CoreTigo - Anbieter von IO Link Wireless © CoreTigo

CoreTigo – kabellose Technologie für die Industrie 4.0

CoreTigo wurde 2017 als Startup gegründet und ist Kooperationspartner von Magility. CoreTigo bietet kabellose Kommunikationslösungen für die vernetzte Produktion an. In der fortschreitenden Integration der Industrie 4.0 müssen durch das Industrial-Internet-of-Things (IIoT) viele Sensoren, Aktuatoren, Maschinen und Roboter mit dem Produktionsnetzwerk verbunden werden. Die Innovationen von CoreTigo bieten hierfür zahlreiche Möglichkeiten, um die Operational Excellence  produzierender Betriebe zu erhöhen.

Vernetzter Betrieb schafft Effizienz und Durchblick

Wird die digitale Automatisierung in der Produktion umgesetzt, spricht man auch von Smart Manufacturing. Dabei kommen mehrere Technologien zur Anwendung: mobile robotics, flexible Produktionslinien und eine Überwachung der Prozesse in Echtzeit. Diese Technologien reduzieren Anlaufzeiten, und ermöglichen in neuer einfacher WEise Änderungen nach Kundenwunsch Qualitätsverbesserungen im laufenden Betrieb. 

Durch eine intelligente Auswertung der Produktionsdaten werden Ineffizienzen schnell ermittelt und können so unmittelbar behoben werden, woraus sich ergeben deutliche Wettbewerbsvorteile durch kürzere Standzeiten der Produktionsanlagen und Kosteneinsparungen ergeben.

CoreTigo gestaltet die Zukunft der Produktion

CoreTigo hat eine Plattform entwickelt, mit der eine Produktion in bisher nicht vorhandener Detailliertheit überwacht und gesteuert werden kann. Denn CoreTigo adressiert auch Produktionsabschnitte, die bisher noch nicht kabellos ans die digitale Plattform, auf der das  System läuft, angeschlossen werden konnten. Dadurch hebt CoreTigo den automatisierten Informationsaustausch zwischen Endgeräten in der Produktion auf das nächste Level. Denn die Wireless Solutions des israelischen Startups sind speziell für die komplexen Anforderungen des Produktionsumfelds entwickelt.

Drahtlose Kommunikation bietet viele Vorteile

Verkabelungen limitieren die Bewegungsfreiheit der Endeffektoren von Industrierobotern. Durch drahtlose Lösungen steigt etwa der Bewegungsspielraum eines Roboterarms, denn Kabelstränge sind umständlich zu verlegen und benötigen Platz. Außerdem sind Kabel anfällig für Schäden durch Verschleiß. Durch Reibung, drastische Temperaturschwankungen und mechanische Einflüsse können in Kabeln und Leitungen Kurzschlüsse oder Lecks entstehen. Die anschließend notwendigen Reparaturen kosten viel Zeit und Geld. Auch in sensiblen Produktionsumgebungen wie z.B. der Lebensmittelindustrie, tragen die wartungsarmen drahtlosen Lösungen dazu bei, die Verschmutzungsgefahr zu reduzieren und somit die Hygiene und Produktsicherheit zu erhöhen. 

CoreTigo setzt auf den Industriestandard IO-Link

Die Produkte von CoreTigo basieren auf dem bereits etablierten kabelgebundenen Industriestandard IO-Link. IO-Link ist eine weltweit normierte Kommunikationstechnologie  mit offenem Standard nach IEC 61131-9 und kompatibel mit jedem Feldbus, auch von bestehenden Maschinen und Anlagen. Der Standard wurde von einem branchenübergreifenden Firmenverbund entwickelt und vereint somit qualifiziertes Know-How und garantiert eine praxisorientierte Entwicklung des Produkts. Die kabellose Weiterentwicklung bietet noch mehr Vorteile als der kabelgebundene und ermöglicht die Realisierung von innovativen Konzepten, verkürzt Innbetriebnahmezeiten, erhöht die Produktivität, spart Kosten sowie Platz und erhöht die Möglichkeiten zur Selbstdiagnose für Predictive Maintenance. Die Produkte und Lösungen von CoreTigo funktionieren auf der Weiterentwicklung IO-Link Wireless und garantieren damit Industriequalität für betriebskritische Bereiche. Mit niedrigen Latenzen (1,6 Millisekunden) in der Übertragung von Daten, nahezu grenzenloser Skalierbarkeit, sehr hoher Betriebszuverlässigkeit und Kompatibilität ergibt sich ein hohes Anwendungspotenzial für zahlreiche Applikationen. IO-Link wird von Unternehmen wie ZF, MTU, Baumgarten Automotive, Nestle oder Frischpack verwendet.

Praxisbeispiel: CoreTigo modernisiert Fertigung von SKF

Jüngst hat CoreTigo eine Kooperation mit dem schwedischen Technologieanbieter SKF bekannt gegeben. SKF ist laut Unternehmensangaben spezialisiert auf Lagereinheiten, Dichtungen, Mechatronik, Dienstleistungen sowie Schmiersysteme und beschäftigt über 44.000 Mitarbeiter in über 130 Ländern. In einem französischen Lagerwerk von SKF installiert CoreTigo seine Wireless Solutions um ein fabrikweites Druckluftsystem zu verbessern. Dabei wird an jeden Durchflusssensor der Maschinen eine IO-Link Wireless Bridge angeschlossen. Die erhobenen Daten werden drahtlos an die CoreTigo Visualisierungssoftware TigoInsights weitergeleitet. Betriebs- und Durchflussdaten in Echtzeit erlauben eine Optimierung des energieaufwendigen Luftflusses und zeigen Störungen früher an als bisher. SKF rechnet durch die Anwendung der CoreTigo-Technologie mit einer Reduzierung des Energieverbrauchs, einer Verringerung der Bereitstellungskomplexität, einer Vereinfachung der Wartungsprozesse und einer deutlichen Senkung von unerwünschten Ausfallzeiten.

Wie stehen Sie zum Thema Wireless Solutions in Ihrer Produktion? Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf für einen fachlichen Austausch oder weiterführende Informationen über die Innovationen von CoreTigo.

 

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DEKRA kooperiert mit Argus Cyber Security

Die deutsche Prüfgesellschaft DEKRA erweitert zusammen mit dem israelischen Unternehmen Argus Cyber Security ihr Service-Angebot. Die bereits 1925 gegründete DEKRA gilt als einer der weltweit führenden Anbieter von Sicherheitsprüfungen in der Automobilindustrie. Das Startup Argus wurde 2013 in Tel-Aviv gegründet, ist seit 2017 Teil der Continental AG und entwickelt digitale Sicherheitsarchitekturen für den Bereich Automotive. Magility, strategischer Partner von DEKRA, ist langjähriger Partner von Argus Cyber Security und hat die beiden Firmen miteinander in Verbindung gebracht. 

DEKRA entwickelt sich zu einem Global Player

Mit über 45.000 Mitarbeitern in 60 Ländern und einem Umsatz von über 3,3 Milliarden Euro in 2018, ist die DEKRA weiterhin auf Wachstumskurs. Das traditionelle Kerngeschäft der DEKRA liegt in der Sicherheitszertifizierung von Kraftfahrzeugen und technischen Anlagen. Durch technologische Entwicklungen wie die Digitalisierung und das autonome Fahren, steigen die Komplexität und die Anforderungen an Prüfverfahren, um eine umfassende Sicherheit zu gewährleisten. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und um neue Geschäftsfelder nachhaltig zu erschließen, entwickelt und optimiert DEKRA kontinuierlich sein Dienstleistungsportfolio weiter. Die DEKRA hat in den vergangenen Jahren erfolgreich die Transformation hin zu einem Global Player durchlaufen und ist mit seinem Kompetenzspektrum ein führender herstellerunabhängiger Anbieter von Sicherheitslösungen in den Bereichen Industrie, Produkt und Arbeit. Das Unternehmen legt in seiner aktuellen strategischen Ausrichtung außerdem einen Schwerpunkt auf Sicherheitsfragen rund um vernetzte Mobilität, Konnektivität und Cyber Security.  

Argus Cyber Security löst die Probleme von morgen

Vor diesem Hintergrund ist die Partnerschaft zwischen DEKRA und Argus Cyber Security ein logischer Schritt. Denn Argus verfügt über innovative praxiserprobte Technologien und Methoden um digitalen Sicherheitslücken vorzubeugen, solche zu erkennen und zu vermeiden. Dazu gehören eine umfangreiche Schwachstellenanalyse und Risikobewertung von digitalen Systemen im vernetzten Fahrzeug. Des Weiteren simuliert Argus Cyber Attacken um die Standhaftigkeit von Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Im Verbund mit Argus erweitert DEKRA seine Expertise und Handlungsfähigkeit beim Thema Cyber Security und Datensicherheit. Denn in Zeiten von zunehmender Vernetzung der Fahrzeuge, wird Cyber Security ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheit. 

Datensicherheit im digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung schafft neben vielen Vorteilen auch neue Bedrohungsszenarien für die Automobilindustrie. Hackerangriffe auf einzelne Fahrzeuge oder die digitale Infrastruktur von Herstellern und Zulieferern können zu großen wirtschaftlichen Schäden führen und im Extremfall Menschenleben kosten. Um solchen Gefahren vorzubeugen sind wirksame präventive Sicherheitsmaßnahmen unverzichtbar. Exakte hochentwickelte Prüfverfahren sind eine notwendige Voraussetzung um das lückenlose Funktionieren einer Sicherheitsarchitektur sicher zu stellen und um strenge gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Der Megatrend Sicherheit erhält in Verbindung mit Vernetzung und Digitalisierung eine noch größere Relevanz als bisher.

DEKRA und Argus – das Beste aus zwei Welten

Die DEKRA versteht sich als internationale Expertenorganisation und erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Sicherheit der Zukunft. Um diesem Anspruch gerecht zu werden baut das Unternehmen zur Zeit bei Dresden Europas größtes unabhängiges Testgelände für autonome Fahrzeuge. Auf einer ehemaligen Rennstrecke entsteht ein Testzentrum für die nächste Generation der autonomen Mobilität. Neueste Technologien wie der kommende Mobilfunkstandard 5G werden dort im Zusammenspiel mit intelligenten Fahrerassistenzsystemen der nächsten Generation praxistauglich gemacht für die Serienreife. Dadurch beschleunigt DEKRA seinen Weg hin zum kundenorientierten Lösungsanbieter. Argus hat seinen Ursprung in der IT-Sicherheit und ist spezialisiert auf die Cyber Security von Fahrzeugsystemen sowie Datenschutz. Dadurch ergeben sich viele Schnittstellen, an denen DEKRA und Argus in Zukunft voneinander profitieren können und beide Unternehmen nähern sich weiter ihrer gemeinsamen Vision vom unfallfreien Fahren an.

Welche Rolle spielt Cyber Security in Ihrem Unternehmen? Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf für einen fachlichen Austausch über die aktuellen Entwicklungen zu diesem sensiblen Thema.

 

agritechnica 2019 Dr. Michael Mueller und Dr. Christa Hoffmann

Smart Farming, innovativ & digital – Magility auf der Agritechnica

Vom 10.-16. November 2019 fand in diesem Jahr die Agritechnica in Hannover statt. Mit über 2800 Ausstellern aus 51 Ländern, und in den vergangenen Jahren konstant hohen Besucherzahlen – um 450.000 – aus 130 Ländern hat sich die Agritechnica als die Weltleitmesse für Landtechnik etabliert. Bereits seit 1887 organisiert die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Fachausstellungen in der Land- und Ernährungswirtschaft. Seit Mitte der 1980er Jahre werden unter dem Namen Agritechnica turnusmäßig alle 2 Jahre die neuesten Innovationen in der Agrartechnik vorgestellt. Passend zum diesjährigen Leitthema “Global Farming – Local Responsibility” zeigten die Aussteller Produkte mit zunehmender Automatisierung, Digitalisierung und weiteren innovativen Lösungen für eine lokale und nachhaltigere Produktion. Neben (teil-)elektrischen Antrieben für Traktoren zeigt sich dies vor allem in Sensormodulen für das Precision Farming. Konnektivität ist ein sichtbarer Trend im Sektor. 

 

Innovation Award Agritechnica 2019

 

Auch in diesem Jahr wurden wieder die besten Innovationen mit dem Innovation Award Agritechnica ausgezeichnet. Insgesamt hatte die Fachjury über 291 Einreichungen von 148 Unternehmen aus 24 Ländern zu entscheiden. Immerhin 39 Innovationen durften sich am Ende über eine Silbermedaille freuen. Neben Innovationen in der Konstruktion der Maschinen nimmt das Thema Digitalisierung (Digitale Systeme und IT) auch in der Agrartechnik einen festen Platz ein. Die meisten eingereichten Innovationen (über 70) kamen in diesem Jahr aus diesem Bereich. Vier davon wurden mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. 

Agritechnica 2019 © magility GmbH

© magility GmbH

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), stellte in ihrer Rede auf dem diesjährigen Max-Eyth Abend am 11.11.2019 heraus, dass Deutschland führend bei moderner Landtechnik ist und das dies auch im digitalen Zeitalter so bleiben soll. Ihrer Meinung nach hilft die Digitalisierung, Zielkonflikte zwischen Umwelt- und Naturschutz sowie Produktivität zu lösen. Ein weiterer Meilenstein in der Digitalisierung der Landwirtschaft werden daher die vom BMEL mit insgesamt 50 Millionen Euro geförderten digitalen Experimentierfelder sein. Ausgezeichnet mit der einzigen Goldmedaille wurden die Firmen John Deere Walldorf GmbH & Co KG und der belgische Hersteller JOSKIN S.A. für ihre Gemeinschaftsentwicklung, ein eAutoPower Getriebe und intelligentes e8WD System. Es ist das erste elektrisch-mechanische leistungsverzweigte Getriebe in der Landtechnik. Durch den Einsatz von zwei E-Maschinen kann nicht nur der Fahrantrieb gewährleistet werden, sondern zusätzlich bis zu 100 kW elektrische Leistung für externe Verbraucher. Demonstriert wurde dies anhand der Elektrifizierung von zwei Achsen des angehängten Tridem-Güllefasses. 

 

Start-ups auf der Agritechnica – das AgrifutureLab 

 

Treffpunkt der internationalen, landtechnischen Start-up-Szene war in diesem Jahr das  DLG-AgrifutureLab in Pavillion 11. Etwa 40 junge Unternehmen präsentierten dort ihre Lösungsvorschläge für zukünftige Herausforderungen in der Landtechnik und zeigen damit auch, wo die Trends hingehen. 3D-Druck, Agrarsoftware, Künstliche Intelligenz (AI), Big Data Analysen, Bildanalyse, Blockchain-Technologie, Cloud Dienste, Data Exchange, Drohnenfotografie, Pflanzenphänotypisierung, Pflanzenstress-Erkennung, Precision Farming, Robotik-Systeme, Sensortechnik und Vernetzung von Pflanzen sind nur einige Beispiele mit denen die Start-ups beim Fachpublikum und potenziellen Kunden oder Investoren punkten wollten. 

Agritechnica 2019 © magility GmbH

© magility GmbH

Auch große Landtechnikfirmen investieren zunehmend in Start-ups, u.a. um sich Zugang zu Kompetenzen in wichtigen Zukunftsthemen zu verschaffen. So erwarb beispielsweise das Unternehmen John Deere im Jahre 2017 das Silicon-Valley Start-Up Blue River Technology für 305 Mio.US$ und kaufte sich damit Kompetenzen im Bereich Onboard-Kameras inklusive Machine-Learning-Software ein. Dabei handelt es sich um eine Technologie, welche selbstständig zwischen Nutzpflanzen und Gräsern differenziert. Damit gekoppelte, automatisierte Sprühgeräte sind gleichzeitig in der Lage das Unkraut zu vernichten. Neben diesem immer präziseren und pflanzenindividuellen  Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln im Bestand, erlebt im Zuge der Diskussionen um ein Verbot von Mitteln wie Glyphosat in der EU die mechanische Unkrautvernichtung eine Renaissance bei den Landtechnikherstellern.

 

Smart, Smarter – Smart Farming 

 

Die anhaltende Automatisierung und Digitalisierung sowie der Einsatz von KI lassen die Bewirtschaftung der Felder zukünftig noch smarter werden. Sensoren für eine präzise, individuelle Feldbearbeitung steuern mittlerweile jeden Bearbeitungsschritt; ein Beispiel sind Bodenfeuchtesensoren für eine präzise Ablage von Saatgut unter individuellen Bodenbedingungen (z.B. SmartDepth der Firma Precision Planting LLC), um bereits bei der Aussaat die besten Voraussetzungen für das spätere Erntegut zu schaffen. Einsähtiefe und Ausrichtung der Körner entscheiden bereits hier über den späteren Ertrag.

© magility GmbH

© magility GmbH

 

In einigen Anbaukulturen lassen sich bestimmte Arbeitsschritte bereits gänzlich automatisieren. Autonom fahrende und zunehmend praxistaugliche Maschinen sind daher auch auf der Agritechnica ein anhaltender Trend. Neben autonom fahrenden Traktoren bieten autonome Roboter mit KI Unterstützung, beispielsweise zur präzisen Unkrautbekämpfung – zu nennen wäre hier der Dino der Firma Naïo Technologies – gerade in Sonderkulturen wie z.B. Salat große Vorteile. Vor allem im Hinblick auf die Reduzierung kraftaufwendiger Handarbeit  wird hier großer Mehrwert generiert. 

 

 

Auch die Unterstützung aus der Luft mittels Drohneneinsatz bleibt ein Thema. John Deere stellte dazu auf der Agritechnica in seiner Future Innovation Zone die Velodrone vor, eine Kooperation mit dem Unternehmen Volocopter. Die Drohne hat einen Durchmesser von 9,2 m, wird von 18 Rotoren angetrieben und ermöglicht eine Zuladung von 200 kg. Die mit zwei Tanks mit Pflanzenschutzmittel bestückte Drohne verspricht eine Flächenleistung von 6 ha pro Stunde. Ob sich die Maschine bei einer derzeitigen maximalen Flugzeit von 30 min bewährt, wird sich zeigen müssen.

Trend zu E-Antrieben auf dem Acker 

 

Nach wie vor ist die Elektrifizierung der Maschinen im Hinblick auf eine ressourcenschonende Landwirtschaft ein großes Thema, wie auch die Verleihung der Goldmedaille für ein elektrifiziertes Getriebe auf der diesjährigen Agritechnica zeigt. Durch die zu erbringenden höheren Leistungen der Motoren ist dies in der Agrarwirtschaft ein deutlich schwierigeres Unterfangen als in der Automobilindustrie. Trotzdem entwickeln neben der Firma Steyr (Zukunftskonzept Hybrid) auch Zulieferfirmen wie ZF Systeme zur Elektrifizierung von Traktoren. Erst im vergangenen Jahr stellte die Firma John Deere in einer Konzeptstudie einen über 400 PS starken Elektro-Traktor vor, der über ein Kabel mit Strom versorgt wird, um die bestehenden Limitierungen einer Elektrifizierung über Batterie zu umgehen. 

Können die derzeit noch bestehenden technischen Begrenzungen, v.a. der Batterie, überwunden werden, ist die Landwirtschaft grundsätzlich prädestiniert für elektrische Antriebssysteme, da sie häufig elektrische Energie mit eigenen Photovoltaik- oder Biogasanlagen erzeugt. Eine Elektrifizierung der Maschinen könnte den Eigenverbrauch deutlich steigern. 

 

 

Konnektivität ist Treiber für vernetzte Agrartechnik

 

Drei große Trends in der Agrartechnik lassen sich aus den dargestellten Entwicklungen ableiten. Unter dem Dach einer nachhaltigeren Landwirtschaft sind dies zum einen die zunehmende Sensor- und Kameratechnik, zweitens die autonomen Systeme und Roboter und drittens das Massendatenmanagement inklusive Künstlicher Intelligenz im Hintergrund. Verknüpft ist dies alles durch den Megatrend der Konnektivität. Um diese einzelnen Entwicklungen zu vereinen, zeigen sich auch auf der Agritechnica vermehrt Initiativen, die den Datenaustausch zwischen Maschinen oder Komponenten auch unterschiedlicher Hersteller und teils unterschiedlichster Formate vereinfachen sollen. Ein Beispiel ist das Konzept DataConnect das den cloudbasierten Datenaustausch zwischen u.a. Claas- und John Deere- und CNH Industrial- Maschinen gewährleisten soll. 

Agritechnica 2019 © magility GmbH

Agritechnica 2019 © magility GmbH

Auch die agrarwissenschaftliche Forschung hat die Notwendigkeit der Konnektivität erkannt und fördert mit gut 12 Millionen Euro das EU Projekt Agricultural Interoperability and Analysis System (ATLAS) zum Aufbau einer herstellerunabhängigen Datenplattform, zur flexiblen Nutzung aller Maschinen- und Sensorsysteme sowie Datenanalysetools. Auf der einen Seite ergeben sich dadurch erhebliche Vorteile durch Entscheidungsunterstützung für die Landwirte bzw. die Feldbearbeiter, was einen wesentlichen Teil von smart farming ausmacht. Auf der anderen Seite geben die Hersteller dadurch zunehmend einen Teil ihrer Datenhoheit zugunsten eines zufriedenen Kunden auf.

 

Kirchheim unter Teck – magility in der Wiege der Landtechnik

 

Max Eyth, Dichter, aber vor allem Ingenieur und Pionier der modernen Landtechnik wurde 1836 in Kirchheim unter Teck, nur unweit des Firmensitzes von magility geboren. 1885 gründete Max Eyth die DLG, die er bis zum Jahre 1896 leitete. Die Firma magility, mit Firmensitz im Heimatort von Max Eyth, verbindet daher eine besondere Beziehung zur Landtechnik. 

Agritechnica 2019 © magility GmbH

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Wir von magility beobachten schon seit Jahren die Entwicklungen in der Agrartechnik und sehen viele Parallelitäten zur Automobilbranche. Einige der technologischen Innovationen der vergangenen Jahre in der Agrartechnik, sei es der E-Antrieb oder die Konnektivität, finden wir in ähnlichen Ausprägungen auch im Automobilbau. So verwundert es nicht, dass beispielsweise die Innovation der diesjährigen Silbermedaillengewinner NEVONEX, eine offene sensoren- und herstellerunabhängige Datenplattform, auf einer zuverlässigen und gegen Angriffe geschützten Technologie mit End-to-End Verschlüsselung aus der Automobilindustrie basiert. 

 

 

Nehmen Sie gerne mit unseren Experten Kontakt auf für einen fachlichen Austausch.

Zur Autorin: 

Christa Hoffmann, unsere magility Expertin zum Thema AgTech, ist studierte und promovierte Agraringenieurin. Seit 13 Jahren beschäftigt sie sich in unterschiedlichen Rollen mit der Digitalisierung in der Land- und Ernährungswirtschaft. Neben diversen Veröffentlichungen zu dem Thema, engagiert sie sich ehrenamtlich im Beirat der Gesellschaft für Informatik in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (GIL) und ist Gastdozentin an der Universität Hohenheim im Fachgebiet Agrarinformatik.

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Magility Partner OptimalPlus geht Kooperation mit ZF ein

Der Automotive-Technologiekonzern ZF Friedrichshafen AG geht eine strategische Partnerschaft mit dem israelischen Unternehmen OptimalPlus ein. OptimalPlus entwickelt innovative Software im Bereich Analytics & Lifecycle Management. ZF erweitert durch die Kooperation sein globales Technologienetzwerk und OptimalPlus soll dabei unterstützen, die Prozesse im operativen Werksmanagement von ZF zu optimieren.

 

Mit KI und Big Data gestaltet OptimalPlus die Zukunft der Produktion

Die Integration der vernetzten Industrie 4.0 schreitet voran, und die Analyse von großen Datenmengen wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor für produzierende Unternehmen. Durch das Internet-of-Things werden betriebliche Prozesse zentral in Echtzeit steuerbar. Jeder Arbeitsschritt wird dabei aufgezeichnet, indem zahlreiche Sensoren stets aktuelle Daten an ein zentrales, oft cloud-basiertes System, senden. Dadurch entsteht ein digitales Abbild aller Produktionsprozesse. Um die anfallenden Daten schnell und exakt analysieren zu können, sind umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data unerlässlich. OptimalPlus hat eigene innovative Lösungen in diesem Bereich entwickelt, von denen ZF künftig profitieren will.

 

Product Lifecycle Management als Wettbewerbsfaktor

Ein intelligentes und effizientes datengetriebenes Product Lifecycle Management (PLM) ist in Zeiten von hohem Innovationsdruck und rasant fortschreitender technologischer Entwicklung ein bedeutender Wettbewerbsfaktor. Trotz kürzer werdender Innovationszyklen, steigt der Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit neuer Produkte. Neben hohen Erwartungen der Kunden lassen auch höchste Sicherheitsanforderungen, wie sie beispielsweise im Automotive-Bereich bestehen, keinen Spielraum für unausgereifte Produkte. Um die branchenübergreifende Vision vom unfallfreien Fahren zu realisieren, ist eine fehlerfreie Analyse von Testdaten unabdingbar. Die Softwareprodukte von OptimalPlus gewährleisten eine exakte Produktanalyse noch während des global verteilten Herstellungsprozesses, und sind dadurch ein nachhaltiger Schritt in die Zukunft des PLM.

 

Daten verstehen anstatt sie nur zu erheben

Damit technologische Produkte und Lösungen heutzutage die Anforderungen des Marktes treffen wird der Kunde schon in der Designphase am Entwicklungsprozess beteiligt und digital erstellte Prototypen werden frühzeitig auf die Erfüllung der vom Kunden und Gesetzgeber definierten Anforderungen getestet. Durch dieses Vorgehen entsteht ein digitales Sicherheitsnetz, mittels dessen Folgekosten durch Produktionsfehler und Risiken für Endkunden maximal reduziert werden können. Um Schwachstellen und Verbesserungspotenziale im PLM zu erkennen, bedarf es innovativer Lösungen auf dem Gebiet der engmaschigen Datenanalyse. In der Smart Factory sind schnelle Anpassungen während des Entwicklungs- und Produktionsprozesses zeitnah umsetzbar. OptimalPlus schafft hierfür mit seinen Datenmodellen und seiner data lake strategy die technologischen Voraussetzungen. 

 

Kunden schätzen Detailtreue und Usability von OptimalPlus

Ein besonderer Vorteil der Analyse-Software von OptimalPlus ist die Detailtreue der Datenerhebung. Besonders fein aufgebaute elektronische Bauteile, wie etwa Halbleiter, können während der gesamten Wertschöpfungskette akribisch auf ihre korrekte Funktionsweise hin überwacht werden. Neben ZF setzen auch namhafte Kunden aus der Elektronikindustrie wie AMD, Samsung, Foxconn oder Amazon bereits auf Anwendungen von OptimalPlus wie z.B. deren benutzerfreundliches Dashboard “Platform+”. Durch gesteigerte Datenzuverlässigkeit und Datendichte bieten die auf KI und Machine Learning basierenden Softwarelösungen von OptimalPlus viele Vorteile. Dazu gehören eine signifikante Verringerung von Fehlerquoten bei Bauteilen, eine höhere Zuverlässigkeit von Produkten, eine gesteigerte Kosteneffizienz in der Produktion sowie eine stark verkürzte Produkteinführungszeit (Time-to-Market).

Wir von magility unterstützen OptimalPlus und andere Unternehmen sowie Startups bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und bei der Erschließung neuer Märkte. Haben Sie sich bereits über die neuesten Innovationen im Bereich digitale Produktionssteuerung für Ihr Unternehmen informiert? Nehmen Sie gerne Kontakt zu unseren magility-Beratern für einen inspirierenden und fachlichen Austausch auf.

IREN

Das IREN East African Tech Centre verhilft Startups zum Erfolg

Das Startup-Ökosystem in Afrika entwickelt sich Stück für Stück zu einem Innovationstreiber in einem riesigen Wachstumsmarkt. Neben Hotspots in Südafrika, Nigeria und Ägypten, finden besonders in Ostafrika mit dem Fokus Kenia interessante Entwicklungen statt. 2018 wurden in Kenia 348 Millionen US-$ in Startups investiert, das ist afrikanischer Spitzenwert und entspricht einer Erhöhung von 136% im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen IREN mit Sitz in Nairobi fungiert dort als Think Tank zur Förderung der lokalen Startup-Kultur. Es betreibt eigene Accelerator Programme zur Unterstützung der Geschäftsentwicklung ausgewählter Startups. Ein weiteres Geschäftsmodell von IREN ist die Entwicklung von eigenen Apps für Smartphones. IREN ist neuerdings auch Kooperationspartner von magility.

Differenzierte Ansätze und großes Potenzial 

IREN fokussiert sich auf Verbesserungspotentiale in den afrikanischen Wertschöpfungsketten und schafft mit innovativen Ansätzen funktionierende Prozesse. Daraus ergeben sich viele unterschiedliche Geschäftsmodelle, die den Investitionsstandort Afrika stärken sowie durch die Schaffung von Jobs und die damit einhergehenden Chancen zur Selbstständigkeit das tägliche Leben der lokalen Bevölkerung erleichtern. Hierzu ist IREN neben seiner Funktion als Think Tank auch als Startup-Inkubator und Unternehmensberatung tätig. Um die eigenen unternehmerischen Ziele und eine nachhaltig positive Entwicklung der Gesellschaft (Social Impact) zu erreichen, hat IREN in den letzten Jahren durch aktive Kooperationen ein großes Netzwerk aufgebaut. Neben 23 meist afrikanischen Universitäten zählen dazu KPMG East Africa, USAID (United States Agency for International Development), die Friedrich Naumann Stiftung und die Toyota Academy.  

Mobile Lösungen für Wachstumsmärkte

Nach Angaben von IREN haben 90% aller Kenianer ein Mobil- oder Smartphone und etwa 75% ein mobiles Bankkonto. Der mit 32,6% größte Anteil an Investitionen in afrikanische Startups fließt in junge FinTech Unternehmen. 30% des gesamten Investitionsvolumens von 348 Millionen US-$ entfallen auf Startups im Bereich Unternehmenssoftware, und 17% wird in innovative Lösungen im Off-Grid Bereich investiert. IREN setzt auf mobile digitale Lösungen und hat dafür die App Growthpad entwickelt. Growthpad fungiert als Plattform zur Vermittlung von Dienstleistungen und Handelsgütern. Auf einem digitalen Marktplatz werden Angebot und Nachfrage in sechs ostafrikanischen Ländern übersichtlich kanalisiert. Dadurch wird eine Infrastruktur für geschäftliche Transaktionen aufgebaut, die gerade in den ländlichen Gegenden Afrikas oft noch nicht vorhanden ist. Für Konsumenten erhöht sich dadurch signifikant das Angebot an Waren und Dienstleistungen. Für die Anbieter vergrößert sich die Reichweite zu potentiellen Kunden, die bisher noch nicht an Marktstrukturen angeschlossen waren. IREN verdient dabei an einer kleinen vom Nutzer der Plattform zu zahlenden Transaktionsgebühr. Auf diese Weise entstehen durch Skaleneffekte gewinnbringende Umsätze, und zusätzlich wird das tägliche Leben von tausenden Nutzern materiell verbessert.

Das IREN East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre

Die Growthpad App verhilft IREN zur Ausweitung des eigenen Geschäftsmodells und hat für junge Gründer eine Vorbildfunktion. IREN engagiert sich intensiv für den Ausbau einer Gründerkultur und schafft aktuell die hierfür notwendige Infrastruktur, um die Entwicklung von dutzenden Startups zu fördern. Dafür errichtet IREN aktuell das East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre (ETIC) im kenianischen Kisumu. Auf acht Hektar Fläche entsteht für 30 Millionen Euro ein komplett neuer Komplex, der Startups zur Verfügung stehen wird. Im ETIC betreuen erfahrene Experten Gründer. Sie sollen Zugang zu räumlicher Infrastruktur wie Co-Working-Spaces mit schnellem Internet und auch zu technischer Infrastruktur für den Bau von Prototypen bekommen. Ziel ist es, dass die Gründer Innovationen entwickeln und Geschäftsmodelle testen können. Außerdem  sollen sie von den Experten bei der Suche nach Investoren sowie dem Markteintritt begleitet werden. Auf dem campusartigen Gelände sollen neben Inkubator- und Accelerator-Programmen auch Workshops für Schüler und Studenten stattfinden. Durch eine enge Verzahnung mit staatlichen Strukturen und internationalen Förderern wird so eine noch höhere Reichweite und Akzeptanz dieser Gründerkultur als in der Vergangenheit angestrebt.

Vielfältigkeit und Partnerprogramme zur richtigen Zeit

Nach 17 Jahren Vorbereitungszeit haben sich dieses Jahr 54 von 55 afrikanischen Ländern zur größten Freihandelszone der Welt zusammengeschlossen: der AfCFTA. 1,2 Milliarden Menschen profitieren zukünftig von einem gemeinsamen rechtlichen Rahmen für den intrakontinentalen Handel. Experten erwarten dadurch einen Anstieg des innerafrikanischen Handelsvolumens um 60% bis 2022. Von diesem Wachstum möchte auch IREN mit seinem ETIC profitieren. Internationale Programme für Startups sowie von IREN veranstaltete Messen für Gründer und Technologieanbieter sollen die Attraktivität des Business-Standorts Kenia erhöhen. Kooperationen mit anderen Tech Hubs, internationalen Organisationen und Wirtschaftsministerien verschiedener Staaten tragen dazu bei, ein Innovation Centre mit großem Output zu realisieren. Erfolgreiche digitale Produkte stärken das afrikanische Startup-Ökosystem, schaffen nachhaltige Jobs für den hochqualifizierten Nachwuchs, der aus den Universitäten strömt, und sollen das Leben von vielen Millionen Menschen verbessern.

Haben Sie sich bereits Gedanken zu digitalen Geschäftsmodellen in Afrika gemacht oder sind interessiert an einer Kooperation mit dem East Africa Enterprise, Tech and Innovation Centre? Melden Sie sich gerne bei magility, um weitere Informationen zu erhalten.