as Notrufsystem eCall ist seit März 2018 Pflicht in allen Neuwagen in Europa. eCall ist ein fahrzeuginterner Assistent, der Unfälle mit Standortangabe schnellstmöglich an lokale Rettungskräfte weiterleiten soll.

Der gläserne Autofahrer – heute schon Realität?

Das Notrufsystem eCall ist seit März 2018 Pflicht in allen Neuwagen in Europa. eCall ist ein fahrzeuginterner Assistent, der Unfälle mit Standortangabe schnellstmöglich an lokale Rettungskräfte weiterleiten soll. Ziel ist, die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich zu erhöhen und die Zeit bis zum Eintreffen von Rettungskräften am Unfallort zu verkürzen. Durch eine automatische Auslösung des Notrufs können bei schweren Unfällen hoffentlich mehr Menschenleben gerettet werden. Das klingt zunächst höchst attraktiv.   

 

Das eCall System ist datenschutzrechtlich geprüft und soweit – theoretisch – in Ordnung. Allerdings machen Automobilhersteller bis dato das Ausmaß an Datensammlung über die eCall Funktion nicht publik. Es ist daher fraglich was genau mit den generierten Daten geschieht, sofern sie erst einmal erfasst sind.

Schnittstelle zum Internet problematisch

 

Für die Datenerfassung zur Ermöglichung eines eCalls ist es bereits heute in allen in Europa zugelassenen Neufahrzeugen Pflicht, ein zusätzliches Steuergerät, eine Antenne, ein GPS Empfänger sowie ein GSM-Modul ab Werk zu verbauen. Diese Grundausstattung rüstet ein Fahrzeug nicht nur für die Ermöglichung des eCalls aus, vielmehr bietet sie die Grundlage für Zusatzdienstleistungen im Fahrzeug. Und genau diese Zusatzdienste geben Grund zur Sorge um die eigenen Daten.

Zusatzleistungen bergen Risiko des Datenmissbrauchs

 

Für die Übermittlung der Daten an den Notfalleinsatz ist eine Schnittstelle zum Internet nötig. Über diese Schnittstelle können auch andere Daten über Fahrzeug, Fahrverhalten und weitere signifikante Daten wie Fahrstrecke, bevorzugte Standorte oder etwa ob Sicherheitsgurte angelegt sind an Fahrzeughersteller übermittelt werden. Die Daten des einzelnen Fahrers können dadurch hoch kommerzialisiert werden, was datenschutzrechtlich durchaus kritisch zu betrachten ist. Insbesondere Versicherungsunternehmen oder Vertragswerkstätten können von den Daten profitieren, die auf Basis der gesammelten Daten Verträge deutlich individualisierter anbieten können (beispielsweise “Pay-as-you-drive”-Verträge).

 

Offene Schnittstelle als Stellhebel für Selbstbestimmung?

 

Allerdings hat der Fahrer des Autos dabei keinerlei Kontrolle mehr, was genau mit seinen persönlichen Daten passiert und wer davon profitiert. Aktuell ist noch unklar ob eine manuelle Deaktivierung der Datenaufzeichnung in absehbarer Zeit umsetzbar sein wird. Die Funktionalitäten sind tief im Bordsystem verbaut und können, zumindest derzeit, nicht einfach ausgeschaltet werden. Daher wird an unterschiedlichen Stellen diskutiert, eine offene Schnittstelle ins Fahrzeug einzubauen, damit die Endnutzer selbst bestimmen können, mit wem und vor allem wann sie ihre Daten teilen. Dies wäre ein wichtiger Schritt weg vom gläsernen Autofahrer hin zu persönlicher Selbstbestimmung. Andernfalls sind Endnutzer an die Angebote des Automobilherstellers gebunden, die dieser mit im System verbaut hat. So wäre beispielsweise denkbar, dass nach einem Unfall nur Abschlepper vom Hersteller zur Verfügung ständen oder Fahrer gezielt für Reparaturen in Vertragswerkstätten gelotst werden. Eine derartiges Daten Monopol würde sog. Drittanbieter deutlich benachteiligen oder sogar ausschließen und Automobilherstellern eine Übermacht an Verkaufsrecht geben.

 

Sicheres Fahren messbar machen

Der magility Partner DEKRA arbeitet aktuell an einem Safety-Index. Auf Basis von generierten Daten aus Fahrzeugen, welche Telematik unterstützte Technik verbaut haben, soll gemeinsam mit dem Startup Pace Telematics ein Standard entwickelt werden, der sicheres Autofahren messbar machen soll. Wer sich bereit erklärt seine Daten zur Verfügung zu stellen kann mit einem Vorteil rechnen. Dorthin sollte der aktuelle Trend bei der Datensammlung und -verwertung gehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daimler stellt Entwicklern Connected Vehicle API zur Verfügung. Bild: Screenshot Mercedes

Daimler veröffentlicht Connected-Vehicle-API für digitale Services und Apps

Geschäfte rund um das Connected Car basieren auf unzähligen Daten, die permanent erhoben werden. Daraus entstehen nützliche Apps, die den Komfort und die Sicherheit des Fahrers erhöhen. Doch wer entwickelt eigentlich diese Apps für vernetzte Fahrzeuge? Um Innovationen anzutreiben, braucht es eine große Zahl von Entwicklern, UX-Experten und Designern, die Anwendungen und Services bauen. Kürzlich hat Daimler die neue Connected-Vehicle Application Programming Interface, kurz API,  zum Abruf von Fahrzeugdaten vorgestellt. Was es mit dieser Programmierschnittstelle auf sich hat und warum sie für das vernetzte Fahren so wichtig ist, erklären wir in unserem Artikel.

Daimler veröffentlicht API

Eine API (Application Programming Interface) ist frei ins Deutsche übersetzt eine Programmierschnittstelle. Durch diese Schnittstelle wird ein Tool für andere externe Programme bereitgestellt, durch welches sich die Programme an das bestehende Softwaresystem anbinden können. Durch APIs können also Daten und Inhalte ausgetauscht und weiterverarbeitet werden und ermöglichen Dritten den Zugang zu zuvor verschlossenen Benutzerkreisen oder Datenpools. Mit der Daimler-API, die sich noch im Entwicklungsstadium befindet, erhalten Entwickler Zugriff auf wichtige Telematikdaten, Statusinformationen und Fahrzeugfunktionen von virtuellen Mercedes-Benz Fahrzeugen. Software Developer werden dazu eingeladen, mit individuellen Statusdaten, vom Kilometerstand bis zum Status der Türen, zu experimentieren und erhalten dadurch eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten. Wenn Daimler die Connected-Vehicle-API veröffentlicht, können auch Drittanbieter Apps entwickeln, die mit dem Daimler Betriebssystem kompatibel sind.

Entwickler arbeiten mit authentischer Simulation

Anwendungsentwickler haben dank der Schnittstelle die Möglichkeit, auch ohne ein echtes Fahrzeug ein Gefühl für die vernetzten Fahrzeuge zu bekommen. Durch die Simulation eines Fahrzeugzustands ist es möglich, die User Experience jeder einzelnen Anwendung zu testen, was sowohl für den Entwickler als auch für den Automobilhersteller einen entscheidenden Vorteil darstellt. Im Wesentlichen macht der Simulator den Prozess der Entwicklung einer App für ein vernetztes Fahrzeug deutlich effizienter sowie zugänglicher und sorgt dadurch auch für eine wesentlich geringere Fehlerquote. Des Weiteren ermöglicht die Connected-Vehicle API es Drittanbietern, Apps zu entwickeln, die mit dem Daimler-Betriebssystem kompatibel sind.

High Mobility Plattform

Derzeit kann die API mit einem Simulator von High Mobility, einer Entwickler-Plattform für vernetzte Fahrzeuge, getestet werden. Daimler und andere OEM wie Porsche haben sich High Mobility schon angeschlossen. Gemeinsam mit den OEM arbeitet die Plattform an der Vision, eine standardisierte und leistungsstarke Automobil-API für Developer zur Verfügung zu stellen.

Zum Hintergrund

Doch warum veröffentlicht Daimler eine API und gewährt uneingeschränkt Zugriff auf interessante Fahrzeugdaten? Letztlich geht der Konzern davon aus, bessere Dienstleistungen und Fahrerlebnisse zu kreieren. Doch um den Kunden ein attraktives digitales Produkt zur Verfügung stellen zu können, ist sehr viel Entwicklungsarbeit nötig. Digitale Trends entwickeln sich in einer rasanten Geschwindigkeit weiter. Selbst wenn ein Unternehmen über einen großen Bereich mit Developern und Experten verfügt, können nicht immer alle aktuellen Trends und Entwicklungen abgedeckt werden.

Attraktivität durch viele Services

Für ein Unternehmen wie Daimler macht es also durchaus Sinn, eine API zur Verfügung zu stellen und so Agenturen und Drittanbieter zu animieren, Apps und Services zu programmieren. Dadurch machen sie das eigene System umfänglicher und attraktiver. Das System von Daimler wird besonders ansprechend, wenn dem Kunden eine hohe Anzahl an Wahlmöglichkeiten spezifischer Apps zur Verfügung gestellt wird. Deshalb legt das Unternehmen über die API Daten offen, auch wenn es sich zunächst um eine Entwicklerdokumentation handelt. Am Ende steht, je nach Geschäftsmodell, meist eine Win-Win-Situation.

Sicherheitsrisiko API

APIs zur Verfügung zu stellen hat einen offensichtlichen Nutzen und fast alle Unternehmen, die sich erfolgreich in der digitalen Welt bewegen, haben die Schnittstellen veröffentlicht. Gleichzeitig bieten sie aber auch große Angriffsflächen für Cyber Angriffe. Unsichere APIs sind laut der Cloud Security Alliance eine der größten Gefahren des Cloud Computing.

 

Bei Fragen zu digitalen Geschäftsmodellen und Cyber Security Themen wenden sie sich gerne an unsere Experten von magility.

Cyber Security Management schützt Unternehmen ganzheitlich

Unternehmen treibt heute mehr denn je zuvor die Frage, wie sie ihre Gesamtorganisation zuverlässig gegen Cyber Angriffe absichern können. Zu schützen gilt es vor allen Dingen in Datenbanken gespeichertes Fachwissen sowie private Daten der Mitarbeitenden, Lieferanten und Kunden. Im Fokus steht jedoch die Sicherstellung von ganzheitlich sicheren Produkten, die am Ende auf den Markt kommen. Cyber Security Themen rücken immer mehr in den Fokus. 

Wachsende Zahl von Cyber Einfallstoren

Durch die stetig anwachsende Digitalisierung und durch zunehmende Internet of Things (IoT) Anwendungen steigt die Anzahl der Schwachstellen in Unternehmen, die von böswilligen Angreifern ausspioniert und zur Bedrohung durch Cyber-Angriffe werden können. In der klassischen IT fallen darunter beispielsweise die Cloud, Server, Netzwerke, das drahtlose Internet, einzelne Computer und Laptops sowie mobile Endgeräte und deren Software Applikationen. Angriffsvektoren, also Einfallstore um ins Innere des Unternehmens vorzudringen, sind jedoch nicht nur in der ‘klassischen’ IT zu finden. Unternehmen sind heutzutage auch über ihre IoT Infrastruktur angreifbar. Sei es über vernetzte Gebäudetechnik, über ungeschützte Datenbusse, über Anlagen, Maschinen und Einrichtungen sowie über Steuerungen bspw. von Produktionsanlagen. Durch zusätzliche vernetzte Technologien, die zukünftig im Rahmen von Industrie 4.0 sowie bei der Verbindung mit Smart Cities eingesetzt werden sollen, entstehen weitere Einfallstore. Das Risiko für Unternehmen zum Ziel für Cyber-Angriffe zu werden, steigt dadurch massiv an.  

Produkte und Services müssen auch sicher sein

Heute sind Unternehmen nicht mehr sicher aufgestellt, wenn sie nur ihre klassische IT und ihre Infrastruktur schützen. Das Beispiel der Automobilindustrie zeigt deutlich, dass schon seit Jahren der Fokus auf eine ganzheitliche Sicherheit der Endprodukte (hier Fahrzeuge) gelegt werden muss.

Konnektivität, die Fähigkeit mit dem Internet verbunden zu sein, erweitert das Fahrzeug-Gesamtsystem heute beträchtlich. Das Fahrzeug selbst hört nicht mehr an der Karosserie auf. Stattdessen ist es untrennbar verbunden mit einem Backend, mit Content- und Service Partnern und hat Schnittstellen zu Ladestationen, Diagnosegeräten sowie  mobilen Endgeräten. Außerdem überträgt Funk wichtige Informationen aus dem Fahrzeug ins Backend und diese wiederum auf mobile Endgeräte. All diese Schnittstellen müssen abgesichert werden um Cyber-Bedrohungen zu minimieren. Alle Schnittstellen bilden zusammen Einfallstore für Cyber-Angriffe, um auf sicherheitskritische Funktionen im Einzelfahrzeug oder in ganzen Flotten Einfluss zu nehmen. Im zweiten Schritt kann dann wiederum das Unternehmen selbst Angriffsopfer von Cyber-Bedrohungen werden. Sowohl über vernetzte Produkte als auch über die Unternehmens-IT oder die Infrastruktur können Angreifer an sicherheitskritische Daten gelangen und sie für ihre Zwecke manipulieren und so dem Unternehmen und Fahrzeuginsassen sowie im weiteren Verlauf auch anderen Verkehrsteilnehmern mitunter massiv schaden.

Cyber Security Management System macht Sicherheit greifbar

Unternehmen können die Gefahr von Cyber Angriffen auf Fahrzeugflotten handhabbar machen sofern sie ein ganzheitliches Cyber Security Management System implementieren. In diesem System, ähnlich wie einem Qualitätsmanagement System, sind alle Unternehmensbereiche abgebildet, werden aufeinander abgestimmt und ganzheitlich auf Cyber Security ausgerichtet. Cyber Security wird zu einer neuen interdisziplinären Systemfunktion des Unternehmens. Aktuell arbeiten die Automobilunternehmen daran, wie sie ganzheitliche Cyber Security in ihre Prozesse und Produkte langfristig über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs integrieren können und Cyberrisiken somit handhabbar machen.

Magility hat mit langjähriger Expertenerfahrung ein Cyber Security Management System für die Automobilindustrie entwickelt. Das Cyber Security Management System umfasst alle Lieferantenbeziehungen entlang der Hardware- und Software-Wertschöpfungskette, lebt entlang des gesamten Produktlebenszyklus von Fahrzeugen und umfasst das gesamte End-to-End Gesamtfahrzeugsystem. Durch die Implementierung des holistischen magility Cyber Security Management System Regelkreises werden Cyber Security Risiken sowohl in der klassischen IT als auch im Bezug auf Fahrzeug-Produktmerkmale zunehmend beherrschbar..

Schwachstellen im Überblick haben

Magility ist u.a. zertifizierter Reseller von Cyber Security Schutz Software, z.B.  von ‘Blueliv’ Software. Blueliv ist ein spanisches Unternehmen mit sehr hoher Reputation u.a. bei Gartner (Cool Vendor). Die „Targeted Cyber Threat Intelligence Plattform und der „Threat Data Feed adressieren eine umfassende Palette von Cyber-Bedrohungen. Blueliv identifiziert Cyber-Bedrohungen und hilft damit, diese schnell und umfassend abzuwehren. Weltweit hat Blueliv über 100 Kunden, u.a. die Allianz Group, Banco Santander, Telefonica, um nur einige zu nennen.

Blueliv kann durch Analysen über ihre Cyber Plattformen aufzeigen, welche Handlungsfelder hinsichtlich der Sicherheit unternehmensintern adressiert werden müssen und analysiert gleichzeitig was außerhalb des Unternehmens im Cyber Security-Bereich auffällt. Die Internet Sicherheit, insbesondere die Angriffssicherheit wird dadurch ganzheitlich ergänzt. Unternehmen können die webbasierte Plattform lizenzieren und haben so alle Schnittstellen nach außen im Echtzeit-Überblick. Durch den non-intrusiven Charakter ist keine Installation in der unternehmenseigenen IT nötig, was die Plattform unkompliziert einsetzbar macht.

Sind Ihre vertraulichen Daten sicher?

Wie ist Ihr Unternehmen in Bezug auf Cyber Risiken abgesichert? Gerne gibt magility Ihnen eine Demo zur Schwachstellenanalyse mittels der Blueliv Threat Intelligence Plattform. Blueliv hat kürzlich auch einen interessanten Report zum Diebstahl von vertraulichen Informationen durch Cyber Angreifer veröffentlicht. Kontaktieren Sie uns, wir senden Ihnen den Report gerne zu. Unsere Experten beraten Sie auch gerne ausführlich zu Details und zur Implementierung des produktbezogenen Cyber Security Management Systems. Schicken Sie eine kurze Mail oder rufen Sie direkt an. Wir freuen uns auf Sie!

 

 

Flottenmanagement und Elektromobilität ist ein großes Thema.

Elektromobilität in der Unternehmensflotte – Zukunftsfähig und nachhaltig

Seit einiger Zeit wird der umfassende Einsatz von E-Fahrzeugen in Unternehmensflotten diskutiert. Die Nachfrage nach E-Autos und kleinen Lkws mit Elektroantrieb im Flottenmanagement steigt stetig an. Im Spannungsfeld von Umweltschutz und Kostenreduktion müssen die Unternehmen jetzt handeln und sich neuen Technologien gegenüber offen zeigen. Wie weit sind die Unternehmen bei der Integration von E-Fahrzeugen in Fahrzeugflotten heute schon? Wie schlägt sich der Einsatz von E-Fahrzeugen in Unternehmensflotten wirtschaftlich nieder und welches noch ungenutzte Potenzial bergen E-Fahrzeuge im Flottenmanagement? Wir von magility haben Antworten auf diese Fragen für Sie zusammengefasst.

Anzahl von Elektroautos auf deutschen Straßen

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) waren in Deutschland Anfang 2018 über 98.000 Elektroautos auf den deutschen Straßen unterwegs. Davon wurden rund 42.000 Fahrzeuge im Jahr 2017 und Frühjahr 2018 zugelassen. Laut Bundesregierung sollen bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen sein. Da die Zahl von Elektrofahrzeugen innerhalb von weniger als zwei Jahren um ein vielfaches ansteigen soll, besteht aktuell massiver Handlungsbedarf. Hinzu kommt, dass alternative Antriebstechnologien, in Zeiten von diskutierten und vollzogenen Dieselfahrverboten, in deutschen Innenstädten immer wichtiger werden. Auch beim Flottenmanagement spielt der elektronische Antrieb eine immer größere Rolle.

Quelle: Statista

Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland bis 2018. Quelle: Statista

 

Die E-Flotte der Zukunft

Die von der Bundesregierung bereits 2011 formulierten Ziele zum Ausbaus von Elektromobilität sind, die Abhängigkeit Deutschlands von Ölimporten und den Verbrauch fossiler Ressourcen zu reduzieren, Emissionen sowohl global als auch lokal zu minimieren und ein multimodales Mobilitätsverhalten zu fördern. Diese Ziele wurden noch lange nicht erreicht. Das Nutzerverhalten und die Kaufkraft bezüglich Elektroautos zeigt, dass Unternehmen und private Fahrzeugnutzer, auch im Jahr 2018, Elektromobilitäts-Technologien noch skeptisch gegenüber stehen. Ein immer wiederkehrendes Thema, über das wir bereits berichtet haben, ist auch die Ladeinfrastruktur, die noch nicht zufriedenstellend ausgebaut ist.

Flottenmanagement als Stellschraube für mehr Elektromobilität

Ein Drittel der jährlichen Neuzulassungen kommen von Unternehmen, hier zeigt sich die Bedeutsamkeit gewerblicher Flotten. Auch als Marktsegment für Elektromobilität sind sie interessant. Gerade im Bereich Logistik und Lieferdienste wurden kleine E-Lkw als Lösung für Metropolen und Innenstädte gefunden, wo hohes Verkehrsaufkommen und Luftverschmutzung anhaltend zu Problemen führen. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen wird im Flottenmanagement zu einer gern und immer öfter eingesetzten Alternative zu herkömmlichen diesel- und benzinbetriebenen Fahrzeugen.

Der Durchbruch in den nächsten Jahren

Elektromobilität ist Bestandteil einer globalen Mobilitätswende. Im „Wegweiser Elektromobilität“ gibt die nationale Plattform Elektromobilität (NPE) Handlungsempfehlungen und prognostiziert den Durchbruch der Elektromobilität zwischen dem Jahr 2020 und 2030. Es wird darin auch darauf hingewiesen, dass bereits eine hohe Marktdynamik zu beobachten ist, insbesondere in Ländern mit guten Rahmenbedingungen.

Lohnt sich eine Elektroflotte schon heute?

Unternehmen wägen immer zwischen Nutzen und Risiko ab und entscheiden sich auch aktuell noch oft für einen Verbrennungsmotor, da das Risiko in ein Elektrofahrzeug zu investieren wohl noch zu hoch scheint. Dem ließe sich entgegenwirken, vor allem mit einer gut ausgebauten, flächendeckenden und öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur. Viele Unternehmen können bereits auf Use Cases für E-Fahrzeuge zurückgreifen. Diese zeigen, dass meist nur kurze Strecken zurückgelegt werden und das die E-Fahrzeuge hauptsächlich in Innenstädten genutzt werden. Der noch hohe Preis scheint nicht abzuschrecken, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Durch die Use-Cases wird sichtbar, dass Deutschland die gesteckten Ziele noch lange nicht erreicht hat. Dies wird auch durch die noch zu geringe Anzahl der zugelassenen Elektrofahrzeuge in Deutschland bestätigt.

Um den Weg für den Einsatz von Elektromobilität in Unternehmensflotten zukunftsfähig zu machen, sollte in den nächsten Jahren folglich der Fokus auf der Verbesserung der Rahmenbedingungen liegen. Nur so wird es für Unternehmen attraktiver, die Flotte durch Elektrofahrzeuge zu erweitern.

Die digitalen Herausforderungen ändern sich. Profundes Wissen muss in Strukturen und Prozesse eingebunden werden. Wir bei Magility sind Experten für digitale Strategien, Geschäftsmodelle und neue Mobilitätskonzepte. Sprechen sie uns gerne darauf an!

Diese Ladestation könnte bald Vergangenheit sein. Drahtloses Aufladen ist ein weiterer Schritt der Elektromobilität. Foto: CC0

Drahtloses Aufladen von Elektroautos – Qualcomm zeigt, wie das aussehen kann

In Zukunft sollen Elektroautos ohne Ladekabelverbindung komfortabler und schneller durch drahtloses Aufladen „getankt“ werden. Die neuen iPhone-Generationen können dies heute schon kabellos bzw. drahtlos. Diesen Komfort soll es nun bald auch für Elektroautos geben. Wir von magility haben einige Fakten und Informationen über den aktuellen Stand der neuen Technologie in diesem Bereich zusammengetragen und uns genauer angeschaut, wie das E-Auto geladen werden soll, wenn es nicht direkt mit einer Steckdose verbunden ist.

Qualcomm liefert die erste Technologie

Qualcomm, ein Anbieter für Mobilfunktechnologie aus Kalifornien, demonstrierte bereits in Tests, dass drahtloses Aufladen von Elektroautos heute schon möglich ist. Durch die Demonstration der neuen Ladetechnik gibt das Technologieunternehmen eine zukunftsweisende Antwort auf die gegenwärtigen Herausforderungen des Ladeprozesses: umständliches Aufladen, lange Ladezeiten und geringe Reichweite. Das Unternehmen entwickelte in der Vergangenheit bereits Technologien für die drahtlose Kommunikation. Das kabellose Aufladen ist nun ein zusätzliches Produkt im Portfolio.

Vom stationären, drahtlosen Laden zum direkten, induktiven Laden

Die Wireless-Electric-Vehicle-Charging Technologie (WEVC), „Halo“ genannt, ist eine Plattform, die Elektro- und Hybridautos mit 3,7 bis 22 Kilowatt induktiv auflädt. Der Hersteller vergleicht die Technologie auf seiner Homepage mit dem Laden einer elektrischen Zahnbürste, nur mit mehr Power und einem komplexeren Design. Die Technologie kann in jeden Parkplatz integriert werden. Die größere Vision des Herstellers „Halo“ ist jedoch,  in Straßen zu integrieren und so die Elektroautos während der Fahrt aufzuladen. Beim WEVC wird in der Fahrbahn ein hochfrequentes Magnetfeld mit 85 Kilohertz erzeugt, das in einer unter dem Fahrzeug angebrachten Spule eine Spannung erzeugt. Die Effizienz bei der stationären Variante beträgt derzeit 90 Prozent.

Drahtloses Aufladen – Wird die Technologie bereits eingesetzt?

Das dynamische Laden auf der Straße ist bisher nur auf Teststrecken möglich. In Versailles hat Qualcomm 56 Spulenmodule in eine 100 Meter lange Fahrbahn integriert. Fährt ein Auto über diese Teststrecke, werden 20 kW Leistung übertragen. Das Laden funktioniert mit einer Abweichung von der genauen Strecke um bis zu zehn Zentimeter, hintereinander fahrende Autos brauchen einen Abstand von 50 Metern. Hersteller wie BMW oder Daimler experimentieren mit der stationären Technologie des induktiven Ladens und haben entsprechende Technik im Fahrzeug eingebaut. So können Fahrzeuge bald auf markeneigenen Platten des Herstellers induktiv geladen werden.

Technologie ist extrem teuer

Die Technologie ist vielversprechend aber noch extrem teuer. Eine flächendeckende Integration der induktiven Technologie ins Straßenverkehrsnetz würde Milliarden kosten. Genaue Angaben zu den aktuellen Kosten macht Qualcomm nicht. Schätzungen belaufen sich aber auf 8.000 Euro pro Element von zwei Metern.

Die Vorteile von induktivem Laden liegen auf der Hand

Die Reichweite von Elektroautos würde mit dem dynamischen Laden steigen. Gleichzeitig könnten LKW etwa vor einer Steigung die Batterien aufladen und bei der Abfahrt, durch die Rückgewinnung von Bremsenergie, Strom zurückspeisen. Die Technologie ist sehr attraktiv im Zusammenhang mit dem elektrischen Fahren und wird deshalb von vielen Automobilherstellern erforscht. Zeitgleich sind Experten der Meinung, dass die Technologie in naher Zukunft nicht in Straßen verbaut werden wird. Denn ein eingebauter Ladestreifen für drahtloses Aufladen müsste extrem stark frequentiert werden, damit sich die Ladeinfrastruktur lohnt.

Sie möchten mehr wissen, über die smarte Mobilität der Zukunft? Kontaktieren Sie uns gerne!

Biometrische Wearables – Fluch oder Segen?

Quantified Self – oder die totale Vermessung?

Im Jahr 2012 machte erstmals die “Quantified Self” Bewegung in Deutschland die Runde. Darunter versteht man die gesundheitliche Optimierung des eigenen Körpers durch Datenerhebung. Doch nicht nur der eigene Körper wird vermessen – letztlich geht es darum, alle Erlebnisse des alltäglichen Lebens digital aufzuzeichnen. Sogenannte vernetzte Wearables machen dies möglich. Wearables, das sind kleine Sensoren, die Bewegung, Blutdruck, Herzschlag, Körpertemperatur, Schwitzverhalten aber auch Umgebungsgeräusche aufzeichnen und digital speichern. Das eigene Leben wird für die Ewigkeit in digitale Tafeln gemeißelt. Genannt wird dieses digitale Protokollieren der verschiedensten Aspekte des Lebens auch “Lifelogging”. Ist Lifelogging attraktiv und welchen Mehrwert bringt es uns?

Zunächst stellen wir fest, dass die meisten Anhänger der digitalen Selbstvermessung Technikbegeisterte mit Hang zur Datenliebe sind. Durch die eigene Vermessung scheint irrationales und paradoxes Verhalten der Vergangenheit anzugehören, der Mensch wird Objekt der radikalen Selbstoptimierung und scheinbar endlich berechenbar. Das klingt erst einmal verlockend, doch sind vernetzte Wearables tatsächlich langfristig attraktiv?

Smarte technologische Lösungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nachhaltige Verbesserungen bringen und den Menschen durch Übung oder Aktivität sowie durch echte Interaktion herausfordern, entweder im Zusammenspiel Mensch zu Mensch oder Mensch zu Maschine. Jede Technologie bringt große Veränderungen mit sich. Bei vernetzten Wearables ist genau zu prüfen ob tatsächlich eine intelligente Verbesserung des Lebens erreicht wird.

Diskriminierung durch Daten

Jede Technologie verändert eine Gesellschaft. Die Sammlung von Gesundheitsdaten hat auch Folgen für die “Nicht-Nutzer” der Technologie. Durch die Verarbeitung von Daten durch Wearables eröffnet sich eine neue Dimension der Diskriminierung. An der Hochschule Furtwangen forscht Dr. Stefan Selke zu diesen Themen. Er kritisiert, dass “Daten aus Menschen (diskriminierbare) umrisslose `numerische Objekte`” machen. Solange man Lifelogging als persönliches Hobby betreibt, scheint es unproblematisch. Doch das ändert sich sobald alle Schlecht-Vermessenen und Unangepassten im realen Leben aussortiert werden. Als Beispiel seien hier Raucher oder Übergewichtige zu benennen, die im Gesundheitssystem benachteiligt werden.

Fahrzeugversicherungen setzen schon länger Sensorsysteme ein, die Daten zu Fahrverhalten erfassen. Zielführend ist dabei, konformes Autofahren zu vermessen, in der Folge zu optimieren und letztlich mit geringeren Versicherungsbeiträgen zu prämieren.

Vergessen kann man vergessen

Durch die digitale Aufzeichnung des gesamten Lebens wird eine Art Tagebuch der Nutzer erstellt. Endet das in der totalen Überwachung oder geht es nur um reine Selbstoptimierung? Selke betrachtet es nüchtern, Die Hauptmotive des Lifeloggings seien Kontrollwille, Verbesserung, Kosteneinsparung und Sicherheitserwägungen. Das schon seit dem Jahr 2001 bestehende Forschungsprojekt MyLifeBits von Microsoft versucht eine Software zu entwickeln, durch die erhobenen Lebensdaten strukturiert und so für den Einzelnen verfügbar gemacht werden. MyLifeBits hat sich das Ziel gesetzt, sowohl bewusste als auch unbewusste Daten zu sammeln, die man im Laufe seines Lebens generiert. Dies reicht von Sinneswahrnehmungen wie Sehen und Hören über die CO2-Konzentration in der Atemluft bis zu Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera. Jegliche Sensorik wird dabei mit einbezogen.

Einsatz von Wearables in der Automobilindustrie

Der Einsatz von biometrischen Wearables beim Autofahren wird sich innerhalb des nächsten Jahrzehnts voraussichtlich vervielfachen. Schon heute nutzt bereits ein Drittel der “neuen Autofahrenden” Technologien zur Erfassung von Körperdaten wie beispielsweise Fingerabdruckerkennung, Iris-, Sprach- und Gestenerkennung, Herzschlag-, Gehirnwellen- und Augenlidüberwachung sowie Stress- oder Pulserkennung – um nur einige zu nennen. Cloud-basierte Systeme, die zum automobilen Ökosystem hinzustoßen, ermöglichen die Verknüpfung von Körperdaten und Fahrerlebnis. Dadurch verbessert sich insbesondere die Sicherheit, aber auch das Fahrerlebnis wird so individuell wie noch nie. Gleichzeitig entstehen daraus neue Geschäftsmodelle wie beispielsweise “device as a service” oder “health as a service”.

Das nun zu Valeo gehörende Unternehmen Gesticon unterstreicht den zunehmenden Einsatz von Wearables in das automobile Erlebnis. Gesticon entwickelt Software zur 3D Erkennung von Gesten und übersetzt diese in Computerbefehle.

Wem gehören die Daten

Brauchen wir heutzutage in Anbetracht einer derartigen Datenfülle noch Privatsphäre im Umgang mit Daten? Oder bringt uns die blinde Verfügbarmachung eigener Daten womöglich drastische Vorteile durch smarte Technologien?

Wohl kaum – Datenschutz ist elementares Thema bei der Durchsetzung von wirklich smarten Technologien. Smart sind sie allerdings nur dann, wenn sie für die Menschen echten Mehrwert generieren und sichergestellt ist, dass Nutzer durch “Life-Data” nicht angreifbar werden. Jedoch sind Wearables, die mit dem Internet verbunden sind, angreifbar – Hacker könnten Datenprofile manipulieren und so das digitale Spiegelbild verzerren. Wenn dies dann praktische Implikationen im Alltag des echten Menschen auslöst und dieser echte Mensch dadurch rational diskriminiert wird entsteht daraus ein reales Problem.

Sicherheit, insbesondere die unserer Daten, ist daher das entscheidende Merkmal für den Erfolg von Technologien bei Wearables, im Internet of Things und in der “Connected World”.

magility entwickelt die passenden digitalen Geschäftsmodelle dazu. Es bleibt also wie immer spannend!

Brain to Vehicle - Steuern mit Gedanken. Foto: Unsplash

Brain to Vehicle Technologie – Der Fahrer denkt, das Auto lenkt

Fahrerassistenzsysteme stehen aktuell hoch im Kurs. Länger schon existiert die Idee, Fahrzeuge per Gedanken zu steuern. Bei der Brain-to-Vehicle Technologie lässt sich das Fahrzeug durch das Gehirn des Fahrers steuern, statt physische Befehle zu erteilen. Es handelt sich dabei durchaus nicht um Zauberei sondern um angewandte Wissenschaft. Doch wie funktioniert die Gedankensteuerung und was bedeutet diese neue Technologie für das autonome Fahren?

Brain Driver – Steuerung via Gehirn

Bereits 2011 war der Wissenschaftler Henrik Matzke in den Schlagzeilen. Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin wurde vorgeführt, wie er ein Auto steuert, ohne die Hände am Lenkrad oder die Füße am Pedal zu haben. „Projekt Brain Driver“ hieß das wissenschaftliche Projekt von Autonomos, mittlerweile ein Tochterunternehmen von Tomtom, dem Hersteller von Navigationsgeräten. Schon damals konnte bewiesen werden, dass ein Fahrzeug auch ohne aktiv lenkenden Fahrer navigiert werden kann. Möglich wird dies durch die Messung der Hirnströme sowie Radar- und Lasersensoren, die die Umgebung erfassen. Über das menschliche Gehirn, sozusagen einem ‘Human Computer’ im Auto, kann das Fahrzeug elektronisch gelenkt oder ein Pedal getreten werden. So konnte Henrik Matzke schon vor vielen Jahren ohne Berührung oder Sprachbefehle mit 60 km/h über die Teststrecke in Berlin fahren.

Doch wie funktioniert die Technik genau?

Es handelt sich bei der Technologie nicht um Gedankenübertragung. Der Fahrer trägt eine Kappe mit Sensoren, wie sie auch bei einem EEG (Elektroenzephalogramm) eingesetzt wird. Aus den Hirnströmen können dann Muster abgeleitet werden. Der Bordcomputer ermittelt daraus den Befehl des Fahrers und übermittelt ihn an die Fahrzeugmechatronik, welche durch die Aktuatorik reagiert. Um das Fahrzeug zu manövrieren, braucht es im Wesentlichen nur die Befehle schneller, langsamer, rechts, links, wie etwa bei einem Computerspiel.

Brain to Vehicle – Autobauer experimentieren

Aktuell stattet Nissan einige Autos mit der „Brain to Vehicle Technologie“ aus. Das Assistenzsystem verspricht, laut Nissan, das weltweit erste System zur Echtzeiterkennung und -analyse von Gehirnaktivitäten im Zusammenspiel mit dem Autofahren zu sein. Die Idee dahinter ist, dass das System Vorhersagen treffen und das Fahrzeug folglich auf Gefahren und Manöver schneller reagieren kann als der Fahrer selbst. Die Reaktionszeit wird optimiert, um menschlich langsamen Versagen zuvorgekommen. Durch diese Technologie  verspricht man sich eine Verbesserung der Safety. Auch bei dieser “Brain to Vehicle Technologie” muss der Fahrer noch eine mit Sensoren ausgestattete Kappe tragen, welche relevanten Gehirnströme misst.

Gehirn-Computer-Schnittstelle – Fraunhofer IAO forscht

Auch das Fraunhofer IAO forscht und entwickelt an einer neuro-adaptiven Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI), die auf menschliche Emotionen reagiert. Hier klingt das Ganze aber noch etwas zurückhaltender. Aktuell könne das System noch nicht angemessen auf menschliche Emotionen reagieren. Es wird weiterhin an zuverlässig nutzbaren Methoden geforscht, um Emotionen aus den Hirnströmen der Nutzer zu erkennen und entsprechende Handlungen abzuleiten. Algorithmen suchen in der Gehirnaktivität von Probanden nach Mustern, die sie ans System weitergeben können. Daraus ist ein erstes Produkt – eine App – entstanden, die die jeweilige aktuelle Emotion live anzeigt. „Wir sind auf dem Gebiet technologisch schon sehr weit, wie die Beispiele zeigen. Auch beim automatisierten Fahren spielen nicht-physische Befehle eine große Rolle und bringen neue Entwicklungen für die Automobilbranche. An den Algorithmen wird aber noch geforscht und KI ist hier natürlich auch ein wichtiges Thema“, schätzt der Geschäftsführer von Magility, Dr. Michael Müller den aktuellen Stand der Technologie ein.

Die Zukunft des BCI – Wie filtert der Computer die richtigen Gedanken?

In wissenschaftlichen Experimenten und Studien funktionieren die Experimente im Zusammenhang mit automatisiertem Fahren bereits, allerdings unter kontrollierten Bedingungen. Was aber, wenn wir gestresst sind, die Unterstützung des Systems gar nicht brauchen oder das System unsere Gedanken falsch interpretiert? Würden wir uns beim Fahren freiwillig eine Sensorkappe aufsetzen, die permanent unsere Hirnströme misst? Sicher ist bereits, dass Computer wiederkehrende Gedankenmuster auswerten und in Fahrbefehle übersetzen können. In der Vision vom autonomen Fahren ist die Gehirnsteuerung ein Experiment, die durch das fahrerlose Fahrzeug aber ohnehin überflüssig wird. Denn dann übernimmt die Maschine das Steuer und der Mensch kann sich entspannt zurücklehnen.

 

DSGVO - Wem gehören die Daten beim autonomen Fahren. Bild: Unsplash

DSGVO und autonomes Fahren – Wem gehören die Daten?

Durch den permanenten Umgang mit Smartphone, Computer, Smart Home oder Connected Car generieren wir stetig mehr Daten, die lokal oder in der Cloud gespeichert, an Dienste übermittelt oder mit anderen Anwendungen geteilt werden. Längst weiß niemand mehr, welche Daten für welchen Zweck verwendet werden. Erst kürzlich wurde in Deutschland die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auf den Weg gebracht, damit Nutzer Auskunft über ihre eigenen Daten einholen und wieder über sie verfügen können. Seit Mai 2018 ist sie nun rechtskräftig. Doch wie wirkt sich die DCGVO auf das vernetzte oder autonome Fahren aus? Welche Daten sind davon betroffen? Und was bedeutet das für die Vision des self-driving Cars?

Datengetriebene Geschäftsmodelle

Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom sind 69 Prozent der befragten Deutschen der Meinung, dass der Eigentümer des Autos darüber entscheiden sollte, wer die in ihrem Auto generierten Daten nutzen darf. Immerhin 42 Prozent sind aber bereit der Speicherung und Weiterverwendung der Daten zuzustimmen, sofern damit ein gesellschaftlicher Nutzen verbunden ist. 27 Prozent würden ihre Daten für einen individuellen Nutzen weitergeben. „Die Nutzer sind bereit, Daten weiterzugeben, wenn sie wissen, wer die Daten erfasst und wofür sie verwendet werden. Dabei werden Privatpersonen in Zukunft von der DSGVO direkt geschützt. Gleichzeitig ist die DSGVO aber eine große Herausforderung für Unternehmen, da sie einen  enormen prozessualen und organisatorischen Aufwand an vielen Stellen vorantreiben müssen, um den verbindlichen Anforderungen gerecht zu werden“, so Digitalisierungsexperte Dr. Michael Müller, Geschäftsführer der Magility GmbH.

Kunden möchten einen Nutzen sehen

Die Weitergabe der Daten ist zunehmend an die Bedingung geknüpft, dass ein konkreter Nutzen daraus entsteht. Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass Daten ein wertvolles Gut sind. Entsprechend gehen viele Kunden immer sparsamer mit der Weitergabe ihrer Daten um. Gleichzeitig kam man bei vielen digitalen Diensten und Apps gar nicht mehr umhin der Datenverarbeitung zuzustimmen, sodass die gewünschte Autonomie über die Daten nicht mehr gewährt war. Hier kommt nun die neue DSGVO ins Spiel.

Personenbezogene Daten im autonomen Fahrzeug

Laut der neuen Datenschutzgrundverordnung gelten nahezu alle Daten als direkt oder indirekt personenbezogen. Einer Erklärung des Verbands der Automobilindustrie e.V (VDA) und der Datenschutzbehörde nach, zählen alle erhobenen Daten, die mit der Fahrzeugidentifikationsnummer (VIN) oder dem Kfz-Zeichen in Zusammenhang gebracht werden können, als indirekt personenbezogen. Dazu zählen unter anderem Durchschnittsgeschwindigkeit, Verbrauch, Füllstände oder andere durch Sensoren ermittelte Messwerte. Sie lassen auf das Verhalten des Fahrers schließen, geben Einblicke in dessen Alltag oder geben Auskunft über den Standort und sind deshalb besonders zu schützen.

Was genau ändert sich mit der DSGVO?

Die DSGVO regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten von EU-Bürgern. Ziel ist es, den Verbraucherschutz zu stärken und Transparenz zu schaffen, sowie die Selbstbestimmung über die eigenen Daten zu gewährleisten. Durch Speicherung und Verknüpfung persönlicher Daten war es vielen Unternehmen bisher möglich, detaillierte Persönlichkeitsprofile zu erstellen, dauerhaft zu speichern und gegebenenfalls diese Profile zu nutzen oder auch zu veräußern. Gegen dieses aufkeimende Geschäft mit Nutzer- und Kundendaten, möchte die Verordnung nun vorgehen. Die drei wesentlichen Punkte sind:

  • Datenschutz
  • Recht des Kunden an den eigenen Daten
  • Recht auf Auskunft, Berichtigung und Löschung der Daten

DSGVO –  Transparenz, Datenminimierung und Information

Für den Verbraucher in der EU bedeutet die neue Grundverordnung mehr Information, Transparenz und Dokumentation. Im Falle des autonomen Fahrens geht es aber vor allem um die Speicherung der erhobenen Daten. Seit Mai 2018 genießt der Verbraucher noch mehr Schutz. Ihm wird im Umgang mit seinen Daten nun unter anderem folgendes gewährt:

  • Betroffene werden informiert, wofür ihre Daten genau verwendet werden (Transparenz)
  • Das Unternehmen darf nur Daten speichern, die es wirklich verwendet (Datenminimierung).
  • Daten dürfen nur für den Zweck verarbeitet werden, für den sie erhoben wurden (Nichtverkettbarkeit).
  • Die Rechte der Kunden (Information, Auskunft, Berichtigung, Einschränkung, Datenübertragbarkeit und Löschung) werden wirksam gewährt (Intervenierbarkeit).

Was bedeutet die DSGVO für das vernetzte Fahren?

Auch bei Diensten rund um das autonome und vernetzte Fahrzeug gilt die neue Datenschutzgrundverordnung. Aktuell ist aber noch nicht absehbar, wie sie im Einzelfall umgesetzt wird. Sicher ist, dass die Anbieter von entsprechenden Diensten deutlich kommunizieren müssen, zu welchem Zweck die erhobenen Daten verwendet werden und sich zuvor die Zustimmung zur Datenverarbeitung einholen müssen. Es bleibt spannend wie die DSGVO im Bereich des vernetzten Fahrens, in der Praxis umgesetzt, aussehen wird.

 

Connected Cars bilden einen Milliardenmarkt. Zahlen, Fakten und Statistiken. Foto: CC0

Connected Cars – Zahlen, Fakten und Statistiken

Schon in wenigen Jahren werden Fahrzeuge, die durch eine konstante Verbindung zum Internet miteinander vernetzt sind, sogenannte Connected Cars, unsere Straßen dominieren. Bereits heute werden mit steigender Tendenz mobile Services im Fahrzeug genutzt. Dies erfordert die Herausgabe von privaten Nutzerdaten, auf welchen neue Geschäftsmodelle basieren. Sie werden auch als das “Gold der Zukunft” betitelt. Aber wo stehen die Connected Cars im Jahr 2018 und wohin führen uns die nächsten Jahre? Magility hat Zahlen, Fakten und Statistiken zusammenfassend aufbereitet.

Umsätze mit vernetzten Autos

Bis zum Jahr 2020 werden die weltweiten Umsätze mit den Connected-Car-Technologien auf über 131 Mrd. Euro geschätzt. 2015 war es ein Viertel dessen, das Wachstumspotential ist also enorm. Eine Folge der Connected-Car-Technologien sind neuartige digitale Geschäftspotenziale. Der Umsatz dieser, wird in der Automobilindustrie bis zum Jahr 2020 weltweit auf 14 Mrd. Euro prognostiziert. Diese Hochrechnungen veranschaulichen die Signifikanz und Tragweite der Connected-Car-Technologien.

Die innovativsten Automobilhersteller im Bereich Connected Cars

Besonders in Märkten mit sehr hohem Wettbewerb, wie der Automobilindustrie, müssen sich Anbieter durch Innovationen behaupten. Das Center of Automotive Management hat einen Index ermittelt, der die innovativsten Automobilhersteller klassifiziert. Besonders innovativ im Bereich Connected-Drive gilt demnach die die VW Gruppe, gefolgt von der Daimler AG und dem US-Automobilhersteller Tesla. Deutschland steht mit einem Indexwert von 95 Prozent (Innovationsstärke von Automobilherstellern im Bereich Connected Cars) im Jahr 2016 auf Platz eins der fortschrittlichsten Länder für vernetztes Fahren, noch vor den USA (61 Prozent) und Japan (65 Prozent). Jedoch haben die USA (+14%) und Japan (+33%) von 2015 zu 2016 stark an Innovationsstärke dazugewonnen. Aus diesen Zusammenhängen ergeben sich die Ziele der Deutschen Automobilindustrie, gegebene Stärken zu nutzen und auszubauen sowie eine langfristige Strategie zur Verbesserung der Technologie bei Connected Cars zu verfolgen.

So stehen die Kunden der vernetzten Technologie gegenüber

Die Implementierung der Technologien steht im direkten Zusammenhang mit der Bereitschaft der Zielgruppe, diese auch zu nutzen. 36 Prozent, der im vergangenen Jahr befragten Personen zwischen 18 und 29 Jahren, nutzen bereits Connected-Car Technologien oder planen diese zukünftig zu nutzen. Auf komplette Ablehnung stößt das vernetzte Fahren in dieser Gruppe bei 12 Prozent der Befragten. Die Umfrage zeigt, dass jüngere Pkw-Fahrer den neuen Technologien wesentlich aufgeschlossener gegenüber stehen. Junge Käufer sind an einem Auto mit Internetzugang durchaus interessiert. In einer weltweiten Befragung zum Thema Smart Car, wird das Thema von den deutschen Kunden allerdings noch überwiegend skeptisch betrachtet. Während in China 90 Prozent ein Google- oder Apple-Auto fahren würden, sind es in Deutschland nur 33 Prozent.

Welchen Fortschritt erhoffen sich Autofahrer vom vernetzten Fahren?

Diese drei Punkte sind den Deutschen laut einer Umfrage des ADACs beim Thema Connected Car am Wichtigsten.

  1. Real-Time-Verkehrsinformationen und Routenempfehlungen auf Basis des aktuellen Fahrzeugstandorts (65 Prozent)
  1. Im Pannenfall eine direkte Verbindung zum Pannendienst bzw. Werkstatt mit Übermittlung der Standort- und Fahrzeugdaten (63 Prozent)
  1. Staufolge- bzw. Autoassistent (z.B. selbstständiges Abbremsen und Anfahren des Fahrzeugs sowie Geschwindigkeitsregelung) (57 Prozent)

Der praktische Nutzen steht im Vordergrund

Für die Deutschen steht also vor allem der praktische Nutzen im Vordergrund. Auf dem letzten Platz befindet sich der Zugriff auf Online(cloud)dienste zum Thema Musik, Video oder Spiele (18 Prozent). Unterhaltung spielt folglich nur eine kleine Rolle.

Diese These wird ebenfalls von einer weiteren Studie gestützt, die den erhofften Hauptnutzen von Connected Cars ermittelt. 62 Prozent sehen den Nutzen in gesteigerter Fahrsicherheit durch automatische Gefahrenfrühwarnsysteme und einer besserer Navigation (je 62 Prozent). Geringerer Nutzen wird in der verbesserten Multimediaunterhaltung im Auto gesehen.

Diese Kriterien soll ein vernetztes Auto erfüllen

Hier führt die Sicherheit, gefolgt von finanziellen Einsparungen und Optimierung der Fahrzeit. Allerdings zeigt eine Befragung von 2017 auch, dass das Connected Car für viele noch Zukunftsmusik ist und die Vernetzung nur bei wenigen eine ausschlaggebende Rolle für den nächsten Autokauf spielt.

Wie viel sind Kunden bereit, für Smart Services im Auto auszugeben?

Es stellt sich die Frage, wie viel den Konsumenten der Komfort wert ist. Befragte zwischen 18 – 30 Jahren wären bereit, durchschnittlich 55 Euro monatlich ausgeben, über dreißigjährige nur 29 Euro.

Cyber Security bei der Nutzung von Connected-Car-Services

Hier herrscht Unentschlossenheit. 26 Prozent der Befragten hält die Dienste für sicher oder sehr sicher, 27 Prozent für unsicher. Die Befürchtung, dass Daten an Dritte weitergegeben  oder weiterverkauft werden ist hierbei vorherrschend. Um die Bedenken der Kunden zu minimieren, gilt es folglich zu beweisen, das die Datensicherheit gewährleistet wird.

Die Zukunft des Automobils

Aus den Studien und Befragungen lassen sich klare Schlüsse ziehen. Der Markt für vernetzte Technologien befindet sich weiter in der Wachstumsphase. Deutsche Automobilhersteller arbeiten an marktreifen Technologien, um den Markt mit digitalen Geschäftsmodellen und Connected Cars zu bedienen. Vor allem jüngere Autofahrer stehen der Technologie aufgeschlossen gegenüber, bleiben aber betreffend der Sicherheitsaspekte skeptisch. Daraus ergibt sich dennoch eine positive Ausgangslage für die Vernetzung auf der Straße oder gar die Automotive Revolution.

Quelle: Statista

Cybercrime und Gefahrenforschung. Risiken für den Menschen. Foto: CC0

Cybercrime – Welche Bedrohungen birgt Internetkriminalität?

Die Bandbreite illegaler Aktivitäten im Netz, sogenannter Cybercrime, ist riesig. „Phishing“ persönlicher Zugangsdaten, illegaler Handel, Verbreitung von Schadsoftware, Verbreitung illegaler Inhalte, digitale Erpressung oder Internetbetrug. Die Liste der möglichen Straftaten ist lang und je mehr Raum das Internet im Leben der Menschen einnimmt, desto länger wird sie werden.

Vernetzung birgt Gefahren

Jüngst wurden immer wieder Datendiebstähle gemeldet. Die Vernetzung ermöglicht uns jede Menge Daten ins Netz zu speisen, Fotos in der Cloud zu speichern, Apps auf unsere Smartphones zu laden oder Nachrichten über unser Smartphone versenden. Jedoch lockt die zunehmende Vernetzung und Nutzung digitaler Technologien auch Kriminelle an. Es braucht also stetig mehr Schutz, gleichzeitig aber auch geschultes Wissen darüber, wie man Angriffen vorbeugen kann. Cyber Security und Gefahrenforschung sind damit auch im Privatleben ein hochaktuelles Thema.

Definition von Cybercrime

Internetkriminalität oder Cybercrime umfasst Straftaten, die sich gegen das Internet, Datennetze, IT-Systeme oder deren Daten richten oder die mit Hilfe von Informationstechnik begangen werden.

Studie besagt: jeder zweite Internetnutzer wurde bereits Opfer

Eine Studie des Branchenverbandes Bitkom aus dem Jahr 2017 veranschaulicht, wie weit verbreitet Cybercrime bereits ist. Jeder Zweite der Befragten wurde schon einmal Opfer von Internetkriminalität. Das häufigste Delikt ist dabei die Infizierung des Computers mit Schadprogrammen wie Viren oder Trojanern. Meistens entsteht den Geschädigten ein finanzieller Schaden. Hier die häufigsten Delikte im Überblick:

  • Infizierung mit Schadprogrammen (43%)
  • Diebstahl von Zugangsdaten zu Online-Diensten wie Sozialen Netzwerken oder Online-Shops (19%)
  • Illegale Nutzung persönlicher Daten (18%)
  • Betrug beim Online-Shopping oder Online-Banking (16%)

Die Erscheinungsformen von Cybercrime

Aktuell ist vor allem die Infizierung und Manipulation von Computersystemen mit Schadsoftware verbreitet. Durch Schadsoftware stehlen Hacker persönliche Daten von Nutzern oder missbrauchen diese (Identitätsdiebstahl). Auch werden Daten sowie Dateien mit sogenannter Ransomware verschlüsselt um ein „Lösegeld” zu erpressen. Außerdem können Daten „ferngesteuert” oder in sogenannten Botnetzen zusammengeschlossen und für weitere kriminelle Handlungen missbraucht werden.

Schutz vor Hacking und Betrug

„Wir müssen auf die zunehmende Internetkriminalität reagieren und uns besser schützen. Hier sind natürlich die Unternehmen in der Pflicht, aber auch jeder Einzelne muss dazu beitragen. Cyber Security und Datenschutz sind die großen Themen der kommenden Jahre“, kommentiert Dr. Michael Müller, Geschäftsführer der magility GmbH die Bedrohung von Personen und Organisationen durch Cybercrime. Magility bietet Cyber Security Lösungen für die Industrie, mit einem großen Netzwerk an Experten, die Sie gerne zum Thema Sicherheit im Netz beraten. Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.