Startup-Ökosystem

Startup-Ökosystem in Deutschland – Was ist zu tun?

Die Bedeutung von Startups für die deutsche Volkswirtschaft nimmt zu. Die innovationsfreudigen jungen Unternehmen werden im internationalen Wettbewerb zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Auch die Politik hat das erkannt und plant mit einer Reihe von Maßnahmen die Voraussetzungen für Gründer zu verbessern und die Umsetzbarkeit von deren Ideen zu vereinfachen. Denn die richtigen Rahmenbedingungen tragen maßgeblich zu einem prosperierenden Startup-Ökosystem bei.

 

Wie wird eine Gründung zum Startup?

Startups sind junge Unternehmen, die mit dem Ziel ein schnelles und hohes Unternehmenswachstum zu realisieren, eine innovative Geschäftsidee verfolgen. Meist haben die Gründer eine neue Technologie oder ein neues Geschäftsmodell entwickelt, das es entweder noch nicht gibt oder das sich noch nicht erfolgreich am Markt durchgesetzt hat. Dadurch unterscheiden sich Startups von imitierenden Gründungen wie z.B. Friseursalons oder KFz-Werkstätten, die bestehende Konzepte nachahmen und auf traditionelle Art einen bestehenden Markt bedienen. Ein Startup könnte daher definiert werden als eine Unternehmensgründung, die nicht länger als drei Jahre zurückliegt, dabei den Anspruch hat einen Markt mit einem innovativen Konzept zu erschließen oder sogar einen neuen Markt zu schaffen. Laut Startupdetector werden in Deutschland im Schnitt 40 Startups pro Woche gegründet, das entspricht einem Anteil von 1,6%, bezogen auf alle inländischen Unternehmensgründungen.

 

Wo fühlen sich Startups wohl?

Viele bekannte Gründer, wie beispielsweise auch Mark Zuckerberg von Facebook oder Larry Page von Google, waren noch Studenten oder gerade erst Universitätsabgänger, als sie ihr erstes Unternehmen gründeten. Ein gut funktionierendes Universitätssystem mit engen Verbindungen zu Technologieunternehmen kann daher als eine wichtige Grundlage für ein Startup-Ökosystem angesehen werden. Gründerzentren an Universitäten, auch Inkubatoren genannt, sind ein weiterer wichtiger Faktor. Denn dort werden Gründer-Teams gerade in der kritischen Anfangsphase mit der benötigten Infrastruktur unterstützt. Dazu gehören Räumlichkeiten für Büros, Start-Finanzierungen oder fachliche Mentorenprogramme, in denen erfahrene Unternehmer bei der Ausarbeitung der Strategie unterstützen. Den US-Vorbildern, wie der Stanford University im Silicon Valley folgend, gehören solche Einrichtungen auch in Deutschland inzwischen meist zum Standard. 

 

Auch Industrie und Staat fördern Startups

Neben den Universitäten ist die Industrie ein weiterer wichtiger Förderer von Startups. Viele große Unternehmen organisieren sogenannte Accelerator-Programme, in denen junge Unternehmen in einem mehrmonatigen Programm gezielt gefördert werden um marktreife Produkte zu entwickeln. Bekannte Acceleratoren in Deutschland sind die Startup-Autobahn, unterstützt von Daimler, HP, ZF, DXC und weiteren, oder APX, unterstützt von Porsche und Axel Springer. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert den German Accelerator, der deutschen Startups dabei hilft, in den USA Fuß zu fassen und vom dortigen Technologievorsprung beim Thema Online Business zu profitieren. 

 

Venture Capital als Voraussetzung?

Fast alle Geschäftsideen benötigen Kapital für ihre Umsetzung. Die Gründer müssen ihren Lebensunterhalt sichern, ihre Mitarbeiter bezahlen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Prototypen bestreiten. Je nachdem auf welche Branche sich ein Startup fokussiert, können sich die erforderlichen Beträge schnell auf mehrere Millionen Euro summieren. In Startups investiertes Geld wird Risikokapital oder englisch Venture Capital (VC) genannt. Riskant sind Investitionen in Startups vor allem darum, weil sich im Schnitt lediglich 1 bis 2 von 10 Startups nach der Gründungsphase am Markt etablieren und ihre Renditeversprechen erfüllen können. Der Kapitalbedarf eines Startups steigt in der Wachstumsphase meist rasant an, wenn z.B. für Marketingmaßnahmen zur Erhöhung des Marktanteils oder zum Aufbau eines professionellen Geschäftsbetrieb Investitionen notwendig sind. Um auf die erforderlichen finanziellen Ressourcen zugreifen zu können, ist es für Gründer daher von hoher Bedeutung, sich in einem investitionsfreudigen Netzwerk zu bewegen.

 

Deutschland im internationalen Vergleich

Um die aktuellen Bedingungen für Startups zu bewerten, lohnt sich ein internationaler Vergleich. Im Global Talent Competitive Index 2019, erhoben von INSEAD, TATA und Adecco, landet Deutschland auf dem 14. Platz. Die ersten Ränge belegen die Schweiz, Singapur und die USA. In der Gruppe der europäischen Länder steht Deutschland auf Platz 10. Ein Hinweis darauf, dass noch Potenzial nach oben besteht. Die Online-Plattform für Freelancer, Peopleperhour, hat ein Ranking nach Städten erstellt. Laut dieser Studie sind die besten Städte für Startups Wien, Tokyo und Madrid. Als erste deutsche Stadt landet Berlin auf Platz 15. Die Aussagefähigkeit solcher Erhebungen ist natürlich durch die zugrundeliegenden Methoden begrenzt und kann nicht für jedes Startup verallgemeinert werden. Doch sie können Tendenzen aufzeigen und die Regierungen der Länder zum Handeln motivieren.

 

Was sollte sich für Startups in Deutschland ändern?

Eine Studie von EY und der Deutschen Börse hat einige Kritikpunkte herausgearbeitet und Verbesserungsvorschläge formuliert. Im Vergleich der Rechtssysteme der Startup Hotspots Kalifornien, Vereinigtes Königreich (UK) und Israel deuten sich Bereiche an, in denen Deutschland noch aufholen sollte. Die Forscher der Studie untersuchten die vier Standorte nach wirtschaftlichen, steuerlichen und regulatorischen Kriterien. Deutschland habe in einzelnen Bereichen inzwischen im Ausbau seines Startup-Ökosystems signifikante Fortschritte erzielt. Der Vergleich mit Kalifornien mache aber deutlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich dennoch weiterhin viel Steigerungspotenzial hat. Besonders im steuerlichen und regulatorischen Bereich zeigen sich hierzulande bürokratische Hemmnisse, die sich als Standortnachteil im Wettbewerb um die besten Startup-Ökosysteme erweisen. Die Schlüsse aus der Studie können wie folgt zusammengefasst werden: In Kalifornien werden weitaus mehr Investitionen in Form von Venture Capital getätigt als in den Vergleichsregionen. Allerdings sind dort die Visa-Bestimmungen strikt und die Preise für Büroräume relativ hoch. Deutschland sollte daher für Investoren Anreize schaffen um Investitionen in Startups steuerlich attraktiver zu machen. In UK vorbildlich sind der geringe regulatorische Aufwand bei Unternehmensgründungen und die intensiven finanziellen Förderungsprogramme von staatlicher Seite. Eine Komplexitätsreduzierung der Verwaltungsprozesse für Unternehmer kann die Attraktivität des Standorts Deutschland erhöhen. Israel ist Benchmark in der digitalen Infrastruktur und beim Zusammenspiel von staatlichen Behörden, Universitäten und Wirtschaft. Eine intensivere Verflechtung dieser Akteure kann Startups sowie deren Innovationen zum Erfolg verhelfen und damit die gesamte deutsche Wirtschaftsleistung steigern. 

 

Startup-Ökosystem als Kulturfrage

Ein erfolgreiches Startup-Ökosystem ist neben den genannten strukturellen Bedingungen auch stark von einer bestimmten Kultur abhängig. Dazu gehört eine optimistische Denkweise, die sich erlaubt, auch ausgefallene Wege zu gehen. Nicht umsonst wird von einem Gründergeist gesprochen, der manchen Orten mehr zugesprochen wird als anderen. Teil davon kann laut der Studie auch die Etablierung einer ‘Kultur des Scheiterns’ nach US-Vorbild sein. Nur wer wagt, der gewinnt, aber niemand sollte für einen Versuch bestraft werden. In den USA gilt die Akzeptanz von Fehlversuchen als mitverantwortlich für den Erfolg vieler Gründer. Eine Kulturfrage könnte auch der geringe Anteil von Gründerinnen in Deutschland sein, der aktuell nur 15% beträgt. Hierin liegt ein weiteres wichtiges Potenzial, das Deutschland nutzen könnte, um aktiv das eigene Startup-Ökosystem zu stärken und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Ökonomie zu erhöhen. 

Social Intranet

Social Intranet und der Digital Workplace

Die rasante Entwicklung von sozialen Online-Plattformen wirkt sich auch auf die Anforderungen an Intranet-Lösungen für Unternehmen aus. Eine moderne Form der Plattformen in diesem Bereich sind sogenannte Social Intranets. Dabei werden die Vorteile eines Intranets mit denen eines Social-Networks in einer Software kombiniert. Neben Anwendungen für Enterprise Resource Planning (ERP) und Customer Relationship Management Systeme (CRM) wird das Social Intranet zur dritten wichtigen Software-Säule in Unternehmen. Die zunehmende Digitalisierung in allen Lebensbereichen macht vor dem Arbeitsplatz nicht halt. Neue Kommunikationskanäle und Plattformen führen schrittweise zum Digital Workplace. 

Welche Vorteile bietet ein Social Intranet?

Ein Social Intranet hat viele Ähnlichkeiten mit einem sozialen Netzwerk wie Facebook oder LinkedIn. Der größte Unterschied ist die Geschlossenheit nach außen. Denn alle in einem Intranet gespeicherten Informationen sind ausschließlich für die Mitarbeiter eines Unternehmens bestimmt. Charakteristisch für ein Social Intranet ist, dass jeder Mitarbeiter ein persönliches Profil hat. Dieses Profil ist eingebettet in eine Organigramm-Struktur. Alle Mitglieder der Organisation können die hierarchische Struktur des Unternehmens und die Zuständigkeiten einer Person einsehen. So kann für jedes Anliegen schnell der richtige Ansprechpartner recherchiert und kontaktiert werden. Je größer eine Organisation, desto wichtiger werden einfache Wege um internes Wissen zu transferieren, Informationen auszutauschen und Komplexität vor allem im Bereich der Recherche zu reduzieren. Charakteristisch für ein Social Intranet ist auch eine integrierte Chat- oder Videofunktion, über die sich Mitarbeiter weltweit in Echtzeit effizient austauschen können. Dies soll zu einer Verringerung der Email-Flut führen, durch die viele Mitarbeiter in ihrem Workflow gestört werden. Weiter ist es möglich in einem Social Intranet virtuellen Gruppen beizutreten, in denen sich aufgaben- und projektabhängig Mitarbeiter global zusammenschließen und austauschen können. Auch dabei bestehen die Vorteile in der raschen und geordneten sowie ortsunabhängigen Kommunikation.

Social Intranet erhöht Produktivität und Übersicht

Ein Social Intranet bietet einen gemeinsamen Datenraum, auch Project Space genannt, in dem Wissen und Informationen aller Art geteilt werden können. Je nach Projekt können das Pläne, Bilder, Aufgaben, Prozesse, Datenbanken für Knowledge Management oder Tutorials sein. Ein benutzerfreundlich gestalteter gemeinsamer Datenraum trägt stark zu einer Reduzierung der Komplexität bei, die entsteht, wenn Teams aus unterschiedlichen Standorten z.B. für ein gemeinsames Projekt synchronisiert werden müssen. Jeder Mitarbeiter kann jederzeit alle benötigten Informationen schnell online abrufen, sinnvollerweise auch von Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets. Wenn alle für die beruflichen Aufgaben eines Mitarbeiters notwendigen Informationen durch einen Internetzugang verfügbar sind, spricht man auch von einem Digital Workspace. Theoretisch wird dadurch das physische Zusammenkommen eines Teams in einem Büro überflüssig, zumindest aus Sicht des Informationsaustausches. Mitarbeiter in der Produktion oder im Außendienst profitieren von diesen Vorteilen in gleichem Maße. Auch die Integration von Freelancern ist durch eine dynamische Steuerung von Zugriffsrechten möglich.

Unternehmenskultur und Arbeitsleistung

Zusätzlich kann das Social Intranet um viele weitere Funktionen erweitert werden, z.B. die Arbeitszeiterfassung. Loggt sich ein Mitarbeiter in das System ein, ist er präsent und für die anderen Teammitglieder verfügbar. Loggt er sich aus, dann ist für Kollegen und den Arbeitgeber klar ersichtlich abwesend. Das verringert Redundanzen, weil ein separates System zur Arbeitszeiterfassung überflüssig wird. Das Social Intranet kann auch zur Stärkung der Unternehmenskultur beitragen, denn im gemeinsamen Datenraum können sogenannte Erfolgsstories firmenweit geteilt werden. So können Kollegen auch ortsunabhängig voneinander lernen und zu besseren Leistungen motiviert werden. Dadurch ergeben sich auch gezieltere Möglichkeiten für den Einsatz von E-Learning Angeboten, die in der gesamten Organisation kontinuierliche Lerneffekte schaffen können.

Social Intranet – Akzeptanz und Kritik 

Der nachhaltige Erfolg der Einführung eines Social Intranets im Unternehmen wird maßgeblich von der Akzeptanz des neuen Systems durch die Mitarbeiter beeinflusst. Dabei spielt das Design und die Benutzerfreundlichkeit (usability) des Systems eine große Rolle. Wer privat die Nutzung von Messenger Diensten wie Whatsapp und Netzwerken wie Facebook gewohnt ist, tut sich schwer, im Beruf Kompromisse beim Intranet einzugehen. Damit motivierter gearbeitet werden kann, sollte ein unternehmensinternes Netzwerk in seiner Funktionsweise stets den neuesten technischen Möglichkeiten entsprechen und stetig weiterentwickelt werden. Software Anbieter haben das erkannt und bieten regelmäßig aktualisierte Lösungen im Corporate Design an. Durch neue Arbeitsformen wie Homeoffice und durch die Internationalisierung von Projektteams, gewinnen internetgestützte Kollaborationsplattformen vermehrt an Bedeutung. 

Laut Umfragen in Unternehmen gibt es allerdings vielfach die Befürchtung, dass durch den vermehrten Einsatz von digitalen Technologien im Arbeitsalltag der zwischenmenschliche Human Touch verloren geht. Das sollten Manager bei der Einführung eines Social Intranets beachten und dafür sorgen, dass die Software nicht kontraproduktiv zur Unternehmenskultur arbeitet und wichtige Face-to-Face Kontakte möglich bleiben. 

Wachsender Markt und Künstliche Intelligenz

Im Kern geht es beim Social Intranet also um “communication und collaboration features”. Der Markt für Social Software am Arbeitsplatz soll sich laut Gartner von 2,7 Milliarden Euro in 2018 auf 4,8 Milliarden Euro in 2023 fast verdoppeln. Unterschiedliche Ansätze und Hintergründe der Marktteilnehmer führen zu einem großen heterogenen Angebot von Leistungen in diesem Bereich. Als führend wird oft das Unternehmen Slack mit seiner gleichnamigen Software genannt. Auch Google und Microsoft ergänzen ihre Cloud-Services verstärkt um Kollaborationstools. Cisco erweitert seine Kollaborationssoftware Webex um Künstliche Intelligenz und hat dafür das Start-Up Voicea aufgekauft. Das 2016 im Silicon Valley gegründete Voicea hat einen intelligenten Enterprise Voice Assistant (EVA) entwickelt, der Meetings, Telefonaten und Chats zugeschaltet werden kann. EVA fertigt unter anderem automatisch Transkripte oder Notizen an und teilt sie mit dem Team. Das Cisco Marketing verspricht dadurch einen Produktivitätsgewinn von 6 Stunden pro Woche und Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund darf angenommen werden, dass noch viele spannende Innovationen in diesem Bereich zu erwarten sind.

Wie ist ihr Unternehmen in diesem Bereich aufgestellt? Kontaktieren Sie gerne unsere magility Experten für einen fachlichen und beidseitig inspirierenden Austausch. 

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Nachhaltigkeit 4.0 – Smart City im Fokus

Unter dem Begriff Smart City werden Ideen zur zukünftigen Organisation von Städten diskutiert. Es geht dabei um städtebauliche Konzepte, die mittels technischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Neuerungen die Lebensqualität steigern sollen und dabei besonders auf Verkehr und Ökologie abzielen sowie neue Formen des sozialen Miteinanders fördern. Als Mittel zur Erreichung dieser Zwecke dienen Innovationen aus den Bereichen E-Government, Internet-of-Things, autonomes Fahren und Industrie 4.0. Durch Cloud-Technologie sowie den neuen Mobilfunkstandard 5G sollen diese intelligent verknüpft werden, um die angesprochenen Ziele zu erreichen.

 

Warum Smart City?

Die Verstädterung und Urbanisierung nimmt weltweit zu. Immer mehr Menschen ziehen vom Land in städtische Gebiete. Als Folge hiervon wachsen die Städte in puncto Fläche, Einwohnerzahl und -dichte. Durch Ressourcenknappheit sowie neue Anforderungen im Bereich Umweltschutz ist in ‘der Stadt der Zukunft’ die Nachhaltigkeit als ein wichtiges Schlüsselelement zu betrachten. Die Weltbevölkerung wächst global betrachtet immer noch rasant. Laut des Zählers der Deutschen Stiftung für Weltbevölkerung leben zur Zeit über 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Erst vor 20 Jahren wurde die 6-Milliarden-Marke überschritten. Prognosen derselben Stiftung gehen davon aus, dass ungefähr ab dem Jahr 2050 über 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Das entspräche etwa einer Verzehnfachung der Weltbevölkerung in den letzten 200 Jahren. Tritt die von der UNO angenommene durch Wohlstandseffekte induzierte Abflachung der Steigerungskurve nicht ein, dann führt das ungebremste derzeitige Bevölkerungswachstum dazu, dass um die nächste Jahrhundertwende nahezu 20 Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Dadurch ergeben sich zunehmend komplexere Anforderungen an die Gestaltung von Städten, die nur durch integrierte technologische und digitale Innovationen zu meistern sind.

 

Nachhaltigkeit gewinnt an Relevanz

Das Bevölkerungswachstum der Menschheit führt unweigerlich zu einem globalen Anstieg des Ressourcenverbrauchs. Ebenso kann angenommen werden, dass in der Folge auch produktions- und verkehrsbedingte Emissionen ansteigen werden. Neue stadtplanerische Ansätze könnten für mehr Effizienz und damit für eine Reduktion der Emissionen sorgen. Geht man weiterhin von einem die Atmosphäre erwärmenden Klimawandel aus, kann aktuell aber nur spekuliert werden, ob die Ergebnisse dieser neuen Ansätze zu einer ausreichenden Emissionsverminderung führen. Im Jahr 1979 verbrauchte weltweit jeder Mensch durchschnittlich ca. 7,2 Tonnen gesammelte Ressourcen, heute sind es 11,8 Tonnen pro Jahr und Kopf. Gleichzeitig hat sich seit dem die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt. Da aktuell bereits über die Hälfte der Menschheit in Städten wohnt und es bis 2030 bereits zwei Drittel sein sollen, ist Nachhaltigkeit in urbanen Gebieten ein wichtiges Element der Zukunftsgestaltung. Beide Phänomene, Bevölkerungswachstum und fortschreitender Klimawandel, führen zu neuen Verantwortlichkeiten für die stadtplanende Politik. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Ansätze für innovative Unternehmen und Start-Ups.

 

Wie kann Nachhaltigkeit geschaffen werden?

Eine Stadt ist ein vielschichtiges komplexes Gebilde. Um einen höheren Grad von Nachhaltigkeit zu erreichen, können mehrere Bereiche beeinflusst und optimiert werden. Viel Potenzial liegt im Verkehrswesen: Intelligente Verkehrsleitsysteme können im besonderen den PKW-Verkehr effizienter und damit umweltschonender organisieren. Noch mehr Potential liegt im Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der die Nutzung des PKW in der Stadt obsolet machen kann. Werden Busse, Züge, U- und Straßenbahnen einer Stadt zusätzlich elektrisch mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben, trägt dies erheblich zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes bei. Zudem werden die positiven Auswirkungen eines gut ausgebauten Fahrrad-Straßennetzes, bei dem sich z.B. PKW und Fahrräder die Fahrbahn nicht mehr teilen müssen, noch weithin unterschätzt. Laut Umweltbundesamt könnte Fahrradfahren ohne Probleme über 30% des städtischen Verkehrs ersetzen. Dabei würde sehr viel Ausstoß von Abgasen wie CO2 eingespart. Gleichzeitig benötigen Fahrräder viel weniger Fläche als PKWs, verursachen fast keinen Lärm, sind kostengünstiger im Betrieb, bringen ihre Nutzer oftmals sogar schneller ans Ziel und können sogar dem weithin vorherrschenden Bewegungsmangel vorbeugen und damit einen gesundheitlichen Zusatznutzen erbringen. Es gibt Beispiele, die den Erfolg einer fahrradfreundlichen Verkehrsinfrastruktur belegen. So ist in Amsterdam in den letzten 20 Jahren der Autoverkehr um 20% zurückgegangen während der Anteil von Fahrrädern an den genutzten Verkehrsmitteln um 40% gestiegen ist.

 

Neue Wege und Smart Mobility für mehr Lebensqualität

Neben der Optimierung des Verkehrsnetzes kann auch autonomes Fahren einen Teil zur Entlastung der Straßen beitragen. So verfolgt beispielsweise der E-Auto Hersteller Tesla Pläne, seine Fahrzeugflotte mit einer Software auszurüsten, welche es ermöglichen soll, die Fahrzeuge als Robotertaxis zu nutzen. Würde dieser Ridesharing-Dienst tatsächlich nachgefragt, könnte es zu einer Verringerung von Fahrzeugen insgesamt und dadurch zu einem geringeren Flächenverbrauch für den Verkehr kommen. Ein Konzept mit zumindest theoretischem Potenzial, insbesondere dann, wenn weitere Autohersteller nachziehen. Wann die hierzu notwendige Technik sowie die städtischen Infrastrukturen einen entsprechenden Reifegrad erreicht haben, welche die Behörden in die Lage versetzen, solche an das Autonome Fahren geknüpfte Mobilitätskonzepte zuzulassen, ist derzeit noch nicht absehbar. Schon umsetzbare innovative Mobilitätskonzepte, wie beispielsweise Carsharing, tragen heute bereits dazu bei, unseren Verkehr klimaneutraler zu gestalten. 

 

Saubere Luft wird zum kritischen Faktor

Alleine in China sterben rund eine Million Menschen pro Jahr an zu hoher Feinstaubbelastung. In Indien sind 600 Millionen Einwohner jünger als 25 Jahre, ein deutlicher Hinweis auf noch bevorstehendes Bevölkerungs- und Städtewachstum. Für den Kontinent Afrika wird eine Verdoppelung der heutigen Bevölkerung bis zum Jahr 2050 angenommen. Dies sind nur einige besonders markante Beispiele für die Herausforderung, weltweit mit intelligenten Konzepten die aktuelle und kommende Stadtentwicklung zu steuern und dadurch die Verbesserung des Weltklimas insgesamt zu fördern. Dort wo die Einwohnerzahlen die stärksten Zuwächse aufweisen, ist es umso wichtiger, nachhaltige Konzepte von Anfang an in den Städtebau zu integrieren. Ein ‘grüner’ Technologietransfer vom Westen kann dabei helfen, allerdings auch ein solcher in umgekehrter Richtung. Ein Beleg hierfür ist die Kooperation der Stadt Duisburg mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei, mit dem Ziel, die Stadt als Smart City mit Referenz-Charakter in Westeuropa auszubauen.

 

Auch die Automobilindustrie fokussiert die Nachhaltigkeit

Diese urbanen Umwälzungen haben auch Auswirkungen auf die Automobilindustrie. Viele Lösungsvorschläge zur Zukunft der Stadt beurteilen die innerstädtische Nutzung insbesondere von PKWs mit Verbrennungsmotoren kritisch. Der Daimler Konzern legt bei seinem Nachwuchswettbewerb Startup-Autobahn inzwischen großen Wert auf ‘Sustainability’. Junge Unternehmen aus den Bereichen ‘Climate Protection’ & ‘Air Quality’, ‘Resource Preservation’, ‘Livable Cities’ und ‘Human Rights’ werden in gemeinsamen Projekten gezielt gefördert. Mit ihren Ideen und Konzepten sollen die Start-Ups einerseits zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt für nachfolgende Generationen und andererseits zu einer zukunftsfähigen Ausrichtung der Automobilbranche beitragen. 

 

Wie sehen Sie die Zukunft des städtischen Lebens, insbesondere in den wachsenden Metropolen weltweit? An welchen Entwicklungen wollen Sie unternehmerisch partizipieren? Nehmen Sie gerne Kontakt mit unseren magility Beratern auf.

MeConvention

Die MeConvention – Das neue Parallelprogramm zur IAA

Parallel zu den Presse- und Fachbesuchertagen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt fand die zweite Auflage der MeConvention statt. Drei Tage lang kamen etwa 2000 Teilnehmer in Frankfurt zu Workshops zusammen, um die heutige Welt der Mobilität analytisch zu hinterfragen und Zukunftsvisionen zu entwerfen. magility war vor Ort. Im Fokus stand der interdisziplinäre Austausch mit dem Ziel, voneinander zu lernen. Aktuelle Probleme wurden dargelegt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese Probleme als Chancen für die Entwicklung erfolgversprechender Zukunftskonzepte genutzt werden können. Dutzende internationale Speaker mit den unterschiedlichsten Hintergründen gaben dazu wichtige Impulse auf den Bühnen der MeConvention. Die Veranstaltung wurde von Mercedes-Benz in Kooperation mit der SXSW Messe in Austin, Texas initiiert. 

Rasanter Auftakt mit Formel 1 Weltmeister Lewis Hamilton 

Den Auftakt der MeConvention am ersten Abend gestaltete der fünfmalige Formel-1-Weltmeister und aktuelle Titelfavorit Lewis Hamilton. Er sprach eine dreiviertel Stunde in der altehrwürdigen Festhalle der Frankfurter Messe über seinen Werdegang sowie seinen Umgang mit Niederlagen und stand dem Publikum für Fragen zur Verfügung. Hamilton betonte die aktuelle Ambivalenz des Automobils. Er selbst liebe den Geruch von Öl und Benzin sowie den Klang der Rennmotoren. Dem habe die elektrifizierte Zukunft noch wenig entgegenzusetzen. Trotzdem sei klar, dass es nur eine nachhaltige, grünere Zukunft geben könne. 

Die Themen der MeConvention 

Am nächsten Morgen begannen die Workshops und Keynotes zu den Trendthemen unserer Zeit wie z.B. „Building interfaces with the body’s electrical signals“, „Making AI work for democracy“, „AI & ethics“, „next gen of innovation“ oder „tech & the future of intimacy“. Dabei wurden Technologie, Innovation, Gesellschaft und Kunst thematisch verwoben. Der Tenor der verschiedenen Beiträge kann zusammengefasst wie folgt wiedergegeben werden: Der Blick auf das Potenzial einer Innovation kann immer nur eine Annäherung sein sowie auch die Zukunft nur teilweise absehbar ist. Die Stimmung auf der MeConvention war insgesamt von Optimismus getragen.

Ola Källenius trifft auf Robert Habeck

Die Automobilindustrie gilt heute als maßgeblicher Zukunftsgestalter im negativen wie im positiven Sinn. Die einen halten die Autohersteller mit ihren klimaschädlichen Verbrennungsmotoren für Bremser der Entwicklung. Die anderen verweisen darauf, dass die Automobilindustrie in Deutschland der Innovationsmotor schlechthin ist, sozusagen das maßgebliche Zugpferd und Rückgrat der wirtschaftlichen sowie technologischen Entwicklung. Vor diesem Hintergrund diskutierten, unter der Moderation von Dunja Hayali und vor großem Publikum, als Vertreter der gegensätzlicher Positionen der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Ola Källenius und der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck. Beide Diskutanten waren sich im Kern überraschend einig darüber, dass ein massiver Handlungsbedarf bezüglich Nachhaltigkeit und Innovation in Deutschland besteht. Källenius legte Wert darauf, dass es ihm nicht bloß um einen grünen Anstrich gehe. Nachhaltigkeit solle konsequent zu Ende gedacht und umgesetzt werden. Habeck betonte, dass Mobilität an sich neu gedacht werden müsse, nicht bloß das Auto. Es wäre wenig gewonnen, wenn am Ende alle im selben Stau stünden, nur eben elektrisch angetrieben. Nichtsdestoweniger attestierte der Grüne-Vorsitzende dem Konzernchef gute Fortschritte in der Elektromobilität. Källenius betonte, er fahre keine Nachhaltigkeitsstrategie neben der Geschäftsstrategie. Er habe vielmehr den Anspruch an seine Geschäftsstrategie, dass diese an sich bereits nachhaltig gestaltet sei. Mercedes-Benz würde seinen Ansprüchen als innovative Marke nicht gerecht, wenn Mobilität nicht nachhaltig gestaltet würde. Beide Diskutanten zeigten sich vom Sinn einer strengen CO2-Bepreisung überzeugt, denn nur dadurch entstünden Lenkungseffekte. Habeck mahnte zu mehr Entwicklungstempo, er sieht die deutsche Industrie bereits hinter der aktuellen Innovationswelle in den USA und China her schwimmen. Källenius verwies auf heterogene Marktentwicklungen in unterschiedlicher Fortschrittsgeschwindigkeit je nach Weltregion. Nur vereinzelte Standorte seien bereit für den Umstieg auf E-Mobility. Die Gefahr, dass durch einen Kulturwandel die weltweite Nachfrage nach Autos einbrechen könne, sieht der Konzernchef nicht, zu groß sei das menschliche Bedürfnis nach der Freiheit individueller Mobilität. Einig waren sich die beiden Diskussionsteilnehmer darüber, was zwingend kommen müsse: mehr Vernetzung, Vermeidung von CO2-Emissionen und die Erhöhung der Sicherheit. 

Viele Zukunftsperspektiven auf der MeConvention

Welche Ziele wollen wir als Gesellschaft erreichen und welche Faktoren sind dabei unsere Ausgangsbasis? Diese Frage stellte das verbindende Element des weiteren fachlich breit gefächerten Programms der MeConvention dar. Themenblöcke zum Thema Smart City und Titel wie “reinforcing human connections in the city”, “hide & seek: how to disappear completely”, “transform your data into a visual story”, “the big picture: painting sci-fi futures”, waren Teil des Vortragsprogramms. Zeitgleich zu den Vorträgen fanden “Startup City Pitches” statt und das Finale des “Next Entrepreneurs Bootcamp”. Zwischen und während den einzelnen Veranstaltungen luden zahlreiche Kaffeebars und Sitzecken zum Verweilen ein, die von den Teilnehmern ausgiebig für vertiefende Gespräche genutzt wurden. Das Publikum war überwiegend jung und die Stimmung locker. Viele der Teilnehmer kamen von Startups oder Innovations- und Digitalisierungsabteilungen größerer Unternehmen, einige ambitionierte Studenten mischten sich darunter. 

Ausgebildete Persönlichkeit als Grundlage für Innovation

Am dritten und letzten Tag der MeConvention widmeten sich Forscher vom Teilchenbeschleuniger CERN der Entstehung von Verschwörungstheorien und den Möglichkeiten für Zeitreisen. Andere Wissenschaftler zeigten die neuen Chancen für Medizin und Landwirtschaft durch die Genschere CRISPR auf. Der renommierte Biologe Aubrey de Grey sprach über neueste Erkenntnisse der Altersforschung und wie Alterungsprozesse durch wenige Maßnahmen gestoppt oder zumindest stark verlangsamt werden könnten. Ist das noch Innovation oder schon Besitzstandswahrung? De Grey bekam auf jeden Fall einige Konter von seiner Diskussionspartnerin, der Ageism-Aktivistin Ashton Applewhite. Der Zusammenhang dieser Themen mit der Automobilindustrie blieb allerdings offen und die TeilnehmerInnen waren somit eingeladen ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Mehrere Speaker, u.a. aus dem Sportbereich gaben motivierenden Input, wie sich hohe Ziele mit den richtigen Strategien erreichen lassen. So sprach der weltbekannte Skateboard-Veteran Rodney Mullen über “connecting community and innovation” am Beispiel der Skateboardszene. Die Surferin Léa Brassy teilte sich eine Bühne mit Laura Dekker, der bislang jüngsten Solo-Weltumseglerin aller Zeiten. Beide sprachen über die Liebe zur Natur, den Wert der Nachhaltigkeit und allem voran über den Umgang mit brenzligen Situationen.

Das Fazit dieser Beiträge könnte man wie folgt formulieren: Wer etwas wirklich erreichen will, der kann es mit der richtigen Herangehensweise auch schaffen. Vielleicht ist das die Kernbotschaft der MeConvention – und die gilt auch für die Automobilindustrie mehr denn je.

 

Open Source

Open Source als Kooperationsmodell

Open Source ist ein Entwicklungsansatz mit Ursprung im Softwarebereich. Eine Software gilt als Open Source, wenn jeder den Quellcode einsehen, verändern, nutzen und für eigene Zwecke nach eigenen Vorstellungen erweitern darf. Der Quellcode beschreibt den Aufbau der Software und wie sie arbeitet und kann folglich als DNA einer Software bezeichnet werden. Quellcode erfordert meist sehr zeitintensive Entwicklungsarbeit. Um die eigene Leistung zu schützen, halten viele Unternehmen den Quellcode ihrer Software unter Verschluss, abgesichert durch Lizenzen. Durch Open Source hingegen entstand im Jahr 1998 eine Bewegung, die Transparenz als Vorteil erkannt hat und heute maßgeblich die Softwareentwicklung beeinflusst. Die meisten Computernutzer profitieren heutzutage von Open Source-entwickelter Software.

Die Geschichte von Open Source

Als Beginn der Open Source Kultur gilt das Jahr 1998. Damals beschloss das Unternehmen Netscape den Quellcode seines Browsers ‘Netscape Navigator’ frei zu veröffentlichen, um im Konkurrenzkampf mit dem beliebten Microsoft Internet Explorer eine neue Strategie zu erproben. Tausende Entwickler außerhalb der Netscape Organisation wurden angesprochen und eingeladen, an der Entwicklung eines neuen Browsers mitzuarbeiten. Aus diesem Projekt entstand später die Mozilla Foundation mit Sitz im kalifornischen Mountain View, eine offiziell gemeinnützige Organisation, welche heute überwiegend durch den Betrieb des Browsers Mozilla Firefox bekannt ist. Der Open Source Ansatz verbreitete sich schnell im Silicon Valley und ist heute ein maßgeblicher Teil der Programmier-Kultur in der Software-Szene.

Was bedeutet Open Source genau?

Damit eine Software als Open Source bezeichnet werden darf, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein. Die 1998 zum Schutz und Verbreitung der Open Source Idee gegründete Open Source Initiative definiert hierzu zehn Punkte. Die maßgeblichen drei sind:  

  1. Die Software mit ihrem Quellcode muss in lesbarer Form für jeden einsehbar vorliegen, etwa als Text oder in einer bekannten Programmiersprache. 
  2. Die Software darf nach Belieben kostenfrei genutzt, kopiert oder verbreitet werden. 
  3. Veränderungen und Erweiterung an der Software sind ohne Einschränkungen möglich und dürfen nicht durch Lizenzen verboten sein.

Bekannte Beispiele für Open Source Software sind der Browser Mozilla Firefox, die Betriebssysteme Linux und Symbian, die Blogging Plattform WordPress, die E-Commerce Plattform Magento oder die Online-Enzyklopädie Wikipedia. 

Das Gegenteil von Open Source Software ist die proprietäre Software (englisch: ‘closed source’), deren Quellcode nur für die Entwickler einsehbar ist. Beispiele für proprietäre Software sind etwa Microsoft Office oder Adobe Photoshop. In fast jeder Software Kategorie gibt es eine kostenfreie Alternative zu einer käuflichen proprietären Software. Deckt eine Software Aufgabenspektren bei Banken oder im medizinischen Bereich ab, handelt es sich aufgrund von besonders strengen Sicherheitsanforderungen aber meistens um proprietäre Software. 

Was sind die Vorteile von Open Source?

Der Open Source Gedanke wurde zu einer echten Bewegung, das Prinzip des ‘Codens mit offenen Büchern’ hat sich zu einer Ehrensache unter Programmierern entwickelt.

Jeder mit dem notwendigen Verständnis der Materie darf eine Open Source Software nutzen, modifizieren, weiterverbreiten und vor allem an ihr wachsen. Wenn ein Quellcode freigegeben ist, können andere Programmierer vom Aufbau der Software lernen und dadurch ihre eigenen Fähigkeiten erweitern. Hat ein Programmierer eine Schwachstelle in der Software entdeckt, kann er diese beseitigen oder der Community melden. So können Fehler und Sicherheitslecks unter Umständen schneller beseitigt werden als durch den Kundenservice der Herausgeber einer proprietären Software. Wenn ein Programmierer ein neues Feature für eine Open Source Software entwickelt hat, kann er dieses problemlos hinzufügen und zur weiteren Bearbeitung und Nutzung freigeben. Dadurch erhält er Anerkennung in den entsprechenden Fachkreisen und kann seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die Open Source Community wird dabei um einen weiteren Codeschnipsel bereichert, welcher wiederum weiterentwickelt und verbreitet werden darf. Einheitliche Programmiersprachen, globale Vernetzung in Echtzeit durch das Internet und die hohe Anzahl von Programmierern auf der ganzen Welt, sorgen für große Entwicklungsschübe bei Open Source Software. Ein Global Tribe, bestehend aus unterschiedlichsten Spezialisten, vereinigt im Ziel, durch Software die Welt zu verbessern, kann einen Output von ganz anderer Größe generieren als ein Team oder eine Abteilung eines Unternehmens. Und die Open Source Gemeinde wächst. Längst haben auch Software-Riesen wie Google die Innovationskraft des Systems Open Source erkannt und sind mit verschiedenen Initiativen, kommuniziert über die Plattform ‘Google Open Source, Teil der Szene, um von den Ideen der Crowd zu profitieren. Denn in der Szene in Verruf zu geraten, will sich kaum einer noch leisten. So hat auch SAP jüngst der Community ein Software-Framework zur Entwicklung von Web-Apps zur Verfügung gestellt und Microsoft erwarb dieses Jahr die größte Open Source Plattform Github, denn das Internet gilt als das Betriebssystem der Zukunft.

Verbesserter Innovationsprozess durch Open Source

Für die Innovationsprozesse und das Geschäftsmodell eines Unternehmens bietet der Open Source Ansatz viel Potenzial. Denn wenn bestimmte Ressourcen zur Erreichung eines Zieles in der eigenen Organisation nicht vorhanden sind, kann es sinnvoll sein, sich diese von externen Spezialisten einzuholen. Das spart eigene Kapazitäten und Ausgaben. Das Unternehmen erhält sein gewünschtes Produkt, die Open Source Community ein neues, frei verfügbares Element. Alternativ können mehrere Unternehmen, die an ähnlichen Funktionalitäten interessiert sind, sich die Entwicklung des Codes einfach und unbürokratisch aufteilen, indem jedes Unternehmen ein Feature oder eine Funktionalität beisteuert. In Summe erhalten so alle Unternehmen sämtliche Funktionen mit deutlich geringerem Kostenaufwand. Dadurch weist Open Source Ähnlichkeiten mit dem ‘Open Innovation Ansatz’ auf, bei dem eine Organisation ihre Kunden oder sogar die öffentliche Meinung zur Ideenfindung in ihren Innovationsprozess einbezieht. Open Source geht sogar noch weiter, da die Ergebnisse frei geteilt werden. Bezieht ein Unternehmen viele externe Entwickler im Rahmen eines Open Source Projektes mit ein, kann deutlich schneller entwickelt und Fehler zuverlässiger erkannt und korrigiert werden. 

Open Source – ein Prinzip, viele Branchen

Gibt ein Unternehmen sein Wissen oder seine Software frei, geschieht dies nur selten aus altruistischen Motiven. Eigene Innovationen nicht zu patentieren, kann dazu beitragen Marktanteile zu gewinnen. Eine freigegebene Software kann unterstützen, einen Branchenstandard zu schaffen, durch dessen Verbreitung sich weitere lukrative Geschäftsmodelle ergeben. Beispiele dafür sind kostenpflichtige Zusatzprogramme oder Serviceleistungen zur Integration der Software in einen Betrieb. So kann zum Beispiel jeder mit Internetzugang die Google Suchmaschine kostenlos nutzen. Geld verdient Google dann über den Traffic der Nutzer mit Werbeanzeigen. Das Geschäftsmodell ging auf und Google wurde Weltmarktführer. Ein anderes Beispiel ist der Autohersteller Tesla. Als ‘First Mover’ in der Elektromobilität hat Tesla die meisten seiner Patente der Öffentlichkeit und damit auch der Konkurrenz zur Verfügung gestellt. Offizielle Beweggründe von Tesla dafür sind, anderen Fahrzeugherstellern zu ermöglichen, ebenfalls erfolgreiche Elektroautos zu bauen, da Tesla es nicht alleine schaffen kann, den u.a. verkehrsbedingten Klimawandel zu stoppen. Im Grunde geht es aber auch darum, dass die gesamte Ladeinfrastruktur für batteriebetriebene Autos nicht von einem Hersteller alleine aufgebaut werden kann. Würden neben Tesla andere Hersteller ebenfalls in Ladestationen investieren, wäre es auch für Tesla deutlich einfacher seine Elektrofahrzeuge auf dem Markt zu etablieren und Marktanteile zu sichern. Diese Zusammenarbeit zum beiderseitigen Vorteil wird auch die Pflege des Open Source Ökosystems genannt.

Gibt es auch Nachteile? – Chancen und Risiken von Open Source

Es gibt Fälle, in denen eine vom Unternehmen bereitgestellte Open Source Software, von Wettbewerbern so genutzt wurde, dass den Initiatoren daraus ein Schaden entstand und diese die Open Source Software Lizenz im Nachhinein eingeschränkt haben. So z.B. haben die Unternehmen Radis Labs und MongoDB in der Vergangenheit Lizenzen für ihre Software korrigiert. In beiden Fällen gab es viele Kopien ihrer Entwicklungen, ohne dass die beiden genannte Unternehmen von der Freigabe ihrer Software genügend profitierten. Ob der Open Source Ansatz für das eigene Unternehmen die richtige Wahl ist, hängt folglich stark von der Qualität des Codes sowie den Regeln des Ökosystems ab, in dem das Unternehmen agiert. 

Wir von der magility haben mit der pragmatic industries GmbH einen Kooperationspartner an der Seite, der bei seinen Lösungen und Produkten stark auf Open Source Komponenten setzt und auch aktiv gemeinsam mit anderen Unternehmen in Projekten mitentwickelt. Eines davon ist z.B. das Projekt Apache PLC4X bei dem quelloffen Schnittstellen zur Kommunikation mit Industriesteuerungen und Maschinen geschaffen werden. Dr. Julian Feinauer, CEO der pragmatic industries GmbH, ist im Projektmanagement Komitee vertreten und mit seinem Team aktiv an der Weiterentwicklung diesen Projektes beteiligt. 

Open Source bietet Unternehmen große Chancen Eigenentwicklungen zu beschleunigen und zu verbreiten. Das Bewusstsein für die möglichen Folgen sollte jedoch immer vor Freigabe des eigenen Codes für die Open Source Community geschärft werden. Die Vor- und Nachteile können dann von Beginn an in den Entscheidungsprozess mit einbezogen und bewertet werden. Sind die Risiken abgeschätzt, kann der Open Source Ansatz zum Treiber für Innovationen und neue Geschäftsmodelle im eigenen Unternehmen werden. 

Wie stehen Sie zu Open Source und welche Erfahrungen haben sie damit gemacht? Wir freuen uns über ein Feedback!

Digital Health

Digital Health – Aktuelle Entwicklungen im Überblick

Die fortschreitende Digitalisierung verschiedener Lebensbereiche macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Unter den Begriffen Digital Health und E-Health werden aktuell hochinteressante Entwicklungen und Veränderungen diskutiert. Die digitale Revolution in der Medizin ist für den Endkunden, also den Patienten, noch nicht so deutlich wahrzunehmen wie in anderen Bereichen, etwa der Kommunikation. Dennoch verändern Innovationen aus unterschiedlichen Bereichen die Gesundheitslandschaft stetig.

Ein riesiger Markt wächst weiter 

Das Gesundheitswesen ist in industrialisierten Gesellschaften einer der größten Wirtschaftszweige überhaupt. Alleine in Deutschland arbeiten laut dem Bundesministerium für Gesundheit über fünf Millionen Menschen in dieser Branche. Der Umsatz im Gesundheitswesen ist in Deutschland zwischen 2009 und 2019 von 50 Milliarden Euro auf rund 80 Milliarden Euro gestiegen. Unternehmen aus den Bereichen der Pharmaindustrie, der Medizintechnik und der Biotechnologie sind Treiber des technologischen Fortschritts und investieren massiv in Forschung und Entwicklung. 2018 exportierte die deutsche Gesundheitsbranche, zusätzlich zum Binnenumsatz, Waren und Dienstleistungen in Höhe von 131 Milliarden Euro. Durch die zunehmende Popularität eines gesunden Lebensstils und den demografischen Wandel sowie zahlreicher technischer Innovationen der beteiligten Unternehmen wird weiterhin ein stetiges Wachstum der Branche erwartet.

Digital Health durch Künstliche Intelligenz

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens steht unter dem Einfluss verschiedenster Faktoren. Zum einen gibt es mittlerweile von Künstlicher Intelligenz (KI) durchgeführte Diagnoseverfahren, die teilweise bereits den menschlich-ärztlichen Sachverstand übertreffen. KI wird im Gesundheitswesen aktuell überwiegend in der Bilderkennung und in der Radiologie angewandt. KI-Software könnte zukünftig repetitive Standardverfahren, wie das Auslesen von Aufnahmen eines Computertomographen, übernehmen und so die Ärzte entlasten. Diagnostische Fehler könnten durch den Einsatz von KI minimiert, der gesamte Diagnoseprozess deutlich beschleunigt und so der Patient noch mehr in den Mittelpunkt gestellt werden. Einige solcher, auf KI-Software basierende Systeme, z.B die des zum Siemens Konzern gehörenden Unternehmens Healthineers, werden bereits im Krankenhausalltag getestet.

Bessere Datenlage durch Wearables und Datenverknüpfung

Auch der Patient selbst kann, z.B. durch die Nutzung eines aktuellen Smartphones, das in der Lage ist, verschiedene Parameter über Verhalten und Körperfunktionen des Nutzers zu erheben, zur Digitalisierung des Gesundheitswesens beitragen. Zu den erhobenen Parametern gehören Bewegung, Schlafqualität, Ernährung, Wetter und vieles mehr, je nachdem welche Gesundheits-App auf dem Smartphone installiert ist. Nutzer von Wearables wie Smartwatches können auch ihren Blutdruck und ihre Herzfrequenz aufzeichnen. Dadurch ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Krankheitsprävention, etwa bei Migräne. Durch die über das Wearable erhobenen Daten können Umwelteinflüsse sowie verschiedenste Auswirkungen des Lebenswandels analysiert und ausgewertet werden. So wird es möglich detaillierte Rückschlüsse auf die Ursache des Migräneanfalls zu ziehen. Des Weiteren werden zum Beispiel Risikopatienten mit Herzproblemen durch das EKG ihrer Smartwatch rechtzeitig vor einer Herzattacke gewarnt. In der Zukunft wäre das Szenario denkbar, dass die vom Patienten durch Wearables oder Handy-Apps selbst erhobenen Daten mit den vom Arzt erhobenen Daten zusammengeführt werden. Der Arzt hätte folglich eine viel aussagekräftigere Aufzeichnung von Körperfunktionen seines Patienten, auf die er während des kurzen Arztbesuches zurückgreifen und auf dessen Grundlage er genauere Diagnosen stellen könnte. Datenschutzgründe verhindern bisher ein solches Vorgehen. Außerdem fehlen aktuell auch noch die notwendigen technischen Schnittstellen und Datenbanken für einen solch vorstellbaren Datentransfer.

Die Digitale Patientenakte – Datenschutz oder Digitalisierung?

In Deutschland gibt es schon seit vielen Jahren Pläne, alle medizinischen Daten der Krankenversicherten digital an einer Stelle zusammenzuführen. Unter dem Begriff Digitale Patientenakte (dPA) soll 2021 in Deutschland genau dies umgesetzt werden. In diese dPA sollen alle Leistungserbringer des Gesundheitswesens, also etwa Ärzte oder Apotheker, ihre Diagnosen, Laborergebnisse und Behandlungen eintragen. Ziel ist dabei die Vereinfachung bürokratischer Vorgänge und die effizientere Gestaltung von Prozessen in der medizinischen Behandlung. Datenschutzrechtlich bleiben allerdings noch viele Fragen offen. Darf die Akte auch über Smartphones eingesehen werden? Darf ein Patient über die Einträge selbst bestimmen und diese eventuell sogar Ärzten vorenthalten? Wie sind die Daten verschlüsselt? Wie kann ein Patient die Daten für seine eigene Vorsorge nutzen? Es gibt in den kommenden zwei Jahren noch viel zu entscheiden und einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Was für die Einen notwendig erscheint und eine logische Folge der Digitalisierung des Gesundheitswesens bedeutet, wirft bei den Anderen große datenschutzrechtliche Bedenken auf. Denn gerade bei der deutschen Digitalen Patientenakte ist bisher noch nicht geklärt ob Patienten genau bestimmen dürfen, wer die darin gespeicherten Informationen eigentlich abrufen darf.  Ein Zahnarzt bekäme eventuell auch Kenntnis über einen Schwangerschaftsabbruch oder eine Psychotherapie. Weiter ist noch nicht definiert, wie mit Gefahren wie der Datenkriminalität umgegangen wird. Digitale Patientenakten aus den USA wurden bereits im Darknet angeboten und in Singapur wurden die Daten von 14.000 HIV infizierten gestohlen.

Tech-Giganten entdecken Digital Health ebenfalls

Die großen US-Tech-Konzerne entdecken das Thema Digital Health ebenfalls für sich. Neben Microsoft mit seinem Engagement in der Medizintechnik erweitert Apple mit jeder neuen Modellgeneration seiner iPhones und iWatches den medizinisch relevanten Funktionsumfang seiner Geräte. Seit dem neuesten Update des hauseigenen mobilen Betriebssystems iOS, ist die Funktion Health Records enthalten. Mit dieser Funktion kann ein Nutzer alle eigenen medizinischen Parameter abspeichern, geschützt durch das als sicher geltende Verschlüsselungssystem seiner iOS-Geräte. Die Software selbst basiert auf der FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) -Technologie, einem Branchenstandard zur Übermittlung von medizinischen Daten. Vielleicht tragen wir die nächste Entwicklungsstufe der medizinischen Datenübertragung damit also bereits wortwörtlich “in der Tasche”.

Wichtige Entwicklungen nicht verpassen

Auch das Bundesministerium für Gesundheit hat die Relevanz von Digital Health erkannt und das Health Innovation Hub (hih) in Berlin gegründet. Dort werden digitale Innovationen für den medizinischen Bereich identifiziert und gefördert. Die Schwerpunkte liegen auf KI, der digitalen Patientenakte, der Verbreitung von Branchenstandards zum Datenaustausch und dem Werben für eine medizinische Datenspende. Bei der Datenspende geht es um die wissenschaftliche Nutzung von anonymisierten Patientendaten zum Zwecke der medizinischen Forschung. Viele Wissenschaftler und Politiker sehen darin ein wichtiges Instrument zur weiteren Erforschung von Krankheiten, einen Datenschatz, den es zu heben gilt. Es existieren also viele neue Ansätze, welche unter dem Label Digital Health zusammengefasst werden. Viele davon müssen sich an unseren zu Recht strengen Datenschutzauflagen messen lassen. Hierbei jeweils beiden Belangen gerecht zu werden, der Innovationsförderung einerseits und dem Datenschutz andererseits, bleibt eine anspruchsvolle Herausforderung.

 

Wir von magility freuen uns über Ihren Kontakt und einen fachlichen Austausch oder auch Erfahrungsberichte aus dem Bereich Digital Health und E-Health! Unsere Experten stehen gerne für ein Gespräch zur Verfügung!

Libra

Facebook Coin Libra – Was steckt hinter der Kryptowährung

Facebook ist immer noch das soziale Online-Netzwerk mit den weltweit meisten aktiven Nutzern. Das Wachstum des Unternehmens schien in der Vergangenheit grenzenlos zu sein. Aktuell wird der Druck der asiatischen Konkurrenz  jedoch größer. Deshalb sind die Köpfe des US-Unternehmens aus San Francisco aktuell dabei, die nächste Ausbaustufe von Facebook in die Wege zu leiten. Das Netzwerk erweitert kontinuierlich sein Angebot und damit seine Relevanz und Reichweite. Das Facebook-Universum soll zukünftig noch viele weitere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens online abbilden. Durch die neuen Geschäftsmodelle soll der Marktanteil von Facebook gesichert werden. Aktuell betritt Facebook mit der Einführung der Kryptowährung Libra den Finanzmarkt. 

Libra – eine eigene Währung für das Facebook Ökosystem

Die wohl aufsehenerregendste Ankündigung von Facebook ist die Einführung einer eigenen globalen Währung namens Libra für das Jahr 2020. Hierfür baut Facebook aktuell eine komplette Finanzinfrastruktur auf. Nach Unternehmensangaben von Facebook haben heute 1,7 Milliarden Menschen, 30% der Weltbevölkerung, keinen Zugang zu Bankdienstleistungen. Internationale Überweisungen würden 3-5 Tage und im Schnitt 7% Gebühr kosten. Hier will der Konzern ansetzen und Überweisungen weltweit so einfach und günstig gestalten, wie das versenden einer Whatsapp-Nachricht. Überweisungen, Sicherung von Guthaben oder Vergabe von Krediten, heute noch typische Bankgeschäfte, sollen bald schon sehr viel günstiger und schneller über die Facebook Plattform möglich sein.

Die Libra Association soll über die Währung wachen

Um den neuen Zahlungsverkehr zu organisieren und zu überwachen, hat Facebook die unabhängige und gemeinnützige Libra Association mit Sitz im schweizerischen Genf ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder können Unternehmen, Social Impact Partner (SIPs) oder akademische Institute sein. Um der Association beizutreten müssen die Bewerber an einem Auswahlverfahren von Facebook teilnehmen und Libra Währung in Höhe von 10 Millionen US$ kaufen. Jedes Mitglied wird Teil des Libra Association Rat, dem Verwaltungsorgan. Nach der aktuellen Aufbauphase will Facebook nach eigenen Angaben lediglich ein gleichberechtigtes Mitglied diesen Rats sein. Bisherige Mitglieder des Rats sind beispielsweise Vodafone, Mastercard, Uber, Paypal, Coinbase, Visa und Ebay. Um eine “angemessene Trennung zwischen sozialen und finanziellen Daten zu gewährleisten”, hat Facebook das Tochterunternehmen Calibra gegründet. Calibra hat die Aufgabe, Dienstleistungen im Libra Netzwerk aufzubauen und zu betreiben.

Blockchain-Technologie und Kryptowährung bilden die Basis

Die Facebook Währung Libra basiert auf der Blockchain-Technologie, einem dezentralisierten und beliebig erweiterbaren Netzwerk von Datensätzen. Die Regeln dieses Netzwerks sind für den konkreten Anwendungsfall Libra im sogenannten Libra Protocol festgelegt. Entscheidungen über die darin getätigten Transaktionen fällen die Mitglieder des Rats in ihrer Rolle als Validatoren. Das Libra Protocol ist wie das gesamte Libra Projekt in der Entwicklungsphase. Einige konkrete Angaben über die Funktionsweise sind aber bereits öffentlich einsehbar. Um das Design dieses Protokolls zu testen, arbeitet Facebook mit einem open-source Ansatz. Damit sollen alle möglichen Probleme frühzeitig erkannt und in der weiteren Entwicklung beseitigt werden. Die Zahlungseinheiten der Währung sind Tokens, eine Kryptowährung, die sich aus dem Protokoll ergibt. Diese Tokens heißen Libra Coins.

Reserve soll Volatilität minimieren und Werterhalt sichern

Im Gegensatz zu den heute größten Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum, ist für Libra eine Reserve aus Wertanlagen geplant. Diese Reserve soll sicherstellen, dass der Wert der Facebook Währung bei nur geringer Volatilität möglichst stabil bleibt. Damit soll das unverzichtbare Vertrauen geschaffen werden, welches die Nutzung einer Währung ermöglicht, sowie deren Ansehen bei den Marktteilnehmern bestimmt. Investoren können in ein separates Investment-Token investieren. Diese Beträge bilden die Reserve. Das Vermögen der Reserve soll durch die breitgefächerte Anlage in einem Warenkorb gesichert werden, der aus langfristigen Wertanlagen von niedriger Volatilität wie etwa Staatsanleihen besteht. Die Reserve erfüllt damit die selbe Aufgabe wie der Goldstandard bei einer traditionellen Währung. Darin liegt auch der große Unterschied zu Bitcoin, dessen Wert eine solche Basis nicht besitzt und dessen Wert dadurch viel virtueller erscheint. Außerdem hat Bitcoin kein Äquivalent zur Libra Association, dem mächtigen Gremium, welches wie eine Währungsbank über die Libra Coin wacht. Damit neue Libra Coins geschaffen werden, kann ein Käufer Währungen wie Euro oder Dollar in die Reserve einzahlen. Er erhält dann Libra Coins entsprechend dem aktuellen Libra Wechselkurs, zurück. Dadurch wächst die Reserve immer mehr an und soll gleichzeitig zur Verhinderung einer Libra Inflation oder Blase beitragen.

Next big thing oder next big fail?

Mit der Libra Coin hat Facebook ein hochkomplexes Vorhaben angestoßen. Das Ziel des Unternehmens ist die Implementierung einer globalen Währung. Angeblich besteht kein Interesse daran, bisherige Währungen zu ersetzen. Sollten aber immer mehr Menschen nur noch Libra nutzen, dann träte früher oder später genau dieses Szenario ein. Viele rechtliche und technische Details zur Facebook Währung sind noch nicht abschließend geklärt, aber Hundertschaften von Experten arbeiten intensiv an diesem Projekt. Noch ist der Zeitpunkt der Einführung des Währungssystem seitens Facebook nicht kommuniziert, aber schon die momentan zu beobachtenden Entwicklungen sind hochinteressant.

Widerstand gegen Facebook formiert sich bereits

Der US Kongress hat erst vor wenigen Wochen ein Schreiben an Facebook gerichtet. Darin verlangen hochrangige Vertreter des Finanzausschusses einen Stopp der Einführung von Libra. Die Abgeordneten fürchten die Entstehung eines unkontrollierbaren Finanzsystems im rechtsfreien Raum, welches umfangreiche finanzielle Schäden verursachen könnte. Sicherlich wünschen die Volksvertreter auch, dass die wichtige Währungspolitik ein Privileg von souveränen Staaten bleibt und nicht in die Macht eines Privatunternehmens wandert. Neben Politikern schlagen daher mittlerweile auch Verbraucherschutzverbände Alarm. Selbst der US-amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz äußerte sich bereits mit kritischen Worten über Facebooks Währungspläne. Er kritisiert in seinen Äußerungen das Aufziehen einer neuen Dimension von Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Drogenhandel und Terrorismusfinanzierung. Für ihn wurde Facebook durch den Cambridge Analytica Skandal im Rahmen der letzten US-Präsidentschaftswahl zu einem zwielichtigen Player, dem man ein Projekt wie Libra niemals erlauben dürfe.

Wie stehen die Chancen für Facebook?

Trägt man die bisher zur Verfügung stehenden Informationen über Libra zusammen, ergibt sich ein zweideutiges Bild. Einerseits besteht der Finanzmarkt heutzutage aus vielen unterschiedlichen Rechts- und Währungsräumen, zwischen denen der Fluss von Geldströmen durch Gesetze und Vorschriften hoch reglementiert ist. Das sind eigentlich die besten Voraussetzungen für die Umsetzung einer disruptiven Geschäftsidee. Andererseits ist das Image von Facebook in der Bevölkerung und bei Behörden so schlecht wie noch nie. Ob es sich die politisch hoch vernetzten Verantwortlichen des Finanzsystems gefallen lassen werden, den Kern ihrer Industrie anzugreifen, bleibt fraglich. Ebenfalls fraglich bleibt, wie Facebooks Wettbewerber, etwa Google, Apple oder Amazon, auf die Währungspläne des sozialen Netzwerks reagieren und gegebenenfalls eigene Plattformen starten.

Der Libra Coin wird für spannende Diskussionen sorgen, sowohl politisch als auch gesellschaftlich.

Nutzen Sie bereits Blockchain-Technologie in Ihrem Unternehmen? Kontaktieren Sie uns von magility gerne für einen fachlichen Austausch.

Immobilien

IoT in der Immobilien-Branche – Investitionsanreize für Internetgiganten

Die US-amerikanischen Internetgiganten verstärken ihr Engagement im Immobilien-Bereich. Nachdem Google im Jahr 2018 weltweit 9 Milliarden Dollar in Niederlassungen und Rechenzentren investiert hat, sind nach Unternehmensangaben für 2019 alleine in den USA 13 Milliarden Dollar für Investitionen in diesem Bereich eingeplant. Auch Amazon will die Digitalisierung von Haushalten vorantreiben.

Was sind die Hintergründe?

Die Google übergeordnete Holding Alphabet verfügt aktuell über mehr als 100 Milliarden Dollar an Barreserven. In der Vergangenheit hat Google immer wieder Firmenakquisitionen in Milliardenhöhe durchgeführt. Derzeit scheint allerdings eine andere Mittelverwendung geplant zu sein: Der Suchmaschinenkonzern investiert in neue Büroflächen und Rechenzentren, um das wichtige Kerngeschäft weiter auszubauen. Außerdem plant Google 2019 mehrere Zehntausend Mitarbeiter einzustellen, wodurch ein entsprechend großer Raumbedarf entsteht. 

Rasantes Wachstum erhöht Nachfrage für Immobilien

Der Unternehmenssitz von Google trägt den Namen ‘Googleplex’ und befindet sich in Mountain View, Kalifornien. In direkter Nachbarschaft hat Google nun für eine Milliarde Dollar einen benachbarten Business Park erworben. Der Expansion des Headquarters steht damit nichts mehr im Wege. Google kaufte bereits 2018 für 2,6 Milliarden Dollar das Gelände Chelsea Market in New York im Stadtteil Manhattan, einer der umfangreichsten Immobiliendeals des letzten Jahres in den USA. Der größte Standort des Unternehmens befindet sich in Zürich, auch dieser wird derzeit deutlich ausgebaut.

Investitionen gegen hausgemachte Wohnungsnot

Es gibt noch mehr Gründe, welche die Tech-Unternehmen anspornen, vermehrt in Immobilien zu investieren. Facebook, Google und Amazon versuchen, dasselbe hausgemachte Problem zu lösen. Mit dem rasanten Wachstum der Internetgiganten steigt auch der personelle Bedarf an hochqualifizierten Mitarbeitern. Rund um die Unternehmenszentralen im kalifornischen San Francisco hat schon lange ein intensiver Preisanstieg sowie eine deutliche Gentrifizierung stattgefunden. Durch die hohe Nachfrage und die ebenso hohen Gehälter der Angestellten werden nicht nur Alteingesessene vertrieben, auch für die eigenen Mitarbeiter übersteigt der Bedarf längst den Bestand an verfügbarem Wohnraum.  Die Tech-Konzerne investieren mit steigender Tendenz in Wohnungen und Bauland, allen voran Google. Immer wieder aufkommende Proteste von der Bevölkerung gegen die Digitalkonzerne unterstreichen die Dringlichkeit dieser Investitionen. In Berlin etwa musste Google in 2018 Pläne für einen Start-Up Campus aufgeben, nachdem sich mehrere Bürgerinitiativen gegen dieses Vorhaben gebildet hatten, die sich schlussendlich durchsetzten.

Smart City vom Reißbrett – die Zukunft des Wohnens?

Google investiert sogar über den eigenen Bedarf hinaus. Im kanadischen Toronto plant das Unternehmen Sidewalk Labs, wie Google eine Tochter der Alphabet Holding, eine Smart City zu errichten. Vorgesehen ist ein ganzer Stadtteil, der mit den neuesten Technologien ausgestattet einen Ausblick auf die Zukunft des Städtebaus geben soll. Laut Sidewalk Labs soll die am Wasser gelegene Smart City nach Fertigstellung im Jahr 2040 44.000 Jobs generiert haben und dem Staat 4,3 Milliarden Kanadische Dollar (2,9 Milliarden Euro) an jährlichen Steuereinnahmen in die Kasse spülen. Der neue Stadtteil soll hochvernetzt gestaltet sein und sich u.a. durch eine innovative Verkehrsführung auszeichnen. Geplant ist außerdem die Einbindung selbstfahrender Autos schon bei der Stadtentwicklung. Auch soziale Themen werden mit einbezogen, so soll 40% des neuen Wohnraums unter dem aktuellen Marktpreisniveau angeboten werden.

Amazon’s Alexa – von Haus aus

Der Handelsriese Amazon investiert noch aus weiteren Gründen in Immobilien. Mit seiner Sprachsoftware Alexa und seinen zahlreichen Smart Home Anwendungen treibt die Firma das eigene Geschäft voran. Vor einigen Monaten gab der Handelsriese eine Zusammenarbeit mit Lennar bekannt, dem größten Immobilienunternehmen der USA. In von Lennar gebaute Häuser kann nun von Anfang an das komplette “Connected Home”-Angebot von Amazon integriert werden. Über Alexa sowie Mobile-Apps kann der Bewohner Licht, Musik, Rollläden und vieles mehr ansteuern. Das Haus lässt sich aus beliebiger Entfernung heraus online verriegeln und die Bilder der Videoüberwachung können über ein mobiles Gerät, wie etwa ein Smartphone oder Tablet, von jedem ans Netz angebundenem Ort der Welt aus angesehen werden. Auch der Kühlschrank ist vernetzt und bestellt zu Neige gehende Vorräte automatisch nach. Amazon spricht dabei von der Integrated Home Automation, der Verwirklichung des Internet-of-Things zuhause.

Fortschritt trotz Kritik

Nachdem die Internetgiganten die Onlinewelt fast oligarchisch erobert haben, können wir aktuell also auch ein intensiviertes Engagement im Immobilienmarkt beobachten. Die Chancen, die sich dabei ergeben, sind groß. Datenschützer wachen allerdings mit Argusaugen über dieser Entwicklung. Sie befürchten eine manipulative Überwachung und dadurch die massive Einschränkung der Privatsphäre. Die Konzerne werden sich davon sicherlich nicht aufhalten lassen. Es bleibt also wie immer auf dem Weg in eine digitalisierte Zukunft spannend, wohin die Entwicklung geht und wie das Ergebnis am Ende tatsächlich aussieht. 

Wo sehen Sie das Potenzial dieser Entwicklungen? Wir tauschen uns gerne mit Ihnen über aktuelle Trends und innovative Geschäftsmodelle aus und diskutieren sowohl die Chancen als auch die Risiken die sich daraus ergeben. Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

 

Smart Homes - wann kommt die vernetzte Revolution zuhause?

Smart Home – wann kommt die vernetzte Revolution zuhause?

 

Unter Smart Home lassen sich verschiedene Verfahren und Systeme in Wohnräumen zusammenfassen, die zum Ziel haben, die Qualität des Wohnens und Lebens zu erhöhen. Ein intelligentes Zuhause, besteht aus unterschiedlichen vernetzten Geräten, die aus der Ferne gesteuert werden können. Zudem sind automatisierte Abläufe und Verhaltenserkennung der Bewohnenden Teil eines Smart Homes. Smart ist ein Zuhause dann, wenn die verwendeten Lichtquellen, Tasten und Geräte miteinander so vernetzt sind, dass sie Daten zur Steuerung speichern und eine eigene Logik in ihrer Gesamtheit abbilden.

 

Gesteigerte Lebensqualität und höhere Sicherheit

 

Smart Home Technologien machen das Energiemanagement effizient, indem Heizungen bereits vor Ankunft zuhause energiesparend aufgeheizt werden. Ein weiterer Aspekt ist die intelligente Handhabung von Komfort sowie die Steuerung von Licht und Home Entertainment Systemen. Dazu gesellen sich smarte Haushaltsgeräte wie beispielsweise intelligente Kühlschränke, die über Sensoren die Verderblichkeit der Lebensmittel kontrollieren oder zur Neige gegangene Produkte automatisch nachbestellen. Die Gebäudesicherheit nimmt einen weiteren Teil der Smart Home Technologien ein. Smarte Sicherheitslösungen vereinfachen den Alltag und tragen enorm zur Lebensqualität bei. Alarmanlagen, Gegensprechanlagen und Türschlösser erleben eine Revolution durch die Nutzung von Kameras, Sensoren, Künstlicher Intelligenz oder der Subsound-Technologie.  

 

Skepsis in Deutschland gegenüber Vernetzung zuhause

 

Mit einer Rate von gut 33 Prozent ist die Haushaltspenetration im Smart Home Markt am höchsten in den USA. Darauf folgen dicht Norwegen, Niederlande, Dänemark und Schweden – dort haben mindestens 26 Prozent der Bevölkerung Smart Home Lösungen installiert. Deutschland hingegen hinkt hinterher, denn nur knapp 20 Prozent der Haushalte leben aktuell in einem Smart Home. Nutzer zögern hierzulande damit, ihre persönlichen Daten preiszugeben. Dieses Misstrauen trägt dazu bei, dass das IoT in Deutschland noch am Anfang steht. Doch die wichtigsten IoT Systeme für Smarte Homes haben bezüglich Datensicherheit und Privatsphäre in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht.

 

Komplexität der Systeme und Plattformen schreckt ab

 

Die Nutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit stellt eine weitere Hemmschwelle für die Integration von Smart Home Technologien ins eigene Zuhause dar. Kaum jemand möchte einen Handwerker eigens dafür beauftragen einzelne Komponenten zuhause miteinander zu vernetzen. Die Plattformen und Systeme müssen intuitiv aufgebaut sein und von Kunden jeder Altersklasse verbaut und bedient werden können.

 

Kostenfaktor nicht zu unterschätzen

 

Intelligente Vernetzung zuhause ist heute noch kostenaufwändig. Für ein einfaches System mit wenigen Komponenten muss man bereits mehrere Hundert Euro investieren. Dies wird sich jedoch in naher Zukunft ändern. Aktuell besitzt jedes Gerät zumeist eine komplexe und aufwändige Elektronik um am “smarten Geschehen” teilhaben zu können. Sobald Hersteller die notwendige Intelligenz der Geräte an externe Clouds auslagern, sinken die Entwicklungskosten rapide. Anbieter wie Amazon Web Services oder Microsoft IoT-Software bieten bereits solche Bausteine an, damit Lösungen für Smart Homes viel schneller und unkomplizierter entwickelt werden können. Diese Bausteine werden in eigene Systeme integriert, sodass nicht jedes Gerät komplett neu entwickelt werden muss.  

 

Marken-Kooperationen erleichtern den Einstieg ins Smart Home

 

Um den Zugang zum vernetzten Zuhause noch einfacher zu gestalten haben sich verschiedene Gruppierungen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammengeschlossen. So wollen sie erreichen, dass Kunden smarte Komplettlösungen und Services für ihr Zuhause direkt erwerben. Quivicon vereint beispielsweise unterschiedliche Gerätehersteller wie Osram, Miele, Philips oder Sonos. Kleinen IoT Anbietern bietet der Anschluss an Marken-Kooperationen einen attraktiven Zugang, um mit den führenden Anbietern wie Google oder Amazon mit zu schwingen.

 

Fehlende Standardisierung für Geräte

 

Im Vergleich zur Mobilfunkbranche in der Standards wie GSM, UMTS oder LTE gelten, gibt es im IoT aktuell noch keine weltweit festgelegten Standardisierungen in der Kommunikation. Das kann dazu führen, dass einzelne Geräte nicht miteinander kommunizieren können. Jedoch wäre eine einheitliche Standardisierung wünschenswert, damit Kunden nicht von einem Provider abhängig sind. Wäre dies der Fall, würde sich der Markt der Anbieter letztlich auf wenige große Akteure konzentrieren.

 

Sicherheit muss weiterhin höchste Priorität sein

 

Obwohl die Hersteller bereits große Fortschritte zur Sicherheit von Smart Home Lösungen gemacht haben, ist die Angriffssicherheit nicht bei allen Anbietern gleich. Die Anbieter müssen auf das bestehende Vertrauen aufbauen und sicherstellen, dass ihre Dienste vollständig gesichert sind. Die unbedingte Einhaltung von Cybersecurity für vernetzte Smart Home Technologien ist unabdingbar um die Präsenz von vernetztem Wohnraum in naher Zukunft zu erhöhen.

 

ERP Systeme

Der ‘Next-Gen-Trend’ im Enterprise Ressource Planning (ERP)

Das softwarebasierte Enterprise Ressource Planning (ERP) hat sich weitgehend als ein Schlüsselfaktor für Unternehmenserfolg etabliert. Ziel eines ERP Systems ist die prozessorientierte Abbildung des Unternehmensgeschehens in Zahlen sowie ggf. idealerweise auch grafisch. In einem ERP werden dafür alle relevanten Ressourcen erfasst und die für den Geschäftsbetrieb erforderlichen Zahlen und Daten aufbereitet, überwacht und lesbar dargestellt. Für jede Branche gibt es maßgeschneiderte Lösungen. Doch was heute für nahezu jedes Unternehmen zum Standard gehört, befindet sich aktuell in der Transformation zu seiner nächsten technologischen Evolutionsstufe. Wie immer gilt: Unternehmen, die früh auf maßgebliche Trends reagieren, verschaffen sich einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb.

Welche Vorteile bringt ein ERP-System mit sich?

Ein ERP-System visualisiert für die Anwender alle aktuellen, vergangenen und bei Nutzung der Planungsfunktionen auch zukünftigen Betriebsabläufe. Die Analyse dieser Daten vereinfacht die Zukunftsplanung sowie das Aufspüren von Schwachstellen im eigenen Unternehmen. Ziel ist dabei immer die Zusammenführung und Darstellung von Informationen, um eine Ausgangsbasis für unternehmerische Entscheidungen zu schaffen und den operativen Betrieb effizienter gestalten zu können. Aktuell zeichnen sich zahlreiche Trends ab, wie ERP-Systeme noch leistungsfähiger und intelligenter gemacht werden können. Die Branchenführer Oracle, SAP, Microsoft und viele weitere kleinere Anbieter beleben mit neuen Leistungsumfängen ihres Softwareangebots den Markt.

Usability, Mobility, Interface, Visualization

Benutzeroberflächen werden vereinfacht. Was die Anwender bereits privat von ihren Apps und Social Media Plattformen kennen, wird sich auch im professionellen Kontext verstärkt etablieren. Jede Information soll bestenfalls mit einem Fingertipp erreichbar sein und die Anwendungen so effizienter und benutzerfreundlicher werden. Durch das veränderte Nutzerverhalten, das sich durch die stetig steigende Verwendung von mobilen Geräten und den dadurch bedingten Anstieg der Bearbeitungsgeschwindigkeit ergibt, wird auch die Nutzung der ERP-Systeme mobiler. Die Darstellung der erfassten Informationen wird stetig verbessert und neue Visualisierungen von Daten sollen mehr Transparenz schaffen.

Umfassende Anbindung der Unternehmenssoftware

Idealerweise fließen alle Datenquellen eines Unternehmens in das übergeordnete ERP-System. Informationen von Kunden, Lieferanten sowie der eigenen Produktion werden dabei zusammengeführt um größtmögliche und stets aktuelle Transparenz zu gewährleisten. Am Ende etabliert sich ein ‘Industrial Data Space’, der alle Informationsflüsse der Wertschöpfungskette erfasst und abbildet. Um die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen erfolgreich umzusetzen, ist auch die Qualität der sogenannten Stamm- oder Bewegungsdaten von Bedeutung. Durch die stetig fortschreitende Integration des Internet-of-Things (IoT) werden diese Datenflüsse genauer und umfangreicher. Jedes genutzte Gerät, wie etwa Maschinen, Fuhrparkfahrzeuge oder Computer, ist mit dem übergeordneten ERP-System vernetzt und sendet an dieses in Echtzeit Daten über Nutzung, Fortschritt und Verbrauch. Dies ermöglicht eine Abbildung aller betrieblich relevanten Prozesse.

Sicherheit und die Cloud

Eine weitere Einflussgröße der aktuellen Entwicklung ist der Trend hin zu Cloud basierten Anwendungen. Im Netzwerk mit Partnern, Lieferanten und dem Handel können Geschäftsprozesse so integriert abgebildet werden. Über Cloud-Anwendungen wird es vereinfacht möglich, Mitarbeiter oder andere Akteure aus dem Netzwerk in den Informationsfluss einzubetten. Cloud basierte Systeme lassen sich besser und schneller skalieren bei gleichzeitig erhöhter Betriebssicherheit. Die fortschreitende Digitalisierung erhöht allerdings auch das Potenzial kritischer Hackerangriffe. Laut Medienberichten hat sich die Zahl der Cyberangriffe auf Unternehmen im Jahr 2018 fast verdoppelt. Ein umfassend und professionell umgesetztes Cyber Security Konzept ist daher für jedes Unternehmen heute erfolgsentscheidend. Cyberangriffe gefährden beispielsweise durch Betriebsausfälle nicht nur Unternehmens selbst, auch die Sicherheit z.B. der Mitarbeiter ist gefährdet.

Neues Potenzial durch Künstliche Intelligenz

Eine Künstliche Intelligenz (KI) mit umfassenden menschenähnlichen Fähigkeiten existiert aktuell noch nicht. KI-Technologie kann aber heute bereits ein ERP-System sinvoll unterstützen. So können z.B. durch KI Muster in Nutzerdaten erkannt werden, welche dem menschlichen Auge verborgen blieben. Dadurch können neue Geschäftspotenziale aufgedeckt und das Tagesgeschäft effizienter gemanagt werden. KI kann auch eingesetzt werden um Prozesse in der Administration oder Buchhaltung zu automatisieren. Mitarbeiter bekommen dadurch mehr Zeit für komplexere Aufgaben, welche eine Software heute noch nicht erledigen kann.

Neue Geschäftsmodelle durch ERP-Systeme

Durch die Nutzung eines stark vernetzten ERP-Systems ergeben sich vielfältige Verbesserungsmöglichkeiten des Status Quo im Unternehmen. Durch virtuelle Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern können Entwicklungszeiten verkürzt und der Verkaufserfolg von Produkten und Dienstleistungen im Markt erhöht werden. Kundenintegriertes Engineering ist hier das Stichwort. Ein leistungsfähiges ERP-System bildet die Basis für neue Geschäftsmodelle, die sich aus der umfassenden Digitalisierung der Gesellschaft ergeben. Die digitale Transformation zeigt sich nicht nur in Produkten mit höherem Individualisierungsgrad, sie basiert auch maßgeblich auf der Umsetzung innovativer Prozesse. Um mit dieser beschleunigten Entwicklung mithalten zu können, wird es für jedes Unternehmen unerlässlich sein, durch ein agiles ERP-System der nächsten Generation die Kontrolle über das Unternehmensgeschehen zu behalten und so den Geschäftserfolg auch in Zeiten der digitalen Transformation zu sichern.

Welche Erfahrungen machen Sie aktuell auf Ihrem Weg in die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse? Unsere Experten freuen sich über einen fachlichen Austausch. Sprechen Sie uns von magility gerne an.