malware ins System geführt werden kann. Zudem ist das System bei vernetzten LKWs besonders komplex und nach wie vor gibt es noch keine komplette Lösung vor Cyberangriffen und Malware zu schützen.

Die agile Strategie für den digitalen Wandel. Grafik: magility

Agile Strategie: Dynamik statt Stillstand in Unternehmenskultur

Wie können Unternehmen mit der hohen Geschwindigkeit der Digitalisierung Schritt halten? Die Schlagworte sind Schnelligkeit, Flexibilität und Dynamik. Zusammengefasst: Agilität – doch dafür müssen sich Organisationen auf einen Kulturwandel einlassen.

Flexibilität um digitale Herausforderungen zu meistern

Für Unternehmen bedeutet die digitale Transformation vor allem Unsicherheit. Nach wie vor gibt es keine festen Konzepte um digitale Neuerungen einfach in bestehende Strukturen zu implementieren. Deshalb müssen Unternehmen offen und flexibel auf die Herausforderungen reagieren und bereit sein für Neuerungen. „Komplexität und Geschwindigkeit durch den digitalen Wandel erfordern von Unternehmen neue Arbeitsweisen“, so Dr. Michael Müller, Geschäftsführer von Magility GmbH & Co. KG.

„Agile“ als Lösungsansatz

Doch wie schafft es ein Unternehmen agiler zu werden? Beweglicher, schneller, wendiger? Folgende Eigenschaften können dabei helfen: Kurze Planungsphasen, schnelle und überprüfbare Teilergebnisse, permanente Priorisierung und Optimierung, unmittelbares Reagieren auf Veränderungen und Marktbedürfnisse, hohe Transparenz zu den Aktivitäten und Ergebnissen, größtmögliche Kundenorientierung, Einbindung von Teams und Mitarbeitern.

Hohe Geschwindigkeit und Kulturwandel

Die agile Strategie zeichnet sich durch kurze Zyklen aus. Flexible Anpassungsfähigkeit an eine sich schnell verändernde Umgebung ist nur möglich, wenn alle Abteilungen und Teams einbezogen werden. Das ist die Voraussetzung eines Kulturwandels. Neben der Strategie braucht die nachhaltige Umsetzung der Agile Strategie auch sehr viel kompetentes Leadership. Nur so kann eine „agile“ Kultur geschaffen werden, die nicht nur auf dem Papier existiert sondern von den Mitarbeitern angenommen und gelebt werden kann.

Mit Agile zu Innovationskraft

Die Studie „State of Agile“ zeigt, dass die agile Strategie zunehmend relevant wird und viele Unternehmen versuchen, das Konzept zu implementieren. Dennoch zeigt die Untersuchung, dass es in den meisten Unternehmen die mit „agile“ experimentieren noch keine große Akzeptanz über die Abteilungen und Geschäftsbereiche hinweg gibt. Interessant ist die Erkenntnis, dass Unternehmen, die „agile“ in vielen Bereichen anwenden ihre Innovationskraft enorm steigern konnten. Andere Studien zeigen, dass bei einer erfolgreichen Umsetzung der Fokus vor allem auf vier Bereichen liegt: Stärkere Orientierung an den Produkten mit stabilen Teams und klar zugeteilten Kompetenzen, modernisierte IT-Strukturen auf allen Geschäftsebenen, Bildung von selbstorganisierten Teams mit flachen Hierarchien, Performance-Zyklen von Produkten anstatt Budgetierung nach dem Kalenderjahr. Doch neben strategischem Vorgehen bedarf es auch kompetentem Leadership. Nur durch starkes Leadership kann die neue Kultur von Mitarbeitern angenommen und gelebt werden.

Best Practice

Tatsächlich zeigen sich bei der Umsetzung immer wieder Schwierigkeiten und Herausforderungen. Mitarbeiter können die agile Strategie oft nicht direkt annehmen. Deshalb experimentiert beispielsweise der Technologie-Konzern Bosch in einem Praxis-Laboratorium zur Gestaltung guter Arbeit. Dort werden verschiedene agile Methoden wie Planning-Poker, Sprints, Reviews und Stand-up-Meetings erprobt. Bosch investiert damit in das Gelingen des digitalen Wandels. Denn Geschäftsfelder wie die Industrie 4.0 und allgemein die Informationstechnologie werden für Unternehmen wie bspw. Bosch immer wichtiger. In diesen Feldern ist der Fortschritt rasant. Unternehmen, die nicht flexibel entwickeln, laufen Gefahr, veraltete Produkte auf den Markt zu bringen. Zudem möchte Bosch moderne Arbeitsstrukturen für „High Potentials“ bieten, denen neben einer guten Bezahlung ein modernes Arbeitsklima ebenso wichtig ist.