Daimler arbeitet an neuer Unternehmenskultur und denkt dabei an die Zukunft. Foto: magility

Daimler arbeitet an neuer Unternehmenskultur – Agil wie ein Start-up

So kennt man die Arbeitsweise von Daimler: wohlorganisiert, solide und zuverlässig. Doch in Stuttgart arbeitet man gerade an neuen Strategien. Mehr Schnelligkeit und Flexibilität, mehr Risikofreude und unkonventionelle Ideen, frischer Wind, wie man ihn aus Start-ups kennt soll nun im Traditionsunternehmen wehen. Das ließ Vorstandsmitglied Wilfried Porth im Interview mit der Stuttgarter Zeitung verlauten. Schon länger ist Daimler dabei an der Unternehmenskultur zu arbeiten und neue Schritte im Prozess der Digitalisierung zu gehen. Unter dem Motto Leadership 2020 sollen Geschäftsmodelle und Konzernstrukturen konsequenter digital ausgerichtet werden. Eine Maßnahme lautet Schwarmorganisation. Mit der Organisation in Schwärmen will Daimler langfristig Mitarbeiter über Abteilungsgrenzen hinweg miteinander verknüpfen und die internen Strukturen dynamischer gestalten. Konzernchef Dieter Zetsche will Daimler agiler, wandlungsfähiger und entscheidungsfreudiger machen, um auch in Zukunft an der Spitze mitzuspielen.

Was bedeutet die Organisation in Schwärmen

Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG arbeitet gerade am Umbau des Konzerns und damit einhergehend an vielen Neuerungen. Um mit der Digitalisierung Schritt zu halten verpasst Zetsche dem Konzern neue Strukturen. Schwarmorganisation ist das Stichwort und bedeutet, dass Mitarbeitende interdisziplinär zusammenarbeiten ohne dass sie in strikte Hierarchien eingebunden sind. Die Teams sind autonom vernetzt und agieren über Abteilungsgrenzen hinweg. Dies soll kein kurzfristiges Projekt sein sondern dauerhaft in die Unternehmenskultur übergehen. Dieses Arbeitsmodell kennt man aktuell bereits in Start-ups, jungen Unternehmen, denen es durch flache Hierarchien möglich ist, schnell und flexibel zu arbeiten. Dies ist die Voraussetzung um Innovationen zu entwickeln. Erklärtes Ziel ist es, innerhalb weniger Monate 20 Prozent der Mitarbeitenden auf eine Schwarmorganisation umzustellen.

Unternehmenskultur 2020 – Mitarbeitende mehr einbinden

Mit der Schwarmorganisation geht auch einher, dass Mitarbeiter stärker in Entscheidungen eingebunden werden. Porth spricht hier von einer Kulturveränderung. Künftig sollen Mitarbeiter mehr Verantwortung bekommen um den Führungskräften zu ermöglichen Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Als erste Maßnahmen hin zur neuen Unternehmenskultur nennt er den Abbau von Bürokratie „indem bei Genehmigungen zum Beispiel nur noch zwei statt sechs Unterschriften verlangt und höhere Wertgrenzen gesetzt werden.“ So definiert Porth die sichtbaren Zeichen in der Stuttgarter Zeitung.

„Case“ – Die Themen der Zukunft

Die großen Themen der Zukunft hat Daimler unter dem Begriff „Case“ zusammengefasst. Dieser steht „für die strategischen Zukunftsfelder Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared) und elektrische Antriebe (Electric), die Mercedes-Benz Cars konsequent vorantreibt und intelligent verbindet“, wie auf dem Daimler Blog zu lesen ist. Daimler will in allen vier Feldern eine führende Position einnehmen. Das Projekt soll zudem eventuell in eine Tochtergesellschaft umgewandelt werden. Etwa drei bis vier Prozent der in Schwärmen organisierten Mitarbeiter sollen in diesem Bereich beschäftigt sein. Denn gerade was die Zukunft der Mobilität angeht soll die Schwarmorganisation neue Impulse bringen. Aber es bedarf auch anderer Schritte: neben der Umgestaltung der Organisation hat Daimler auch hunderte zusätzliche Programmierer eingestellt, die sich um die digitalen Produkte kümmern.

Vergütung und Boni: Feedback-Kultur

Auch bei der erfolgsabhängigen Vergütung gibt er Neuerungen. Der Bonus soll sich künftig mehr am Unternehmenserfolg orientieren. ”Wenn das Unternehmen keinen Erfolg hat, dann nützt uns die Diskussion über die persönliche Zielerreichung nichts. Unser Ziel ist es, die Feedback-Kultur zu stärken. Wir wollen hinterfragen, wie jemand seine Ziele erreicht, und die Kooperation der Führungskräfte fördern“, so Porth gegenüber der SZ. Wie die Umsetzung im Detail aussieht steht aber noch nicht fest.

Pionierarbeit in Sachen Mobilität

Als Pionier hat Mercedes angefangen. Und besinnt sich immer wieder darauf zurück. Mit Leadership 2020 möchte Daimler die neue Führungs- und Unternehmenskultur im ganzen Konzern umsetzten: „Wir werden eine sehr große Organisation sein, die flexibel und wandlungsfähig ist, immer auf der Höhe der Zeit und bereit, Pionierarbeit zu leisten, Schrittmacher zu sein“, äußerte Zetsche kürzlich gegenüber der F.A.Z. Inspiration holt er sich im Silicon Valley: „Wenn man sich im Silicon Valley aufhält, merkt man, dass dort jeder überzeugt ist, dass seine Idee die Welt grundlegend verbessern wird. Da mag manches Überschätzung sein. Aber in vielen Fällen entstehen daraus Energie und Mut, große Ziele anzupacken. Man kann davon lernen. Und wir haben davon gelernt.“

Wir von magility beobachten gespannt den Wandel der Unternehmenskultur bei Daimler und freuen uns über die Stichworte, die auch uns jeden Tag motivieren: Agilität, Wandlungsfähigkeit und Entscheidungsfreudigkeit!

Sharing Economy als neuer Markt der Automobilindustrie. Foto: magility

Sharing Economy in der Automobilindustrie – Neue Geschäftsmodelle

Carsharing, Car2go, Uber, Lyft, Zipcar – nur einige der bekanntesten Namen innerhalb der Sharing Economy in der Automobilindustrie. Im Silicon Valley und anderen Brutstätten des digitalen Wandels werden immer mehr Geschäftsmodelle entwickelt, die auf der Idee der Sharing Economy basieren. Der Konsument besitzt eine Ressource also nicht mehr sondern nutzt sie, indem er sie teilt. Auch in der Automobilindustrie sorgt dies für Aufregung, vor allem weil einige Unternehmen bewiesen haben, dass sich damit auch viel Geld verdienen lässt.

„Wirtschaft des Teilens“

Sharing Economy ist ein Modell das auf dem Teilen von nicht voll ausgelasteten Gütern inklusive Platz, Fähigkeiten und physischen Gegenständen für monetären oder nichtmonetären Nutzen basiert. Firmen, Geschäftsmodelle, Plattformen und Communities ermöglichen es, Ressourcen effektiver zu nutzen. Dies sorgt auch in der Automobilbranche für Debatten. Denn soziale und digitale Medien, Apps und Smartphones ändern die Art, wie Konsumenten leben, arbeiten und reisen aber als Konsequenz auch, wie Unternehmen funktionieren. Die Vernetzung ermöglicht Flexibilität und Schnelligkeit und der Konsument hat sich schnell an die Vorzüge daraus gewöhnt. Eine vernetzte Mobilität ist längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Und die Zahlen sprechen für sich. Jeder zweite Deutsche nutzt die Sharing Economy.

Die Geschäftsmodelle der Sharing Economy

Neben dem klassischen Carsharing, das im urbanen Raum seit Jahren wächst gibt es ein riesiges Angebot an Unternehmen, die in die Nische drängen und oft Plattformen zum effektiven „Sharen“ entwickeln. Das prominenteste Beispiel und relevant für die Automobilindustrie, ist sicher Uber. Die App ermöglicht es mit nur einem Fingertipp ein Taxi zu rufen und verbindet so den Kunden in kürzester Zeit mit dem Fahrer eines passenden Autos. Laut Financial Times zählt das Start-up zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen der letzten Jahre. Gleichzeitig befindet sich Uber seit langem im Rechtsstreit und in Deutschland werden über Uber nur Taxifahrten vermittelt. Ähnliche Geschäftsmodelle schießen gerade aus dem Boden. Gründe für den Erfolg das Geschäftsmodells sind Zeitersparnis, geringe Kosten, Zweckmäßigkeit, Sicherheit, Flexibilität, Verfügbarkeit und mobile Zahlungsmethoden.

„Due to the recent economic recession, people are not buying as many cars as they used to because they are realizing that it is more economical to rent a car rather than owning one. And given that owning a car is the second biggest expense most people have, people are more likely to move to a more economical alternative than owning a car. It is estimated that by 2021 around 1.2 million in car sales will have been lost due to the rise of car sharing services“ schreibt Fatmir Hyseni in deinem Artikel The Impact of the Sharing Economy on the Automotive Industry.

 

Die Zukunft der Sharing Economy

Autos teilen in ohnehin überfüllten Großstädten, Autofahrten gemeinsam durchführen, ungenutzte Parkplätze an Suchende vermitteln – und das alles schnell und einfach mit wenigen Klicks auf dem Smartphone. „Die Shared Economy ermöglicht es, neue Konsumenten anzusprechen. Vor allem im urbanen Raum. Die Automobilindustrie muss nun noch mehr über diese Konsumenten und ihr Verhalten erfahren um ihnen optimale Lösungen zu bieten“, kommentiert Dr. Michael Müller, Geschäftsführer von Magility GmbH & Co. KG. Die Shared Economy bedeutet einen Umbruch in der Automobilbranche und vor allem die Chance, den bereits bestehenden Markt durch neue Services, Angebote und Erweiterungen in und ums Auto erweitern.