Beiträge

Ride Hailing

Ride Hailing Service revolutioniert Mobilität in Wachstumsmärkten

Städtische Mobilität in Schwellenländern wie Indonesien zeigt sich beschwerlich und zeitintensiv. In Indonesiens Hauptstadt Jakarta, der größten Stadt im viertbevölkerungsreichsten Land der Welt, beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit auf den Straßen nicht einmal 20 Kilometer pro Stunde. Die Straßen sind so voll, dass in der ganzen Stadt tagtäglich Verkehrschaos herrscht.

Ride Hailing Service Go-Jek erleichtert das Vorankommen in der Stadt

In Schwellenländern wie Indonesien erfordert die Verkehrssituation andere Mobilitätslösungen als in Industrieländern. Bei den übervollen Straßen und einem unzureichenden öffentlichen Verkehrsnetz stehen Pendler gut und gerne bis zu fünf Stunden täglich im Stau. Wenige können diese Zeit aufwenden und geduldig ertragen.

Go-Jek, Indonesiens führende Mobilitäts-App, hat ein innovatives Modell auf den Markt gebracht um dem tagtäglichen Verkehrskollaps entgegenzuwirken. Seit 2015 können die Bewohner der urbanen Zentren, des Inselarchipel Indonesien, den Ride Hailing Dienst in Anspruch nehmen. Go-Jek setzt hauptsächlich auf Motorroller statt Autos. Diese sind deutlich beweglicher und können sich durch stehende Autokolonnen mehr oder weniger problemlos durchschlängeln. Pendler sind so um ein vielfaches schneller am Zielort.

Go-Jek bringt Fahrer und Nutzer effektiv zusammen

Auch schon vor der Markteinführung von Go-Jek im Jahr 2015 boten unzählige sogenannte “Ojek”-Fahrer in den indonesischen Städten ihre Dienste an. Ojek bedeutet Motorroller in der Landessprache Bahasa Indonesia. Go-Jek, ein Wortspiel aus Go und Ojek, hat deren Dienste optimiert. Jeder Fahrer kann sich bei Go-Jek registrieren. So müssen Reisende nicht mehr die typischen Ojek-Plätze ansteuern um eine Transportmöglichkeit zu finden sondern können über die App einsehen, welcher Fahrer sich in der Nähe befindet und diesen direkt buchen. Zahlbar ist das Beförderungsentgelt wahlweise über die App oder in bar direkt beim Fahrer.

Mobilität und Services des täglichen Bedarfs in einer App

Go-Jek will nicht nur Personen von A nach B befördern. Unlängst wurde eine Vielzahl an weiteren nützlichen Dienstleistungen in die Go-Jek App eingebunden. So können die Nutzer der App Putzkräfte, Friseure oder Masseure zu sich nach Hause bestellen, Essensbestellungen in Auftrag geben, Pakete versenden, Mobilfunk Guthaben aufladen, Reparaturservices in Anspruch nehmen, Wäsche reinigen lassen und vielfältige weitere Shopping Angebote oder Dienstleistungen nutzen. Der digitale Bezahlservice Go-Pay rundet das Angebot ab und etabliert sich als Mobile Payment Standard in Indonesien. Stetig wächst das Unternehmen weiter und expandiert in neue Bereiche des täglichen Bedarfs, die sich durch Services bedienen lassen.

Neue Investments sollen Wettbewerber auf Distanz halten

Go-Jek avanciert zur Multi-App, durch die sich vielfältige Bedürfnisse im Alltag komfortabel lösen lassen. Die Chancen im Markt sind immens. Nicht nur in Indonesien funktioniert das Prinzip der All-in-one App, auch in vielen weiteren Schwellenländern mit intensiver Smartphone Nutzung kann das Modell von Go-Jek durchaus erfolgsversprechend sein. Das ging auch am Multi-Investor Google nicht vorbei. So investierte Google rund 100 Millionen US Dollar ins aufstrebende Unicorn Go-Jek aus Indonesien. Die aktuelle Bewertung des Unternehmens soll bei etwa vier Milliarden Dollar liegen. Hauptkonkurrenten von Go-Jek sind Uber und Grab. Allerdings kann Go-Jek bisher seinen Heimvorteil in Indonesien gut ausspielen. Wer im Südostasiatischen Markt am Ende das Rennen macht wird sich zeigen.

Service Angebot ohne Social Media Plattform

Vielversprechende Chancen für Ride Hailing Services sind in der gesamten südostasiatischen Region vorhanden. Indonesien als Vorreiter ist seit jeher besonders offen dafür, multiple Services über Smartphone Apps zu nutzen. Der Löwenanteil an der Internetnutzung erfolgt über mobile Endgeräte. In diesem Rahmen bewegt sich Go-Jek erfolgreich.

Im aufstrebenden Markt Südostasiens scheint Go-Jek den Zahn der Zeit getroffen zu haben. In Abgrenzung zur Multi-App WeChat aus China und der ähnlich aufgebauten App Line in Japan setzt Go-Jek nicht auf die Kombination mit einer breit genutzten Social Media Plattform. Dies ermöglichte in Indonesien eine weitaus höhere Reichweite an Nutzern und erreicht insbesondere die Altersklasse 35-64, die Smartphones und ihre Services zwar intensiv nutzt aber nicht zwingend einen Social Media Account besitzt. Go-Jek hat aktuell 15 Millionen aktive Nutzer pro Woche.

Multi-Apps auch für Europa?

Ähnliche Multi-Apps fehlen im europäischen Markt noch gänzlich. Zwar gibt es vielfältige Mobilitäts-Apps, die vor allem in Städten kaum mehr wegzudenken sind. Multi-Apps wie der Ride Hailing Service Go-Jek mit vielfältigen Angeboten für die Nutzer sind in Europa noch nicht verbreitet. Hier ist das Marktpotenzial noch weitestgehend ungenutzt.

Globale Mobilitätsentwicklung im Blick

Magility beobachtet die aufstrebende Startup-Szene in Südostasien gespannt. Die Tatsache, dass Go-Jek sich mit einem Ride Hailing Service als erstes Unicorn der indonesischen Startup Landschaft herauskristallisiert, wird weitere Innovatoren nach sich ziehen. Wir sind neugierig wie sich der südostasiatische Markt für Mobilitätsanbieter weiterentwickelt.

Trendstudien zur Entwicklung von Mobilitätsmärkten in Schwellenländern können Sie bei uns in Auftrag geben. Durch unser stetig wachsendes internationales Netzwerk finden wir für Sie auch passende Startups zur Innovationsunterstützung aus der ganzen Welt. Wir von Magility sehen große Chancen zukünftige Mobilitätsentwicklungen mitzugestalten und lassen Sie gerne teilhaben am Prozess der globalen digitalen Transformation. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

 

Digitale Geschäftsmodelle. Bestehende Geschäftsmodelle transformieren oder Start-ups integrieren? Bild: magility

Digitale Geschäftsmodelle – integrieren oder transformieren?

Das Problem bei digitalen Geschäftsmodellen ist vor allem, dass es noch keine Schablonen gibt, die man immer wieder anwenden kann. Während man in der Automobilindustrie über Jahrzehnte verlässliche Vorlagen für Geschäftsmodelle hatte, müssen diese im digitalen Bereich erst entwickelt werden. Ob sie funktionieren, lässt sich erst im Laufe der Zeit feststellen. Das Dilemma momentan: Es muss sofort gehandelt werden um Weichen für die Zukunft zu stellen. Wie erfolgreich und gewinnbringend die neuen digitalen Geschäftsmodelle sind wird sich aber erst in ein paar Jahren zeigen.

Inspiration aus dem Silicon Valley

Im Silicon Valley gibt es sie bereits unzählige Konzepte für erfolgreiche Unternehmen. Digital versteht sich. Doch die Industrie muss mit ganz anderen Anforderungen umgehen. Denn das solide Kerngeschäft lässt sich nicht einfach umkrempeln. Die Risiken sind viel zu hoch und nicht abschätzbar. Die tägliche Herausforderung ist es also, das Kerngeschäft durch digitale Geschäftsmodelle und Services zu erweitern.

Mehr Services für Kunden

Etablierte Konzerne kaufen Start-ups und kleinere Unternehmen auf und erschließen damit neue Märkte. Prominente Beispiele dafür sind Uber, der Echtzeit-Kartendienst Here und viele andere. Gleichzeitig ändern sich die Kundenbedürfnisse. Der moderne Verbraucher ist mobil, vernetzt und anspruchsvoll. Neben den Erwartungen an das Produkt wird auch ein guter, immer verfügbarer Service erwartet. Das Eigentum an einem Produkt wird hingegen zur Nebensache. So verändert sich die Wertschöpfung: Die Produkte eines Unternehmens werden immer mehr durch mobile Services und das Internet ergänzt. Darüber hinaus etablieren sich auch völlig neue Geschäftsmodelle, die vollkommen auf den digitalen Technologien basieren.

Digitale Geschäftsmodelle integrieren oder transformieren?

Nur selten lassen sich neue, innovative Geschäftsmodelle flexibel und einfach auf das traditionelle Geschäft übertragen. Entsprechend hoch ist der Druck, auch bestehende und etablierte Geschäftsmodelle zu hinterfragen, anzupassen und in neue Modelle einzuarbeiten. Um den digitalen Wandel nicht zu verschlafen müssen digitale Technologien in Unternehmen integriert werden um zu vermeiden, abgehängt zu werden. Die Frage die aber bleibt: Sollen Start-ups gekauft und integriert werden oder müssen bestehende Strukturen transformiert werden?

Start-up Nation Israel – ein Vorbild für die deutsche Start-up Szene?

Gemeinsamer Vortrag des Repräsentanten der Staatsregierung in Israel, Godel Rosenberg, und Vorstandssprecher Wirtschaftsrat Deutschland, Michael Mueller.

MWM Vortrag

Publikum und MWMPublikum