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E-Mobilität. Daimler hat Tesla den Kampf angesagt. Foto: magility

E-Mobilität: Mercedes wird zum größten Konkurrenten von Tesla

Tesla hat einen unvergleichbaren Aufstieg vom Underdog zum Pioneer hingelegt. Aber die kommenden fünf Jahre könnten zur größten Herausforderung für das US-Unternehmen werden. Denn Autobauer rund um die Welt warnen sich zur Aufholjagd in Sachen Elektromobilität.

Daimler investiert Milliarden in Elektromobilität

Allen voran Daimler – die Stuttgarter planen ihre Autoflotte nun bis 2020 zu elektrifizieren und investieren dafür 11 Milliarden Euro. Dies bedeutet vor allem die Aufholjagd zum Vorreiter und Kontrahenten Tesla.
Doch zu Tesla aufzuschließen ist keine leichte Aufgabe. Das Unternehmen genießt eine Markenloyalität vergleichbar mit Apple. Das Unternehmen um CEO Elon Musk hat mit Innovationen wie Over-the-Air Updates der Industrie gezeigt, was Innovation bedeutet und traditionelle Distributionswege infrage gestellt.

Daimler muss sich neu erfinden

Tesla schwächelt vor allem in der Produktion, immer wieder ist von Engpässen die Rede. Daimler hingegen macht keinen Hehl daraus, den Angriff auf die Elektroauto-Pioniere zu wagen. Aus Stuttgart hörte man bereits im September, dass sie eine Milliarde in ein Werk in den USA investieren, um einen elektrischen SUV zu bauen, der 2020 auf den Markt gehen soll.
Darüber hinaus will Daimler weitere 10 Milliarden in die nächste Generation von Elektrofahrzeugen investieren.

Die angekündigte Verbannung von Dieselfahrzeugen befeuert die Entwicklung

Allerdings geht es wohl nicht alleine darum, Tesla einzuholen. Chinas Ankündigung, Diesel- und Verbrennungsmotoren zu verbannen zu wollen, ist ein zentraler Grund, denn China ist der größte Absatzmarkt für Autos in der Welt.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot

Der Wettstreit von Daimler mit Tesla könnte aber auch darin begründet sein, dass Daimler erkannt hat, dass sie ihre Kunden davon überzeugen kann, dass sie technologisch Schritt halten. Etwas das Tesla bereits geschafft hat. Alleine deshalb, kann der schwäbische Autobauer die Amerikaner nicht ignorieren. Gleichzeitig ist der Kern von Mercedes der Verbrennungsmotor. Noch immer gilt ein Mercedes mehr als schnelle Maschine auf der Autobahn als ein Hightech-Fahrzeug und Pioneer der E-Mobilität.

Vor allem in China wird investiert

In Sachen E-Mobilität gilt es vor allem den chinesischen Markt zu erobern. Tesla arbeitet deshalb an einem soliden Fundament und baut ein Werk in Shanghai, das 2020 mit der Produktion beginnt.
Daimler hat bereits ein Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer BAIC. Gemeinsam kündigten sie im Juli eine Investition über 750 Millionen Euro in die Produktion von Elektrofahrzeugen an. Von Unternehmensseite hieß es, China wird der wichtigste Markt für E-Mobility.

Weitere Herausforderungen

Natürlich bleiben einige Herausforderungen trotz hoher Investitionen bestehen. Die Marke Tesla steht für Hightech, Innovation und Zukunft. Dahin muss Daimler noch kommen. Außerdem hängt der Durchbruch auch eng mit der Ladeinfrastruktur zusammen. Tesla ist hier bereits einen Schritt weiter und arbeitet an einer Solarinfrastruktur. Es bleiben viele Fragen, die noch beantwortet werden müssen.

Magility untersucht fortlaufend in Trendstudien aktuelle Entwicklungen innerhalb der Mobilitätsindustrien und steht Ihnen als Partner zur Seite. Kontaktieren Sie uns gerne – wir freuen uns auf Sie!

Elektromobilität 2017 – Zahlen, Fakten und Prognosen

Derzeit gilt in der Automotiblbranche vor allem eines: die E-Mobilität schnell voranzutreiben und zu fördern. Um die Lage und die Entwicklung besser einschätzen zu können haben wir einige Fakten, Statistiken und Prognosen zusammengetragen um den Status Quo des Elektromobilität aufzuzeigen.

Absatz von Elektroautos

Der größte Markt für Batterieelektro- und Plug-in-Hybrid-Automobile ist China. Hier wurden im Jahr 2016 über eine halbe Million Fahrzeuge verkauft, gefolgt von den USA (157.181 Fahrzeuge) und Norwegen. Deutschland landet auf Platz sechs mit rund 25.000 verkauften Fahrzeugen. Bei den Neuzulassungen machte der Anteil von Elektroautos in Deutschland im Jahr 2015 gerade einmal 0,7 Prozent aus.

Ladeinfrastruktur

Die Zahl der Ladestationen weltweit lag 2014 bei einer Million die Prognose für 2010 lautet 12,7 Millionen. In Deutschland gibt es aktuell rund 6.700 Ladestationen und über 19.700 Anschlüsse, wobei die Zahl der Ladestationen eher langsam wächst. Laut Prognose soll es 2020 150.000 Ladestationen für Elektroautos in Deutschland geben. Die Zahl basiert auf einer Schätzung der Europäischen Kommission. Die meisten Ladestationen in Deutschland stehen in Nordrhein-Westfahlen (1.603) gefolgt von Baden-Württemberg (1.494) und Bayern (1.080). Die Stadt mit den meisten öffentlichen Ladestationen ist Berlin gefolgt von Stuttgart. Bezahlt wird in den meisten Fällen mit einer RFID-Karte (65 Prozent) oder einer Smartphone-App (43 Prozent).

 

Nutzer von Elektroautos

46 Prozent der Fahrer von Elektroautos verfügen über ein mittleres Nettoeinkommen zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Fast 40 Prozent der Nutzer leben in einem Haushalt mit zwei Personen, zusammengerechnet 50 Prozent leben in einem Haushalt mit drei oder mehr Personen. Der Großteil der privaten Nutzer von E-Fahrzeugen lebt in Kleinstädten.

Forschung und Prognose

Die Reichweite der Elektroautos steigt stetig. 2015 lag sie bei ungefähr 240 Kilometer pro Ladung. Diese soll bis 2020 aber auf mindestens 400 Kilometer erhöht werden. Gleichzeitig sollen Lithium-Ionen-Batterien günstiger werden. Liegt der Preis in diesem Jahr noch bei ungefähr 289 Euro pro Kilowattstunde soll er bis 2020 auf nur noch 108 Euro pro Kilowattstunde reduziert werden. Laut Prognosen für 2030 wird der größte Teil der Neuzulassungen auf Hybridantriebe fallen (28 Prozent) gefolgt von Benzin-Motoren (25 Prozent).

Stetige Entwicklung bei der Elektromobilität

Die E-Mobilität entwickelt sich stetig. Daher ändern sich auch Zahlen und Fakten in rasantem Tempo. Dennoch ist es immer wieder spannend einen Blick darauf zu werfen, auch um Trends und Potenziale zu erkennen.

Wir sind bei der aktuellen Entwicklung dabei und schreiben gerne eine Trendstudie für Sie! Kontaktieren Sie uns direkt!

Quelle: Statista

Ladeinfrastruktur in Deutschland. Foto: magility

Ladeinfrastruktur für Elektroautos – Wie flächendeckend ist der Ausbau in Deutschland?

In Zukunft sollen Elektroautos unsere Straßen dominieren. Leise und ohne Abgase zu produzieren werden sie über die Straßen gleiten. Da die Batterien aktuell aber eine noch eine sehr begrenzte Reichweite haben ist der Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur genauso wichtig, wie die Weiterentwicklung der Elektroautos selbst. Doch aktuell läuft der Ausbau der Infrastruktur noch schleppend.

Rahmenbedingungen und Anreize der Bundesregierung

Die Bundesregierung möchte die Entwicklung auf dem Markt für Elektromobilität beschleunigen und investiert eine Milliarde Euro mit einem Maßnahmenpaket. Das Paket umfasst vor allem die Kaufprämie für Elektroautos. Für den Ausbau der Ladeinfrastruktur stellt die Regierung weit weniger zur Verfügung. 300 Millionen Euro insgesamt – davon 200 Millionen Euro für die Schnelllade-Infrastruktur und 100 Millionen Euro für die Normalladeinfrastruktur. Das Problem dabei ist, dass es ohne eine flächendeckende Versorgung mit Schnellladestationen weiterhin unattraktiv bleibt ein Elektroauto anzuschaffen. Denn um lange Strecken zu bewältigen ist ein enges Netz an Ladeinfrastruktur zwingend notwendig.

Zahl der Ladestationen und Anschlüsse in Deutschland

Laut den Zahlen von ChargeMap liegt die Zahl der Anschlüsse in Deutschland im Oktober 2016 bei über 16.000, die Zahl der Ladestationen liegt bei weit über 5000. Monatlich kommen neue Stationen und Anschlüsse dazu. Nur ein Bruchteil davon sind Schnellladestationen, die in weniger als einer Stunde 80 Prozent des Akkus aufladen können.

Ladeinfrastruktur in Deutschland - Zahl der Ladestationen. Quelle: ChargeMap

Ladeinfrastruktur in Deutschland – Zahl der Ladestationen. Quelle: ChargeMap

Die Zahl pro einer Million Einwohnern liegt laut aktuellen Erhebungen der „BDEW-Erhebung Elektromobilität“ in fast allen Bundesländern bei 60 und mehr. Nur in den neuen Bundesländern und im Saarland liegt die Zahl deutlich darunter. Baden-Württemberg liegt bei der Zahl der zugänglichen Ladeinfrastruktur mit derzeit 1.182 Ladepunkten auf Platz zwei nach Nordrhein-Westfalen und vor Bayern. Im Vergleich dazu: aktuell sind knapp über 25.000 reine Elektroautos in Deutschland zugelassen. Gemessen am Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben, ist das noch sehr gering.

Verteilung der Ladegeschwindigkeit der Ladestationen. Quelle: ChargeMap

Verteilung der Ladegeschwindigkeit der Ladestationen. Quelle: ChargeMap

Kein Spitzenreiter im europäischen Vergleich

Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland, was die Versorgung mit Tankstellen für Elektroautos angeht, hinterher. Norwegen hat 14 Mal weniger Einwohner als Deutschland, aber mehr elektrische Ladesäulen. Die Fläche der Niederlande beträgt nur 12 Prozent von der Fläche Deutschlands, es stehen aber rund viermal so vielen Ladesäulen zur Verfügung. Auch in Frankreich und Großbritannien gibt es doppelt so viele Ladestationen für E-Autofahrer wie bei uns.

Flächendeckende Versorgung als Voraussetzung

Ein flächendeckendes Netz, vor allem auch entlang der Autobahn ist mittelfristig die Voraussetzung um den Wandel zu mehr E-Mobilität anzukurbeln. Noch läuft es aber schleppend. Ein Grund: eine normale Ladestation kostet heute rund 10.000 Euro, ein Schnelllader mit Gleichstrom mehr als das Dreifache. Geld über den Stromverkauf ist damit mittelfristig nicht zu verdienen. Gleichzeitig lassen Autobauer verlauten, dass die Qualität der Akkus in den nächsten Jahren stark zunehmen wird und wir es dann mit einem Überangebot an Ladeinfrastruktur zu tun haben werden.

Was E-Mobilität und Elektroautos betrifft, gibt es aktuell große Fortschritte. Mittelfristig muss aber noch mehr die Zuständigkeit geklärt werden. Wer ist verantwortlich für den Ausbau der Infrastruktur? Wer muss an welcher Stelle investieren? Wie kann der Wandel zum elektrischen Fahren gelingen?

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