Gastbeitrag: wie agil muss das HR der Zukunft sein?

 

Dr. Michael W. Müller, Geschäftsführender Partner der Magility GmbH & Co. KG verfasste einen aktuellen Gastbeitrag im gerade neu erschienenen Buch “HR 2020 – Personalmanagement der Zukunft”. Aufgrund aktueller Forschungsergebnisse zu zukünftigen Herausforderungen des HR verdeutlichen die Autoren Prof. Dr. Benedikt Hackl und Fabiola Gerpott die Notwendigkeit eines radikalen Umdenkens im deutschen Personalwesen, damit sich dieses wieder auf die wesentlichen Parameter guter Personalarbeit konzentrieren kann.

Dr. Michael W. Müller ist seit 2014 geschäftsführender Partner der Magility GmbH & Co.  KG. Er  ist promovierter Ingenieur und hat in München, Hannover und Wien studiert. Dr.  Müller war 10  Jahre lang in der Pkw-Entwicklung von Mercedes-Benz tätig, arbeitete 4  Jahre in der Daimler-  Zentrale im Bereich Executive Management Development und  führte  12 Jahre lang die  Mercedes-  Benz Technology als Geschäftsführer. Seit 1978  beschäftigt er  sich mit den Themen  Führung, Mensch und Organisation. Seine  Schwerpunkte sind hierbei  die Gestaltung neuer,  agiler und internationaler  Geschäftsmodelle, Kompetenz-    Management, Knowledge-Management, innovative  Produkt- und Prozesstechnologien, agile  Entwicklungs- und Produktionsprozesse sowie  Transformationsmanagement. Er unterrichtet an mehreren Hochschulen und ist Mitglied in Gremien verschiedener Verbände.

Dr. Müller befasst sich in diesem Beitrag im Schwerpunkt mit der Frage welche Maßnahmen Produktentwickler für das HR Management ergreifen müssen damit das HRM nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden soll. Zudem beleuchtete er die Aufgaben und Rollen des HR der Zukunft.

Demnach ist HR heute häufig noch nicht Teil der zentralen Unternehmensstrategie. Um jedoch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben zu können muss das HR agil werden, denn motivierte und entsprechend geeignete Mitarbeitende werden zunehmend immer knapper. Der HR-Bereich soll die organisatorischen und prozessualen Rahmenbedingungen für optimales Personalmanagement schaffen. Dabei muss er sich an neue Rahmenbedingungen flexibel anpassen und entsprechend der Marktdynamik zügig und agil reagieren. Hochagile Firmen der Economy 5.0 wie z.B. Google haben heute schon die zunehmende integrative Rolle des HR erkannt. Denn dieser ist Verantwortungsträger für die nachhaltige Gestaltung von Unternehmensveränderungen durch ganzheitliche Kompetenztransformation. Dazu muss das HR Change-Initiativen und Projekte beherrschen, die Organisation und Abläufe optimieren, Führung gestalten und Mitarbeitende befähigen.

Das Aufgabenfeld des HR Managements in 2020 wird im Schwerpunkt folgende Themen beinhalten: Entwicklung und Implementierung von agilen Business Models, Gestaltung und Einführung von auf Menschen fokussierte Führungs- und Steuerungssysteme, Innovationsmanagement für Treibertechnologien, Steuerung von betrieblichen und unternehmensübergreifenden Kompetenz-Portfolios, strategische internationale Personalentwicklung, Management der Organisaitons- und Prozessentwicklung sowie Steuerung des Transformations-Managements. Somit wird der HR Bereich zentraler Teil des Managements und das Personalmanagement eine zentrale Schlüsselaufgabe des gesamten Top-Management Teams.

So verändert sich der HR-Bereich zunehmend zu einer der zentralen Schnittstellen im Unternehmen mit Aufgaben von elementarer Brisanz für das Top-Management.

 

Das Buch ist hier erhältlich.

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Agiles Unternehmen: passt unser unternehmerisches Mindset?

Agile Unternehmen haben gegenüber ihren Wettbewerbern große Vorteile: sie sind nicht nur dem Wettbewerb einen Schritt voraus hinsichtlich Innovationskraft und Umsetzungstatkraft – sie können außerdem auf die sich stets verändernden Rahmenbedingungen im Markt zügig und flexibel reagieren. Fast jedes Unternehmen wünscht sich, von sich behaupten zu können ein agiles Unternehmen zu sein.

Um dem Ziel, Agilität in die eigenen Unternehmensprozesse zu integrieren näher zu kommen soll zuallererst das Bewusstsein für ein agiles Mindset im Unternehmen etabliert werden. Ein agiles Mindset drückt sich in fast allen Bereichen der herrschenden Unternehmenskultur aus. Auf Zusammenarbeitsebene bedeutet dies kooperativ im Team zu arbeiten, aus Best Practices und schlechten Erfahrungen nachhaltig zu lernen und mehrwertiges Wissensmanagement zu betreiben, Proaktivität des Einzelnen gezielt wertzuschätzen und zu fördern, bereichsübergreifend und interdisziplinär vernetzt zu denken und zu arbeiten sowie Prozesse und Vorgehensweisen transparent darzustellen. Wichtig dabei ist, stets das Ganze, nicht nur die Summe seiner Teile im Blick zu behalten. Agiles Denken entspricht dem systemischen Denken.

Die meisten Unternehmen haben auch heute noch ein enormes Potenzial ihr Geschäftsergebnis deutlich zu verbessern durch die Steigerung der eigenen unternehmerischen Agilität. Agilität im Unternehmen ist heute DIE Schlüsselkompetenz um  die stets komplexer werdenden Rahmenbedingungen im Markt bewusst und zielgerichtet steuern zu können. Um den Wandel vom Ist-Zustand zu einem agilen Soll-Zustand erfolgreich begehen zu können benötigen Unternehmen professionelles Veränderungsmanagement mit der Integration aller beteiligten internen sowie externen Stakeholder.

Hierfür ist eine Kombination von Ansätzen aus Strategie-, Technologie-, Prozess- und Projektberatung notwendig. Der Ablauf zur Integration von Agilität in Unternehmen ist dabei immer ähnlich:

  1. Ist Analyse, evtl. nur als „Quick Check“
  2. Zielformulierung und Erstellung einer „Road Map“
  3. Implementierung und Change Management

Dabei zählt für Unternehmen nicht die Brillianz eines theoretisch ausgeklügelten Konzeptes sondern vielmehr die praktische Umsetzung des geplanten Soll-Zustandes und die Adaption und Veränderung von bestehenden Prozessen und Strukturen. Es kommt darauf an, den Weg hin zum innovativen Unternehmen bereits agil zu gestalten damit  realistische und strategisch wertvolle Erfolge im angestrebten Geschäftsmodell realisiert werden können.