“Future Digital Business Networks – Innovationen im Zeitalter des IoT”

Wie reagiert ein Unternehmen auf aktuelle Innovationswellen und immer rasanter voranschreitende technologische Trends, um sich auch in Zukunft in einem dynamischen Marktumfeld mit schnellen Innovationszyklen erfolgreich zu positionieren?

Netzwerktreffen lokaler Führungskräfte

Führungskräfte lokaler mittelständischer Unternehmen trafen sich am Donnerstag, 4. April 2019 im futuristischen Ambiente der Carola Daimler Cars Eventlocation um genau dieser Fragestellung auf den Grund zu gehen. Dort fand die vierte, von magility und der Führungsriege der VP Bank gemeinsam organisierte Netzwerkveranstaltung “Future Digital Business Networks” statt. Diesmal stand das Thema “Innovationen im Zeitalter des Internet of Things” im Fokus. Durch den spannenden Abend führte, der aus TV- und Hörfunk bekannte Moderator, Andreas Groß.

Finanzwesen trifft auf Unternehmensberatung

Antony Lassanianos, CEO der VP Bank (Schweiz) AG, begrüßte die hochkarätigen Gäste aus Industrie und Wirtschaft. Im Anschluss bereicherten Dr. Michael Müller, CEO der magility GmbH, Jan Dietz, Partner der magility GmbH sowie Dr. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank und Dr. Urs Monstein, CEO a.i. und COO der VP Bank Gruppe, mit Ihren Vorträgen zu hochaktuellen Themen den Abend.

Dr. Thomas Gitzel ordnete digitale Innovationen aus volkswirtschaftlicher Sicht ein und veranschaulichte den Zuhörern, unter seinem Vortragstitel “Investing in Chance”, wie durch die richtigen Anlagen von dem globalen Megatrend profitiert werden kann. Den Zuhörern gab er sein Credo “Ohne Innovation droht der Stillstand” mit auf den Weg.

High-Tech Innovationen – Trends 2019

Im Anschluss zeigte Dr. Michael Müller die Technologie Trends 2019 auf und veranschaulichte, wie diese neuen Technologien als Basis für innovative Produkte und Dienstleistungen genutzt werden können. Artificial Intelligence, Big Data, DIY Biohacking, Quantum Computing, 5G und Robotik waren nur einige der Schlagworte, die er in seinem Beitrag erläuterte. IoT Investitionen werden sich laut Dr. Müller bis 2020 global auf circa 250 Milliarden Euro erhöhen. Elektrik und Elektronik sowie Cyber Security stehen dabei technologieübergreifend im Mittelpunkt. Jedes neue Gerät, das einem IoT Ecosystem hinzugefügt wird, schafft eine neue Angriffsfläche für Cyber-Attacken. Auch das Connected Car ist bereits heute ein essenzieller Teil des IoT. Für die Automobilbranche wird Software zum kritischen Erfolgsfaktor. Es gibt keine funktionale Sicherheit und keinen Datenschutz mehr ohne Cyber Security. Trotz riesiger Potentiale, die sich durch High-Tech-Innovationen ergeben, muss das Gesamtsystem mehrschichtig und nachhaltig geschützt werden. End-to-End Cyber-Security Lösungen müssen zum Fundament der neuen Technologien der Zukunft werden. Die Vertraulichkeit der Daten sowie der Schutz vor Cyber-Angriffen sind eine Grundvoraussetzung für die Massenakzeptanz von technologischen Neuerungen und High-Tech-Innovationen, so Müller.

Konnektivität – Die Basis technischer Innovationen im IoT Ecosystem

Die Konnektivität bildet die Grundvoraussetzung für technische Innovationen im IoT Ecosystem. Es wird immer wichtiger Produkte ineinandergreifen zu lassen. Die Produktzyklen sind kurz und auch die Prozesszyklen unterliegen heute einer ständigen Transformation. In Zukunft wird es durch die Möglichkeiten des IoT laut Müller nicht mehr nur einen Regelkreis geben der intern kommuniziert. Es wird viele Regelkreise geben, die miteinander vernetzt sind und die selbstständig untereinander kommunizieren. Es entstehen multiple Netzwerke von Echtzeitanwendungen, die ein Eigenleben entwickeln werden, also sich selbst verändernde Regelkreise in Echtzeit. Der Umgang mit diesen, sich selbst verändernden Netzwerken, wird die große Herausforderung für Unternehmen in der Zukunft, so Müller.

Digitale Geschäftsmodelle im IoT Umfeld

Jan Dietz ging anschließend näher auf die Anwendung der Technologietrends und Innovationen des IoT Umfelds ein. Er veranschaulichte, wie sich diese Trends auf Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle auswirken und wie sich Unternehmen bestenfalls den Herausforderungen in dieser disruptiven Zeit stellen. Digitale Geschäftsmodelle besitzen große Erfolgspotentiale, ganz vorne stehen Plattform-Ansätze wie sie beispielsweise Car-Sharing Anbieter wie car2Go, DriveNow oder Anbieter von multimodalen Mobilitätsdiensten wie moovel anwenden. Wachstumschancen ergeben sich für Unternehmen auch durch die Anwendung von KI, insbesondere von Machine Learning. Weiter stellte Jan Dietz Geschäftsmodelle aus dem Bereich digitalisierte Ökosysteme vor. Hierbei fielen Begriffe wie Blockchain und Digital Twin. Auch den Bereich DIY Biohacking betrachtete er kritisch und erläuterte, welche Geschäftsmodelle sich durch Biochips, Exoskelette und Smart Fabrics ergeben können. Selbstverständlich durften auch Anwendungsbeispiele die sich durch die Vernetzung ergeben nicht fehlen. So wird beispielsweise die Technologie der “Augmented Reality” schon in den verschiedensten Bereichen angewendet und auch durch Smart Homes und “IoT enabled Workplaces” ergeben sich interessante Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle. Nachdem dargestellt wurde, welche Möglichkeiten sich durch 5G und Quantencomputer in Zukunft ergeben, schloss Jan Dietz seinen Vortrag mit einer Einschätzung des Attraktivitätsgrades der vorgestellten Geschäftsmodelle bezüglich Investmentpotentialen – nicht ohne zu erwähnen, dass ein konsequentes Risiko- und Projektmanagement sowie ein professionelles Cyber Security Management die Basis des Erfolgspotentials bilden.

Future Banking – Innovationen und Digitalisierungstrends

Die Vortragsrunde schloss Dr. Urs Monstein. Er skizzierte das “Future Banking” und erlaubte den Teilnehmern einen Blick hinter die Kulissen der Bank, um aufzuzeigen, wie die VP Bank mit Innovationen und Digitalisierungstrends intern umgeht. Er ging dabei auch auf den Spagat zwischen Anpassungsfähigkeit und Standardisierung ein, den Banken bezüglich ihrer IT Strategie heute bewältigen müssen. Die VP Bank bedient sich aktuell schon verschiedenster State-of-the-art Lösungen und blickt den Veränderungen, die sich durch das IoT und den damit verbundenen Herausforderungen ergeben, positiv entgegen. High-Tech Lösungen und Innovationen sind wichtig und können auch den Banken und deren Kunden viele Prozesse erleichtern und vereinfachen. Im Mittelpunkt steht aber am Ende immer der Mensch. Deshalb ist es trotz neuer digitaler Angebote und Robo Advisors wichtig, den richtigen und zur eigenen Persönlichkeit passenden Vermögensverwalter an der Seite zu haben.

Podiumsdiskussion – Ein Blick hinter die Kulissen

Im Anschluss an die Vorträge folgte eine anregende Podiumsdiskussion mit Moderator Andreas Groß, in der die Inputs der Vorträge mit den Referenten und Veranstaltern vertieft diskutiert, sowie kritisch hinterfragt wurden. Andreas Groß sorgte mit seinen treffenden, teilweise auch mit Humor gespickten und stets herausfordernden Fragen für eine lockere Stimmung in der Podiumsrunde. So gaben die Referenten auch sehr persönlich gehaltene Stellungnahmen zu den diskutierten Themen des Abends ab. Damit regten sie die folgenden spannenden Netzwerkgespräche an, die sich beim anschließendem Flying Dinner zwischen Teilnehmern und Referenten ergaben.

Der kritische Erfolgsfaktor Mensch

Begleitend zur Veranstaltung „Future Digital Business Networks“ wurden Dr. Michael Müller und Jan Dietz von magility auf der Stuttgarter Börse zum Thema des Abends interviewt.

Wir danken unserem Partner VP Bank sowie unseren Gästen aus Wirtschaft und Industrie für ihr Kommen und ihren Input an diesem gelungenen und für alle Seiten inspirierenden Abend in der Carola Daimler Cars Eventlocation. Wir freuen uns schon jetzt auf die Fortsetzung der Netzwerkveranstaltung “Future Digital Business Networks” Im Frühjahr 2020.

Wenn Sie in der Unternehmensleitung tätig sind und Interesse haben, an der Netzwerkveranstaltung „Future Digital Business Networks“ im nächsten Jahr teilzunehmen, kontaktieren Sie uns. Wir merken Sie gerne für die Einladungsrunde zu Future Digital Business Networks vor.

Sie möchten sich schon vorher über neueste Innovationen, Trends, deren Chance und Risiken und Geschäftsmodelle der Zukunft informieren? Dann sprechen Sie uns von magility gerne an!

Smart Drugs und Biohacking – Das bessere Ich

Dass Menschen ihre Fähigkeiten ausbauen und verbessern wollen, ist so natürlich wie gewöhnlich. Handwerke, Sportarten, Sprachen und andere Fertig- und Fähigkeiten werden trainiert und erlernt. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Produktneuheiten werden heute zu sozialen Trends, die den alten Verbesserungstrieb der Menschheit sogar noch intensivieren. Smart Drugs und Biohacking sind zwei dieser Trends, die aktuell in den Fokus rücken.

Biohacking – Zutritt zum Körper

Da unterschiedliche Akteure mit verschiedensten Hintergründen auf dem Gebiet des Biohacking unterwegs sind, existiert noch keine allgemeingültige Begriffsdefinition. Betrachtet man den Begriff Biohacking genauer, fällt eine Umschreibung dieses Worts nicht schwer. Bio steht für die biologische Beschaffenheit des menschlichen Körpers. Hacking beschreibt einen kreativen Umgang mit der Technik und deren Veränderung. Beim Biohacking geht es folglich um effektive, vermeintlich positive Veränderungen des eigenen Körpers unter individueller Nutzung des Fortschritts von Umweltwissenschaften und Biologie. Das Ziel eines Biohackers ist dabei immer die Erhöhung der eigenen Leistungsfähigkeit und Gesundheit, gemäß dem oft genutzten Slogan “Be the best you can be”.

Die Bandbreite an Biohacks ist groß

Die Möglichkeiten, die sich durch Biohacking ergeben, sind heute schon vielfältig, stecken aber gemessen an dessen Potential immer noch in den Kinderschuhen. So gibt es beispielsweise Biohacker, die sich selbst Grinder nennen und sich kleine magnetische Kugeln in die Fingerkuppen einsetzen, um sich für Magnetfelder zu sensibilisieren. Weiter hat das kleine Unternehmen Cyborgnest ein Implantat entwickelt, das wie ein Piercing am Oberkörper befestigt wird und anfängt zu vibrieren, sobald sich der Träger in Richtung Norden bewegt. Damit soll eine Orientierung ähnlich der von Vögeln möglich werden. Unter die Haut eingesetzte Near-Field-Communication-Chips (NFC), die auf der Radio Frequency Identification (RFID-Technologie) basieren, sind derzeit schon weiter verbreitete Biohacks. Die RFID-Technologie ermöglicht, dass sich Sender-Empfänger-Systeme ohne Berührung und völlig automatisiert identifizieren können. Der Biohacker kann mit diesen implantierten Chips zum Beispiel drahtlos (Auto-)Türen öffnen oder bargeldlos bezahlen.

Was erwartet uns in Zukunft?

Bedenkt man, dass Vertreter der Biohacking-Bewegung ein transhumanistisches Weltbild pflegen, also annehmen, dass ein flüssiger Übergang zwischen Mensch und Maschine mehr und mehr real wird, dann ergeben sich daraus interessante Zukunftsaussichten. Die aktuell möglichen kleinen körperlichen Erweiterungen sind bisher lediglich bessere Piercings mit wenigen digitalen Funktionen. Wearables wie Smart-Watches haben einen weitaus größeren Funktionsumfang. Geht man aber von Cyborgs aus, dem Mischwesen aus Organismus und Maschine, kann in mittlerer Zukunft noch sehr vieles möglich werden, was heute noch als Science-Fiction abgetan wird. Beispiele wären digitale Netzhäute, die Menschen sehen lassen wie ein Adler und, nach dem Augmented-Reality-Prinzip, aus dem Internet geladene Informationen einblenden. In der Theorie könnten alle Körperfunktionen in Zukunft durch Implantate verbessert werden.

Gefahren des Biohackings

Anhänger des Biohackings vertreten oftmals eine Do-It-Yourself-Philosophie. Sie sehen sich als Biopunks und damit nicht als Teil institutionalisierter Wissenschaft. Die Verwendung von selbst entwickelten Produkten, die keinen Testvorschriften unterliegen, sowie selbst durchgeführte Operationen am eigenen Körper, bergen ein erhebliches Gesundheitsrisiko z.B. durch mögliche auftretende Infektionen. Ganz zu schweigen von den unvorhersehbaren Reaktionen des Körpers auf die Implantate, insbesondere wenn diese eine hohe Komplexität mit weit reichender Funktionalität aufweisen.

Smart Drugs – Das Ich und die Chemie

Neben der auf Technologie basierenden Verbesserungen des Körpers, gibt es auch Möglichkeiten diese auf chemischer Basis zu erreichen. Schließlich sind die meisten Körperfunktionen nicht mechanisch oder elektrisch gesteuert, sondern basieren auf chemischen Reaktionen, ganz besonders unsere Gehirnfunktion. Die chemischen Substanzen, die diese Verbesserungen erzeugen sollen, werden unter dem Oberbegriff Smart Drugs gehandelt und diskutiert. Gelegentlich wird auch der Begriff Nootropics dafür verwendet. Gemeint sind Nahrungsergänzungsmittel oder auch Arzneimittel, die eine positive Wirkung auf die Denkleistung versprechen. Durch die Einnahme solcher Mittel soll die Konzentrations- und Lernfähigkeit ebenso verbessert werden wie die Schlafqualität. Die Merkmale von Smart Drugs sind unter anderem das Ausbleiben von Nebenwirkungen, Legalität sowie eine fehlende Toxizität. Leistungssteigernde illegale Drogen wie etwa Amphetamine sind damit nicht gemeint, da diese erhebliche körperliche Schäden verursachen können. Es gibt allerdings eine steigende Anzahl an Individuen, die Anti-Alzheimer-Mittel einnehmen, obwohl keine entsprechende Diagnose gestellt wurde. Die vermeintliche Harmlosigkeit von Smart Drugs ist jedoch nicht abschließend gesichert, genauso wie deren Wirksamkeit meist nicht durch professionelle Studien nachgewiesen wurde. Smart Drugs sind also so etwas wie die chemische Do-It-Yourself-Variante des Biohackings. Die Nutzer orientieren sich mehr an persönlichen Erfahrungsberichten aus der Szene als an wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen.

Smart Drugs weitergedacht

Droht neben einer digitalisierten Entmenschlichung nun auch noch eine “Ritalinisierung” unserer Gehirne? Traditionalisten würden diese Gefahr wohl sehen. Absolute Technologieverweigerer sind aber selten geworden. So wird die Ablenkung durch etwa ein Smartphone meist als weniger negativ gesehen, verglichen mit den Möglichkeiten, die sich durch den Besitz ergeben. Genauso könnte es sich auch bald mit digitalen Implantaten verhalten. Stellt sich in Zukunft heraus, dass es durch bestimmte Pillen kostengünstig und gefahrlos möglich ist, den IQ um 20 Prozentpunkte anzuheben, ist anzunehmen, dass die Mehrheit der Bevölkerung nichts dagegen einzuwenden hat die eigene Lernfähigkeit, das Erinnerungsvermögen sowie die Schlafqualität etc. zu verbessern.

Das Thema bleibt spannend. Wir von magility blicken gerne gemeinsam mit Ihrem Unternehmen auf aktuelle und kommende Trendthemen, um deren Profitabilität zu prüfen und zu bewerten, welche disruptiven Innovationen zu Ihrem Unternehmenserfolg beitragen können.  

Kapstadt aus der Luft © HandMadePictures, stock.adobe.com

Invest in Afrika – Digitalisierung treibt Entwicklung voran

Die Hoffnung für langfristiges Wachstum in Afrika ist groß. Immer mehr Länder des afrikanischen Kontinents werden zu stark wachsenden Volkswirtschaften mit rapide steigendem Bedarf an Arbeitsplätzen und innovativen Lösungen für das Leben im urbanen sowie im ländlichen Raum. Hochrechnungen zufolge wird sich die Bevölkerungszahl Afrikas in den nächsten 25 Jahren verdoppeln. Schon im Jahr 2030 wird es voraussichtlich 17 Städte mit über 5 Millionen Einwohnern geben. Ein stetiger Zuwachs an jungen Menschen, insbesondere in den urbanen Zentren, verlangt innovative Lösungen vor Ort. Hierfür stehen Millionen Arbeitskräfte zur Verfügung. Das Wachstum wird derzeit überwiegend von Technologien und Basisdienstleistungen und weniger von Ressourcen getragen. Fast überall herrscht Aufbruchstimmung und die Menschen streben danach sich zu bilden, zu entwickeln und zu wachsen.

Wachstumsmärkte in Afrika

Die Landfläche Afrikas ist größer als die von China, Europa und den Vereinigten Staaten zusammen. Auf 55 Länder verteilt sich eine Gesamtbevölkerung von 1,2 Milliarden Menschen die mehr als tausend verschiedene Sprachen sprechen. Wirft man einen Blick auf das Einkommensniveau, die Verfügbarkeit von Ressourcen, den Stand der Infrastrukturen, den Bildungsstand sowie die wirtschaftliche Entwicklung der verschiedenen Länder Afrikas, wird deutlich, wie stark sich die Länder auf diese Faktoren bezogen unterscheiden.

Diversität zeichnet Afrika aus, eine einheitliche Betrachtung des Kontinents ist nicht möglich. Vielmehr gibt es innerhalb des afrikanischen Kontinents aufstrebende Staaten mit florierendem Wirtschaftswachstum, allen voran Kenia, Äthiopien, Ghana und Angola.

Kenias aussichtsreiche IT-Vision

Es wurden und werden aktuell verschiedene Ansätze verfolgt um die wirtschaftlichen Bedingungen in Kenia zu verbessern. So entwickelte Kenia beispielsweise die Vision 2030, die zum Ziel hat, die gesamte IT Infrastruktur im Land zu verbessern. Der Ausbau von Glasfaser Internet wurde bereits umfangreich vorangetrieben und in vielen Gegenden ist das schnelle Internet bereits verfügbar.

Als Flaggschiffprojekt plant die Regierung in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft die Konza Technology City. Konza City, südlich von Nairobi in Richtung der Küstenstadt Mombasa gelegen, soll in Zukunft das Zentrum der digitalen Zukunft Kenias bilden. In Konza City sollen sich Firmen und Gründer aus den Bereichen Geschäftsprozess-Outsourcing, Softwareentwicklung sowie Rechenzentren, Call Center und Fertigungsstätten für Leichtbau ansiedeln. Außerdem sind ein Wissenschaftspark, ein Kongresszentrum, Einkaufszentren, Hotels, internationale Schulen und eine Gesundheitseinrichtung geplant. Die kenianische Regierung hat sich mit der Vision 2030 zum Ziel gesetzt eine Weltklasse-Stadt zu errichten, die von einem florierenden IT-Sektor angetrieben wird und bis 2030 100.000 Arbeitsplätze schaffen soll.

Mobile Banking M-Pesa kommt aus Kenia

Für die Wirtschaft und die aufkommende Startup Landschaft in Subsahara-Afrika ist die Digitalisierung treibende Kraft und wichtigster Motor. In einigen Bereichen ist der afrikanische Kontinent bereits Vorreiter, wie beispielsweise im Mobile Payment. Der führende Anbieter von mobilen Bankdienstleistungen M-Pesa wurde in Kenia entwickelt und hat heute knapp 30 Millionen aktive Kunden. Mit einem einfachen Mobilfunktelefon können vielfältige Geldtransaktionen von einfachen Banküberweisungen, zu Geldeinlagerung bis zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen über PIN-geschützte SMS Nachrichten getätigt werden. Diese Innovation aus Kenia ist heute auch außerhalb von Ostafrika erfolgreich in zehn weiteren Märkten vertreten.

E-Commerce, Drohnen & Infrastruktur

Aufgrund der Vielfältigkeit der Digitalisierung hat der Ostafrikanische Wirtschaftsraum gute Chancen sich zum Digital-Hub zu entwickeln. In Ruanda werden Medikamente aktuell schon durch Drohnen zugestellt. Außerdem existieren bereits erste große E-Commerce-Plattformen sowie innovative, lokale Lösungen, die dabei helfen vorherrschende Infrastrukturprobleme zu bewältigen. Im Ausbau ihres digitalen Ökosystems verzeichnen einige Länder Subsahara-Afrikas mit die stärksten Wachstumsraten der Welt, und dabei besteht noch Potenzial nach oben. Entsprechend groß sind die Chancen für die deutsche Wirtschaft in diesem aufstrebenden Wachstumsmarkt Innovationen zu betreiben.

Kooperationen – neue Möglichkeiten für die deutsche Wirtschaft

Damit das Geschäft für deutsche Unternehmen in Afrika gelingt, brauchen sie zuverlässige Partner vor Ort. Wir von magility freuen uns über unseren neuen Kooperationspartner KC&E (Kenia Consulting and Enterprises). Gemeinsam begleiten wir deutsche Unternehmen beim Markteintritt im ostafrikanischen Wirtschaftsraum sowie afrikanische Unternehmen für den Markteintritt in Europa. Durch die Kooperation gewinnen wir ein ausgereiftes Netzwerk zu den wichtigen Märkten in Kenia, Tansania, Äthiopien, Uganda und Ruanda.

Afrika besitzt ein unglaubliches großes Potenzial, die sich stets entwickelnde High-Tech Startup-Szene über den gesamten afrikanischen Kontinent bezeugt dies. Wir ergänzen mit der Kooperation auch unser Netzwerk zu internationalen innovativen Start-Ups. Wir unterstützen Unternehmen bei der Entwicklung digitaler innovativer Geschäftsmodelle und vernetzen sie mit den zu ihnen passenden Innovationstreibern aus Afrika, Israel und weiteren technologisch aufstrebenden Regionen.

Technologische Innovationen sind essentiell um für die anstehenden Herausforderungen gerüstet zu sein und erfolgsversprechende Geschäftsmodelle für die Zukunft zu entwickeln. Wir von magility sind vorne mit dabei und arbeiten gerne gemeinsam mit Ihnen an Ihrer Wachstumsstrategie für den afrikanischen Kontinent. Wir freuen uns auf Sie!

Smart Farming – Die digitale grüne Revolution

Die digitale Vernetzung in der Landwirtschaft blüht auf. Wie in der Industrie wird inzwischen von der Landwirtschaft 4.0, dem Bauernhof 4.0 oder e-Farming gesprochen. Andere sagen einfach: Smart Farming. Smart Farming beschreibt im Wesentlichen den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Landwirtschaft. Entwicklungen, wie das Internet der Dinge (IoT), Sensortechnologien, GPS-Systeme, Robotik und vor allem Big Data sowie Künstliche Intelligenz, spielen in der technologisch optimierten Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Sowohl auf der technologischen als auch auf der organisatorischen Ebene sind in den letzten Jahren deutliche Fortschritte zu verzeichnen.

Was sind die Treiber der Entwicklung?

Einen großen Anteil an den aktuellen Entwicklungen kann man dem Internet der Dinge, auch Internet of Things (IoT) genannt, zuschreiben. Das Farming-IoT beschreibt ein Netzwerk, in dem landwirtschaftliche Fahrzeuge, deren Anbaugeräte und eine Farming IT-Plattform miteinander vernetzt sind. Gleichzeitig verbreitet sich der Trend des Precision-Farming: Anbauflächen werden detailliert topografisch vermessene und deren organisches Bodenmaterial analysiert. Werte etwa für Feuchtigkeit, Stickstoff- und Magnesiumgehalt sowie der ph-Wert werden dabei stetig erhoben und bewertet. So können Bewässerung, Düngemittel und evtl. Pestizide zielgenau und ressourcenschonend eingesetzt werden. Mit fortschreitender Entwicklung werden auch unbemannte Maschinen wichtige Bestandteile des Smart Farming sein. 

Drohnen und Sensoren unterstützen Smart Farming

Stationäre Sensoren liefern kontinuierlich Informationen über den Zustand der Böden. Mit fliegenden Drohnen und an Traktoren angebrachten Sensoren und Messinstrumenten wird der Pflanzenwuchs auf den Feldern kontrolliert und bewertet. Krankheiten an Erntepflanzen können so frühzeitig erkannt und einer weiteren Ausbreitung zuvorgekommen werden. Der Grad der Automatisierung steigt dabei kontinuierlich an. Automatisierte Fahrsysteme entlasten den Bauern, erhöhen die Effizienz und senken gleichzeitig den Verbrauch von Dünge- und Spritzmitteln. Der Einsatz von Ernte-Robotern, die mit einer zentralen Agrarsoftware Plattform vernetzt sind, nimmt ebenfalls zu.

Smart Farming und Big Data

Die sensorische Überwachung und Steuerung einer landwirtschaftlichen Produktion erzeugt eine immense Datenmenge. In cloudbasierten Anwendungen werden die gesammelten Daten zusammengeführt und ausgewertet. Dem Bauer ist es mit einem Smartphone oder Tablet möglich, den gesamten aktuellen Status seines Betriebes inklusive dem seiner Felder 24/7 abzurufen. Entscheidungsprozesse können deshalb folglich auch schwerpunktmäßig datenbasiert erfolgen. Dabei werden nicht nur die durch die eigenen Maschinen und Sensoren gesammelten Daten verwendet. Auch externe Datenquellen, wie Wetter- und Marktdaten oder Benchmarks von benachbarten Farmen, können genutzt werden. Aufgrund umweltbedingter Volatilitäten ist die erfolgreiche Produktion von Agrarprodukten abhängig von situativen Entscheidungen. Um die Wahrscheinlichkeit für korrekte, produktivitätsfördernde Entscheidungen zu erhöhen, analysieren Algorithmen oder künstliche Intelligenzen (KI) die große zur Verfügung stehende Datenmenge. Der Bauer erhält dadurch datenbasierte Entscheidungsempfehlungen.

Smarter Datenaustausch über Plattformen

Die großen Anbieter für Agrartechnologie bieten bereits seit einigen Jahren meist proprietäre Plattformen zur Zusammenführung und Auswertung der erhobenen Daten an, z.B. AGCO mit AgCommand, John Deere mit FarmSight, FieldScripts von Monsanto oder 365FarmNet von Claas. Aber auch immer mehr Start-Ups tummeln sich mit ihrer kreativen Innovationskraft auf dem Markt, wie etwa Conservis oder Agrivi. Werden die Datenbestände Dritten zur Verfügung gestellt, wird auch die Transparenz gegenüber den Kunden erhöht. Nahrungsmittel können so über alle Stufen des Produktionsprozesses zurückverfolgt werden. In Zeiten in denen stetig mehr Konsumenten bewusster hinschauen und wissen wollen woher ihr Essen stammt, was sich auf ihrem Teller befindet oder ob sie beispielsweise wirklich ein biologisch angebautes Produkt vor sich haben, trägt Smart Farming zu einem zeitgenössischen Transparenzanspruch bei.

Agrar-Megatrends Robotik und Connectivity

Wie weit die Vernetzung in der Landwirtschaft bereits fortgeschritten ist beweist AGCO-Fendt mit seiner auf Schwarmtechnologie basierten Innovation MARS (Mobile Agricultural Robot Swarms). Dabei erledigen etwa 40kg leichte autonome Roboter die Maisaussaat. Werden diese Maschinen einmal auf dem Feld ausgesetzt, erledigen sie ihre Aufgabe selbstständig und kehren nach getaner Arbeit an einen zuvor bestimmten Ort zurück, wo sie wieder eingesammelt werden. GPS gestützte selbstfahrende Maschinen und autonome Roboter bleiben ein Zugpferd der technologischen Entwicklung im Agrarsektor. Auch wenn man den Blick vom freien Feld abwendet und auf das Indoor-Farming richtet, behält der Connectivity-Trend seine Relevanz. So wird beispielsweise im sogenannten Vertikal Plant Factoring oder auch Vertical Indoor Farming oft vollautomatisch auf mehreren Stockwerken Gemüse angebaut. Roboter übernehmen den gesamten Prozess. Von der Aussaat, der Anzucht und Überwachung bis hin zur Ernte erledigen sie alle anfallenden Aufgaben. Jede einzelne Pflanze wird dabei genau überwacht. Unternehmen wie die Lehner GmbH haben maßgeschneiderte Bio-Sensoren dafür entwickelt. Start-Ups wie zum Beispiel Infarm bieten Lösungen für den privaten Gebrauch, Supermärkte oder Restaurants an, die eine ganzjährige autonome Produktion von Grünzeug ermöglichen. Da die Weltbevölkerung weiter wächst und die Anbauflächen begrenzt sind, könnte darin die Lösung für ein von Vielen befürchtetes zukünftiges globales Versorgungsproblem liegen. Smart Farming kann also vielfältig zur Lösung herannahender Herausforderungen beitragen.

Cyber Security im Smart Farming

Durch die oben skizzierten aktuellen Entwicklungen in der digitalisierten Landwirtschaft, ergeben sich ganz neue Ansprüche an den Umgang mit landwirtschaftlichen Daten. Carl-Albrecht Bartmer der Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) stellt fest, dass Daten in der Landwirtschaft zu einem Produktionsfaktor geworden sind, der so wichtig werden könnte wie Arbeit, Boden und Kapital. In der Branche werden derzeit Forderungen laut, den Datenschutz und die Datensicherheit auszubauen. Die Landwirte wollen sicher gehen, dass sie es sind, die von den selbst gesammelten Daten profitieren. Die erhobenen Betriebs-, Maschinen- und Geschäftsdaten seien in erster Linie auch Geschäftsgeheimnisse. Trotz dem Wunsch die Landwirtschaft näher mit dem Verbraucher zusammen zu bringen, ist ein Agrarunternehmen noch lange kein gläserner Betrieb.

In der Landwirtschaft bieten sich also aktuell so viele spannende Innovationsmöglichkeiten wie noch nie. Gerne beraten wir Sie zu Ihren Handlungsmöglichkeiten.

Sprachsteuerungssysteme – Künstliche Intelligenz verhilft zum Durchbruch

„Liebes Auto, bitte rufe Stefan Mayer an!“ „Tut mir leid, ich kann die Adresse Eierstraße leider nicht finden.“ Solche Dialoge mit Sprachsteuerungssystemen sind den meisten Menschen genauso bekannt wie leidig. Die Möglichkeiten von Spracheingabe waren immer so verlockend wie begrenzt. Nur ganz bestimmte Begriffe in festgelegter Reihenfolge, langsam und unnatürlich gesprochen wie von einem Roboter und ganz ohne Nebengeräusche führten zum Erfolg. Die neueste Generation dieser Sprachsteuerungssysteme ist ihren Vorgängern einen großen Schritt voraus. Erstmals sind so etwas ähnliches wie natürliche Gespräche mit diesen Systemen möglich und mehrere gesprochene Wege führen zum Ziel.

ASR und NLU – Begriffe die man kennen sollte

Bei der automatischen Spracherkennung “ASR” (Automatic Speech Recognition) werden Computerhardware und softwarebasierte Techniken zur Erkennung und Verarbeitung der menschlichen Stimme verwendet. ASR wird verwendet um die Wörter zu identifizieren, die eine Person gesprochen hat, oder um die Identität der in das System sprechenden Person zu authentifizieren. Natural Language Verständnis “NLU” (Natural Language Understanding) ist ein Zweig der künstlichen Intelligenz, der Computersoftware verwendet, um die Eingabe in Form von Sätzen im Text- oder Sprachformat zu verstehen. ASR verwandelt Sprache also zu Text – kann es folglich “lesen”. NLU versteht aber erst die Bedeutung dahinter.

Was brachte den Durchbruch?

Der große Beschleuniger der Technologie war die Verlagerung der Spracherkennungssoftware in die Cloud. Den Anfang machte damals Apple mit der Einführung des Spracherkennungsassistenten “Siri” auf den iPhones. Amazon zog mit „Alexa“ nach. Auch Google mit seinem „Google Assistant“, Samsung mit „Bixby“ und Microsoft mit „Cortona“ sind neben anderen kleineren Herstellern die Haupttreiber der Entwicklung. Wird der Sprachassistent mit einem Codewort aktiviert und eine Frage gestellt, dann wird diese Anfrage zu einem Server des Anbieters gesendet, wo nach Analyse durch eine künstliche Intelligenz eine wahrscheinlich passende Antwort generiert und zurück beim Fragesteller über einen Lautsprecher ausgegeben wird. Internet basiertes maschinelles Lernen ist die technische Voraussetzung für ein möglichst natürliches Erlebnis mit Sprachsteuerung. Ein Zusammenspiel von Deep Learning, Cloud Computing, Neuronalen Netzwerken und künstlicher Intelligenz führt hierbei zu immer besseren Ergebnissen.

Welche Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich?

Grundsätzlich geht es bei der Nutzung von Spracherkennung schon lange nicht mehr um das bloße Diktieren von Text, sondern darum, einen Computer zu steuern und ihn mit bestimmten Services zu beauftragen. Die Sprache wird hierbei zu einer weiteren Schnittstelle, welche die Interaktion von Mensch und Gerät erleichtern und verbessern soll. Anstatt sich in einem Auto umständlich durch verschachtelte Menüs klicken zu müssen, genügt ein einziger gesprochener Satz, um z.B. die Navigation mit einer neuen Zielführung zu beauftragen. Das spart Zeit, Nerven und es lenkt den Fahrer im Zweifel deutlich weniger vom Verkehrsgeschehen ab. Auch bei Betrachtung der Angebote von Amazon oder Google steht eine vereinfachte Nutzung der eigenen Dienste im Mittelpunkt. So lassen sich Suchanfragen zu Sportereignissen, Nachrichten oder dem Wetter durchführen, Musiktitel abspielen, Bestellungen aller Art aufgeben sowie Anrufe und Textnachrichten versenden und empfangen. Vereinfacht zeichnet sich folgendes Szenario für Spracherkennungen ab: MBUX kann alles was ein Mercedes kann, Google Home kann alles was Google kann und Alexa kann alles was Amazon kann.

Potenzierte Nutzungsmöglichkeiten durch Integration von Drittanbietern

Besonders spannend wird es, wenn die Sprachsteuerungssysteme “offen” sind auch die Geräte von Drittanbietern zu steuern. Smart Home ist hier ein wichtiges Stichwort. Dabei geht es darum, möglichst alle Funktionen eines Haushalts per Sprachbefehl zu steuern: Heizung, Licht, Rollläden, Musik, Backöfen, die Kaffeemaschine, die Verriegelung der Türen, den Staubsaugroboter oder die Überwachungskameras. Wöchentlich werden weltweit neue Produkte lanciert, die sich durch die zentralen Sprachsteuerungssysteme der großen Hersteller im wahrsten Sinne des Wortes ansprechen lassen. Somit sind Sprachsteuerung und das Internet of Things zwei große Technologietrends, die sich gegenseitig verstärken.

Integrierte Sprachassistenten im Fahrzeug

Neben Assistenten für reines Infotainment, die über das Smartphone funktionieren, also ohne direkten Zugriff auf das Fahrzeug wie beispielsweise Apple CarPlay und der Sprachassistent Chris von German Autolabs, spielen integrierte Sprachassistenten, die Zugriff auf das Fahrzeug haben eine immer wichtiger werdende Rolle in der Automobilbranche. Zu diesen integriertem Sprachassistenten zählen z.B. MBUX “Hey, Mercedes!” von Daimler unter Mitwirkung der Firma Nuance, der Sprachassistent Casey von Bosch sowie Android Auto von Volvo.  Auch Amazons virtueller und sprachgesteuerter Assistent Alexa geht unter die Autofahrer. Alexa ist “offen” und steht auch anderen Hardwareherstellern zur Verfügung.

So hat zum Beispiel VW eine Partnerschaft mit dem Online-Händler Amazon angekündigt und Anfang des Jahres (2018) skizziert, wie man aus dem Auto heraus mit Hilfe von Alexa daheim die Jalousien öffnen oder die Vorräte im Kühlschrank überprüfen kann. Continental zeigte in Las Vegas ein neu entwickeltes Infotainmentsystem, das in Zukunft sowohl mit der On-Board-Diagnose des Autos verbunden als auch mit der Alexa Sprachsteuerung ausgestattet sein soll. Ford integriert Amazon Alexa per Software-Update in allen Autos mit Sync 3 Entertainment System – vorerst aber nur in den USA. Seat hat Alexa in den Ibiza, den Leon, den Ateca und Ende August auch in den Arona geholt. BMW und Mini haben Alexa seit Mitte 2018 in alle neuen Modelle integriert. Beispielsweise kann der Autofahrer das aktuelle Kinoprogramm oder das Wetter am Zielort erfragen, die Lieblings-Playlist abspielen oder shoppen – einfach per Sprachbefehl in die Cloud. Heute sind Sprachsteuerungssysteme schon in 55 Millionen Autos (Statista) sowie in der Headunit integriert. Auch im Aftersalesbereich spielt die Integration von Alexa eine immer größere Rolle. Laut einer Veröffentlichung der FAZ im Januar 2019 hat Amazon die Marke von 100 Millionen verkauften Geräten mit seiner Sprachassistentin Alexa an Bord geknackt. In der StudieAn outlook on INTELLIGENCE in 2024 finden sich weitere Informationen und Zahlen zum Thema Sprachassistenten.  

Welche Einschränkungen gibt es?

Neben den vielen bereichernden Möglichkeiten von Spracherkennungssoftware gibt es noch einige Hindernisse zu überwinden. So ist es für die Erkennung eindeutiger Befehle immer noch hinderlich, wenn Anweisungen kontextbasiert erfolgen, wenn undeutlich gesprochen wird oder der eigene lokale Akzent allzu dominant ausgeprägt ist. Sehr vereinzelt verbreiten sich ab und an Zeitungsmeldungen über fehlgeleitete Sprachbefehle, so wurde laut Businessinsider einmal angeblich das Gespräch eines Ehepaares aufgenommen und automatisch per Email versandt. Noch deutlicher werden die Risiken bei Betrachtung der Datensicherheit. Die Hersteller beteuern zwar, dass Daten erst nach Aktivierung durch das Codewort an die eigenen Server gesendet werden. Kritische Konsumenten werden dennoch hellhörig, wenn beispielsweise Google durch personalisierte zielgenaue Werbung seine Umsätze erzielt. Je mehr ein digitaler Assistent über seinen Nutzer weiß, desto besser funktioniert er. Es gibt hier also einen klassischen Zielkonflikt zwischen dem Sammeln von persönlichsten Daten und der reibungslosen Funktionalität eines Produktes welches den Alltag erleichtern soll.

Was erwartet uns noch in der Zukunft?

Die künstliche Intelligenz der digitalen Assistenten soll den Nutzer beobachten, von ihm lernen und sich ihm anpassen. Nur so kann das entstehen was wir von einer Menschlichen Stimme erwarten: Nähe. Nur so kann aber auch das entstehen was viele fürchten: der gläserne Mensch, vollkommene Überwachung und das Vorhersagen sowie die Beeinflussung unserer Gedanken und Handlungen. Gleichzeitig erhöht sich dadurch die Effizienz der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Denn nur mit Intuition ist ein gegenseitiges menschliches Verstehen möglich. Wir alle versuchen die Gedanken unseres Gegenübers zwischen den gesprochenen Zeilen zu lesen. Warum sollten wir es also fürchten, wenn unser guter alter Gehilfe Computer dasselbe tut? Vielleicht darum, weil diese Dienste und Services jemandem gehören der mit unseren Daten sein Geld verdienen will. Die Angst vor der finanziellen Ausschlachtung des eigenen Lebens bleibt also. Vielleicht ist dies aber auch die angemessene nächste Stufe – hin zu neuer Lebensqualität mit digitalen Helfern.

Was sprechen die Zahlen?

Laut einer von Tracticta erhobenen und von Statista im August 2016 veröffentlichten Studie, steigen die weltweiten Nutzer virtueller digitaler Assistenten von 390 Millionen im Jahr 2015 auf 1831 Millionen Nutzer bis zum Jahr 2021 an. Für das Jahr 2019 wurde die Zahl der weltweiten Nutzer von virtuellen digitalen Assistenten dabei auf rund 1,4 Milliarden prognostiziert. Laut Handelsblatt wurden im Jahr 2018 weltweit bereits 7,5 Milliarden Dollar mit Spracherkennungssoftware umgesetzt. 2015 waren es laut einer von Horizont veröffentlichten Erhebung von Tracticta (Horizont Nr. 9, 02.03.2017, Seite 18) noch 17,7 Millionen US-Dollar. Laut des Artikels im Handelsblatt lassen weitere Studien von Canalys und IDC einen Anstieg auf 27,8 Milliarden Dollar im Jahr 2022 erwarten. Das entspräche einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 20%.

Neben der Sprachsteuerung in Fahrzeugen und den Services von Google, Apple und Amazon zählt auch der Gesundheitsbereich zu einer Industrie, der bedeutend zum Wachstum beiträgt. Auch bei mobilen Bankgeschäften ist die Authentifizierung über die Stimme ein Trend. Viele Experten nehmen inzwischen an, dass der gesamte Customer Service Bereich branchenübergreifend vor einer Revolution durch sprechende künstliche Intelligenzen steht.

Was kommt auf Ihr Unternehmen zu und wie profitieren Sie von den neuen Entwicklungen und Technologien? Kontaktieren Sie uns gerne und wir erörtern gemeinsam neue Wachstumschancen für ihr Unternehmen.

 

Nutrigenomik - Genanalyse und Body Monitoring

Nutrigenomik – Genanalyse und Body Monitoring

Durch den Megatrend der Nutrigenomik, verändert sich die Definition der Gesundheit. Einerseits erlauben neue Methoden individualisierte Analysen der genetischen Ausstattung eines Menschen. Daraus können Rückschlüsse über bestimmte Krankheitswahrscheinlichkeiten im Lebensverlauf gezogen werden. Andererseits gibt es neue Erkenntnisse darüber, wie die Ernährung Gesundheitsrisiken stark verringern kann. Das Zusammenspiel dieser neuen Methoden und Erkenntnisse wird unter dem Begriff Nutrigenomik diskutiert.

Was steckt dahinter?

Jeder Mensch besitzt zehntausende Genome in jeder der Billionen Zellen, aus denen er besteht. Die Funktion der Genome besteht darin, den Bauplan und damit die Funktionalität unseres Körpers zu definieren. Leider sind eben diese wünschenswerten Funktionen nicht bei jedem Menschen dauerhaft gesichert. Vererbte Beeinträchtigungen sowie Umwelteinflüsse können genetische Prozesse verändern und nachteilige Mutationen entstehen lassen. Um diesen negativen Prozessen entgegenzuwirken, entwickeln Forscher interdisziplinär ernährungsbasierte Lösungen.

Welche Formen angewandter Nutrigenomik gibt es?

Mittlerweile bieten immer mehr Unternehmen die Analyse der eigenen genetischen Verfassung zu einem recht geringen Preis an – man spricht von einer Genomanalyse. Die Abgabe einer einfachen Speichelprobe genügt um nach wenigen Tagen Resultate zu erhalten, welche statistische Wahrscheinlichkeiten für Erbkrankheiten beinhalten. Gleichzeitig gibt es immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich der Auswirkung von aufgenommenen Nährstoffen auf bestimmter Krankheitsbilder. Man könnte den nicht offiziell definierten Begriff der Nutrigenomik wie folgt zusammenfassen: Die Einnahme teils innovativer Nahrungsergänzungsmittel bewirkt eine deutliche Senkung der Wahrscheinlichkeit bestimmte Krankheiten zu bekommen. Eine individuell angepasste Mischung von Nährstoffen kann deutlich messbar die Lebensdauer und Lebensqualität erhöhen. Doch auch für gesunde Menschen gibt es viele neue Anwendungsgebiete, etwa durch Brain-Boosting-Supplements, die bei Einnahme die Gehirnleistung, den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden verbessern sollen.

Auf welchen Erkenntnissen basiert die Entwicklung?

Die Nutrigenomik ist ein noch recht junges Forschungsgebiet. Disziplinen wie Molekularbiologie, Genetik, Bioinformatik, Medizin und Ernährungswissenschaften werden kombiniert, um neue Lösungen zu entwickeln und bestehende in ihrer Wirksamkeit zu verbessern. Gleichzeitig erlauben neue Diagnoseverfahren eine genauere und vereinfachte Überwachung des menschlichen Körpers.

Die Überwachung des Körpers

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas stellten jüngst die Hersteller sogenannter Wearables ihre neuesten Entwicklungen vor. Apple etwa lässt seine neue Apple Watch ein Elektrokardiogramm erstellen, das Vorhofflimmern am Herzen erkennt und somit früh vor einem folgenschweren Schlaganfall warnen kann. Der Hersteller Withings tut es Apple gleich. Beide verbauen rote optische Pulssensoren, welche die Sauerstoffsättigung im Blut überwachen. Das kann etwa Bergsteigern dabei helfen in größerer Höhe ihre Gesundheit besser einzuschätzen. Die Produkte von Withings lassen sich jetzt sogar um eine Armmanschette erweitern, die durch ein digitales Stethoskop die Herzklappengesundheit messen kann. Es ist gegenwärtig schon bekannt, dass solche Geräte durch Bewegungssensoren auch die tägliche körperliche Bewegung sowie die Schlafgesundheit erfassen. Durch weiter entwickelte Verarbeitungsmöglichkeiten der erhobenen Daten, durch sogenannte Big Data Analysen, werden auch die Anwendungsmöglichkeiten stetig weiterentwickelt.

Die Erweiterung des Körpers

Ein weiterer Trend der diese Entwicklung verstärkt, ist das Biohacking. Aktive Mitglieder dieser Szene nennen sich selbst Grinder und haben zum Ziel, ihre körperlichen Fähigkeiten durch die Nutzung von Technologie zu erweitern. Hervorgehend aus der Biopunk-Bewegung setzen sich die Grinder kleine Magnete oder Mikrochips unter die Haut um etwa magnetische Felder wahrnehmen zu können, ihre Haustüre zu öffnen oder auch um bargeldlos zu bezahlen. Dabei messen die Grinder ihrem Do-It-Yourself Prinzip eine hohe Bedeutung zu. Vieles geschieht auf selbstexperimenteller Basis, wodurch sie sich von den großen Herstellern der technologischen Evolution abgrenzen wollen.

Was erwartet uns sonst noch?

Die Entwicklung der physischen und psychischen Verbesserung des Körpers findet also zeitgleich in mehreren Disziplinen statt. Massentaugliche Gentests ermöglichen es, Krankheiten vor ihrer Entstehung zu erkennen und diese vorbeugend ernährungsbasiert zu behandeln. Der steigende Funktionsumfang von Wearables produziert eine massiv wachsende Datenmenge, deren Auswertung teils durch künstliche Intelligenzen verbessert wird. Andererseits nähern sich besonders Technikbegeisterte mit digitalen Implantaten der Vision des Cyborgs an, dem Mischwesen aus Mensch und Maschine. Aufstrebende Hersteller von Brain-Computer-Interfaces (BCI) wie Synchromed, Neuralink, Thync oder Wearable Sensing leiten mit digitalen Stirnbändern, die Hirnströme messen, eine neue Generation von Wearables ein. Dadurch können jetzt schon psychische Defizite wie Konzentrationsstörungen oder Depressionen besser behandelt werden. Beschäftigte in kritischen Funktionen können zudem vor drohendem Sekundenschlaf gewarnt werden. Einzelne Unternehmen setzen BCI’s bereits testweise ein. Dadurch rückt auch die Vision vom unfallfreien Fahren näher, denn viele Unfälle die durch Gesundheitsprobleme des Fahrers verursacht werden, könnten mit der Integration dieser innovativen Technologie vermieden werden.

Wo lauern Gefahren?

Der zunehmende Datenaustausch zwischen Körper und Maschine verbindet die Angreifbarkeit des Computers durch Hacking direkt mit gesundheitlichen Gefahren. Eine Veränderung von Messdaten aus krimineller Intuition heraus, kann zu falschen medizinischen Handlungen und Eingriffen führen. Sind dann noch Implantate vorhanden, die den Körper mit gewissen Stoffen versorgen und Körperfunktionen direkt beeinflussen können, kann die Cyberkriminalität den digitalen Raum verlassen und hat direkten Zugriff auf den menschlichen Körper. Es fällt nicht schwer sich Szenarien vorzustellen, die dadurch entstehen können. Der Körper kann manipuliert, dauerhaft geschädigt sowie im schlimmsten Fall ausgeschalten werden. Es gilt also wachsam zu bleiben und bei aller Begeisterung über die neuen Technologien auch die Risiken zu beachten.

Interessieren sie sich für technische Innovationen und damit verbundene innovative

Geschäftsmodelle, kontaktieren Sie unsere Berater. Wir sind unter anderem auf innovative Geschäftsmodelle, Cyber-Security Themen und B2B Market Development spezialisiert und geben unser Wissen gerne an Sie weiter.

Multiapp Go-Jek revolutioniert Mobilität und Services in Wachstumsmärkten

Ride Hailing Service revolutioniert Mobilität in Wachstumsmärkten

Städtische Mobilität in Schwellenländern wie Indonesien zeigt sich beschwerlich und zeitintensiv. In Indonesiens Hauptstadt Jakarta, der größten Stadt im viertbevölkerungsreichsten Land der Welt, beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit auf den Straßen nicht einmal 20 Kilometer pro Stunde. Die Straßen sind so voll, dass in der ganzen Stadt tagtäglich Verkehrschaos herrscht.

Ride Hailing Service Go-Jek erleichtert das Vorankommen in der Stadt

In Schwellenländern wie Indonesien erfordert die Verkehrssituation andere Mobilitätslösungen als in Industrieländern. Bei den übervollen Straßen und einem unzureichenden öffentlichen Verkehrsnetz stehen Pendler gut und gerne bis zu fünf Stunden täglich im Stau. Wenige können diese Zeit aufwenden und geduldig ertragen.

Go-Jek, Indonesiens führende Mobilitäts-App, hat ein innovatives Modell auf den Markt gebracht um dem tagtäglichen Verkehrskollaps entgegenzuwirken. Seit 2015 können die Bewohner der urbanen Zentren, des Inselarchipel Indonesien, den Ride Hailing Dienst in Anspruch nehmen. Go-Jek setzt hauptsächlich auf Motorroller statt Autos. Diese sind deutlich beweglicher und können sich durch stehende Autokolonnen mehr oder weniger problemlos durchschlängeln. Pendler sind so um ein vielfaches schneller am Zielort.

Go-Jek bringt Fahrer und Nutzer effektiv zusammen

Auch schon vor der Markteinführung von Go-Jek im Jahr 2015 boten unzählige sogenannte “Ojek”-Fahrer in den indonesischen Städten ihre Dienste an. Ojek bedeutet Motorroller in der Landessprache Bahasa Indonesia. Go-Jek, ein Wortspiel aus Go und Ojek, hat deren Dienste optimiert. Jeder Fahrer kann sich bei Go-Jek registrieren. So müssen Reisende nicht mehr die typischen Ojek-Plätze ansteuern um eine Transportmöglichkeit zu finden sondern können über die App einsehen, welcher Fahrer sich in der Nähe befindet und diesen direkt buchen. Zahlbar ist das Beförderungsentgelt wahlweise über die App oder in bar direkt beim Fahrer.

Mobilität und Services des täglichen Bedarfs in einer App

Go-Jek will nicht nur Personen von A nach B befördern. Unlängst wurde eine Vielzahl an weiteren nützlichen Dienstleistungen in die Go-Jek App eingebunden. So können die Nutzer der App Putzkräfte, Friseure oder Masseure zu sich nach Hause bestellen, Essensbestellungen in Auftrag geben, Pakete versenden, Mobilfunk Guthaben aufladen, Reparaturservices in Anspruch nehmen, Wäsche reinigen lassen und vielfältige weitere Shopping Angebote oder Dienstleistungen nutzen. Der digitale Bezahlservice Go-Pay rundet das Angebot ab und etabliert sich als Mobile Payment Standard in Indonesien. Stetig wächst das Unternehmen weiter und expandiert in neue Bereiche des täglichen Bedarfs, die sich durch Services bedienen lassen.

Neue Investments sollen Wettbewerber auf Distanz halten

Go-Jek avanciert zur Multi-App, durch die sich vielfältige Bedürfnisse im Alltag komfortabel lösen lassen. Die Chancen im Markt sind immens. Nicht nur in Indonesien funktioniert das Prinzip der All-in-one App, auch in vielen weiteren Schwellenländern mit intensiver Smartphone Nutzung kann das Modell von Go-Jek durchaus erfolgsversprechend sein. Das ging auch am Multi-Investor Google nicht vorbei. So investierte Google rund 100 Millionen US Dollar ins aufstrebende Unicorn Go-Jek aus Indonesien. Die aktuelle Bewertung des Unternehmens soll bei etwa vier Milliarden Dollar liegen. Hauptkonkurrenten von Go-Jek sind Uber und Grab. Allerdings kann Go-Jek bisher seinen Heimvorteil in Indonesien gut ausspielen. Wer im Südostasiatischen Markt am Ende das Rennen macht wird sich zeigen.

Service Angebot ohne Social Media Plattform

Vielversprechende Chancen für Ride Hailing Services sind in der gesamten südostasiatischen Region vorhanden. Indonesien als Vorreiter ist seit jeher besonders offen dafür, multiple Services über Smartphone Apps zu nutzen. Der Löwenanteil an der Internetnutzung erfolgt über mobile Endgeräte. In diesem Rahmen bewegt sich Go-Jek erfolgreich.

Im aufstrebenden Markt Südostasiens scheint Go-Jek den Zahn der Zeit getroffen zu haben. In Abgrenzung zur Multi-App WeChat aus China und der ähnlich aufgebauten App Line in Japan setzt Go-Jek nicht auf die Kombination mit einer breit genutzten Social Media Plattform. Dies ermöglichte in Indonesien eine weitaus höhere Reichweite an Nutzern und erreicht insbesondere die Altersklasse 35-64, die Smartphones und ihre Services zwar intensiv nutzt aber nicht zwingend einen Social Media Account besitzt. Go-Jek hat aktuell 15 Millionen aktive Nutzer pro Woche.

Multi-Apps auch für Europa?

Ähnliche Multi-Apps fehlen im europäischen Markt noch gänzlich. Zwar gibt es vielfältige Mobilitäts-Apps, die vor allem in Städten kaum mehr wegzudenken sind. Multi-Apps wie der Ride Hailing Service Go-Jek mit vielfältigen Angeboten für die Nutzer sind in Europa noch nicht verbreitet. Hier ist das Marktpotenzial noch weitestgehend ungenutzt.

Globale Mobilitätsentwicklung im Blick

Magility beobachtet die aufstrebende Startup-Szene in Südostasien gespannt. Die Tatsache, dass Go-Jek sich mit einem Ride Hailing Service als erstes Unicorn der indonesischen Startup Landschaft herauskristallisiert, wird weitere Innovatoren nach sich ziehen. Wir sind neugierig wie sich der südostasiatische Markt für Mobilitätsanbieter weiterentwickelt.

Trendstudien zur Entwicklung von Mobilitätsmärkten in Schwellenländern können Sie bei uns in Auftrag geben. Durch unser stetig wachsendes internationales Netzwerk finden wir für Sie auch passende Startups zur Innovationsunterstützung aus der ganzen Welt. Wir von Magility sehen große Chancen zukünftige Mobilitätsentwicklungen mitzugestalten und lassen Sie gerne teilhaben am Prozess der globalen digitalen Transformation. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

 

Smart Mobility - wohin geht die Reise der Mobilität? Bild: CC0

Smart Mobility – wohin geht die Reise der Mobilität?

Smart Mobility oder auch ‘intelligente Mobilität’ ist ein Schlüsselelement der Stadt der Zukunft, der sogenannten Smart City. Smart City steht für das Konzept einer modernen Stadt, in der die Nutzung technologischen Fortschritts es ermöglicht sowohl stadtinterne Prozesse innerhalb der Verwaltung und Stadtplanung sowie Prozesse bei der Nutzung der Infrastruktur sowie dem Ressourceneinsatz zu koppeln und zu verknüpfen – auch im Hinblick auf das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger miteinandern.  

 

Was ist Smart Mobility?

Unter dem Begriff Smart Mobility – der intelligenten Mobilität – wird die zunehmende Vernetzung von Verkehrsmitteln, Fahrzeugen, Parkplätzen, Straßen, Ampeln, Verkehrsschilder sowie Apps und weiteren Elementen der Smart City verstanden. Durch die steigende Zahl vernetzter Fahrzeuge (car2x)  können weitere Informationen gesammelt und weiterverarbeitet werden. Smart Mobility versteht sich als Zukunftskonzept für die Fortbewegung der Bürger in den modernen Städten der Zukunft.

Deutschland zeigt sich zunehmend bereit in die smarte Mobilität einzusteigen. Klassische Autofahrer können sich schon heute bei attraktiven Bedingungen vorstellen, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Genauso können sich Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel auch die Nutzung eines intelligenten Autos vorstellen wenn es attraktive und smarte Mobilität bietet.

 

Autonome Fahrzeuge verändern alles

Autonome Fahrzeuge stehen im Mittelpunkt von zukunftsweisenden Konzepten intelligenter Mobilität. Sie eröffnen neue Dimensionen im Bereich individuelle Mobilität und schaffen gleichzeitig Raum für neuartige Geschäftsmodelle im Mobilitätssektor. Beim Autonomen Fahren wird der Fahrer zum Beifahrer oder gar zum Passagier. Folglich erhält er wertvolle zusätzliche Zeit während seiner Fortbewegung, die er anderweitig nutzen kann. Eine Basis für die zuverlässige Manövrierung autonomer Fahrzeuge innerhalb der Smart Mobility, ggf. in einer Smart City, wird zukünftig ein belastbares Mobilfunknetz, idealerweise mit 5G Standard.

 

Reisen mal anders – Raum für neue Geschäftsmodelle

Reisende können in Zukunft ihre Reisezeit für vielfältige Zwecke nutzen. Hier bietet die Smart Mobility zahlreiche Chancen für Dienstleister ihre Angebote in smarte Mobilitätsplattformen zu integrieren. Im Bereich Unterhaltung, Bildung und E-Commerce bieten sich schon heute eine Vielzahl an Angebotsmöglichkeiten. Eine Verschiebung von Kräfteverhältnissen im Mobilitätsmarkt ist die Folge. Der Autobauer Daimler ist mit der App “moovel” zumindest bezüglich intelligenter, multimodaler Reiseplanung bereits gut aufgestellt. Neben der individuellen Reiseplanung können zusätzliche Services in eine Mobility as a Service Plattform zusätzlich integriert werden. Die Nutzung der generierten Daten aus der Smart Mobility bieten große Chancen für individuell maßgeschneiderte Angebote für reisende Kunden.

 

Automobilbranche muss sich neu erfinden

Durch die weitere Entwicklung unter dem Schlagwort ‘CASE’ (Connectivity, Autonomous Driving, Shared & Services, Electric Drive) verändert sich die Automobilbranche massiv. Neue Player drängen auf den Markt und verändern die Marktposition der etablierten Hersteller signifikant. Smart Mobility ist mehr als nur eine Weiterentwicklung von Verkaugsmodellen. Smart Mobility fordert Hersteller und Zulieferer heraus, cloudbasierte Geschäftsmodelle zu generieren, die auf Basis von leistungsstarken Plattformen intelligente sowie sichere Mobilität gewähren können.

 

Geschäftsmodelle, Strategien und Transformation

Die Transformation der Fortbewegung durch Smart Mobility erfordert immer wieder professionelle Unterstützung von erfahrenen Experten im Mobilitätsmarkt. Etablierte Unternehmen sind aktuell oft noch unsicher was die Smart Mobility letztendlich für ihr eigenes Geschäftsmodell bedeutet.

Strategieentwurf, Geschäftsmodell Optimierung sowie die Begleitung der Unternehmenstransformation – von der Mobilität heute zur Smart Mobility von morgen – das sind die Kernelemente unserer Arbeit bei magility.

Wir sind ihr Partner für die smarte Mobilität der Zukunft.

Cyber Security Management schützt Unternehmen ganzheitlich

Unternehmen treibt heute mehr denn je zuvor die Frage, wie sie ihre Gesamtorganisation zuverlässig gegen Cyber Angriffe absichern können. Zu schützen gilt es vor allen Dingen in Datenbanken gespeichertes Fachwissen sowie private Daten der Mitarbeitenden, Lieferanten und Kunden. Im Fokus steht jedoch die Sicherstellung von ganzheitlich sicheren Produkten, die am Ende auf den Markt kommen. Cyber Security Themen rücken immer mehr in den Fokus. 

Wachsende Zahl von Cyber Einfallstoren

Durch die stetig anwachsende Digitalisierung und durch zunehmende Internet of Things (IoT) Anwendungen steigt die Anzahl der Schwachstellen in Unternehmen, die von böswilligen Angreifern ausspioniert und zur Bedrohung durch Cyber-Angriffe werden können. In der klassischen IT fallen darunter beispielsweise die Cloud, Server, Netzwerke, das drahtlose Internet, einzelne Computer und Laptops sowie mobile Endgeräte und deren Software Applikationen. Angriffsvektoren, also Einfallstore um ins Innere des Unternehmens vorzudringen, sind jedoch nicht nur in der ‘klassischen’ IT zu finden. Unternehmen sind heutzutage auch über ihre IoT Infrastruktur angreifbar. Sei es über vernetzte Gebäudetechnik, über ungeschützte Datenbusse, über Anlagen, Maschinen und Einrichtungen sowie über Steuerungen bspw. von Produktionsanlagen. Durch zusätzliche vernetzte Technologien, die zukünftig im Rahmen von Industrie 4.0 sowie bei der Verbindung mit Smart Cities eingesetzt werden sollen, entstehen weitere Einfallstore. Das Risiko für Unternehmen zum Ziel für Cyber-Angriffe zu werden, steigt dadurch massiv an.  

Produkte und Services müssen auch sicher sein

Heute sind Unternehmen nicht mehr sicher aufgestellt, wenn sie nur ihre klassische IT und ihre Infrastruktur schützen. Das Beispiel der Automobilindustrie zeigt deutlich, dass schon seit Jahren der Fokus auf eine ganzheitliche Sicherheit der Endprodukte (hier Fahrzeuge) gelegt werden muss.

Konnektivität, die Fähigkeit mit dem Internet verbunden zu sein, erweitert das Fahrzeug-Gesamtsystem heute beträchtlich. Das Fahrzeug selbst hört nicht mehr an der Karosserie auf. Stattdessen ist es untrennbar verbunden mit einem Backend, mit Content- und Service Partnern und hat Schnittstellen zu Ladestationen, Diagnosegeräten sowie  mobilen Endgeräten. Außerdem überträgt Funk wichtige Informationen aus dem Fahrzeug ins Backend und diese wiederum auf mobile Endgeräte. All diese Schnittstellen müssen abgesichert werden um Cyber-Bedrohungen zu minimieren. Alle Schnittstellen bilden zusammen Einfallstore für Cyber-Angriffe, um auf sicherheitskritische Funktionen im Einzelfahrzeug oder in ganzen Flotten Einfluss zu nehmen. Im zweiten Schritt kann dann wiederum das Unternehmen selbst Angriffsopfer von Cyber-Bedrohungen werden. Sowohl über vernetzte Produkte als auch über die Unternehmens-IT oder die Infrastruktur können Angreifer an sicherheitskritische Daten gelangen und sie für ihre Zwecke manipulieren und so dem Unternehmen und Fahrzeuginsassen sowie im weiteren Verlauf auch anderen Verkehrsteilnehmern mitunter massiv schaden.

Cyber Security Management System macht Sicherheit greifbar

Unternehmen können die Gefahr von Cyber Angriffen auf Fahrzeugflotten handhabbar machen sofern sie ein ganzheitliches Cyber Security Management System implementieren. In diesem System, ähnlich wie einem Qualitätsmanagement System, sind alle Unternehmensbereiche abgebildet, werden aufeinander abgestimmt und ganzheitlich auf Cyber Security ausgerichtet. Cyber Security wird zu einer neuen interdisziplinären Systemfunktion des Unternehmens. Aktuell arbeiten die Automobilunternehmen daran, wie sie ganzheitliche Cyber Security in ihre Prozesse und Produkte langfristig über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs integrieren können und Cyberrisiken somit handhabbar machen.

Magility hat mit langjähriger Expertenerfahrung ein Cyber Security Management System für die Automobilindustrie entwickelt. Das Cyber Security Management System umfasst alle Lieferantenbeziehungen entlang der Hardware- und Software-Wertschöpfungskette, lebt entlang des gesamten Produktlebenszyklus von Fahrzeugen und umfasst das gesamte End-to-End Gesamtfahrzeugsystem. Durch die Implementierung des holistischen magility Cyber Security Management System Regelkreises werden Cyber Security Risiken sowohl in der klassischen IT als auch im Bezug auf Fahrzeug-Produktmerkmale zunehmend beherrschbar..

Schwachstellen im Überblick haben

Magility ist u.a. zertifizierter Reseller von Cyber Security Schutz Software, z.B.  von ‘Blueliv’ Software. Blueliv ist ein spanisches Unternehmen mit sehr hoher Reputation u.a. bei Gartner (Cool Vendor). Die „Targeted Cyber Threat Intelligence Plattform und der „Threat Data Feed adressieren eine umfassende Palette von Cyber-Bedrohungen. Blueliv identifiziert Cyber-Bedrohungen und hilft damit, diese schnell und umfassend abzuwehren. Weltweit hat Blueliv über 100 Kunden, u.a. die Allianz Group, Banco Santander, Telefonica, um nur einige zu nennen.

Blueliv kann durch Analysen über ihre Cyber Plattformen aufzeigen, welche Handlungsfelder hinsichtlich der Sicherheit unternehmensintern adressiert werden müssen und analysiert gleichzeitig was außerhalb des Unternehmens im Cyber Security-Bereich auffällt. Die Internet Sicherheit, insbesondere die Angriffssicherheit wird dadurch ganzheitlich ergänzt. Unternehmen können die webbasierte Plattform lizenzieren und haben so alle Schnittstellen nach außen im Echtzeit-Überblick. Durch den non-intrusiven Charakter ist keine Installation in der unternehmenseigenen IT nötig, was die Plattform unkompliziert einsetzbar macht.

Sind Ihre vertraulichen Daten sicher?

Wie ist Ihr Unternehmen in Bezug auf Cyber Risiken abgesichert? Gerne gibt magility Ihnen eine Demo zur Schwachstellenanalyse mittels der Blueliv Threat Intelligence Plattform. Blueliv hat kürzlich auch einen interessanten Report zum Diebstahl von vertraulichen Informationen durch Cyber Angreifer veröffentlicht. Kontaktieren Sie uns, wir senden Ihnen den Report gerne zu. Unsere Experten beraten Sie auch gerne ausführlich zu Details und zur Implementierung des produktbezogenen Cyber Security Management Systems. Schicken Sie eine kurze Mail oder rufen Sie direkt an. Wir freuen uns auf Sie!

 

 

Elektrobatterien im Zeitalter des Connected Driving

Elektrik und Elektronik (E/E) sind und bleiben in der Automobilindustrie die wesentlichen Treiber für Innovationen im Fahrzeug aber auch für neue digitale Geschäftsmodelle. Bei einem global wachsenden Produktionsvolumen wird sich der weltweite Bestand auf ca. 1,4 Mrd. Fahrzeuge erhöhen. Bis 2025 werden auch ca. 90% aller Neuwagen vernetzungsfähig sein. Safety, Security und Privacy werden zukünftig in ihrer Bedeutung ebenfalls zunehmend erfolgskritisch. Auch die Antriebsformen werden komplexer: Verbrennungsmotoren, Hybrid- und Elektroantriebe, synthetische Kraftstoffe sowie Brennstoffzellen werden den Markt nachhaltig verändern.

Wie sicher sind Lithium-Ionen-Batterien?

Im Zuge der stetigen Weiterentwicklung von Elektromobilität sowie des vernetzten und autonomen Fahrens, rücken Elektroantriebsbatterien immer mehr in den Fokus. Wir von magility haben uns schon in der Vergangenheit intensiv mit den neuen Technologien auseinandergesetzt und in den Trendstudien „magility Automotive Elektrik/Elektronik“ sowie „Elektromobilität und Energiespeicher“ die wichtigsten Entwicklungen und Trends aufbereitet. Die Lithium-Ionen-Technologie hat viele Vorteile, birgt aber auch Gefahren. In den Medien liest man häufig über Probleme mit gerade diesen Akkus. Seien es brennende, ja gar explodierende Akkus von Handys, E-Autos, die in Flammen aufgehen oder auch E-Bike-Batterien, die ganze Häuser in Brand setzen – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Die aentron GmbH mit Sitz in Gilching bei München ist einer der führenden Anbieter von Lithium-Ionen-Akkus. Die Lithium-Ionen-Batterien von aentron werden in Deutschland entwickelt und produziert. Sie werden sowohl für industrielle als auch private Anwendungen verwendet. Einsatzbereiche sind E-Mobility (Kühlfahrzeuge etc.), E-Industrie (z.B. fahrerlose Transportsysteme), E-Maritime (vom Fahrgastschiff bis zum privaten Elektromotorboot) und ON/OFF Grid (von Heimspeichersystemen und industrieller unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) bis hin zu mobilen Solargeneratoren). Die Systeme sind so konzipiert, dass sie anspruchsvollsten Bedingungen sowohl an Land als auch auf See standhalten.

Wir wollen aufklären, warum die Lithium-Ionen-Technologie bei Energiespeichern unverzichtbar ist und wie Gefahrenquellen schon im Herstellungsprozess minimiert werden können. Hierzu haben wir Dr. John De Roche befragt. Er ist Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter von aentron Energy Solutions und ein ausgewiesener Experte in Sachen funktionale Sicherheit. Seit seiner Doktorarbeit über Lithium-Ionen-Salze und -Elektrolyte setzt er sich intensiv mit dem Thema Lithium-Ionen-Energiespeicher und Sicherheit auseinander.

Herr De Roche, warum führt kein Weg an Lithium-Ionen-Batterien vorbei? Welche Gefahren birgt diese Technik?

Bild John De Roche: Rechte: aentron GmbH, Photograph: Kpaou Kondodji

John De Roche (JDR): Lithium-Ionen-Batterien sind absolute Marktführer bei wiederaufladbaren Batterien. Im Bereich Heimspeichersysteme beispielsweise haben sie Bleibatterien schon zu über 90% ersetzt. Die Vorteile von Lithium-Ionen-Zellen liegen auf der Hand: Sie sind hinsichtlich Anzahl der Ladezyklen, Energiedichte und Selbstentladungsrate ihren Konkurrenten weit überlegen. Hinzu kommt, dass sie praktisch wartungsfrei und unschlagbar kompakt sind.

Auf der anderen Seite kann bei Über- und Tiefentladen von den Zellen eine Gefahr ausgehen, die im schlimmsten Fall zu einem Feuer führt. Heftige Stöße, starke Vibrationen und Spritzwasser können Akkus ebenso beschädigen wie zu heiße oder zu kalte Umgebungstemperaturen. In weiterer Folge können diese Beschädigungen zu Kurzschlüssen in der Batterie führen, die ihrerseits möglicherweise Brände verursachen. Grundsätzlich hängen die Gefahrenquellen auch von der Art der Nutzung ab. Bei sporadischer Nutzung, wie besonders im Bereich der E-Mobility, kommen andere Aspekte zum Tragen als bei Dauerbetrieb, wie er bei Heimspeichersystemen oder Handys vorherrscht.

Die meisten Li-Ionen-Batterie-Ausfälle und Brände werden durch Probleme mit dem Überladungsschutz verursacht. Wie kommt es dazu und wie kann dem vorgebeugt werden?

JDR: Auslöser für diese Probleme sehe ich bei Fehlern oder falsch gesetzten Schwerpunkten im Entwicklungsprozess. Hinzu kommen schlecht arbeitende Batteriemanagementsysteme (BMS) oder überhaupt ihr gänzliches Fehlen. Ganz allgemein sind für die Sicherheit von Batterien vier Bereiche ausschlaggebend:

  • Funktionale Sicherheit
  • Elektronische Sicherheit
  • Mechanische Sicherheit
  • Chemische Sicherheit

Meines Erachtens legen viele Batteriehersteller den Schwerpunkt zu sehr auf die elektronische Sicherheit und vernachlässigen die anderen Punkte. Es sollte mit einem umfassenden Sicherheitskonzept gearbeitet werden, das alle Bereiche gleichrangig berücksichtigt.
aentron Batterien sind zum Beispiel standardmäßig mit elektronischen Batteriemanagementsystemen ausgestattet, die streng nach der Norm IEC 61508 entwickelt werden. Durch die akribische Anwendung dieses Industriestandards wird sichergestellt, dass die Batteriemanagementeinheit zuverlässig arbeitet und in einen definierten sicheren Zustand eintritt, wenn z. B. Überladung erkannt wird.

Wie sieht es mit den Temperaturen aus?

JDR: Essenziell ist ein ausgeklügeltes Thermomanagement, das Gefahrenquellen gar nicht erst entstehen lässt. Die von aentron verwendeten Zellen haben beispielsweise einen sehr niedrigen inneren Widerstand und erlauben sehr hohe Ströme mit nur geringer Wärmeentwicklung. Dennoch werden, um die Ausbreitung von Wärme und Feuer von Zelle zu Zelle zu verhindern, die Zellen mit genau berechneten Sicherheitsabstand in neuartigen Zellhaltern montiert. Diese wurden wiederum im Vorfeld nach der gängigen Norm UL 94 überprüft und mit V-0 klassifiziert. Zwischen den Zellen ist eine Wärmeableitfolie angebracht, mit deren Hilfe die Wärme über das Gehäuse abgeleitet wird. Die verwendeten Aluminiumgehäuse ermöglichen eine besonders schnelle Ableitung der inneren Wärme nach außen und sind zusätzlich durch druckfeste Kapselung gegen interne Explosionen geschützt. Der gesamte Batterieblock wird kontinuierlich von drei Temperatursensoren überwacht.

Gefahren, die durch hohe Umgebungstemperaturen entstehen können, werden durch den optionalen Einbau einer aktiven Luftkühlung (für die Verwendung der Batterien in heißen Klimazonen) oder aber einer internen Heizung für Temperaturbereiche unter 0 °C minimiert.

Mechanische Beschädigungen sind nicht selten, kann dies zu Kurzschlüssen in den Zellen führen?

JDR: Batterien können vor mechanischen Beschädigungen, die durch heftige Stöße, Vibrationen oder Spritzwasser/Überflutung entstehen, auf mehreren Ebenen geschützt werden. Bei aentron sind die Batterien einerseits vibrations- und schockbeständig bis 50 g. Dropsafe Handgriffe bieten zusätzliche Sicherheit. Andererseits sind alle Stromanschlüsse und Kommunikationsstecker abschließbar und dadurch ebenso wie das Aluminiumgehäuse staubdicht und gegen starkes Strahlwasser geschützt. Im Gehäuse befindet sich eine Isolationsschicht bis 1000 V DC.

Wie sieht es mit der Cyber-Security von Lithium-Ionen-Akkus aus? Können Sie aentron Batterien bedenkenlos für Anwendungen des vernetzten Fahrens empfehlen?

JDR: Prinzipiell können Lithium-Ionen-Batterien, die sich je nach Kundenwunsch auch über Apps kontrollieren und steuern lassen, gehackt werden. Die Gefahr versuchen wir bei aentron für unsere Batterien mit der Verschlüsselung des internen Batterienetzwerks zu minimieren. Darüber hinaus ist unsere Software prioritär. aentron-Batterien sind momentan bei zwei Projekten im Bereich des autonomen Fahrens erfolgreich im Einsatz.  

magility bedankt sich für das interessante Interview.

Bei Fragen oder bei Interesse an den Trendstudien „magility Automotive Elektrik/Elektronik“ oder „Elektromobilität und Energiespeicher“ kontaktieren sie uns gerne. Unsere Experten helfen Ihnen gerne weiter. In der Trendstudie zum Markt Automotive E/E beantwortet magility folgende Fragen:

  • Welche Rahmenbedingungen (Weltwirtschaft, Automobilindustrie, Technologietrends) werden die weitere Automotive E/E Marktentwicklung beeinflussen?
  • Wie entwickelt sich der Automotive E/E Markt entlang der Wertschöpfungskette (Internet, OEM, Tier, EDL, Software Firmen, Semiconductor Hersteller)?
  • Welche regionalen Trends und Prognosen ergeben sich bzgl. Marktwachstum und eingesetzter Technologien für den Automotive E/E Markt?
  • Welche neuen Player (Internetfirmen, Softwarefirmen, Energieerzeuger etc.) betreten die Automotive E/E Szene und wie wird das Automobil zukünftig zu einem “Mobile-Device”?
  • Wie werden die neuen digitalen Geschäftsmodelle (Mobilitätsmanagement, Fahrzeugmanagement, Entertainment, Home-Integration, Wellbeing, E-Commerce etc.) wachsen?