CoreTigo - Anbieter von IO Link Wireless © CoreTigo

CoreTigo – kabellose Technologie für die Industrie 4.0

CoreTigo wurde 2017 als Startup gegründet und ist Kooperationspartner von Magility. CoreTigo bietet kabellose Kommunikationslösungen für die vernetzte Produktion an. In der fortschreitenden Integration der Industrie 4.0 müssen durch das Industrial-Internet-of-Things (IIoT) viele Sensoren, Aktuatoren, Maschinen und Roboter mit dem Produktionsnetzwerk verbunden werden. Die Innovationen von CoreTigo bieten hierfür zahlreiche Möglichkeiten, um die Operational Excellence  produzierender Betriebe zu erhöhen.

Vernetzter Betrieb schafft Effizienz und Durchblick

Wird die digitale Automatisierung in der Produktion umgesetzt, spricht man auch von Smart Manufacturing. Dabei kommen mehrere Technologien zur Anwendung: mobile robotics, flexible Produktionslinien und eine Überwachung der Prozesse in Echtzeit. Diese Technologien reduzieren Anlaufzeiten, und ermöglichen in neuer einfacher WEise Änderungen nach Kundenwunsch Qualitätsverbesserungen im laufenden Betrieb. 

Durch eine intelligente Auswertung der Produktionsdaten werden Ineffizienzen schnell ermittelt und können so unmittelbar behoben werden, woraus sich ergeben deutliche Wettbewerbsvorteile durch kürzere Standzeiten der Produktionsanlagen und Kosteneinsparungen ergeben.

CoreTigo gestaltet die Zukunft der Produktion

CoreTigo hat eine Plattform entwickelt, mit der eine Produktion in bisher nicht vorhandener Detailliertheit überwacht und gesteuert werden kann. Denn CoreTigo adressiert auch Produktionsabschnitte, die bisher noch nicht kabellos ans die digitale Plattform, auf der das  System läuft, angeschlossen werden konnten. Dadurch hebt CoreTigo den automatisierten Informationsaustausch zwischen Endgeräten in der Produktion auf das nächste Level. Denn die Wireless Solutions des israelischen Startups sind speziell für die komplexen Anforderungen des Produktionsumfelds entwickelt.

Drahtlose Kommunikation bietet viele Vorteile

Verkabelungen limitieren die Bewegungsfreiheit der Endeffektoren von Industrierobotern. Durch drahtlose Lösungen steigt etwa der Bewegungsspielraum eines Roboterarms, denn Kabelstränge sind umständlich zu verlegen und benötigen Platz. Außerdem sind Kabel anfällig für Schäden durch Verschleiß. Durch Reibung, drastische Temperaturschwankungen und mechanische Einflüsse können in Kabeln und Leitungen Kurzschlüsse oder Lecks entstehen. Die anschließend notwendigen Reparaturen kosten viel Zeit und Geld. Auch in sensiblen Produktionsumgebungen wie z.B. der Lebensmittelindustrie, tragen die wartungsarmen drahtlosen Lösungen dazu bei, die Verschmutzungsgefahr zu reduzieren und somit die Hygiene und Produktsicherheit zu erhöhen. 

CoreTigo setzt auf den Industriestandard IO-Link

Die Produkte von CoreTigo basieren auf dem bereits etablierten kabelgebundenen Industriestandard IO-Link. IO-Link ist eine weltweit normierte Kommunikationstechnologie  mit offenem Standard nach IEC 61131-9 und kompatibel mit jedem Feldbus, auch von bestehenden Maschinen und Anlagen. Der Standard wurde von einem branchenübergreifenden Firmenverbund entwickelt und vereint somit qualifiziertes Know-How und garantiert eine praxisorientierte Entwicklung des Produkts. Die kabellose Weiterentwicklung bietet noch mehr Vorteile als der kabelgebundene und ermöglicht die Realisierung von innovativen Konzepten, verkürzt Innbetriebnahmezeiten, erhöht die Produktivität, spart Kosten sowie Platz und erhöht die Möglichkeiten zur Selbstdiagnose für Predictive Maintenance. Die Produkte und Lösungen von CoreTigo funktionieren auf der Weiterentwicklung IO-Link Wireless und garantieren damit Industriequalität für betriebskritische Bereiche. Mit niedrigen Latenzen (1,6 Millisekunden) in der Übertragung von Daten, nahezu grenzenloser Skalierbarkeit, sehr hoher Betriebszuverlässigkeit und Kompatibilität ergibt sich ein hohes Anwendungspotenzial für zahlreiche Applikationen. IO-Link wird von Unternehmen wie ZF, MTU, Baumgarten Automotive, Nestle oder Frischpack verwendet.

Praxisbeispiel: CoreTigo modernisiert Fertigung von SKF

Jüngst hat CoreTigo eine Kooperation mit dem schwedischen Technologieanbieter SKF bekannt gegeben. SKF ist laut Unternehmensangaben spezialisiert auf Lagereinheiten, Dichtungen, Mechatronik, Dienstleistungen sowie Schmiersysteme und beschäftigt über 44.000 Mitarbeiter in über 130 Ländern. In einem französischen Lagerwerk von SKF installiert CoreTigo seine Wireless Solutions um ein fabrikweites Druckluftsystem zu verbessern. Dabei wird an jeden Durchflusssensor der Maschinen eine IO-Link Wireless Bridge angeschlossen. Die erhobenen Daten werden drahtlos an die CoreTigo Visualisierungssoftware TigoInsights weitergeleitet. Betriebs- und Durchflussdaten in Echtzeit erlauben eine Optimierung des energieaufwendigen Luftflusses und zeigen Störungen früher an als bisher. SKF rechnet durch die Anwendung der CoreTigo-Technologie mit einer Reduzierung des Energieverbrauchs, einer Verringerung der Bereitstellungskomplexität, einer Vereinfachung der Wartungsprozesse und einer deutlichen Senkung von unerwünschten Ausfallzeiten.

Wie stehen Sie zum Thema Wireless Solutions in Ihrer Produktion? Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf für einen fachlichen Austausch oder weiterführende Informationen über die Innovationen von CoreTigo.

 

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DEKRA kooperiert mit Argus Cyber Security

Die deutsche Prüfgesellschaft DEKRA erweitert zusammen mit dem israelischen Unternehmen Argus Cyber Security ihr Service-Angebot. Die bereits 1925 gegründete DEKRA gilt als einer der weltweit führenden Anbieter von Sicherheitsprüfungen in der Automobilindustrie. Das Startup Argus wurde 2013 in Tel-Aviv gegründet, ist seit 2017 Teil der Continental AG und entwickelt digitale Sicherheitsarchitekturen für den Bereich Automotive. Magility, strategischer Partner von DEKRA, ist langjähriger Partner von Argus Cyber Security und hat die beiden Firmen miteinander in Verbindung gebracht. 

DEKRA entwickelt sich zu einem Global Player

Mit über 45.000 Mitarbeitern in 60 Ländern und einem Umsatz von über 3,3 Milliarden Euro in 2018, ist die DEKRA weiterhin auf Wachstumskurs. Das traditionelle Kerngeschäft der DEKRA liegt in der Sicherheitszertifizierung von Kraftfahrzeugen und technischen Anlagen. Durch technologische Entwicklungen wie die Digitalisierung und das autonome Fahren, steigen die Komplexität und die Anforderungen an Prüfverfahren, um eine umfassende Sicherheit zu gewährleisten. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und um neue Geschäftsfelder nachhaltig zu erschließen, entwickelt und optimiert DEKRA kontinuierlich sein Dienstleistungsportfolio weiter. Die DEKRA hat in den vergangenen Jahren erfolgreich die Transformation hin zu einem Global Player durchlaufen und ist mit seinem Kompetenzspektrum ein führender herstellerunabhängiger Anbieter von Sicherheitslösungen in den Bereichen Industrie, Produkt und Arbeit. Das Unternehmen legt in seiner aktuellen strategischen Ausrichtung außerdem einen Schwerpunkt auf Sicherheitsfragen rund um vernetzte Mobilität, Konnektivität und Cyber Security.  

Argus Cyber Security löst die Probleme von morgen

Vor diesem Hintergrund ist die Partnerschaft zwischen DEKRA und Argus Cyber Security ein logischer Schritt. Denn Argus verfügt über innovative praxiserprobte Technologien und Methoden um digitalen Sicherheitslücken vorzubeugen, solche zu erkennen und zu vermeiden. Dazu gehören eine umfangreiche Schwachstellenanalyse und Risikobewertung von digitalen Systemen im vernetzten Fahrzeug. Des Weiteren simuliert Argus Cyber Attacken um die Standhaftigkeit von Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Im Verbund mit Argus erweitert DEKRA seine Expertise und Handlungsfähigkeit beim Thema Cyber Security und Datensicherheit. Denn in Zeiten von zunehmender Vernetzung der Fahrzeuge, wird Cyber Security ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheit. 

Datensicherheit im digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung schafft neben vielen Vorteilen auch neue Bedrohungsszenarien für die Automobilindustrie. Hackerangriffe auf einzelne Fahrzeuge oder die digitale Infrastruktur von Herstellern und Zulieferern können zu großen wirtschaftlichen Schäden führen und im Extremfall Menschenleben kosten. Um solchen Gefahren vorzubeugen sind wirksame präventive Sicherheitsmaßnahmen unverzichtbar. Exakte hochentwickelte Prüfverfahren sind eine notwendige Voraussetzung um das lückenlose Funktionieren einer Sicherheitsarchitektur sicher zu stellen und um strenge gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Der Megatrend Sicherheit erhält in Verbindung mit Vernetzung und Digitalisierung eine noch größere Relevanz als bisher.

DEKRA und Argus – das Beste aus zwei Welten

Die DEKRA versteht sich als internationale Expertenorganisation und erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Sicherheit der Zukunft. Um diesem Anspruch gerecht zu werden baut das Unternehmen zur Zeit bei Dresden Europas größtes unabhängiges Testgelände für autonome Fahrzeuge. Auf einer ehemaligen Rennstrecke entsteht ein Testzentrum für die nächste Generation der autonomen Mobilität. Neueste Technologien wie der kommende Mobilfunkstandard 5G werden dort im Zusammenspiel mit intelligenten Fahrerassistenzsystemen der nächsten Generation praxistauglich gemacht für die Serienreife. Dadurch beschleunigt DEKRA seinen Weg hin zum kundenorientierten Lösungsanbieter. Argus hat seinen Ursprung in der IT-Sicherheit und ist spezialisiert auf die Cyber Security von Fahrzeugsystemen sowie Datenschutz. Dadurch ergeben sich viele Schnittstellen, an denen DEKRA und Argus in Zukunft voneinander profitieren können und beide Unternehmen nähern sich weiter ihrer gemeinsamen Vision vom unfallfreien Fahren an.

Welche Rolle spielt Cyber Security in Ihrem Unternehmen? Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf für einen fachlichen Austausch über die aktuellen Entwicklungen zu diesem sensiblen Thema.

 

agritechnica 2019 Dr. Michael Mueller und Dr. Christa Hoffmann

Smart Farming, innovativ & digital – Magility auf der Agritechnica

Vom 10.-16. November 2019 fand in diesem Jahr die Agritechnica in Hannover statt. Mit über 2800 Ausstellern aus 51 Ländern, und in den vergangenen Jahren konstant hohen Besucherzahlen – um 450.000 – aus 130 Ländern hat sich die Agritechnica als die Weltleitmesse für Landtechnik etabliert. Bereits seit 1887 organisiert die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Fachausstellungen in der Land- und Ernährungswirtschaft. Seit Mitte der 1980er Jahre werden unter dem Namen Agritechnica turnusmäßig alle 2 Jahre die neuesten Innovationen in der Agrartechnik vorgestellt. Passend zum diesjährigen Leitthema “Global Farming – Local Responsibility” zeigten die Aussteller Produkte mit zunehmender Automatisierung, Digitalisierung und weiteren innovativen Lösungen für eine lokale und nachhaltigere Produktion. Neben (teil-)elektrischen Antrieben für Traktoren zeigt sich dies vor allem in Sensormodulen für das Precision Farming. Konnektivität ist ein sichtbarer Trend im Sektor. 

 

Innovation Award Agritechnica 2019

 

Auch in diesem Jahr wurden wieder die besten Innovationen mit dem Innovation Award Agritechnica ausgezeichnet. Insgesamt hatte die Fachjury über 291 Einreichungen von 148 Unternehmen aus 24 Ländern zu entscheiden. Immerhin 39 Innovationen durften sich am Ende über eine Silbermedaille freuen. Neben Innovationen in der Konstruktion der Maschinen nimmt das Thema Digitalisierung (Digitale Systeme und IT) auch in der Agrartechnik einen festen Platz ein. Die meisten eingereichten Innovationen (über 70) kamen in diesem Jahr aus diesem Bereich. Vier davon wurden mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. 

Agritechnica 2019 © magility GmbH

© magility GmbH

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), stellte in ihrer Rede auf dem diesjährigen Max-Eyth Abend am 11.11.2019 heraus, dass Deutschland führend bei moderner Landtechnik ist und das dies auch im digitalen Zeitalter so bleiben soll. Ihrer Meinung nach hilft die Digitalisierung, Zielkonflikte zwischen Umwelt- und Naturschutz sowie Produktivität zu lösen. Ein weiterer Meilenstein in der Digitalisierung der Landwirtschaft werden daher die vom BMEL mit insgesamt 50 Millionen Euro geförderten digitalen Experimentierfelder sein. Ausgezeichnet mit der einzigen Goldmedaille wurden die Firmen John Deere Walldorf GmbH & Co KG und der belgische Hersteller JOSKIN S.A. für ihre Gemeinschaftsentwicklung, ein eAutoPower Getriebe und intelligentes e8WD System. Es ist das erste elektrisch-mechanische leistungsverzweigte Getriebe in der Landtechnik. Durch den Einsatz von zwei E-Maschinen kann nicht nur der Fahrantrieb gewährleistet werden, sondern zusätzlich bis zu 100 kW elektrische Leistung für externe Verbraucher. Demonstriert wurde dies anhand der Elektrifizierung von zwei Achsen des angehängten Tridem-Güllefasses. 

 

Start-ups auf der Agritechnica – das AgrifutureLab 

 

Treffpunkt der internationalen, landtechnischen Start-up-Szene war in diesem Jahr das  DLG-AgrifutureLab in Pavillion 11. Etwa 40 junge Unternehmen präsentierten dort ihre Lösungsvorschläge für zukünftige Herausforderungen in der Landtechnik und zeigen damit auch, wo die Trends hingehen. 3D-Druck, Agrarsoftware, Künstliche Intelligenz (AI), Big Data Analysen, Bildanalyse, Blockchain-Technologie, Cloud Dienste, Data Exchange, Drohnenfotografie, Pflanzenphänotypisierung, Pflanzenstress-Erkennung, Precision Farming, Robotik-Systeme, Sensortechnik und Vernetzung von Pflanzen sind nur einige Beispiele mit denen die Start-ups beim Fachpublikum und potenziellen Kunden oder Investoren punkten wollten. 

Agritechnica 2019 © magility GmbH

© magility GmbH

Auch große Landtechnikfirmen investieren zunehmend in Start-ups, u.a. um sich Zugang zu Kompetenzen in wichtigen Zukunftsthemen zu verschaffen. So erwarb beispielsweise das Unternehmen John Deere im Jahre 2017 das Silicon-Valley Start-Up Blue River Technology für 305 Mio.US$ und kaufte sich damit Kompetenzen im Bereich Onboard-Kameras inklusive Machine-Learning-Software ein. Dabei handelt es sich um eine Technologie, welche selbstständig zwischen Nutzpflanzen und Gräsern differenziert. Damit gekoppelte, automatisierte Sprühgeräte sind gleichzeitig in der Lage das Unkraut zu vernichten. Neben diesem immer präziseren und pflanzenindividuellen  Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln im Bestand, erlebt im Zuge der Diskussionen um ein Verbot von Mitteln wie Glyphosat in der EU die mechanische Unkrautvernichtung eine Renaissance bei den Landtechnikherstellern.

 

Smart, Smarter – Smart Farming 

 

Die anhaltende Automatisierung und Digitalisierung sowie der Einsatz von KI lassen die Bewirtschaftung der Felder zukünftig noch smarter werden. Sensoren für eine präzise, individuelle Feldbearbeitung steuern mittlerweile jeden Bearbeitungsschritt; ein Beispiel sind Bodenfeuchtesensoren für eine präzise Ablage von Saatgut unter individuellen Bodenbedingungen (z.B. SmartDepth der Firma Precision Planting LLC), um bereits bei der Aussaat die besten Voraussetzungen für das spätere Erntegut zu schaffen. Einsähtiefe und Ausrichtung der Körner entscheiden bereits hier über den späteren Ertrag.

© magility GmbH

© magility GmbH

 

In einigen Anbaukulturen lassen sich bestimmte Arbeitsschritte bereits gänzlich automatisieren. Autonom fahrende und zunehmend praxistaugliche Maschinen sind daher auch auf der Agritechnica ein anhaltender Trend. Neben autonom fahrenden Traktoren bieten autonome Roboter mit KI Unterstützung, beispielsweise zur präzisen Unkrautbekämpfung – zu nennen wäre hier der Dino der Firma Naïo Technologies – gerade in Sonderkulturen wie z.B. Salat große Vorteile. Vor allem im Hinblick auf die Reduzierung kraftaufwendiger Handarbeit  wird hier großer Mehrwert generiert. 

 

 

Auch die Unterstützung aus der Luft mittels Drohneneinsatz bleibt ein Thema. John Deere stellte dazu auf der Agritechnica in seiner Future Innovation Zone die Velodrone vor, eine Kooperation mit dem Unternehmen Volocopter. Die Drohne hat einen Durchmesser von 9,2 m, wird von 18 Rotoren angetrieben und ermöglicht eine Zuladung von 200 kg. Die mit zwei Tanks mit Pflanzenschutzmittel bestückte Drohne verspricht eine Flächenleistung von 6 ha pro Stunde. Ob sich die Maschine bei einer derzeitigen maximalen Flugzeit von 30 min bewährt, wird sich zeigen müssen.

Trend zu E-Antrieben auf dem Acker 

 

Nach wie vor ist die Elektrifizierung der Maschinen im Hinblick auf eine ressourcenschonende Landwirtschaft ein großes Thema, wie auch die Verleihung der Goldmedaille für ein elektrifiziertes Getriebe auf der diesjährigen Agritechnica zeigt. Durch die zu erbringenden höheren Leistungen der Motoren ist dies in der Agrarwirtschaft ein deutlich schwierigeres Unterfangen als in der Automobilindustrie. Trotzdem entwickeln neben der Firma Steyr (Zukunftskonzept Hybrid) auch Zulieferfirmen wie ZF Systeme zur Elektrifizierung von Traktoren. Erst im vergangenen Jahr stellte die Firma John Deere in einer Konzeptstudie einen über 400 PS starken Elektro-Traktor vor, der über ein Kabel mit Strom versorgt wird, um die bestehenden Limitierungen einer Elektrifizierung über Batterie zu umgehen. 

Können die derzeit noch bestehenden technischen Begrenzungen, v.a. der Batterie, überwunden werden, ist die Landwirtschaft grundsätzlich prädestiniert für elektrische Antriebssysteme, da sie häufig elektrische Energie mit eigenen Photovoltaik- oder Biogasanlagen erzeugt. Eine Elektrifizierung der Maschinen könnte den Eigenverbrauch deutlich steigern. 

 

 

Konnektivität ist Treiber für vernetzte Agrartechnik

 

Drei große Trends in der Agrartechnik lassen sich aus den dargestellten Entwicklungen ableiten. Unter dem Dach einer nachhaltigeren Landwirtschaft sind dies zum einen die zunehmende Sensor- und Kameratechnik, zweitens die autonomen Systeme und Roboter und drittens das Massendatenmanagement inklusive Künstlicher Intelligenz im Hintergrund. Verknüpft ist dies alles durch den Megatrend der Konnektivität. Um diese einzelnen Entwicklungen zu vereinen, zeigen sich auch auf der Agritechnica vermehrt Initiativen, die den Datenaustausch zwischen Maschinen oder Komponenten auch unterschiedlicher Hersteller und teils unterschiedlichster Formate vereinfachen sollen. Ein Beispiel ist das Konzept DataConnect das den cloudbasierten Datenaustausch zwischen u.a. Claas- und John Deere- und CNH Industrial- Maschinen gewährleisten soll. 

Agritechnica 2019 © magility GmbH

Agritechnica 2019 © magility GmbH

Auch die agrarwissenschaftliche Forschung hat die Notwendigkeit der Konnektivität erkannt und fördert mit gut 12 Millionen Euro das EU Projekt Agricultural Interoperability and Analysis System (ATLAS) zum Aufbau einer herstellerunabhängigen Datenplattform, zur flexiblen Nutzung aller Maschinen- und Sensorsysteme sowie Datenanalysetools. Auf der einen Seite ergeben sich dadurch erhebliche Vorteile durch Entscheidungsunterstützung für die Landwirte bzw. die Feldbearbeiter, was einen wesentlichen Teil von smart farming ausmacht. Auf der anderen Seite geben die Hersteller dadurch zunehmend einen Teil ihrer Datenhoheit zugunsten eines zufriedenen Kunden auf.

 

Kirchheim unter Teck – magility in der Wiege der Landtechnik

 

Max Eyth, Dichter, aber vor allem Ingenieur und Pionier der modernen Landtechnik wurde 1836 in Kirchheim unter Teck, nur unweit des Firmensitzes von magility geboren. 1885 gründete Max Eyth die DLG, die er bis zum Jahre 1896 leitete. Die Firma magility, mit Firmensitz im Heimatort von Max Eyth, verbindet daher eine besondere Beziehung zur Landtechnik. 

Agritechnica 2019 © magility GmbH

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Wir von magility beobachten schon seit Jahren die Entwicklungen in der Agrartechnik und sehen viele Parallelitäten zur Automobilbranche. Einige der technologischen Innovationen der vergangenen Jahre in der Agrartechnik, sei es der E-Antrieb oder die Konnektivität, finden wir in ähnlichen Ausprägungen auch im Automobilbau. So verwundert es nicht, dass beispielsweise die Innovation der diesjährigen Silbermedaillengewinner NEVONEX, eine offene sensoren- und herstellerunabhängige Datenplattform, auf einer zuverlässigen und gegen Angriffe geschützten Technologie mit End-to-End Verschlüsselung aus der Automobilindustrie basiert. 

 

 

Nehmen Sie gerne mit unseren Experten Kontakt auf für einen fachlichen Austausch.

Zur Autorin: 

Christa Hoffmann, unsere magility Expertin zum Thema AgTech, ist studierte und promovierte Agraringenieurin. Seit 13 Jahren beschäftigt sie sich in unterschiedlichen Rollen mit der Digitalisierung in der Land- und Ernährungswirtschaft. Neben diversen Veröffentlichungen zu dem Thema, engagiert sie sich ehrenamtlich im Beirat der Gesellschaft für Informatik in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (GIL) und ist Gastdozentin an der Universität Hohenheim im Fachgebiet Agrarinformatik.

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Magility Partner OptimalPlus geht Kooperation mit ZF ein

Der Automotive-Technologiekonzern ZF Friedrichshafen AG geht eine strategische Partnerschaft mit dem israelischen Unternehmen OptimalPlus ein. OptimalPlus entwickelt innovative Software im Bereich Analytics & Lifecycle Management. ZF erweitert durch die Kooperation sein globales Technologienetzwerk und OptimalPlus soll dabei unterstützen, die Prozesse im operativen Werksmanagement von ZF zu optimieren.

 

Mit KI und Big Data gestaltet OptimalPlus die Zukunft der Produktion

Die Integration der vernetzten Industrie 4.0 schreitet voran, und die Analyse von großen Datenmengen wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor für produzierende Unternehmen. Durch das Internet-of-Things werden betriebliche Prozesse zentral in Echtzeit steuerbar. Jeder Arbeitsschritt wird dabei aufgezeichnet, indem zahlreiche Sensoren stets aktuelle Daten an ein zentrales, oft cloud-basiertes System, senden. Dadurch entsteht ein digitales Abbild aller Produktionsprozesse. Um die anfallenden Daten schnell und exakt analysieren zu können, sind umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data unerlässlich. OptimalPlus hat eigene innovative Lösungen in diesem Bereich entwickelt, von denen ZF künftig profitieren will.

 

Product Lifecycle Management als Wettbewerbsfaktor

Ein intelligentes und effizientes datengetriebenes Product Lifecycle Management (PLM) ist in Zeiten von hohem Innovationsdruck und rasant fortschreitender technologischer Entwicklung ein bedeutender Wettbewerbsfaktor. Trotz kürzer werdender Innovationszyklen, steigt der Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit neuer Produkte. Neben hohen Erwartungen der Kunden lassen auch höchste Sicherheitsanforderungen, wie sie beispielsweise im Automotive-Bereich bestehen, keinen Spielraum für unausgereifte Produkte. Um die branchenübergreifende Vision vom unfallfreien Fahren zu realisieren, ist eine fehlerfreie Analyse von Testdaten unabdingbar. Die Softwareprodukte von OptimalPlus gewährleisten eine exakte Produktanalyse noch während des global verteilten Herstellungsprozesses, und sind dadurch ein nachhaltiger Schritt in die Zukunft des PLM.

 

Daten verstehen anstatt sie nur zu erheben

Damit technologische Produkte und Lösungen heutzutage die Anforderungen des Marktes treffen wird der Kunde schon in der Designphase am Entwicklungsprozess beteiligt und digital erstellte Prototypen werden frühzeitig auf die Erfüllung der vom Kunden und Gesetzgeber definierten Anforderungen getestet. Durch dieses Vorgehen entsteht ein digitales Sicherheitsnetz, mittels dessen Folgekosten durch Produktionsfehler und Risiken für Endkunden maximal reduziert werden können. Um Schwachstellen und Verbesserungspotenziale im PLM zu erkennen, bedarf es innovativer Lösungen auf dem Gebiet der engmaschigen Datenanalyse. In der Smart Factory sind schnelle Anpassungen während des Entwicklungs- und Produktionsprozesses zeitnah umsetzbar. OptimalPlus schafft hierfür mit seinen Datenmodellen und seiner data lake strategy die technologischen Voraussetzungen. 

 

Kunden schätzen Detailtreue und Usability von OptimalPlus

Ein besonderer Vorteil der Analyse-Software von OptimalPlus ist die Detailtreue der Datenerhebung. Besonders fein aufgebaute elektronische Bauteile, wie etwa Halbleiter, können während der gesamten Wertschöpfungskette akribisch auf ihre korrekte Funktionsweise hin überwacht werden. Neben ZF setzen auch namhafte Kunden aus der Elektronikindustrie wie AMD, Samsung, Foxconn oder Amazon bereits auf Anwendungen von OptimalPlus wie z.B. deren benutzerfreundliches Dashboard “Platform+”. Durch gesteigerte Datenzuverlässigkeit und Datendichte bieten die auf KI und Machine Learning basierenden Softwarelösungen von OptimalPlus viele Vorteile. Dazu gehören eine signifikante Verringerung von Fehlerquoten bei Bauteilen, eine höhere Zuverlässigkeit von Produkten, eine gesteigerte Kosteneffizienz in der Produktion sowie eine stark verkürzte Produkteinführungszeit (Time-to-Market).

Wir von magility unterstützen OptimalPlus und andere Unternehmen sowie Startups bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und bei der Erschließung neuer Märkte. Haben Sie sich bereits über die neuesten Innovationen im Bereich digitale Produktionssteuerung für Ihr Unternehmen informiert? Nehmen Sie gerne Kontakt zu unseren magility-Beratern für einen inspirierenden und fachlichen Austausch auf.

IREN

Das IREN East African Tech Centre verhilft Startups zum Erfolg

Das Startup-Ökosystem in Afrika entwickelt sich Stück für Stück zu einem Innovationstreiber in einem riesigen Wachstumsmarkt. Neben Hotspots in Südafrika, Nigeria und Ägypten, finden besonders in Ostafrika mit dem Fokus Kenia interessante Entwicklungen statt. 2018 wurden in Kenia 348 Millionen US-$ in Startups investiert, das ist afrikanischer Spitzenwert und entspricht einer Erhöhung von 136% im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen IREN mit Sitz in Nairobi fungiert dort als Think Tank zur Förderung der lokalen Startup-Kultur. Es betreibt eigene Accelerator Programme zur Unterstützung der Geschäftsentwicklung ausgewählter Startups. Ein weiteres Geschäftsmodell von IREN ist die Entwicklung von eigenen Apps für Smartphones. IREN ist neuerdings auch Kooperationspartner von magility.

Differenzierte Ansätze und großes Potenzial 

IREN fokussiert sich auf Verbesserungspotentiale in den afrikanischen Wertschöpfungsketten und schafft mit innovativen Ansätzen funktionierende Prozesse. Daraus ergeben sich viele unterschiedliche Geschäftsmodelle, die den Investitionsstandort Afrika stärken sowie durch die Schaffung von Jobs und die damit einhergehenden Chancen zur Selbstständigkeit das tägliche Leben der lokalen Bevölkerung erleichtern. Hierzu ist IREN neben seiner Funktion als Think Tank auch als Startup-Inkubator und Unternehmensberatung tätig. Um die eigenen unternehmerischen Ziele und eine nachhaltig positive Entwicklung der Gesellschaft (Social Impact) zu erreichen, hat IREN in den letzten Jahren durch aktive Kooperationen ein großes Netzwerk aufgebaut. Neben 23 meist afrikanischen Universitäten zählen dazu KPMG East Africa, USAID (United States Agency for International Development), die Friedrich Naumann Stiftung und die Toyota Academy.  

Mobile Lösungen für Wachstumsmärkte

Nach Angaben von IREN haben 90% aller Kenianer ein Mobil- oder Smartphone und etwa 75% ein mobiles Bankkonto. Der mit 32,6% größte Anteil an Investitionen in afrikanische Startups fließt in junge FinTech Unternehmen. 30% des gesamten Investitionsvolumens von 348 Millionen US-$ entfallen auf Startups im Bereich Unternehmenssoftware, und 17% wird in innovative Lösungen im Off-Grid Bereich investiert. IREN setzt auf mobile digitale Lösungen und hat dafür die App Growthpad entwickelt. Growthpad fungiert als Plattform zur Vermittlung von Dienstleistungen und Handelsgütern. Auf einem digitalen Marktplatz werden Angebot und Nachfrage in sechs ostafrikanischen Ländern übersichtlich kanalisiert. Dadurch wird eine Infrastruktur für geschäftliche Transaktionen aufgebaut, die gerade in den ländlichen Gegenden Afrikas oft noch nicht vorhanden ist. Für Konsumenten erhöht sich dadurch signifikant das Angebot an Waren und Dienstleistungen. Für die Anbieter vergrößert sich die Reichweite zu potentiellen Kunden, die bisher noch nicht an Marktstrukturen angeschlossen waren. IREN verdient dabei an einer kleinen vom Nutzer der Plattform zu zahlenden Transaktionsgebühr. Auf diese Weise entstehen durch Skaleneffekte gewinnbringende Umsätze, und zusätzlich wird das tägliche Leben von tausenden Nutzern materiell verbessert.

Das IREN East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre

Die Growthpad App verhilft IREN zur Ausweitung des eigenen Geschäftsmodells und hat für junge Gründer eine Vorbildfunktion. IREN engagiert sich intensiv für den Ausbau einer Gründerkultur und schafft aktuell die hierfür notwendige Infrastruktur, um die Entwicklung von dutzenden Startups zu fördern. Dafür errichtet IREN aktuell das East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre (ETIC) im kenianischen Kisumu. Auf acht Hektar Fläche entsteht für 30 Millionen Euro ein komplett neuer Komplex, der Startups zur Verfügung stehen wird. Im ETIC betreuen erfahrene Experten Gründer. Sie sollen Zugang zu räumlicher Infrastruktur wie Co-Working-Spaces mit schnellem Internet und auch zu technischer Infrastruktur für den Bau von Prototypen bekommen. Ziel ist es, dass die Gründer Innovationen entwickeln und Geschäftsmodelle testen können. Außerdem  sollen sie von den Experten bei der Suche nach Investoren sowie dem Markteintritt begleitet werden. Auf dem campusartigen Gelände sollen neben Inkubator- und Accelerator-Programmen auch Workshops für Schüler und Studenten stattfinden. Durch eine enge Verzahnung mit staatlichen Strukturen und internationalen Förderern wird so eine noch höhere Reichweite und Akzeptanz dieser Gründerkultur als in der Vergangenheit angestrebt.

Vielfältigkeit und Partnerprogramme zur richtigen Zeit

Nach 17 Jahren Vorbereitungszeit haben sich dieses Jahr 54 von 55 afrikanischen Ländern zur größten Freihandelszone der Welt zusammengeschlossen: der AfCFTA. 1,2 Milliarden Menschen profitieren zukünftig von einem gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den intrakontinentalen Handel. Experten erwarten dadurch einen Anstieg des innerafrikanischen Handelsvolumens um 60% bis 2022. Von diesem Wachstum möchte auch IREN mit seinem ETIC profitieren. Internationale Programme für Startups sowie von IREN veranstaltete Messen für Gründer und Technologieanbieter sollen die Attraktivität des Business-Standorts Kenia erhöhen. Kooperationen mit anderen Tech Hubs, internationalen Organisationen und Wirtschaftsministerien verschiedener Staaten tragen dazu bei, ein Innovation Centre mit großem Output zu realisieren. Erfolgreiche digitale Produkte stärken das afrikanische Startup-Ökosystem, schaffen nachhaltige Jobs für den hochqualifizierten Nachwuchs, der aus den Universitäten strömt, und sollen das Leben von vielen Millionen Menschen verbessern.

Haben Sie sich bereits Gedanken zu digitalen Geschäftsmodellen in Afrika gemacht oder sind interessiert an einer Kooperation mit dem East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre? Melden Sie sich gerne bei magility, um weitere Informationen zu erhalten. 

 

Tactile Mobility aus Israel konnte Porsche als Unterstützer gewinnen

Porsche investiert in Magility-Partner Tactile Mobility

Das israelische Sensorik-Startup Tactile Mobility konnte in seiner aktuellen VC Finanzierungsrunde den deutschen Sportwagenhersteller Porsche als Investor gewinnen. Zusammen mit Union Tech Ventures und bestehenden Investoren beteiligt sich Porsche an dem Startup aus Haifa. 

 

Fortschrittliche Technologie für autonomes Fahren

Mit mittlerweile 25 Mitarbeitern entwickelt Tactile Mobility Software und Sensorik, die die Beschaffenheit von Straßen, den so genannten “Grip Level”, ablesen kann. Die vom Untergrund in Echtzeit erhobenen Daten werden mit Sensordaten aus dem Fahrzeug abgeglichen. Das System kann dann beispielsweise Kurvengeschwindigkeiten und den Winkel gefahrener Kurven optimieren, und somit die Sicherheit eines autonom fahrenden Fahrzeuges erhöhen. 

Zusätzlich dazu kartiert Tactile Mobility die Beschaffenheit der Straße und warnt dadurch andere Fahrzeuge z.B. vor Straßenschäden oder Glatteis. Diese Technologie soll zukünftig auch in autonome Fahrzeuge integriert werden, um dem Fahrzeug das Gefühl für Geschwindigkeit und Grip zu geben. Umgesetzt wird dies durch die Interaktion von im Fahrzeug verbauten Bewegungssensoren, wie beispielsweise Radar oder LiDAR, mit den hinterlegten Daten. 

In einer weiteren Entwicklungsstufe kann die Software Daten zur Beschaffenheit des Fahrzeugs selbst, beispielsweise zu Motor- und Bremseffizienz oder Kraftstoffverbrauch, liefern. So lassen sich u.a. Rückschlüsse auf den Verschleißzustand verschiedener Fahrzeugkomponenten ziehen.

Die Integration der Tactile Mobility-Software in Serienfahrzeuge ist laut Michael Steiner, Entwicklungsvorstand bei der Porsche AG, für Anfang 2020 geplant.

 

Starke Partnerschaft in Deutschland

magility und Tactile Mobility arbeiten seit 2018 im Rahmen des Market Development in Deutschland zusammen. Dabei unterstützt magility bei der strategischen Ausrichtung und fördert durch ihr weit verzweigtes Kontakt- und Partnernetzwerk die erfolgreiche Markterschließung. magility gratuliert zur erfolgreichen Finanzierungsrunde und sieht der  weiteren Zusammenarbeit gerne entgegen!

 

Suchen Sie einen Partner, um Ihr Startup erfolgreich wachsen zu lassen oder möchten mehr über die Technologie erfahren? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

MeConvention

Die MeConvention – Das neue Parallelprogramm zur IAA

Parallel zu den Presse- und Fachbesuchertagen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt fand die zweite Auflage der MeConvention statt. Drei Tage lang kamen etwa 2000 Teilnehmer in Frankfurt zu Workshops zusammen, um die heutige Welt der Mobilität analytisch zu hinterfragen und Zukunftsvisionen zu entwerfen. magility war vor Ort. Im Fokus stand der interdisziplinäre Austausch mit dem Ziel, voneinander zu lernen. Aktuelle Probleme wurden dargelegt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese Probleme als Chancen für die Entwicklung erfolgversprechender Zukunftskonzepte genutzt werden können. Dutzende internationale Speaker mit den unterschiedlichsten Hintergründen gaben dazu wichtige Impulse auf den Bühnen der MeConvention. Die Veranstaltung wurde von Mercedes-Benz in Kooperation mit der SXSW Messe in Austin, Texas initiiert. 

Rasanter Auftakt mit Formel 1 Weltmeister Lewis Hamilton 

Den Auftakt der MeConvention am ersten Abend gestaltete der fünfmalige Formel-1-Weltmeister und aktuelle Titelfavorit Lewis Hamilton. Er sprach eine dreiviertel Stunde in der altehrwürdigen Festhalle der Frankfurter Messe über seinen Werdegang sowie seinen Umgang mit Niederlagen und stand dem Publikum für Fragen zur Verfügung. Hamilton betonte die aktuelle Ambivalenz des Automobils. Er selbst liebe den Geruch von Öl und Benzin sowie den Klang der Rennmotoren. Dem habe die elektrifizierte Zukunft noch wenig entgegenzusetzen. Trotzdem sei klar, dass es nur eine nachhaltige, grünere Zukunft geben könne. 

Die Themen der MeConvention 

Am nächsten Morgen begannen die Workshops und Keynotes zu den Trendthemen unserer Zeit wie z.B. „Building interfaces with the body’s electrical signals“, „Making AI work for democracy“, „AI & ethics“, „next gen of innovation“ oder „tech & the future of intimacy“. Dabei wurden Technologie, Innovation, Gesellschaft und Kunst thematisch verwoben. Der Tenor der verschiedenen Beiträge kann zusammengefasst wie folgt wiedergegeben werden: Der Blick auf das Potenzial einer Innovation kann immer nur eine Annäherung sein sowie auch die Zukunft nur teilweise absehbar ist. Die Stimmung auf der MeConvention war insgesamt von Optimismus getragen.

Ola Källenius trifft auf Robert Habeck

Die Automobilindustrie gilt heute als maßgeblicher Zukunftsgestalter im negativen wie im positiven Sinn. Die einen halten die Autohersteller mit ihren klimaschädlichen Verbrennungsmotoren für Bremser der Entwicklung. Die anderen verweisen darauf, dass die Automobilindustrie in Deutschland der Innovationsmotor schlechthin ist, sozusagen das maßgebliche Zugpferd und Rückgrat der wirtschaftlichen sowie technologischen Entwicklung. Vor diesem Hintergrund diskutierten, unter der Moderation von Dunja Hayali und vor großem Publikum, als Vertreter der gegensätzlicher Positionen der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Ola Källenius und der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck. Beide Diskutanten waren sich im Kern überraschend einig darüber, dass ein massiver Handlungsbedarf bezüglich Nachhaltigkeit und Innovation in Deutschland besteht. Källenius legte Wert darauf, dass es ihm nicht bloß um einen grünen Anstrich gehe. Nachhaltigkeit solle konsequent zu Ende gedacht und umgesetzt werden. Habeck betonte, dass Mobilität an sich neu gedacht werden müsse, nicht bloß das Auto. Es wäre wenig gewonnen, wenn am Ende alle im selben Stau stünden, nur eben elektrisch angetrieben. Nichtsdestoweniger attestierte der Grüne-Vorsitzende dem Konzernchef gute Fortschritte in der Elektromobilität. Källenius betonte, er fahre keine Nachhaltigkeitsstrategie neben der Geschäftsstrategie. Er habe vielmehr den Anspruch an seine Geschäftsstrategie, dass diese an sich bereits nachhaltig gestaltet sei. Mercedes-Benz würde seinen Ansprüchen als innovative Marke nicht gerecht, wenn Mobilität nicht nachhaltig gestaltet würde. Beide Diskutanten zeigten sich vom Sinn einer strengen CO2-Bepreisung überzeugt, denn nur dadurch entstünden Lenkungseffekte. Habeck mahnte zu mehr Entwicklungstempo, er sieht die deutsche Industrie bereits hinter der aktuellen Innovationswelle in den USA und China her schwimmen. Källenius verwies auf heterogene Marktentwicklungen in unterschiedlicher Fortschrittsgeschwindigkeit je nach Weltregion. Nur vereinzelte Standorte seien bereit für den Umstieg auf E-Mobility. Die Gefahr, dass durch einen Kulturwandel die weltweite Nachfrage nach Autos einbrechen könne, sieht der Konzernchef nicht, zu groß sei das menschliche Bedürfnis nach der Freiheit individueller Mobilität. Einig waren sich die beiden Diskussionsteilnehmer darüber, was zwingend kommen müsse: mehr Vernetzung, Vermeidung von CO2-Emissionen und die Erhöhung der Sicherheit. 

Viele Zukunftsperspektiven auf der MeConvention

Welche Ziele wollen wir als Gesellschaft erreichen und welche Faktoren sind dabei unsere Ausgangsbasis? Diese Frage stellte das verbindende Element des weiteren fachlich breit gefächerten Programms der MeConvention dar. Themenblöcke zum Thema Smart City und Titel wie “reinforcing human connections in the city”, “hide & seek: how to disappear completely”, “transform your data into a visual story”, “the big picture: painting sci-fi futures”, waren Teil des Vortragsprogramms. Zeitgleich zu den Vorträgen fanden “Startup City Pitches” statt und das Finale des “Next Entrepreneurs Bootcamp”. Zwischen und während den einzelnen Veranstaltungen luden zahlreiche Kaffeebars und Sitzecken zum Verweilen ein, die von den Teilnehmern ausgiebig für vertiefende Gespräche genutzt wurden. Das Publikum war überwiegend jung und die Stimmung locker. Viele der Teilnehmer kamen von Startups oder Innovations- und Digitalisierungsabteilungen größerer Unternehmen, einige ambitionierte Studenten mischten sich darunter. 

Ausgebildete Persönlichkeit als Grundlage für Innovation

Am dritten und letzten Tag der MeConvention widmeten sich Forscher vom Teilchenbeschleuniger CERN der Entstehung von Verschwörungstheorien und den Möglichkeiten für Zeitreisen. Andere Wissenschaftler zeigten die neuen Chancen für Medizin und Landwirtschaft durch die Genschere CRISPR auf. Der renommierte Biologe Aubrey de Grey sprach über neueste Erkenntnisse der Altersforschung und wie Alterungsprozesse durch wenige Maßnahmen gestoppt oder zumindest stark verlangsamt werden könnten. Ist das noch Innovation oder schon Besitzstandswahrung? De Grey bekam auf jeden Fall einige Konter von seiner Diskussionspartnerin, der Ageism-Aktivistin Ashton Applewhite. Der Zusammenhang dieser Themen mit der Automobilindustrie blieb allerdings offen und die TeilnehmerInnen waren somit eingeladen ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Mehrere Speaker, u.a. aus dem Sportbereich gaben motivierenden Input, wie sich hohe Ziele mit den richtigen Strategien erreichen lassen. So sprach der weltbekannte Skateboard-Veteran Rodney Mullen über “connecting community and innovation” am Beispiel der Skateboardszene. Die Surferin Léa Brassy teilte sich eine Bühne mit Laura Dekker, der bislang jüngsten Solo-Weltumseglerin aller Zeiten. Beide sprachen über die Liebe zur Natur, den Wert der Nachhaltigkeit und allem voran über den Umgang mit brenzligen Situationen.

Das Fazit dieser Beiträge könnte man wie folgt formulieren: Wer etwas wirklich erreichen will, der kann es mit der richtigen Herangehensweise auch schaffen. Vielleicht ist das die Kernbotschaft der MeConvention – und die gilt auch für die Automobilindustrie mehr denn je.

 

IAA

2019-09-20 Magility auf der IAA – Neues aus der Automobilszene

In Frankfurt am Main fand dieses Jahr vom 12. bis 22. September wieder die Internationale Automobilausstellung “IAA” statt. Die IAA, deren Geschichte bis in das Jahr 1897 zurückreicht, ist bis heute eine der bedeutendsten internationalen Automobil-Fachmessen. Auch in diesem Jahr stellten zahlreiche OEM und Zulieferer ihre Innovationen vor, allerdings blieben einige wichtige Aussteller der IAA in diesem Jahr erstmals fern, so zum Beispiel Citroen und Peugeot, Fiat, Nissan, Tesla, Toyota sowie Volvo.

Auch die Besucherzahl ging dramatisch zurück. 2015 lockte die IAA noch rund 932.000 Besucher in die Hallen der Frankfurter Messe, in diesem Jahr wurden nur rund 560.000 Messebesucher gezählt. Diese konnten sich wie gewohnt wieder aktuelle Modelle mit klassischem Verbrennungsmotor ansehen, der Fokus der Aussteller lag in diesem Jahr aber deutlich auf Fahrzeugen mit E-Antrieb. 

Die alte Schule der Automobilität geht weiter

Auf der IAA wird allen Automobil-Enthusiasten das volle Programm geboten. Es gibt Fahrsimulatoren für Rallye und Formel 1 sowie das dazugehörige Merchandising. Offroader laden zur Mitfahrt über einen Parkour ein. Eine ganze Halle widmet sich, mit der angegliederten MOTORWORLD, historischen Fahrzeugen. Die Messebesucher konnten dort einige der wertvollsten Oldtimer der Welt bestaunen oder gar erwerben. Im Mittelpunkt bei den Neuvorstellungen mit konventionellem Antrieb stand Land Rover mit dem neuen Defender, einem Geländewagen, der zum ersten Mal seit 68 Jahren komplett neu entwickelt wurde. Der Defender ist nun ein modernes Auto mit Allradantrieb, das sich ähnlich wie die G-Klasse an einer großen Tradition messen lassen muss. Zu den Neuvorstellungen zählten auch die SUV-Coupés X6 von BMW oder der GLE von Mercedes. 

Die E-Mobilität ist auf der IAA angekommen

Gemäß dem diesjährigen Messemotto “Driving Tomorrow” lag der Fokus der Aussteller in diesem Jahr auf neuen Modellen, die den Wandel hin zu einer energieeffizienten und deutlich schadstoffärmeren Welt mitvollziehen sollen. Dies zeigte sich in zahlreichen Neuvorstellungen von Elektrofahrzeugen. So präsentierte Mercedes-Benz seinen E-SUV EQC, den elektrifizierten Van EQV und gab mit der Studie Vision EQS einen Ausblick auf die kommende Elektroversion der S-Klasse. Porsche stellte seinen lang erwarteten Elektroflitzer Taycan vor. Dieser 4-türige Sportwagen ist eine echte Konkurrenz zum Teslas Model S. Volkswagen sorgte mit der Vorstellung des ID.3 für große Überraschung. Das Elektrofahrzeug in der Golfklasse wirbt mit einer Reichweite von 330-550 Kilometern, einer Leistung von 150-204 PS und soll mit einem Preisgefüge zwischen 30-45 Tausend Euro die E-Mobilität demokratisieren und massentauglich machen.

Politische Veränderungen und Proteste

Die neuen E-Fahrzeuge sind Zeichen großer Umbrüche in der Automobilindustrie. Denn in Zeiten des Klimawandels wächst der öffentliche und politische Druck auf die Hersteller enorm. Rund um die IAA 2019 versammelten sich tausende Demonstranten, welche mit Demonstrationen autofreie Innenstädte, ein Verbot von SUVs oder eine grüne Wende in der Automobilindustrie forderten. Zeitweise waren die Eingänge zum Messegelände durch die Demonstranten blockiert. Daher waren für die IAA in diesem Jahr deutlich schärfere Sicherheitsvorkehrungen notwendig als in der Vergangenheit. Die diesjährige IAA wurde zusätzlich überschattet vom zu diesem Zeitpunkt unerwarteten Rücktritt Bernhard Mattes vom Amt des Präsidenten des Verbands der Automobilindustrie (VDA), der seit vielen Jahren als Hauptsponsor der IAA auftritt. Der Rücktritt von Mattes, einige Stunden nach seinem gemeinsamen Auftritt mit Bundeskanzlerin Merkel zur Eröffnung der IAA, wird vielfach als Reflex auf die aktuellen politischen Herausforderungen für die Automobilindustrie gedeutet, die in den Augen der Verbandsmitglieder eine stärkere Interessenvertretung mit deutlicher wahrnehmbaren Initiativen notwendig machen. Aufgrund der geschilderten Schwierigkeiten ist auch die IAA selbst, in ihrer heutigen Form, in die Diskussion geraten. Die FAZ spricht in diesem Zusammenhang von einem Scherbenhaufen der Automobilbranche. 

Die Zulieferer bringen die Innovationen

Trotz Gewinnwarnungen und einem deutlichen Rückgang bei Bestellungen, ist die Innovationskraft der Zulieferer besonders gefragt. Durch E-Mobility, Connectivity und Autonomous Driving steigen die Anforderungen an die Zulieferer, welche mitten in einer abkühlenden Konjunktur große Investitionen für den digitalen Wandel stemmen müssen. Schaeffler kündigt Kurzarbeit an, Bosch und Continental denken öffentlich über Stellenabbau und Werksschließungen nach. Im ersten Halbjahr 2019 sanken die weltweiten Autoverkäufe um 5%, was sich auch auf die Zulieferer auswirkt, und deren Zukunftsaussichten ungewisser werden lässt. Auf den Messeständen ist von diesen Schwierigkeiten wenig zu spüren, die Zulieferer nehmen deutlich mehr Raum ein als in der Vergangenheit. ZF etwa präsentierte, in gläsernen Prototypen verbaut, seine neuesten Technologien zum autonomen Fahren, Webasto veranschaulichte, wie sich Sensoren unauffällig in ein Autodach integrieren lassen und EDAG BFFT präsentierte ein Touchdisplay, das haptisches Feedback geben kann. Der Fokus der Zulieferer lag überwiegend auf der Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit. Der VDA strebt eine weitgehende Entkarbonisierung der deutschen Automobilindustrie bis 2050 an. Vor diesem Hintergrund spricht der CEO von Continental, Elmar Degenhart, von nie dagewesenen Herausforderungen für die Industrie.

Alternativprogramm zur IAA auf der MeConvention

Parallel zur ersten IAA Woche fand in Halle 1 der Frankfurter Messe die MeConvention statt. 2017 wurde die MeConvention von Mercedes-Benz in Kooperation mit SXSW 2017 ins Leben gerufen und wird seither in 2-jährigem Rhythmus veranstaltet. Ein relativ junges Publikum kam dort zusammen, um die drängendsten Fragen unserer Zeit zu diskutieren: Künstliche Intelligenz, Smart Cities, Smart Farming, E-Health und nachhaltige Mobilität. Die völlige Abwesenheit von Autos auf dieser Veranstaltung fiel auf, der einzige Mercedes-Stern während der dreitägigen Veranstaltung war am Revers von Daimler Vorstandschef Ola Källenius  zu finden, der auf großer Bühne mit dem Vorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, die nachhaltige Erneuerung der Automobilindustrie diskutierte. Die beiden waren sich im Gespräch überraschend einig, auch wenn der Politiker noch mehr Mut und Geschwindigkeit in der Umsetzung forderte. Källenius war es dann auch, der tapfer gute Stimmung verbreitete. “Hätte Mercedes nicht bereits vor vier Jahren Nachhaltigkeit als neuen Unternehmensgrundwert festgelegt, dann würde es die jüngst vorgestellten E-Fahrzeuge ja gar nicht geben”, so der frischgebackene Vorstandsvorsitzende. Dass die Branche vor Umbrüchen steht, induziert von der Digitalisierung, zeigt ein weiteres Detail: die IAA Conference war dieses Jahr “powered by Facebook”.

Der Umbruch der Automobilindustrie

Die Automobilindustrie befindet sich aktuell in einem massiven Umbruch – die IAA ist nur ein Symptom dafür. Die OEM sind aktuell immer noch in der Entwicklung von Fahrzeugtypen und Antriebsarten verhaftet. Durch die Konnektivität der Fahrzeuge wird aber, auf höherer Ebene, software- und datenbasiertes Flottenmanagement zunehmend einer der kritischen Erfolgsfaktoren, wie Uber, Google und andere dies bereits anbieten. Vielen OEM fehlen derzeit jedoch die notwendigen Software-Fähigkeiten und -Kapazitäten, um das Defizit in dem sie sich gegenüber den neuen Mobilitätsanbieter befinden, zeitnah auszugleichen. Das Rennen gegen IT-, Internet- und Telekommunikations-Industrien hat nicht erst begonnen, sondern ist in vollem Gange, mit ungewissem Ausgang für die Automobilindustrie.

Was die Zukunft der IAA angeht, so ist eine grundsätzliche Neuausrichtung angezeigt: Weg vom Schwerpunkt Autoshow hin zum Forum für ganzheitliche Mobilitätskonzepte. Ansätze hierfür sind bereits da. Ein Abgesang auf die IAA erscheint uns von magility deshalb unangebracht.

Die Ungewissheit über die zukünftige Ausrichtung des Zielmarkts der Automobilindustrie ist zur Zeit mindestens so groß wie der Innovationsdruck. Wie gehen Sie in Ihrem Unternehmen mit diesem Zielkonflikt um? Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf für einen fachlichen Austausch.

 

Startup-Autobahn in Stuttgart © magility, 2019

Startup Autobahn – Industrie und Startups vereint

Diese Woche fand der 6. Expo Day des Startup Autobahn Accelerator Programms statt. In den Stuttgarter Wagenhallen, die einst im 19. Jahrhundert für die Wartung von Lokomotiven errichtet wurden, stellten 39 Startups ihre innovativen Ansätze für die Zukunft der Mobilität vor. Der Startup Incubator Plug & Play aus dem Silicon Valley und mittlerweile 27 große Partnerunternehmen erarbeiten in dem etwa sechsmonatigen Programm Startup-Autobahn gemeinsam Pilotprojekte für anwendungsfertige Lösungen, die direkt in Produkte oder Produktionsprozesse implementiert werden sollen. 

 

Die Startup Autobahn führt in die Zukunft

Auf dem Expo Day kann man live den Transformationsprozess großer Technologietrends wie Big Data, Künstliche Intelligenz, Blockchain und Internet-of-Things zu marktfähigen Produkten erleben. Die Startup-Autobahn hat sich zu einem der wichtigsten Innovation Hubs im süddeutschen Raum entwickelt. Junger Erfindergeist und Startup Kultur trifft dort auf etablierte Unternehmen mit Branchenerfahrung und den notwendigen Ressourcen. Über 250 Pilotprojekte sollen seit dem Start des Accelerator-Programms Startup Autobahn im Jahr 2016 bereits realisiert worden sein. Die Bewerbungsflut ebbt seit dem ersten Expo Day 2017 nicht ab. Es bewerben sich Start-Ups aus der ganzen Welt, viel mehr als es Plätze gibt. Auf den Expo Days werden Ideen vorgestellt, welche schon morgen die Mobilität und die Produktion verändern können. Wir von magility sind seit der ersten Runde von Startup Autobahn als aktiver Partner mit dabei.

 

Vereinigt im Ziel Neues zu schaffen

Die Ansätze für Verbesserungen kommen aus allen Richtungen. Die Startups widmen sich den Themen E-Mobilität, Shared Mobility, Human-Machine-Interface, Spracherkennung, Supply Chain Logistics, aber auch Unternehmensprozessen oder Fahrzeugdienstleistungen. Der entscheidende Mehrwert der Plattform von Startup-Autobahn liegt darin, dass die Bedürfnisse von Startups und Industrie zusammengeführt werden und auch Kollaborationen mit mehreren neuen Anbietern umgesetzt werden können. Somit werden Entwicklungen, die an den Marktbedürfnissen vorbeigehen, verhindert und eine zielführende Förderung ermöglicht. Die Türen stehen grundsätzlich innovativen Ideen von Startups aus allen Branchen offen, auch wenn aktuell die Automotive-Themen deutlich im Vordergrund stehen.

 

Sensoren und Autonomes Fahren

Als einer der wichtigsten Zukunftstrends gilt branchenweit das Autonome Fahren. Um diese Vision Realität werden zu lassen, ist eine hochauflösende Sensortechnologie unabdingbar. Der Magility Partner Tactile Mobility war Teilnehmer des aktuellen Startup Autobahn Programms und ergänzt mit seinen Innovationen derzeitige Ansätze beim Autonomen Fahren. Das Startup aus Tel Aviv hat mit seinen mittlerweile 25 Mitarbeitern Software und Sensorik entwickelt, um die Beschaffenheit von Straßen ablesen zu können (Grip-Level). Somit können vom Untergrund erhobene Daten mit Sensordaten aus dem Fahrzeug abgeglichen werden. Dadurch wird die Sicherheit eines autonom fahrenden Fahrzeugs erhöht, indem beispielsweise Kurvengeschwindigkeiten und der Winkel gefahrener Kurven verbessert und angepasst werden.

 

Tactile Mobility und die Zukunft selbstfahrender Fahrzeuge

Damit ein autonomes Fahrzeug zuverlässig und unter allen denkbaren Wetterbedingungen auf der vorgegebenen Strecke bleibt, ist neben den zahlreichen Sensoren auch exaktes Kartenmaterial für die Software wichtig. Auch hier setzt Tactile Mobility an. Das Unternehmen kartiert Straßenbeschaffenheiten und kann dadurch mit seinen Daten andere Fahrzeuge vor Straßenschäden oder Glatteis warnen. Ziel ist die Implementierung von Fähigkeiten ins autonome Fahrzeug, welche bisher vom menschlichen Fahrer mit Verstand und Gefühl für Geschwindigkeit gegeben sind. Dazu interagieren im Fahrzeug verbaute Bewegungssensoren mit den Daten, die über den Fahrbahnzustand gesammelt und im System hinterlegt wurden. Ebenfalls wichtig und von der Tactile Mobility Technologie abgedeckt, ist die Überwachung des Fahrers, um rechtzeitig medizinische Notfälle erkennen zu können und dem Fahrzeug entsprechende Handlungsanweisungen zu geben.

 

Blockchain und Shared Mobility

Andere Startups beim Expo Day der Startup Autobahn widmeten sich zum Beispiel den Anwendungsmöglichkeiten der Blockchaintechnologie im Automotivebereich. Mit Hilfe dieses Ansatzes zur Datenordnung sollen zukünftige Transaktionen von autonom fahrenden Fahrzeugen sicher gestaltet werden. Eine Blockchain kann dazu genutzt werden ein eigenes Ökosystem aufzubauen, in dem autonome Autos oder sogar Drohnen selbstständig Transaktionen tätigen können. So verfügt zukünftig ein selbstfahrendes Auto über die technologische Voraussetzung die Parkgebühr oder Tankstelle zu bezahlen, den mitgenommenen Fahrgast abzurechnen oder andere Services in Anspruch zu nehmen. Damit all dies sicher und zuverlässig funktioniert, setzen immer mehr Startups und Konzerne auf Blockchain mit ihren kryptographischen Verfahren.

Die Zukunft der Mobilitätsbranche ist zur Zeit so spannend wie nie. Welche Zukunftstechnologie bewerten Sie als entscheidend für Ihren Unternehmenserfolg? Wir von magility freuen uns über fachlichen Austausch.

 

Ecomotion

New Mobility auf der EcoMotion in Tel Aviv – High Tech und Innovationen

Mitte Juni fand zum siebten Mal die Mobility Messe EcoMotion in Tel Aviv statt. Für fünf Tage trafen sich lokale Start-Ups, Investoren und internationale Unternehmen, um die neuesten Entwicklungen der Branche kennenzulernen. Was einst als ein Treffen im kleinen Kreise entstand, hat sich zu einem internationalen Hotspot an der Schnittstelle von Automotive und Digitalisierung mit über 4.000 Fachbesuchern entwickelt. Nahezu alle großen Player sind auf der EcoMotion heute vertreten. So strecken z.B. auch die Inkubatoren von Audi, Porsche, Daimler, Volvo, Deutsche Bahn und SBB dort die Fühler aus. Kaum einer will verpassen was dort besprochen und gezeigt wird. 

Tel Aviv – eine Startup Szene unter Dampf

Israel verfügt über eine überwiegend junge Bevölkerung, die sehr gut ausgebildet und hoch ambitioniert ist. Die Metropolregion Tel Aviv hat etwa so viele Einwohner wie Berlin. Wo sich wie ein Flickenteppich historische Häuser an moderne Glasbauten reihen, kommen die besten Ingenieure und kreativsten Unternehmer zusammen. Die Stadt mit Strand direkt am Mittelmeer, gilt als das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum des Landes. Manches was hierzulande erst von der Politik auf Umsetzbarkeit geprüft wird, wie etwa die App-gesteuerten E-Scooter, gehört in Tel Aviv bereits seit Jahren zum Straßenbild in den verwinkelten Gassen oder auf den grün beschatteten Boulevards der Stadt.

Die EcoMotion – Durchgetaktet von Anfang an

Auch direkt am Pavillon 1 der Expo Tel Aviv werden die Besucher mit E-Scootern der Mobility Start-Ups Lime, GoTo, Inokim LEO und DAV.city empfangen. Auf dem Vorplatz nebenan, dem Demo Field, drehen bei 32 Grad Außentemperatur autonom fahrende Autos ihre Runden. Durch diese wird anschaulich demonstriert, wie zuverlässig autonome Fahrzeuge aktuell schon Hindernissen ausweichen oder in Notfällen selbstständig stoppen können. Bereits am Vortag des Main Events luden verschiedene Unternehmen zu zahlreichen Veranstaltungen ein. Etwa zur HARMAN Israel Tech Show. Dort stellte der Car Entertainment & Cockpit Konzern seine neuesten Lösungen im Bereich Interior & Connectivity vor. In der Messehalle selbst herrschte somit bereits ab 8 Uhr morgens geschäftiges Treiben. Über 200 meist einheimische Start-Ups und Scale-Ups aus den Bereichen Urban Mobility, Autonomous & Connected, Electrification & Energy, Drones & Aviation, Maritime und Shared Mobility präsentierten ihre neuesten Ideen und Entwicklungen. 

Die neuesten Trends aus erster Hand

Während auf dem Parkett der Messe also pausenlos gegrüßt, erklärt, Kontakte gepflegt und das Netzwerk erweitert wurde, waren im ersten Stock die Büros des B2B Bereichs meist vollständig besetzt. Obwohl in diesem Jahr größere Räumlichkeiten als je zuvor für die EcoMotion genutzt wurden, reichten die Kapazitäten geradeso aus. Ein Fokus der diesjährigen EcoMotion war das Thema Automotive Cyber Security. Zahlreiche Aussteller widmeten sich intensiv dieser Thematik, vorneweg der Magility Partner Argus Cyber Security. In zwei gegenüberliegenden Ecken der Messehallen waren Vortragsbühnen aufgebaut, die Main Stage und die Start-Up Stage. Auf beiden hielten die kreativsten Köpfe der Branche für die Zuschauer erkenntnisreiche Keynotes und Panel Discussions. 

Am Puls der Zeit auf der EcoMotion

Auf der Hauptbühne sprachen Manager und Ingenieure von Unternehmen wie Magna, ZF, Siemens, Valens, General Motors, Renault-Nissan-Mitsubishi Alliance, Mercedes, Skoda oder Yandex über aktuelle Themen wie Connectivity, AI, Smart City und Electric Vehicles. Auf der Start-Up-Bühne wurden erst die Gewinner mehrerer Start-Up Challenges verkündet bevor es um Global Market Strategies für junge Unternehmen ging. Es folgten dreiminütige Pitches von 16 Start-Ups, die sich dem interessierten Publikum präsentierten. Das Programm wurde durch einen Reverse-Pitch abgerundet, bei dem Vertreter von Continental, Toyota, HARMAN, Nvidia, Ford und anderen die Bedarfe und Erwartungen an die Start-Up-Welt seitens der Industrie aufzeigten. Die Metropolregion Rhein-Ruhr lud zum Abschluss zu einem großen Empfang für alle Besucher der Messe und präsentierte sich als aufstrebender Innovationsstandort in Deutschland.

Facettenreiches Rahmenprogramm schafft Verbindungen

Nach dem Main Event auf dem Messegelände dauerte die EcoMotion noch zwei weitere Tage an. Das Shared Mobility Scale-Up GoTo.global lud zu einer beeindruckenden Ballonfahrt über den Dächern von Tel Aviv. Magility war mit etwa zwanzig weiteren geladenen Gästen dabei, als es um die Zusammenführung unterschiedlicher Mobilitätskonzepte ging. Auch KMPG, Ernst & Young und weitere Unternehmen luden zu Veranstaltungen. Am Abend kamen alle noch Anwesenden im Beach Club des Hilton Bay zusammen, um weiter Kontakte zu knüpfen. 

Investoren und Women in Mobility auf der EcoMotion

Am letzten Tag der EcoMotion Woche fand die Mobility Tech Conference des Finanzdienstleisters Jefferies im Ritz Carlton Tel Aviv statt. In einem Saal informierte ein neunstündiger Vortragsmarathon über aktuellste High-Tech Entwicklungen im Bereich Automotive. Währenddessen trafen sich auf der Terrasse und Lobby des Hotels Investoren mit Start-Ups zu Gesprächen über Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Die abschließende Veranstaltung widmete sich unter dem Motto ‘Women in Mobility’ einem Thema, das auch für die Automotive Branche deutlich an Relevanz gewonnen hat. Wie in anderen technologiegeprägten Branchen, zeigte die Frauenquote auf der EcoMotion, dass in diesem Bereich noch Potenziale liegen.  

Das nächste Event zum Thema New Mobility in Tel Aviv findet übrigens mit dem Smart Mobility Summit vom 28.-29. October 2019 statt. Ein Fokus der Veranstaltung wird auf Alternative Fuels liegen.

Was sind Ihre Gedanken zur Zukunft der Mobilität? Wo sehen Sie aktuell die größten Chancen und Herausforderungen für Ihr Unternehmen? Setzen Sie sich gerne mit unseren Experten zum Perspektivdialog in Verbindung.