Agilität durch innovative IT – Exklusivbericht über „Silicon Wadi“ in Tel Aviv

magility lud vergangene Woche zum Thema „Agil durch IT – ein Statusbericht aus Tel Aviv“ im Rahmen eines exklusiven Hintergrundgesprächs ein. Einen Vormittag lang diskutierten ausgewählte Gäste mit dem eigens für die Veranstaltung angereisten Head of Representative Office of Bavaria in Israel, Herrn Godel Rosenberg. Herr Rosenberg, der sowohl in Europa als auch in Israel zuhause ist eröffnete den Anwensenden fundierte Hintergrundinformationen aus erster Hand.

Das neue Silicon Valley heißt heute “Silicon Wadi” und liegt in der Metropolregion der lebhaftesten Stadt Israels, in Tel Aviv. Im Norden der Stadt erstreckt sich vom Industrievorort Tikva bis zum Diplomatenviertel Herzlia-Pituah ein Gürtel von Hightech-Unternehmen. Über zwei Milliarden Euro erwirtschafteten junge israelische Unternehmen mit Exporten aus der Softwareindustrie im vergangenen Jahr. Es herrscht Aufbruchstimmung und Tel Aviv ist weltweit die zweitgrößte IT City. Die Wirtschaft im jüdischen Staat hat die klassische Industrialisierung übersprungen und sich zum Zentrum für technologische Innovationen gemeistert.

Vor allem kleine, kreative Start Ups tüfteln hier an den Ideen für den Weltmarkt. Dass sich so viele Hightech Start Ups in Tel Aviv tummeln führte Godel Rosenberg unter anderem  auf die vorherrschende Mentalität zurück. Die Bevölkerung ist sehr jung, ein jeder sieht sich als Selbstunternehmer, der durch Gutes für sich selbst auch Gutes für die Gesellschaft leistet. Zudem sind Universitäten, junge Start Ups sowie Venture Capital Geber eng miteinander vernetzt – ideale Voraussetzungen für eine kreative und innovative Atmosphäre. Israel investiert viel in Forschung und Entwicklung und damit in die rund 600 ansässigen IT Start Ups im “Silicon Wadi”. Die Besonderheit in dieser Gegend ist das Zusammentreffen einer großen Anzahl an jungen und motivierten Hochqualifizierten unterschiedlichster Herkunft sowie ausreichend Venture Capital, kombiniert mit einer Anpacker-Mentalität. Es gibt keine althergebrachte Industrie, stattdessen entstehen hier  die meisten Start Ups weltweit. Dadurch ist Tel Aviv eine der modernsten und agilsten Städte der Welt mit Unmengen an Möglichkeiten.

Wir bedanken uns insbesondere bei Herrn Rosenberg für die Einblicke in Tel Avivs agile Start Up Szene sowie bei allen Gästen und wünschen weiterhin einen engen und regen Austausch zu pflegen.

Agilität und Automotive Electronics

Elektrik und Elektronik (E/E) sind und bleiben in der Automobilindustrie die wesentlichen Treiber für Innovationen im Fahrzeug aber auch für neue Geschäftsmodelle im Downstream Bereich. Bei einem weltweit wachsenden Produktionsvolumen von heute rund 80 auf mehr als 100 Mio. Fahrzeuge pro Jahr bis 2020, wird sich der weltweite Bestand auf ca. 1.400 Mio. Fahrzeuge entwickeln. Der E/E Anteil an der Wertschöpfung wird sich gleichzeitig von heute ca. 30% auf mehr als 40% weiter entwickeln; bis 2020 werden auch ca. 90% aller Neuwagen d.h. ca. 700 Mio Fahrzeuge gesamt vernetzungsfähig sein. Bedeuten diese positiven Basistrends schon “Goldene Zeiten” für die automotive E/E Industrie? Nein, denn von den E/E Anbietern wird zukünftig durch die jeweiligen Kunden in der Value Chain ein Höchstmaß an Agilität abverlangt: Die Innovationszyklen verringern sich weiter, die Komplexität der Hard- und Software steigt überproportional an, mechatronische Systeme nehmen weiter massiv an Bedeutung zu, die Konvergenz der Technologien steigt weiter an, gleichzeitig betreten neue potente Wettbewerber die Arena und der Preisdruck wird durch Low Cost Anbieter weiter verschärft. Qualität, Safety, Security und Informationssicherheit werden zukünftig in ihrer Bedeutung ebenfalls zunehmend erfolgskritisch. Der automotive E/E Gesamtmarkt wird bis 2017 mit einem CAGR von 8,6% positiv wachsen; von den Umsatzvolumen werden die E/E Umsätze für konventionelle Antriebe und Body weiter an der Spitze liegen; die höchsten Wachstumsraten mit mehr als 20% CAGR werden allerdings zukünftig bei den elektrischen Antriebssystemen und den Fahrerassistenzsystemen zu finden sein. Bosch und Continental teilen sich heute in diesem dynamischen automotive E/E Markt mit je ca. 20% Marktanteil den ersten Platz, Denso folgt mit deutlichem Abstand mit ca. 11 % Marktanteil. Der Markt bietet allerdings auch Newcomern, Nischenanbietern und strategischen Kooperationen international weiter sehr gute Potentiale.

 

Magility hat in einer aktuellen Automotive E/E Trendstudie versucht, folgende Fragen zu beantworten:

 

  • Welche Rahmenbedingungen (Weltwirtschaft, Automobilindustrie, Technologietrends) werden die weitere automotive E/E Marktentwicklung beeinflussen?
  • Wie entwickelt sich der automotive E/E Markt entlang der Value Chain (Internet, OEM, Tier, EDL, Software Firmen, Semiconductor Hersteller)?
  • Welche regionalen Trends und Prognosen ergeben sich bzgl. Marktwachstum und eingesetzten Technologien für den automotive E/E Markt?
  • Welche agilen Geschäftsmodelle und strategische Kooperationen ermöglichen individuelle Mobilitätslösungen?
  • Welche neuen Player (Internetfirmen, Softwarefirmen, Energieerzeuger etc.) betreten die automotive E/E Szene und wird das Automobil zukünftig zu einem “Mobile-Device”?

Weitere Informationen sowie eine kurze Zusammenfassung der Studie finden Sie hier: 

https://www.magility.com/studie-potenziale-automotive-elektrik-elektronik/

Magility wird in weiteren News-Blogs zu den aktuell erkannten Trends berichten. Sollten Sie vorab bereits vertiefte Informationen wünschen, können wir Ihnen unsere Studie auch gerne in einem individuellen Gespräch persönlich vorstellen. Wir begleiten Sie professionell auf dem Weg zu Ihrer agilen Organisation.

 

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht: info@magility.com

Macht Agilität alleine glücklich? – Steigende Anforderungen für Unternehmen zu Agilität und Nachhaltigkeit

 Von Dr. Michael W. Müller, Geschäftsführender Partner magility GmbH & Co. KG

 

Agilität als Komplement zu Nachhaltigkeit

 

Agilität wird gelegentlich auch mit Flexibilität gleichgesetzt. Der in der Produktion oft verwendete Begriff der Agilität geht jedoch weit über Flexibilität hinaus: Unter Flexibilität wird die Fähigkeit eines Produktionssystems verstanden, sich an erwartete Änderungen anzupassen (z.B. Nachfrageschwankungen von Produkten); dagegen integriert Agilität auch die Anpassungsfähigkeit an unerwartete Änderungen.

 

In der Industrie wird Flexibilität durch Konfigurierbarkeit schon in der Planungsphase berücksichtigt – sowohl bei den Produktionsmitteln, z.B. durch den Einsatz von CIM- und CAD/CAM-Systemen, wie auch bei den Produkten selbst, z.B. durch einen komponenten- oder modulbasierten Aufbau incl. plattformübergreifenden Gleichteilekonzepten. Konfigurierbarkeit fördert die Flexibilität, nützt jedoch nichts bei unerwarteten Änderungen, da nur die „eingeplanten“ Änderungen berücksichtigt werden können.

 

Konsequenterweise wird daher Agilität nicht nur für das Produktionssystem sondern für das ganze Unternehmenssystem gefordert:

 

„Agility is the successful exploration of competitive bases (speed, flexibility, innovation pro-activity, quality and profitability, sustainability) through the integration of reconfigurable resources and best practices in a knowledge-rich environment to provide customer-driven products and services in a fast changing market environment”.

 

Dabei ist es wichtig festzuhalten, dass Agilität nicht nur auf das schnelle Reagieren abstellt, sondern den Wandel vorausschauend pro-aktiv unterstützen soll. Agilität wird so zu einer dauerhaften Fähigkeit des Unternehmens, d.h. es ist ein nachhaltiges agiles Vorgehen erforderlich. Es stellt sich jedoch die Frage, wie Nachhaltigkeit erreicht werden kann. Bei der Analyse der Definitionen und Ansätze der Nachhaltigkeit ist die Herkunft dieses Begriffs aus der Umweltökonomie nicht zu übersehen. Bereits 1987, wurde der Abschlussbericht der Brundtland-Kommission „Unsere gemeinsame Zukunft“ veröffentlicht. Hier wurde erstmals das Leitbild einer „nachhaltigen Entwicklung“ entwickelt. Darunter ist eine Entwicklung zu verstehen, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“

 

Das von der Kommission vorgestellte Konzept einer nachhaltigen Entwicklung bildete zum ersten Mal die Grundlage einer integrativen globalen Politikstrategie. So wurden herkömmlich als getrennt betrachtete Problembereiche wie u.a. Umweltverschmutzung in Industrieländern, globale Hochrüstung, Schuldenkrise, Bevölkerungsentwicklung und Wüstenausbreitung in einem Wirkungsgeflecht gesehen, das durch einzelne Maßnahmen nicht würde gelöst werden können.

 

Aufgrund der zunehmenden Vernetzung insbesondere getrieben durch Digitalisierung sowie sich verändernde Nachfragemuster in der Generation „always online“ werden Agilitäts- und Nachhaltigkeitsthemen zukünftig noch weiter in den Fokus von Entscheidern rücken. Im Zuge dessen steigen die Anforderungen an Strategie, Führung und Organisationssystem von Unternehmen. Um nachhaltig und zukunftsorientiert weiterhin agieren zu können müssen Unternehmen ihre Geschäftsmodelle nach agilen Prinzipien ausrichten sowie ein „agiles Mindset“ leben.

Wir begleiten Sie professionell auf dem Weg zu Ihrer agilen Organisation. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht: info@magility.com